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Dialekt-Musical

Dällebach Kari

Eine Schweizer Legende zu Gast auf der Seebühne in Thun


Die Thuner Seespiele wagen sich mit dem Musical "Dällebach Kari“ in diesem Jahr an ihre erste Eigenproduktion. Das Unterfangen überzeugt in sämtlichen Belangen: Das Musical besitzt viel Lokalkolorit, die Inszenierung versprüht Witz, Authentizität und Berner Charme.

(Text: Simone Jaccoud)

Premiere:14.07.2010
Letzte bekannte Aufführung:29.08.2010


Auf der zu Beginn des Stückes leeren Bühne befinden sich der Berner Zytglogge-Turm, ein Teil der Kappelerbrücke, der Frisör-Salon von Dällebach Kari und zwei Stammtische. Das Bühnenbild von Ueli Binggeli ist einfach gehalten und fügt sich ideal in die Umgebung des Thunersees ein. Man sieht die Beerdigung des Berner Stadtoriginals Dällebach Kari, das Ensemble summt das Lied "S’isch einisch eine gsi" (eine Hommage des Schweizer Liedermachers Mani Matter an die Titelperson). Dällenbach Kari erscheint in der Bühnenmitte und führt das Publikum mit seiner unverwechselbaren Sprechweise (Dällebach Kari hatte eine Hasenscharte) durch das Stück.

Mit seinem Regiekonzept setzt Andreas Gergen den Fokus auf Einfachheit, Humor und Authentizität. Große Chormomente wechseln mit ruhigen, witzigen und berührenden Szenen ab. Auffallend ist, dass Gergen es versteht, die stellenweise rührselige Geschichte nie in die Kitschschublade abdriften zu lassen. Dällebach Kari holt das Publikum mit seinen scharfen Kommentaren stets wieder in die Realität zurück. Dies gibt dem Stück den notwendigen Drive.

Hanspeter Müller-Drossaart in der Titelrolle besitzt eine immense Bühnenpräsenz, die auch auf einer großen Bühne wie Thun das Publikum zu erreichen vermag. Seine Interpretation geht zu Herzen - sowohl in witzigen als auch in traurigen Szenen - und bleibt dabei stets authentisch. Es passt zur Rolle, dass Müller-Drossaart kein ausgebildeter Sänger ist. Wenn er seine Angebetete Annemarie besingt, schreit er den Namen mit großer Inbrunst tief aus dem Bauch heraus. Seine Stimme ist angenehm warm gefärbt und die Intonation sehr gut. Den Sprachfehler interpretiert Müller-Drossaart in überragender Art und Weise, punktgenau setzt er jede Spitze Bemerkung in Szene und verliert dabei nie an Dynamik.

Carin Lavey als Annemarie Geiser steht Müller-Drossaart in nichts nach. Sie füllt die Rolle mit viel Elan, Herzlichkeit und Leben und überzeugt mit ihrer Interpretation von Annemaries Wandlung zu einer reiferen Frau. Stimmlich berührt sie mit ihrem warmen und vollen Sopran, insgesamt meistert sie Ihre erste Hauptrolle mit Bravour. Sergio-Maurice Vaglio interpretiert die Rolle des "Alkohol“. Als personifizierte Versuchung zieht er Dällebach Kari auf eine freundschaftliche, jedoch unterschwellig äußerst besitzergreifende Weise in seinen Bann. Seine Soli interpretiert Vaglio stimmgewaltig, mit dem Song "Nimm no es Glas“ sorgt er für einen der Showstopper des Stückes.

Auch die weiteren Rollen sind stark besetzt: Die Darstellerriege überzeugt mit Dynamik, guten Stimmen und Spielfreude. Ergänzt wird das Ensemble auch dieses Jahr vom Chor der Thuner Seespiele. Dieser fügt sich großartig ins Gesamtbild ein.

Musik und Songtexte wurden von einem Team (u.a. Moritz Schneider, Robin Hoffmann, Michael Reed, Christian Struppeck, Wolfgang Hofer) in einer dreijährigen Phase entwickelt. Die Mischung aus Showstoppern im Broadway-Stil ("Kari isch Kult“), Schweizer Volksliedern ("Simmelibärg“, "Berner Marsch“), einem Song, der an "Der letzte Tanz" in „Elisabeth“ erinnert ("Nimm no es Glas“), melodiösen Soli und Duetten sowie bombastischen Chorstücken ist gelungen. Der Song "Stärn vo Bärn“, den im Finale das gesamte Ensemble singt, ist die Hymne des Stücks und sorgt für den stärksten Gänsehautmoment des Abends.

