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Biografical

Tamara

Bataillon d'Amour


© Udo Krause
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Mit dem Musical "Tamara" würdigen die Uckermärkischen Bühnen Schwedt, auch dank der stimmstarken Saskia Dreyer in der Titelrolle, DDR-Rocklegende und "Silly"-Frontfrau Tamara Danz. Allerdings leidet das Stück unter einer albern-absurden Rahmenhandlung aus der Hölle.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:29.09.2018
Rezensierte Vorstellung:29.09.2018
Dernière:18.05.2019
Showlänge:185 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Wie fange ich einen Text prägnant und knackig an? Vor dieser Herausforderung steht jeder Autor. So auch Regisseur Götz (Uwe Schmiedel), Musiker Toni (Fabian Ranglack) und Bühnenbildnerin Wiebke (Katarzyna Kunicka), die von ihrem Theater für einen Arbeitsurlaub nach Teneriffa geschickt worden sind, um ein neues Musical zu entwickeln. Wenn der Intendant sich per Handy am Strand nach dem Stand der Arbeit erkundigt, tut das Trio aufgeregt geschäftig. Allerdings bleiben ihre Schreibblöcke weiter leer und sie genießen lieber Sonnenschein und Sangria aus dem Eimer. Aus dem vorliegenden Material – CDs, eine Biografie und die über nicht ganz legale Kanäle besorgte Stasi-Akte – wollen sie später ein Stück über die Ikone der DDR-Rockmusik, Tamara Danz, zusammenbasteln.

© Udo Krause
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Das Autoren-Team Max Beinemann, Uli Herrmann-Schroedter, Maren Rögner und Intendant Reinhard Simon hält sich in diesem Prolog selbst den Spiegel vor und macht sich gehörig über die eigene Arbeit lustig. Zunächst scheint auch ein zweiter Rahmenhandlungs-Strang gelungen. In ihm erhält der glücklose Nachwuchsteufel Mephisto 23 (Michael Kuczynski) von seiner freakigen Großmutter (Ines Venus Heinrich) die Mission, drei Künstlerseelen in das diabolische Reich zu schaffen. Gemeinsam mit Höllenhund Zerberus (Kamil Fratczak) und der blutrünstigen Teufels-Vampirette Draculina (Sabrina Pankrath) wird er inkognito aus dem Fegefeuer an den spanischen Strand katapultiert. Hier verspricht er den urlaubenden Autoren die Schaffenskraft für den größten Musicalerfolg aller Zeiten, indem er sie in szenische Schnipsel aus Tamaras Leben führt. Als Gegenleistung soll ihm das Theater-Trio seine eigene Stasi-Akte beschaffen.

Ein von der Staatssicherheit bespitzelter Höllenbewohner? Man mag dem untergegangenen DDR-Regime viel vorwerfen, aber hier geht den Autoren erstmals die Fantasie durch. Und es kommt noch schlimmer: Bühnenbildnerin Wiebke soll Mephisto 23 verführen, der ihr wiederum einen Job beim Modelabel Prada verschaffen will, wenn sie ihre Kollegen umbringt. Zum Finale hin verheddert sich das hanebüchen-absurde Buch immer mehr in sich selbst, um sich dann als erlebten Albtraum zu entlarven. Immerhin sind die fantasievollen schwarz-roten Teufelskostüme (Jenny Schall) und das Maskenbild (Christina Opitz) für das Ensemble aus polnischen Musical-Studenten wahre Hingucker und entschädigen für so manch dramaturgischen Irrsinn.

© Udo Krause
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Reinhard Simon inszeniert die Ausflüge in Tamara Danz' Leben zwischen relaxtem Strandleben und bedrohlichem Höllenspektakel liebevoll realistisch. In die Danz-Vergangenheit verschwinden die Protagonisten auf Kinderkarussell-Sitztieren, die per Drehbühne den Blick auf die mit wenigen Versatzstücken und Videoanimationen angedeuteten Spielorte freigeben (Bühnenbild: Ulrike Reinhardt; Videos: Maik Friedrich, Nico Kirchhoff). Auftritte von Tamara mit ihrer Band "Familie Silly" (später nur "Silly") werden als Konzerteindrücke mit der im Hintergrund platzierten, fantastischen Band "takayo & Freunde" (musikalische Leitung: Uli Herrmann-Schroedter) per Live-Kamera auf eine Leinwand über dem Geschehen übertragen.

