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Mit „Jekyll & Hyde“ hat sich das Freie Musical-Ensemble Münster e.V. ein dickes Brett ausgesucht, das es zu bohren gilt: 38 Musiker:innen, fast 70 Darsteller:innen sowie unzählige flinke Hände hinter der Bühne machen sich daran, dieses Brett zu bohren – mit Erfolg!
Das schaurige Grusical basiert auf der Novelle von Robert Louis Stevenson. Die – ein knappes Jahrhundert später – 1990 in Houston uraufgeführte Musical-Fassung besticht durch die eindrucksvollen Kompositionen Frank Wildhorns und erzählt mit den Texten von Leslie Bricusse die Geschichte eines Mannes, der zwischen Anstand und Wahnsinn sowie Genie und Triebhaftigkeit hin- und hergeworfen wird. Mit der Broadway-Premiere 1997 und der deutschsprachigen Erstaufführung 1999 in Bremen hat „Jekyll & Hyde“ seinen festen Platz im Musicalkanon erobert – ein Bühnenereignis voller Spannung, Dramatik und unvergesslicher Melodien. Inzwischen ist das Stück von deutschen Stadttheaterbühnen nicht mehr wegzudenken. Musicalvereine bedienen sich seltener dieses anspruchsvollen Stoffes. Das Freie Musical-Ensemble Münster e.V. stellt sich den Herausforderungen des Stückes bereits zum wiederholten Mal: Bereits 2005 stand „Jekyll & Hyde“ auf dem Spielplan und kehrt nun nach 20 Jahren in einer neuen Inszenierung zurück, die gerade für Fans des Stückes etwas ganz Besonderes ist, denn hier wird in fast vier Stunden Aufführungszeit nicht nur die übliche gekürzte Standardfassung auf die Bühne gebracht, sondern nahezu alles, was Wildhorn für „Jekyll & Hyde“ geschrieben hat.
Der Orchestergraben, der flächig fast so groß ist wie der Zuschauerraum, ist reichlich gefüllt: 38 Musiker:innen stellen sich unter der musikalischen Leitung von Gründungsmitglied Ingo Budweg der vielseitigen Partitur aus der Feder Wildhorns, die ihren ganz eigenen Beitrag zum Vortrag der Handlung verfolgt. Spannungsmomente, Entwicklungen in Beziehungen und Emotionen der Charaktere werden durch die vielen kraftvoll gespielten, oft rein instrumentalen Passagen besonders greifbar. Allein die Größe des perfekt aufeinander eingespielten Orchesters und das entstehende imposante Klangbild tragen erheblich zur emotionalen Immersivität der Inszenierung bei. Das Orchester spielt unermüdlich die komplette Partitur Wildhorns mit solcher Intensität, dass der Abend auch in diesem Punkt mehr zu bieten hat als manch eine Inszenierung eines Stadttheaters.
Die Gründer des Vereins wollten 1999 ursprünglich ’nur‘ einen starken Chor auf die Beine stellen – was Ihnen zweifelsohne gelungen ist! Das fast 70-köpfige Ensemble stellt vor allem den Chor und deckt ein vielschichtiges Klangspektrum ab, das mal wuchtig, mal wie ein melodisches Flüstern im Hintergrund seine Wirkung entfaltet und zuverlässig eine Gänsehaut nach der anderen beschert. Deutlich erkennbar ist die Schulung herausragender Stimmen.
Maximilian Dreyer gefällt besonders mit seiner Interpretation der antagonistischen Seite seiner Figur, Edward Hyde. Er poltert seine Passagen eindrucksvoll heraus und bietet während der „Konfrontation“ seinem zart besaiteten und doch fest entschlossenem Henry Jekyll die Stirn. Chiara Bonventre gewinnt das Publikum mit feiner Zeichnung ihrer Figur Lisa Carew, die geprägt ist durch Zerbrechlichkeit und Klarheit in ihrer Stimmführung („Jemand wie Du“). Die stärkste Darstellerin des Abends ist Wenyi Xie als Dirne Lucy Harris: Sie verkörpert authentisch die innere Zerrissenheit ihrer Figur durch laszives Spiel und zarten Gesang, der dann plötzlich doch ’schmutzig‘ klingt („Schafft die Männer ran“, „Mädchen der Nacht“).
