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Musikalisches Märchen

Grimm! Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf

Wenn der Wolf gar nicht böse ist


© Veranstalter
© Veranstalter
Stage Focus e.V. interpretiert in seiner zweiten abendfüllenden Show die Märchenwelt neu und wirft dabei die immer aktuelle Frage auf, ob das Böse wirklich böse ist oder erst dazu gemacht wird, weil die anderen es behaupten.

(Text: tw)

Premiere:29.03.2019
Rezensierte Vorstellung:29.03.2019
Letzte bekannte Aufführung:06.04.2019
Showlänge:150 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Wer hätte gedacht, dass in Oberhausen-Sterkrade ein schöner Theatersaal mit etwa 300 Plätzen zu finden ist? Der unscheinbare Lito Palast ist der perfekte Ort für dieses Stück – trügt doch auch in dem Musical so oft der Schein. Die Dorfgemeinschaft, bestehend aus Rotkäppchen, Hunden, Schweinen und Geißlein, traut sich nicht in den dunklen Wald, in dem der böse, böse Wolf lebt. Schweinchen Schlau, der als vermeintlich intelligentestes Wesen die Fäden in der Hand hält (und gerne Bürgermeister wäre), befeuert immer wieder diese Angst vor dem Untier, das alle anderen fressen will.
Rotkäppchen jedoch geht in den Wald und lernt dort neben der alten Eule und Schweinchen Wild eben auch den Wolf kennen und spürt, dass dieser gar kein böses Wesen ist. So kommen die Waldbewohner mit ins Dorf und fühlen sich bedroht.
Manche Intrigen werden gesponnen, um den Wolf zu vernichten, doch das wird nicht gelingen. Aber gibt es ein Happy End? Nun, das bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen, denn die Realität ist kein Märchen, darf aber gerne etwas Märchenhaftes an sich haben.

Seit vielen Jahren bringt Stage Focus e.V. immer unterhaltsame Abende auf die Bühne, bei denen sie Ausschnitte aus diversen Musicals zeigen, die unter einem Oberthema zusammengefasst sind. Nach "Godspell" 2017/2018 steht aber mit "Grimm!" erst die zweite Produktion auf der Bühne, die ein komplettes Musical zeigt. Und diese Herausforderung meistert das 15-köpfige Ensemble unter der Regie von Matthias Knaab und Franziska Polten auf hohem Niveau. Seit Monaten verbringt das gesamte Team seine Sonntage miteinander, um in die tierische Welt einzutauchen und darf am Premierenabend endlich seine gesamte Energie entladen. Mit sichtlich großer Freude spielen, singen und tanzen sich alle durch ihre Rollen, die Regie-Einfälle funktionieren und die Choreografien sind schön anzusehen und stets passend. Ein besonderes Lob gebührt der Technik-Abteilung: Licht und Ton unterstützen die Inszenierung hervorragend und funktionieren besser als in manch professioneller Produktion.

Gleichwohl es ein Ensemble-Stück ist, seien einige Solisten genannt. Veronika Schneewind spielt das 14-jährige Rotkäppchen, das viel lieber bei seinem richtigen Namen Dorothea genannt werden möchte. Neugierig, mit großer Präsenz und starker Stimme meistert sie ihren Part. Schon ihr erstes Solo "So viele Wege" lässt aufhorchen. Jan Peter Maurer gibt den gar nicht so bösen Wolf, der zwar gelegentlich brüllt und heult, aber in Wirklichkeit doch nur nach Zuneigung sucht.
Den einen oder anderen Lacher erntet Annika Neikes als Jagdhund des Dorfes.Sie spielt den Hund so liebevoll, dass man ihm seine Zerrissenheit, was denn wohl das Richtige zu tun sei, schnell verzeiht. Julia Koch als Gisela Geiß, die kettenrauchende Mutter der sieben – wirklich sieben? – Geißlein, passt wunderbar in jede RTL II-Doku Soap und Brian Becker ist ein durch und durch bösartiges Schweinchen Schlau, das sich durch alles und jeden bedroht fühlt.
Die Frau des Abends, der alle Herzen zufliegen, dürfte aber Susanne Zimmer sein. Sie besetzt die dankbare, lustige Rolle der Eulalia. Oma Eule hat einen Kiosk im Wald, in dem nicht nur legale Substanzen über die Ladentheke gehen. Sie kennt Wald und Dorf im gleichen Maße und versucht zu vermitteln. Mit Ruhrgebiets-Tonfall und stets einer trockenen Bemerkung hat sie die Lacher auf ihrer Seite.

Auch alle anderen machen eine gute Figur auf der Bühne. So gibt es immer in den großen Szenen am meisten Applaus, die in einer Ensemble-Nummer enden, wie das Finale im ersten Akt oder "Und wenn sie nicht gestorben sind".

Das Bühnenbild ist so einfach wie genial: Ein großes weißes D und ein schwarzes W sind auf einer Drehkonstruktion angebracht. Spielt das Stück im Wald, wird das W nach vorne gedreht. Dazu passend die Kostüme der Waldbewohner in schwarz und natürlich weiß für die Dorfbewohner.

Das Stück von Peter Lund (Buch) und Thomas Zaufke (Musik), ist als Ensemble-Stück geschrieben, so dass nicht jeder Handlungsstrang ausführlich behandelt wird. Aber darüber kann man gut hinwegsehen, da doch stets das Überthema erkennbar ist. Augenscheinlich von "Wicked" inspiriert, sind die Dinge eben nicht immer so, wie sie scheinen.
Musikalisch kommt das Werk zwar gefällig daher, ist mit seinen teils fünfstimmigen Chorsätzen und vielen Rhythmus-Wechseln durchaus fordernd .

Sicherlich die anspruchsvollste Aufgabe und beste Leistung des Ensembles bisher! Weiter so!


(Text: Thorsten Wulf)






Kreativteam

Künstlerische Gesamtleitung Matthias Knaab
Franziska Polten
Musikalische Leitung Matthias Knaab
Choreographien Franziska Polten
Kostüme Belinda Masur
Franziska Polten


Besetzung

Rotkäppchen Veronika Schneewind
Grimm Jan Peter Maurer
Oma Eule Susanne Zimmer
Sultan Mike Wiese
Rex Annika Neikes
Schweinchen Schlau Brian Becker
Schweinchen Dick (Dicklinde) Rebecca Köpke
Schweinchen Doof (Didi) Arne Sell
Gisela Geiss Julia Koch
Schweinchen Wild Jasmin Bala
Ensemble Jennifer Feldmann
Stephan Schuld
Svenja Jesse
Jolene Schäfer
Anne Franziska Burri



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Stage Focus e.V. lässt die Grenze zwischen Profis und Amateuren wieder einmal verschwimmen und erntet stehende Ovationen noch während des Schlussakkords.

30.03.2019

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