Das Orchester der Thuner Seebühne wird auch dieses Jahr wieder von Iwan Wassilevski souverän, dynamisch und einfühlsam dirigiert. Besondere Erwähnung verdienen auch die Kostüme von Uta Loher und Conny Lüders: Auf der Bühne wird eine Farbenpracht passend zu jeder Epoche gezeigt. Jedes einzelne Kleidungsstück besitzt außerdem einen modernen Touch. Insbesondere das Hochzeitskleid von Annemarie im Berner-Trachten-Stil ist eine Augenweide.

Getragen von den beiden Hauptdarstellern und unterstützt von einem starken Ensemble und einer grandiosen Naturkulisse überzeugt die Inszenierung auf ganzer Linie. Die erste Eigenproduktion ist eine Punktlandung für die Thuner Seespiele.

(Text: sj)




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Kreativteam

Regie Andreas Gergen
Creative Developement Christian Struppeck
Autorin Katja Früh
Musik Moritz Schneider
Robin Hoffmann
Texte Wolfgang Hofer
Kevin Schroeder
Heiko Wohlgemuth
Musical Supervisor Mike Reed
Choreographie Simon Eichenberger
Dirigent Iwan Wassilevski


Besetzung

Dällebach Kari Hanspeter Müller-Drossaart,
(Peter Zimmermann)

Annemarie Carin Lavey,
(Amaya Keller)

Professor Sergio-Maurice Vaglio,
(Nico Gaik)

Margrith Geiser Christa Wettstein,
(Patricia Hodell)

Wolfram Geiser Daniel Ludwig,
(Matthias Schuppli)

Fritz Aeberli David Morell,
(Rainer Siegenthaler)

Frau Jenny Patricia Hodell,
(Isabella Rapp)

Hirschi Roland Herrmann,
(Lukas Hobi)

Otti Eric Hättenschwiler
Topsy Ensemble Amanda Nikolic,
(Martina Lory)

Bedert
Lehrer
Matthias Schuppli,
(Samuel Kobel)

Ensemble Amaya Keller
Martina Lory
Caroline Rösslein
Heidy Suter
Hanna Kastner
Kerstin Löcker
Isabella Rapp
Barbara Schmid
Katarina Trinkewitzova
Nico Gaik
Lukas Hobi
Rainer Siegenthaler
Arthur Büscher
Shane Dickson
Sean Stephens
Tilmann von Blomberg
Samuel Kobel
Swing Marianne Varga



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


schwach und grosstuerisch

23.08.2010 -

buchermark (erste Bewertung)


kitschschublade?

22.08.2010 - der Beitrag vor mir rühmt die Produktion dafür dass sie 'nie in die Kitschsschublade abtrifte' dem möcht ich wirklich widersprechen. gerade die sehr hergeholten Übergänge von Text zu Lied und die in meinen Augen sprachlich allzu plakative Zeichnung der Gefühlslagen... währe da nicht die wirklich grosse Musik. Die hat echt Format. vielleicht liessen sich in einer Übersetzung auch textlich noch nuancen einbringen.

anna maria (erste Bewertung)


Für Drama Fans von Wildhorn / Levay

18.08.2010 - Zuerst war ich skeptisch, da
der Trailer nicht ein sehr
anspruchvolles Musical verspricht. Ich wollte
mir dann die Show unbedingt
ansehen, als ich erfahren habe, dass Christa Wettstein
mitspielen wird. Doch ich war restlos begeistert. Die ist ein Drama Musical wie es
Wildhorn oder Levay geschrieben haben könnte. Die Ouverture erinnert an einen Mix aus Dracula und Elisabeth. Der Rest der Show ist sehr dramatisch gehalten,
wie es sich jeder Drama Fan wünscht. Für die, die noch die Gelegenheit haben, das Stück anzuschauen, TUT ES! Dieses Stück müsste man auf
Deutsch übersetzen und würde
in Wien oder einer deutschen Stadt ein voller Erfolg werden.

José88 (3 Bewertungen, ∅ 4.7 Sterne)


genial

06.08.2010 - Was auf der Seebühne dargeboten wird ist schlichtweg genial.
Alle Rollen optimal besetzt, stimmlich, tänzerisch, bühnenbildlich und hundisch, sowie alles, was hinter der Bühne gemacht wird - sensationell. Treffender könnte man Kari nicht darstellen.
Herzliche Gratulation und eine tiefe Verneigung

Lilo Renner (erste Bewertung)


Alle Erwartungen übertroffen

04.08.2010 - Ich war skeptisch, ob man den Kari in einem Musical darstellen kann. Aber es ist sehr gut gelungen! Kompliment vor allem an Hanspeter Müller, aber auch an alle anderen DarstellerInnen! Herzlichen Dank für diese grossartige Vorstellung

hedigerh (erste Bewertung)


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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Die Inszenierung ist eine Ode an das Berner Original

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Ø 3.60 Sterne

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