Bühnenbau und Requisite, Kostüme und Lichtdesign – alles wird von Vereinsmitgliedern mit viel Liebe zum Detail und klug durchdacht ausgestaltet und eingesetzt:
Sämtliche Umbauten der oftmals aufwändigen Bühnenbilder finden verborgen hinter Scheinwerferkegeln statt. Nahezu jede Szene hat ihr eigenes Set, das sich oft über zwei Ebenen und beide Seitenbühnen erstreckt. Der Krankensaal zeigt Betten, die sich mit wenigen Handgriffen zu Särgen umgestalten lassen. Eine Szene stellt das Anwesen Dr. Jekylls dar: Im unteren Bereich befindet sich ein herrschaftlich eingerichteter Wohnraum mit angedeutetem Kamin, in der oberen Etage sind das Labor mit aufwendigen Versuchsaufbauten und das Büro des Wissenschaftlers eingerichtet. Das Bordell ist mit einer eigenen Bühne ausgestattet; die zugehörige Schänke erstreckt sich über die gesamte Bühnenbreite.
Die Kostüme des Ensembles zeigen deutlich die unterschiedlichen Klassen der viktorianischen Gesellschaft auf und unterstreichen die Wirkung der jeweils dargestellten Charaktere: Die Damen der gehobenen Gesellschaft tragen wunderschöne edle Kleider, dazu passende Hochsteckfrisuren; die Herren vornehme Anzüge und Fracks. Gewollt liederlich wirken die Bordelldamen in ihren knappen schwarz-roten Corsagen-Kleidern mit tiefen Ausschnitten. Der Wechsel von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird, wie so oft, durch das Öffnen des gebundenen Zopfes optisch begleitet. Das Zerzausen des Kunsthaars im Fortlauf der Handlung zeugt vom gesteigerten Wahn der Figur. Ständige Begleiter Edward Hydes sind dunkle, mumienartige Schattenwesen und grünes Scheinwerferlicht, das mit jedem Einsatz atmosphärisch unheilvoller wirkt.
Besonders gelungen sind außerdem die Choreographien, die die Begegnungen zwischen Prostituierten und Freiern abbilden. Die Darstellung von Intimität auf der Bühne wirkt zweifellos stets sehr direkt. Dank der feinen tänzerischen Ausarbeitung von Greta Winkhaus und Marie-Sophie Weber bleibt sie jedoch ästhetisch ohne ins Schlüpfrige abzurutschen.
Das Freie Ensemble Münster e.V. überrascht insgesamt mit einer rundum beeindruckenden Inszenierung des Wildhorn-Klassikers!
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Inszenierung, künstlerische Gesamtleitung & Regie | Ingo Budweg |
| Organisatorische Gesamtleitung | Simon Nießen |
| Choreografie | Greta Winkhaus Marie-Sophie Weber |
| Choreinstudierung | Carsten Jaehner Ingo Budweg Stephan Rinschen Thomas Schmillenkamp |
| Chorsprecher | in - Christian Trüller Helena Schleicher |
| Korrepetition | Carsten Jaehner Rudolf Kasper Simon Nießen Tobias Switula Wenyi Xie |
| Orchestereinstudierung | Ingo Budweg Stephan Rinschen Thomas Schmillenkamp |
| Konzertmeister | Stephan Rinschen |
| Orchesterorganisation | Thomas Schmillenkamp |
| Bühnenbau & Requisite | Adriana Linke Christian Dabringhaus Frank Kasuch |
| Kostüme | Alexandra Dummel Fabienne Puschmann Leonie Cohaus |
| Maske | Christina Walter Mareike Linnemann |
| Lichttechnik | Marc Feld Max Brokbals Nils Hälker |
| Tontechnik | Thorsten Brinkmann |
| Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Marvin Stoppelkötter |
| Mediengestaltung | Annika von der Ley |
| Social Media Betreuung | Helena Schleicher Maximilian Dreyer |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
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| Fr, 31.10.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | Premiere | |||||||
| Sa, 01.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| So, 02.11.2025 17:00 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| ▼ 9 weitere Termine einblenden (bis 23.11.2025) ▼ | |||||||||
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| Fr, 07.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| Sa, 08.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| So, 09.11.2025 17:00 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| Fr, 14.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| Sa, 15.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| So, 16.11.2025 17:00 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| Fr, 21.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| Sa, 22.11.2025 19:30 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
| So, 23.11.2025 17:00 | Freies Musical Ensemble e.V., Münster | ||||||||
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