Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Süd )Shows A-Z ( Süd )Premieren ( Süd )Jekyll & Hyde


Grusical

Jekyll & Hyde

Dies ist die Stunde


© Barbara Nolten-Casado
© Barbara Nolten-Casado
Gemischte Gefühle bei "Jekyll & Hyde" in Zwingenberg: Die streckenweise gute Inszenierung von Anja Kühnhold bietet starke Szenen mit Tiefgang, die durch die Präsenz der hervorragenden Hauptdarsteller getragen werden. Uninspirierte Massenszenen sowie eine unausgereifte Zusammenstellung von Choreografien und Kostümen hinterlassen jedoch einen semi-professionellen Eindruck, der das Gesamtbild trübt.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:04.08.2016
Rezensierte Vorstellung:06.08.2016
Letzte bekannte Aufführung:07.08.2016


Das vergangene Jahr brachte mit "Jesus Christ Superstar" die erste Musicalproduktion in das kleine Städtchen Zwingenberg am Neckar. Während man der damaligen Inszenierung die Kinderschuhe noch sehr stark anmerkte, hat man mit "Jekyll & Hyde" in diesem Jahr vieles richtig gemacht.

© Barbara Nolten-Casado
© Barbara Nolten-Casado

Allem voran ist erneut die Wahl der Besetzung zu loben: Mit Drew Sarich in der Titelrolle hat man sich einen "Jekyll & Hyde"-erprobten Darsteller ins Boot geholt, der es versteht, die kleinen Feinheiten der teils diffizilen Doppelrolle gekonnt herauszuarbeiten. Die "Konfrontation" seiner beiden Figuren wird so zu einem schauspielerischen und gesanglichen Leckerbissen, der selbst ohne großartige Beleuchtung und technischen Schnickschnack überzeugt. Auch sein großes Solo "Dies ist die Stunde" und die "Verwandlung" zu seinem Alter Ego gelingen auf hohem gesanglichen Niveau. Ärgerlich, dass ausgerechnet Sarichs großartige Gesamtleistung am besuchten Abend wiederholt durch tontechnische Probleme gestört wird.

© Martin Hahn
© Martin Hahn

Ann Mandrella als Lucy überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Sie hat die mit Abstand stärksten Solos der Partitur inne und singt diese mit einer solchen Leichtigkeit, dass es eine wahre Freude ist, ihrer Darstellung zu folgen. Leider wurde ihr stärkster Song "Jemand wie du" um eine Strophe gekürzt und kommt so vor dem Pausenfinale nicht voll zur Geltung. Dafür reißt "Nur sein Blick" im Duett mit Jana Marie Gropp umso mehr mit. Frontal zum Publikum gesungen und unterstützt vom 12-köpfigen Orchester unter der Leitung von Rainer Roos, das die Wildhorn-Bombast-Nummern opulent trägt, ist dieser Song ein Highlight des Abends.

© Martin Hahn
© Martin Hahn

Auch Jana Marie Gropp - die Neuentdeckung der JCS-Produktion - als Lisa Carew hinterlässt neben den beiden erfahrenen Musicaldarstellern einen hervorragenden Eindruck. Die Sopranistin verleiht Jekylls Angetrauter mit angenehm warmer Stimmfärbung einen weniger operettenhaften Eindruck als oft üblich. Sie singt und spielt auf hohem Niveau und überzeugt im erwähnten Duett mit ebensolcher Leichtigkeit wie Mandrella.

Erwähnung finden sollte ebenfalls Werner Pürling als Sir Danvers Carew, der mit sonorer Stimme und herrschaftlichem Habitus seiner Rolle als Jekylls Schwiegervater viel Ausdruck verleiht.

© Martin Hahn
© Martin Hahn

Die Haben-Seite des Abends fällt somit ganz klar der sehr guten Besetzung zu. Auch die Regiearbeit von Anja Kühnhold funktioniert streckenweise äußerst gut. Trotz sehr minimalistischer Kulisse (Elin Doka) gelingt die Personenführung in den intimen Momenten. Kühnhold lässt die Figuren oft frontal zur Rampe singen und teilweise im Publikumsraum umherlaufen, was den kitschig-bombastischen Songs von Wildhorn, die ohnehin oft wie poppige Power-Balladen daherkommen, gelegen kommt.

