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| KURZBEWERTUNG | |||||||||
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„Der Geist der Weihnacht“ ist eine Adaption der altbekannten Weihnachtsgeschichte Charles Dickens‘ („A Christmas Carol“) mit Musik und Texten von Dirk Michael Steffan und Michael Tasche. Die Inszenierung präsentiert sich in einem optisch klassischen Gewand, das zugleich technische Raffinessen, wie ein ausgeklügeltes Videodesign, auffährt. Die Choreografien fügen sich präzise in die atmosphärische Gesamtkulisse ein und tragen dazu bei, das Publikum in beschwingte Weihnachtsstimmung zu versetzen.
Vermeintlich weniger schaurig gehalten, findet sich Geizhals Scrooge hier schließlich nicht an seinem eigenen Grab, sondern am Grab seiner verlorenen Liebe wieder. Der freundliche Engel reist mit ihm durch die Zeit und berührt schließlich sein Herz wie das der Zuschauenden.
Die Kostümauswahl von Melanie Eilber und Franziska Wüst ist der Kleidung der einfachen Bevölkerung Londons im viktorianischen Zeitalter nachempfunden: Weite Ballonröcke von Schürzenkleidern drehen sich zu den dynamischen Choreografien von Stefanie Gröning. Hin und wieder blitzen lange Unterhosen unter den Kleidern hervor. Die Herren tragen Hosenträger und Schirmmützen. Besonders ins Auge fallen die Kostüme der Geister: Zerfetzte Reif- und Gehröcke sowie Rasselketten lassen das Ensemble eindrucksvoll wie lebende Untote erscheinen.
Der Bühnenaufbau von Marcus Bendel, Nicolai Poell und Oli K. lebt von liebevoll gestalteten Einzelteilen, die – oft verborgen hinter mehreren Vorhängen – rasch auf- und abgebaut werden. Dazu gehört etwa das aufwendig gestaltete Luftschiff, mit dem der Engel gemeinsam mit Scrooge und dem Geist Jacob Marleys durch die Zeit reist. Das Heim der Familie Cratchit wird mit ausgewählten Requisiten gestaltet, die sich zum Teil in Scrooges Büro wiederfinden, etwa dem Kohleofen, mit dem gekocht und geheizt wird. Das bunte Treiben auf dem Marktplatz spielt vor der Fassade von Scrooges Schuldenbüro und im Hause der wohlhabenden Familie Fezziwig dürfen die üppige Weihnachtstafel und der große Baum natürlich nicht fehlen.
Das Bühnenbild wird häufig durch mehrere Vorhänge auf verschiedenen Ebenen strukturiert. Die Szenen der Geschichte werden vor allem projiziert. Der Engel erscheint zunächst im gedämpften Licht hinter einem durchsichtigen Vorhang, der die Illusion schafft, dass das Lichtwesen nur langsam in die Realität Scrooges tritt, bis sich der Vorhang schließlich hebt. Das Videodesign von Jesia Nil Philipp und Dustin Steger ermöglicht zudem, dass fast ununterbrochen Schneefall projiziert wird.
Die leider nur eingespielte Musik ist sorgfältig mit Chorpassagen und Sologesängen abgemischt, sodass gerade für das jüngere Publikum des Familienstücks eine gute Textverständlichkeit gewährleistet ist.
Chris Murray, bekannt als charismatischer und stimmgewaltiger Charakterdarsteller, ist ein ideales Match für die Rolle des Scrooge: Verschroben, rüpelhaft und lautstark schimpft er zunächst dauernd über den „Rattendreck“, womit er Weihnachten meint. Die von ihm aufgezeigte Wandlung seiner Figur wie auch die Vielfalt seines Timbres berühren das Publikum spürbar. Die Rolle lässt Murray kaum Raum, all seine Facetten zu zeigen – umso bemerkenswerter, dass er dennoch alles gibt.
Sandy Mölling verzaubert als Engel nicht nur Scrooge, sondern auch das Publikum. Die belehrende Seite ihrer Figur wirkt anfangs etwas streng, doch mit Beharrlichkeit vermittelt sie die Ernsthaftigkeit der Botschaft von Liebe („Folge mir“).
Martin Mulders überzeugt als Geist des Jacob Marley, Scrooges verstorbenem Freund. Mit viel Herz und Charme stellt er glaubhaft dar, wie wichtig ihm diese Freundschaft war. Mulders verleiht seiner Figur Wärme, ohne sie zu weich zu zeichnen.
Hervorzuheben aus dem weiteren Ensemble ist Anja Wessel als Mrs. Fezziwig. Mit ihrem A-Capella-Rap („Nur eine klitzekleine Kleinigkeit“) reißt sie Jung und Alt überzeugend mit und verleiht ihrer Rolle eine humorvolle Note, die das Publikum sichtbar begeistert.
Der typische Weihnachtskitsch steht etwas zurück hinter starken Darsteller:innen, einer modernen Setgestaltung und einem vor allem tanzfreudigen Ensemble. Weihnachtsliebhaber kommen auf ihre Kosten und selbst Weihnachtsmuffel werden den künstlerischen Gehalt der Inszenierung honorieren.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Musik | Dirk Michael Steffan |
| Buch | Michael Tasche |
| Regie | Benjamin Sahler |
| Choreographie | Stefanie Gröning |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Ebenezer Scrooge | Chris Murray |
| Jacob Marley | Martin Mulders |
| Engel | Sandy Mölling Marie Wegener |
| Belle | Mascha Kamenskikh |
| Mr. Cratchit | Maico Claßen |
| Mrs. Cratchit / Mrs. Pillbox | Allen-Chantal Rothkegel |
| Mr. Fezziwig/ Mr. Beavis | Benoit Pitre |
| Mrs. Fezziwig/ Mrs. Shellock | Anja Wessel |
| Junger Scrooge/ Mr. Butthead | Andre Naujoks |
| Junger Marley | Christoph Loebelt |
| Mr. Highprice/ Mr. Betsy | Pascal Giebel |
| Mr. Lowprice/ Mr. Kent | Daniel Hauser |
| Timmy | Dominik Tiefgraber |
| Mrs. Pommeroy/ Amme | Mareike Dieluweit |
| Liz Pommeroy | Lea Kurbjun |
| Debbie | Majlis Juskan |
| Ensemble | Carolin Rossow Julia Wunderlich Lea Kurbjun Liliana Bartsch Majlis Juskan Pascal Giebel Daniel Hauser Christoph Loebelt Max Kikken Johannes Breitsamter |
| Tanz-Ensemble | Mareike Dieluweit Michelle Landsmann Selina Kohl Jacqueline Krell Jana Mayer Nicole Schöpe |
| Swings | Liliana Bartsch Hannes Staffler Jan Altenbockum |
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| CAST (HISTORY) | |||||||||
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| =2024= | ||||
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| Ebenezer Scrooge | Felix Martin | |||
| Jakob Marley | Robin Scheel | |||
| Engel | Marie Wegener | |||
| Geist der Weihnacht | Tim Wilhelm | |||
| Mr. Fezziwig | Oliver Sekula | |||
| Mrs. Fezziwig | Nina Barton | |||
| Belle | Mascha Kamenskikh | |||
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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