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Beziehungs-Drama

Die letzten fünf Jahre

Kammermusical in prominenter Besetzung


Fünf Jahre Liebesfreud und -leid: Christian Alexander Müller und Joana Fee Würz schicken den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Eine unprätentiöse, stimmungsvolle Inszenierung mit überzeugenden Interpreten und hervorragender musikalischer Begleitung.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:10.10.2011
Rezensierte Vorstellung:10.10.2011
Letzte bekannte Aufführung:31.10.2011


Jason Robert Browns hierzulande immer noch recht selten gespieltes Kammermusical verlangt dem Zuschauer einiges ab. Die Story ist im Grunde recht einfach: der hoffnungsvolle Jungautor Jamie (Christian Alexander Müller) und die ambitionierte Schauspielerin Cathy (Joana Fee Würz) verlieben sich, heiraten, kämpfen um ihre Beziehung und müssen am Ende dennoch kapitulieren. Was den Reiz des Stückes, gleichzeitig aber auch seine größte Schwierigkeit ausmacht, ist die ungewöhnliche Erzählweise: während Cathy die Geschichte über Aufblühen und Scheitern der Liebe von hinten aufrollt, von der Trennung bis zum ersten Date, gibt Jamie gleichzeitig seine Sichtweise andersherum zum Besten. Als Zuschauer ertappt man sich im zweiten Teil des Stückes immer wieder dabei, dass man versucht zuzuordnen, welche Songs und Szenen mit welchen vom jeweils anderen Part vorher bereits beschriebenen Situationen korrelieren. Zudem macht das ständige emotionale Auf und Ab es nicht einfach, sich gefühlsmäßig voll und ganz auf die Geschichte einzulassen: wenn Cathy gerade todtraurig ist, sprüht Jamie voll überschwänglicher Freude und umgekehrt. Man möchte mitfühlen, kann es aber immer nur für ein Lied, bevor man wieder emotional umgepolt wird. Auf Dauer ist diese Gefühls-Achterbahn anstrengend.

Wenn also der Funke nicht ganz überspringt, so liegt das in der Natur des Stückes selbst und nicht an der Inszenierung oder gar an der schauspielerischen Leistung der beiden Darsteller. Würz und Müller leben ihre Charaktere intensiv aus und bringen in jeder Szene die Verzweiflung, die Wut, die Freude oder die Verliebtheit des Moments glaubhaft zum Ausdruck. Die erheblichen gesanglichen Anforderungen des Musicals meistern beide dabei scheinbar mühelos.

Joana Fee Würz als Cathy hat von der ersten Minute an, wenn sie in der wunderbaren Ballade "Ich steh weinend da" Jamies Abschied betrauert, die Sympathien auf ihrer Seite. Es mag an der umgekehrt chronologischen Erzählperspektive liegen, aber selbst in ihren frohen, hoffnungsvollen Momenten schwingt immer ein Fünkchen Melancholie mit. Christian Alexander Müller spielt Jamie als energiegeladenen jungen Mann auf der Überholspur, der sich Hals über Kopf verliebt, sich aber ebenso schnell in der Beziehung gefangen und von Cathys Unzufriedenheit bedrängt fühlt und letztendlich einräumen muss "Ich konnte nie dein Retter sein". Stimmlich kann Müller durchgängig begeistern, und auch wenn sein Charakter nicht immer sympathisch ist, gelingt es ihm Jamies Beweggründe zumindest nachvollziehbar zu machen.

Für einen kleinen Wermutstropfen sorgt lediglich die schlechte Akustik im Kabaretkeller, der zwar von der Größe her ideal für ein Kammermusical wie "Die letzten 5 Jahre" sein mag, aber mit seiner niedrigen Deckenhöhe und der kaum erhöhten Bühne nicht wirklich für Musiktheater geeignet ist. In den leiseren Passagen kommt in den hinteren Zuschauerreihen nur wenig bis gar nichts vom Text an.

Sabine Sterken Inszenierung ist angenehm minimalistisch und lässt den Fokus ganz und gar auf den beiden Charakteren und ihren Emotionen. Zu Recht, denn ein aufwändiges Bühnenbild und viel Drumherum würden das intime Beziehungs-Portrait überladen. Ausstattung und Requisiten werden nicht genutzt, um eine Illusion von Realismus zu schaffen, sondern vielmehr um entscheidende Momente stimmungsvoll zu unterstreichen, wie die Weihnachtsbeleuchtung bei " Das Lied von Schmuel" oder der kleine Origami-Schwan, auf dem Jamie seiner Cathy den Ring reicht, wenn er ihr einen Heiratsantrag macht. Mit wenigen Ausnahmen sind meist beide Darsteller auf der Bühne und interagieren während der Songs, was manchmal zu Konfusionen führt, in welcher Zeitlinie derjenige, der gerade nicht singt, sich gerade befindet.

Das kleine Orchester unter Leitung von Tom Bitterlich, der selbst am Klavier sitzt, sorgt für eine wunderbar einfühlsame und harmonische musikalische Interpretation von Jason Robert Browns handlungstragenden, aber trotz schwieriger Tonsprünge fast immer eingängigen Songs, die auch noch lange, nachdem der letzte Ton verklungen ist, im Ohr bleiben.