© Barbara Nolten-Casado
© Barbara Nolten-Casado

Immer dann, wenn mehr als eine Handvoll Personen gleichzeitig agieren, gerät die Balance in der Personenregie jedoch außer Kontrolle. Ähnlich wie im vergangenen Jahr bei "Jesus Christ Superstar" wäre auch hier weniger mehr gewesen. Phasenweise stehen etwa fünfzig Personen auf der verhältnismäßig kleinen Bühne: Diverse Chöre und ortsansässige Showtanzgruppen wurden mobilisiert und "arbeiten" die simplen, kaum handlungsfördernden Choreografien von Barbara Tartaglia ab. In die "Mörder"-Szene zu Beginn des zweiten Aktes, die von Natur aus brutal und "gothic" daherkommt, wurde beispielsweise eine Art Zirkusnummer eingebaut, bei der einige Artisten Kunststücke aufführen – zweifelsohne schön anzusehen, doch recht zusammenhanglos und losgelöst vom eigentlichen Geschehen. Von Seiten der Zuschauer ist man so schnell überfordert und verliert den Überblick über den Handlungsfaden.

© Barbara Nolten-Casado
© Barbara Nolten-Casado

Ähnlich verhält es sich mit den Kostümen von Valerie Hirschmann. Alle für sich durchaus passend, wirken sie in der Masse wie aus verschiedenen Epochen "geklaut". Es entsteht der Eindruck, man habe alles aus dem Fundus zusammengesucht, um die unzähligen Darsteller ausstatten zu können – vom Blumenmädchen bis zum bonbonfarbenen Zuhälter. Einheitliches Gesamtbild – Fehlanzeige.

© Barbara Nolten-Casado
© Barbara Nolten-Casado

Die Zwingenberger "Jekyll & Hyde"-Inszenierung ist immer dann besonders stark, wenn das Hauptdarsteller-Trio auf der Bühne steht. Die Szenen fesseln und unterhalten – gesanglich, darstellerisch und seitens der Inszenierung. An anderen Stellen wünscht man sich von der Regiearbeit noch etwas mehr 'Mut zum Minimalismus' – und zum Fokus auf das Wesentliche.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Musikalische LeitungRainer Roos
RegieAnja Kühnhold
BühnenbildElin Doka
KostümbildValerie Hirschmann
MaskeBirgit Müller-Johannes
ChorleitungHarald Braun


Besetzung

Henry Jekyll
Edward Hyde
Drew Sarich
Lucy HarrisAnn Mandrella
Lisa CarewJana Marie Gropp
Gabriel John UttersonHolger Ries
Sir Danvers CarewWerner Pürling
NellyBianca Spiegel
Lady BeaconsfieldDeborah Feth
Bischof von BasingstokeSven Wagenhöfer
Lord SavageHeiko Ihrig
General Lord GlossopAvelino Cassado
Sir Archibald ProopsManfred Troll
PooleMarkus Wäsch
BissetKlaus Müller-Blask



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31174
Ein wunderbarer Abend

08.08.2016 - Die teilweise wenig positiven Kritiken haben mich dazu veranlasst, hier einige Zeilen zu schreiben. Wir hatten das große Glück, die gestrige Vorstellung bei wunderbarem Wetter sehen zu dürfen. Es war eine rundum gelungene Darbietung dieses immer wieder sehenswerten Musicals, welches sicher zu den schönsten des Genres gezählt werden kann. Alle, die dieses Musical lieben und warum auch immer nicht nach Zwingenberg gefahren sind, kann ich nur sagen: ihr habe was Tolles verpasst.

Wie oft haben wir schon große Produktionen gesehen, die uns mit deutlich größeren Möglichkeiten, seien es der finanzielle Rahmen, Licht und Ton, Probezeiten, etc… ) längst nicht so gefesselt haben wie dieses Stück.

Die aufgeführten Kritikpunkte, wie z.B. Kostüme aus einem Fundus "geklaut", überforderte Zuschauer ,die Balance in der Personenregie gerät außer Kontrolle, haben wir zum Glück nicht bewusst wahrgenommen. Für mich sind dies Nebensächlichkeiten, denen man keinen allzu großen Stellenwert beimessen sollte. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Eintrittskarten auf sehr guten Plätzen unter € 40,00 gekostet haben. Dieser Aspekt sollte bei einer Bewertung Berücksichtigung finden.

