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Komödie

Cleopatra und der Fluch der Tempelhuren

Bockmayer goes Musical


© Sven Klügl
© Sven Klügl
Es ist schon schräg, mit anzusehen, wie Cleopatra im UFA-Studio auf Adolf Hitler trifft und gemeinsam mit Marlene Dietrich für die Erstbesetzung im neuen Film von Leni Riefenstahl gecastet wird. Dabei läuft sie – wie es der Zufall will – auch noch Carmen und Robert Geiss über den Weg, die mit ihr die Überfahrt über den Nil bestreiten. All das klingt nach wirrer und schräger Unterhaltung? Genau das will Walter Bockmayers Stück beim Zuschauer erreichen.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:02.11.2016
Rezensierte Vorstellung:06.11.2016
Letzte bekannte Aufführung:04.09.2017


Theatrallalla-Besitzer Thomas Bäppler-Wolf hat die an sich schon abgedrehte Geschichte noch mit weiteren Handlungssträngen aufgepeppt, mit Musik versehen und auf die Mini-Bühne des Kult-Kleinkunsttheaters gebracht. Seine Regie-Einfälle können nur als gelungen und bestens umgesetzt bezeichnet werden. Bäppler-Wolf alias Bäppi La Belle hat nicht nur aktuelle Geschehnisse und Figuren – sei es der derzeit stattfindende US-Wahlkampf oder eben die Geissens – eingebaut, sondern auch passend dazu aus diversen Musicals Songs "entliehen", die sich harmonisch in die Handlung integrieren.

© Sven Klügl
© Sven Klügl

Daher erklingt beispielsweise im zweiten Akt – wenn Cleopatra (Bäppler-Wolf) auf Hitler trifft – der Song "Frühling für Hitler" aus "The Producers". Bäppler-Wolf selbst steht hierbei als Hitler-Verschnitt auf der Bühne, während Zara Leander (Pierre Humphrey) und Marlene Dietrich (Thomas Koob) als Background-Tänzerinnen im Hintergrund tanzen. Diese Szene wirkt wunderbar verrückt und dennoch sehr passend zum Geschehen. Darstellerisch und stimmlich gefällt die Umsetzung. Auch Titel aus "Spamalot" finden ihren Einzug in die Show: Cleopatra trägt den Diva-Song "Wann geht’s hier wieder mal um mich?" gegen Ende des Abends vor, nachdem sie eine längere Zeit nicht auf der Bühne stand. Die Pointen sitzen.

© Sven Klügl
© Sven Klügl

Letztlich sind es diese herrlichen Einfälle und der Mut zu überdrehter Unterhaltung, die den Abend so sehenswert machen. Aber auch die vier wandlungsfähigen Schauspieler, die mit viel Inbrunst und allerlei Spontaneität in ihre Rollen schlüpfen, überzeugen. Sie schaffen es, den Figuren auf gewohnt "hessischer" Art pointiert Leben einzuhauchen und mit überspitzter Darstellung zu unterhalten.

© Sven Klügl
© Sven Klügl

So bietet dieser politisch extrem unkorrekte Abend allerlei Entertainment und bleibt der bewährten Mischung aus Kleinkunst, Travestie und Musik – die schon beim Vorgängerstück "Sissi - Beuteljahre einer Kaiserin" funktionierte – treu.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Regie Thomas Bäppler-Wolf


Besetzung

Mit Pierre Humphrey
Thomas Koob
Stefan Pescheck
Bäppi La Belle



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Schrill, schräg, politisch!

07.09.2017 - Frankfurts größte und renommierteste Diseuse, Allround-Künstlerin und Universalgenie Bäppi La Belle hat den leicht angejahrten Bockmayer Klassiker nach Frankfurt geholt, überarbeitet und inszeniert.
Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass die Göttlich in der gewichtigen Rolle der Cleopatra reüssiert, bzw. nachhaltig Theatergeschichte schreibt.

Das Gesamtergebnis ist nach wie vor gewollt trashig. Trotzdem lässt sich ein deutliches Rhein-Main-Gefälle attestieren.
Wo man in Köln hemmungslos und überdreht chargiert, arbeitet man in Frankfurt durchaus auch mit wohldossiertem Understatement.
Insbesondere, wenn die Anbetungswürdige mit nahezu versteinerter Miene auf überbordendes Bühnenchaos und schrille Hysterie reagiert, entstehen Momente erhabener Bühnenkunst und herrlicher Klamotte.

In der Neubearbeitung der der Diva Ultima prallt das Stück in gnadenloser Konsequenz auf das Jahr 2017. Dabei werden die Absonderlichkeiten des deutschen Unterhaltungsfernsehens (Familie Geissen, Marlene Fischer,...) ebenso thematisiert, wie die nationalen und weltweiten politischen Entwicklungen mitsamt ihren teilweise recht bizarren Amtsträgern.
Bestes politisches Kabarett erlebt man, wenn die Unvergleichliche in Hitler-Kostümierung sich zwischen das Publikum begibt und in bester Stand-Up-Manier das rechtsgerichtete Angebot der bevorstehenden Bundestagswahl aufs Korn nimmt. Chapeau, Bäppi!

Insgesamt ist es natürlich fast unmöglich ein solches Stück und eine solche Inszenierung objektiv zu beurteilen.
Man muss es mögen (oder auch nicht).

kevin (124 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


Schrill, schräg, politisch!

07.09.2017 - Frankfurts größte und renommierteste Diseuse, Allround-Künstlerin und Universalgenie Bäppi La Belle hat den leicht angejahrten Bockmayer Klassiker nach Frankfurt geholt, überarbeitet und inszeniert.
Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass die Göttliche in der gewichtigen Rolle der Cleopatra reüssiert, bzw. nachhaltig Theatergeschichte schreibt.

Das Gesamtergebnis ist nach wie vor gewollt trashig. Trotzdem lässt sich ein deutliches Rhein-Main-Gefälle attestieren.
Wo man in Köln hemmungslos und überdreht chargiert, arbeitet man in Frankfurt durchaus auch mit wohldossiertem Understatement.
Insbesondere, wenn die Anbetungswürdige mit nahezu versteinerter Miene auf überbordendes Bühnenchaos und schrille Hysterie reagiert, entstehen Momente erhabener Bühnenkunst und herrlicher Klamotte.

In der Neubearbeitung der der Diva Ultima prallt das Stück in gnadenloser Konsequenz auf das Jahr 2017. Dabei werden die Absonderlichkeiten des deutschen Unterhaltungsfernsehens (Familie Geissen, Marlene Fischer,...) ebenso thematisiert, wie die nationalen und weltweiten politischen Entwicklungen mitsamt ihren teilweise recht bizarren Amtsträgern.
Bestes politisches Kabarett erlebt man, wenn die Unvergleichliche in Hitler-Kostümierung sich zwischen das Publikum begibt und in bester Stand-Up-Manier das rechtsgerichtete Angebot der bevorstehenden Bundestagswahl aufs Korn nimmt. Chapeau, Bäppi!

Insgesamt ist es natürlich fast unmöglich ein solches Stück und eine solche Inszenierung objektiv zu beurteilen.
Man muss es mögen (oder auch nicht).


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(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Der für Bäppi's Theatrallalla neu aufgelegte Bockmayer-Klassiker ist herrlich trashig und macht Spaß. Besonders die vielen "geklauten" Musical-Einlagen und die unzähligen Rollen, in die die vier Schauspieler schlüpfen, gefallen.

07.11.2016

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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