(Text: cl)




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News: Müller und Würz in "Die letzten fünf Jahre" (15.09.2011)



Kreativteam

Musikalische Leitung Tom Bitterlich
Regie Sabine Sterken
Bühne Martin Rupprecht
Maske Nadine Wagner
Choreographie Wolfgang Maurer


Besetzung

Cathy Joana Fee Würz
Jamie Christian Alexander Müller



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


29267
Die letzten fünf Jahre - ungeschlagen!

11.10.2011 - Vorweg: ‚Die letzten fünf Jahre’ steht auf meiner persönlichen Lieblingsliste ganz oben, weshalb der Kopf natürlich schon vor meinem Besuch der Premiere in Chemnitz voller Bilder und Erwartungen war. Die folgenden Zeilen sind also als Abgleich mit diesen Erwartungen zu verstehen. Ich bin glücklich und dankbar über diesen Abend und habe jede Minute genossen! Das gesamte Team hat eine starke Energie verbreitet und ich glaube dass eine ganze Menge Herzblut in dieser Produktion steckt! Vielen Dank dafür!
Die Musiker unter der Leitung von Tom Bitterlich spielen ganz herrlich! Kraftvoll, harmonisch, spannend werden sie der großen Herausforderung durch JRB vollends gerecht und ich bin schwer beeindruckt von dieser Leistung!
Durch das ganze Stück ziehen sich viele entzückende Regie-Ideen, die immer wieder überraschen und Spaß machen: Weihnachtsbeleuchtung im ‚Schmuel-Song’, die Autofahrt bei ‚Mir wird’s mal besser ergeh’n’, die Parallelität des Beginns und Endes für Cathy und Jamie, Jamies Antrag per Kranich bei ‚Die nächste Stunde’, die Selbstgespräche mit Flasche bei ‚Wär die Welt perfekt’. Durch die Anwesenheit beider Charaktere im Großteil der Szenen verliert die wunderbare Erzählweise des Stücks ein wenig an Reiz. Ein Preis, den ich spätestens beim ‚Schmuel-Song’ gern bezahlt habe. Gerade diese Szene ist überragend inszeniert – von der Chemie der Hauptdarsteller war ich völlig gefangen genommen! Ebenfalls ein sehr starkes und berührendes Zusammenspiel im Höhepunkt des Stückes ‚Für die nächste Stunde’ – hervorragend!
Joanna Fee Würz startet ergreifend mit ‚Ich steh weinend da’ und ich wünschte so sehr, dass sie genau so weitermachen würde! In was für eine Cathy soll sich Jamie denn verlieben? In dieses hyper-schmachtende Mädchen mit dem gerümpften Näschen? Wo ist die Zauberfrau, die Jamie fasziniert, die ihn anspornt, anzieht? Wo ist die Frau, die allein in die große Stadt gezogen ist, jetzt oder nie, um sich ihre Träume zu erfüllen? Die keinen Mann brauchen will, um klarzukommen? Die sich zwischen ihren Erwartungen an sich und an ihre Beziehung, zwischen ihrem eigenen Ehrgeiz und dem Erfolg ihres Liebsten aufreibt bis sie in ihren Handlungen fast nicht mehr wiederzuerkennen ist? Einen Charakter stark zu überzeichnen ist für ein Märchen wie ‚Wicked’ sicherlich adäquat. ‚Die letzten fünf Jahre’ lebt von der unglaublichen Musik und den wahrhaftigen, dichten und treffenden Texten von Jason Robert Brown (die Übersetzung ist für dieses Stück auch wirklich überwiegend sehr gut gelungen!) – beides ist ein sicheres Fundament für den Darsteller. Ich wünschte Frau Würz würde raus aus dem Glinda-Modus kommen und sich das ein oder andere Mal mehr darauf verlassen! In den leisen Tönen, in ihrer Zurückhaltung ist Frau Würz’ Cathy wirklich zauberhaft!
Christian Alexander Müller steht die kleine Bühne! Das hat mich überrascht. Er gibt einen klar umrissenen, jungen Jamie: schlaksig, angstfrei, drauflos, dem das Glück zufliegt und der glaubt, das müsste so sein. Aber auch der ältere Jamie wirkt überzeugend: Sein stärkstes Solo hat Herr Müller für mich bei ‚Wär die Welt perfekt’: Seine Frustration über die Situation wirkt hier so sympathisch, sein Spiel ist nuanciert auf den Punkt – eine herausragende Leistung! Die Szene, die mich inhaltlich durch Jamies Wechselbäder am meisten berührt, ‚Keiner muss das erfahr’n’, könnte für meinen Geschmack noch deutlicher herausgearbeitet sein. Hier sind mir nur die letzten Takte im Herzen hängengeblieben (die aber so richtig!).
Am Ende des Abends bin ich selig heimgefahren und freue mich, dass ich bereits Karten für eine weitere Vorstellung habe. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Stück noch im Lauf der (viel zur kurzen!) Spielzeit einspielen und verändern wird.

catecaneverall (20 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Keine einfache Kost, aber sehr gut gespielt und gekonnt in Szene gesetzt.

14.10.2011

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