Von Tonproblemen blieb unsere Vorstellung verschont.

Der äußere Rahmen, die sehr gute Liveband, das Stück.... alles zusammen eine großartige Vorstellung, die uns über die gesamte Länge in seinen Bann gezogen hat.

Die Darsteller waren durchweg klasse, im Besonderen seien hier die Hauptdarsteller genannt. Auch noch ein Wort zu dem genialen Drew Sarich. Was dieser fantastische Darsteller hier auf der Bühne gezeigt hat, war einmalig. Gesanglich und schauspielerisch ein Genuss.


Ich kann nur hoffen, dass auch im nächsten Jahr ein solch tolles Musical in Zwingenberg aufgeführt wird, wir sind dabei.

OFC2009 (4 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


31173
Gute Hauptdarsteller!

07.08.2016 - Wie der Titel bereits verrät, waren die Hauptdarsteller sehr gut und haben den Abend über weite Strecken getragen. Drew Sarich ist fantastisch anzusehen und anzuhören. Leider wurde das Stück nicht ausgereizt und die Massenszenen wirkten deplatziert. Dennoch eingeschränkt empfehlenswert.

DeRpAuL (22 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


31172
Solide Produktion mit Schwächen in den Massenszenen

07.08.2016 - Ich kann mich kurz fassen, da ich auch in der Aufführung vom 06. August war und mich der obigen Rezension eins zu eins anschließe.

Wenn die Hauptdarsteller auf der Bühne waren, war es einfach toll. Bei den Massenszenen stimmte jedoch das Bild nicht mehr. Ich vermute jedoch, das man auch nur in ganz kurzer Zeit probt. Das führte dazu das ich bei Fassade recht unberührt blieb und mich schon ein wenig vor Möder, Mörder fürchtete. Hinzu kam, das eine Frauenstimme im Chor sich immer sehr krähend hervor tat.

Den Klang mag ich an sich hervor heben, jedoch zeigte er immer wieder bei Drew Saarich Schwächen. Da vermische es sich plötzlich immer zu einem Brei, obwohl die Fauenstimme glasklar rüber kamen.

Bianca Spiegel als Nelly fand ich unheimlich gut. Eine starke Präsenz und schöne Verkörperung der Rolle.
Meine Entdeckung war Ann Mandrella, die ich an diesem Abend zum ersten Mal sah.

Ich bin gespannt was Zwingenberg kommendes Jahr bringt.

TazMA (26 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Schloss

D-69439 Zwingenberg
06263/771
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Jekyll & Hyde (Dortmund)
 Jekyll & Hyde (Freiberg)
 Jekyll & Hyde (Gera)
 Jekyll & Hyde (Halberstadt)
weitere Produktionen finden

 muz-Lexikon
Handlung
Der junge Arzt Henry Jekyll will das Gute vom Bösen im Menschen trennen - um das Böse zu eleminieren und die Menschheit vom Wahnsinn zu befreien. mehr

Weitere Infos
Das Musical von Frank Wildhorn (Musik) und Leslie Bricusse (Texte) basiert auf dem vielfach verfilmten Roman von Robert Louis Stevenson. Uraufgeführt wurde es 1990 in Houston - die Doppel-CD halten viele Fans immer noch für die beste Aufnahme der Show. 1997 kam das Musical an den Broadway. 1999 erlebte es unter der Regie von Dietrich Hilsdorf seine europäische Erstaufführung in Bremen (in der Übersetzung von Susanne Dengler, die auch die Lisa spielte). Diese Produktion wurde auch in Wien und Köln gezeigt. Seit März 2007 (Premiere in Chemnitz) gehört "Jekyll & Hyde" im deutschsprachigen Raum auch zum Stadttheater-Repertoire.

 Kurzbewertung [ i ]
(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Solide Inszenierung mit leichten Schwächen und überzeugenden Hauptdarstellern.

07.08.2016

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 3.67 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.




© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

LESETIPPS


Service-Stücke aus der muz-Redaktion:
Tipps für Musicalreisen nach London
Tipps für Musicalreisen an den Broadway
Tipps für Hobbysänger (von Eberhard Storz)
Alle Musical-Open-Airs im Überblick
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;