© Udo Krause
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Einzelne Szenen, wie die trottelig-clownesken Stasi-Spitzel mit roter Knollennase oder Egon Krenz und Erich Honecker als hilflose Kapitäne auf dem umhertreibenden Kahn DDR, entwickelt der Regisseur mit kabarettistischer Leichtigkeit. Andere, wie die Tournee im Barkas-Kleintransporter nach Rumänien, mit deftig-folkloristischem Pinselstrich. Besonders gelungen ist das Kapitel "Tamara und die Männer", in dem die Sängerin eine Dreiecks-Beziehung mit ihren Bandkollegen Uwe Hassbecker (Patrick Stauf) und Rüdiger "Ritchie" Barton (Ben Zimmermann) führt. Zum Liebeswalzer ("Spiel mir das Lied von der Liebe") und dem Song "Die Ferne" illustrieren drei Tanzdoubles das Beziehungswirrwarr. Mit den am Modern Dance orientierten Schrittfolgen und Hebefiguren beweist Choreografin Eliza Holubowska, dass sie ihr Handwerk versteht. In den Massenszenen in der Hölle oder bei Konzerten jedoch langweilt sie mit sich immer wiederholenden Bewegungsmustern aus Schwenk- und Schreit-Elementen.

© Udo Krause
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In der Titelrolle erinnert Saskia Dreyer mit immer neuen wallenden Haarmähnen frappant an die echte Tamara Danz. Wie optisch ähnlich sich beide Frauen sind, merkt man in der Schlusssequenz, in der ein Dreyer-Foto in ein Danz-Foto überblendet wird. Perfekt wird die Illusion durch eine herausragende sängerische Leistung, mit der Dreyer die vielen Danz-Songs interpretiert. Dabei singt sie Lieder wie "Bataillon d'amour" oder "Paradiesvögel" nicht bloß einfach nach, sondern hebt sie in eine eigene Dimension. Eine bravouröse Leistung in einem Stück, das vor allem ein besseres Buch verdient hat.

(Text: kw)






Kreativteam

InszenierungReinhard Simon
Musikalische LeitungUli Herrmann-Schroedter
BühnenbildUlrike Reinhard
KostümeJenny Schall
ChoreografieEliza Holubowska


Besetzung

Mephisto 23Michael Kuczynski
Des Teufels Großmutter
Helene Danz
Mädchen 1
Veronika Fischer
Ines Venus Heinrich
LilithPaulina Wojtowicz
ZerberusKamil Fratczak
Draculina
Monika
Mädchen 2
Sabrina Pankrath
Teufel und TeufelinnenKarolina Arczewska
Eliza Holubowska
Kinga Stañko
Arkadiusz Borzdyñski
Daniel Kulczyñski
Götz, RegisseurUwe Schmiedel
Toni, MusikerFabian Ranglack
Wiebke, Bühnenbildnerin
Sängerin
Katarzyna Kunicka
Tamara DanzSaskia Dreyer
Erich Danz
René Büttner
Mike Schafmeier
Charité-Arzt
Uwe Heinrich
Chorleiter Oktoberklub
Matze Schramm
Rüdiger "Ritchie" Barton
Ben Zimmermann
Tommy Fritzsching
Rio Reiser
Uwe Hassbecker
Patrick Stauf
Manfred KusnoDaniel Kulczyñski
Pas de troisPaulina Wojtowicz
Kamil Fratczak
Arkadiusz Borzdyñski
Egon KrenzArkadiusz Borzdyñski
Erich HoneckerKamil Fratczak
Band takayo & FreundeKayode Eschrich
Uli Herrmann-Schroedter
Tilman Hintze
Jan Kirsten
Andreas van den Brandt




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Udo Krause
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


31950
Tamara Danz auf der Bühne klappt !

22.12.2018 - TAMARA
Dieses Musical finde ich Genial.
Ich persönlich finde historische und wahre Musicals echt toll.TAMARA ist historie und wahr, die Geschichte um Tamara Danz den Künstler und der Teufel ist viel besser als nur die Biografie von Tamara Danz zu erzählen. Mephisto 23 gespielt von Michael Kuczynski glänzt mal wieder in seiner Rolle als Teufel.Tamara Danz gespielt von Saskia Dreyer spielt ihre Rolle verdammt gut.Götz(Uwe Schmiedl), Toni(Fabian Ranglack) und Wiebke(Katarzyna Kunicka)spielen laut Mephisto 23 "die 3 Künstlerseelen" für mich perfekt. Uwe Schmiedl spielt seine Rolle als Regisseur sehr gut, Fabian Ranglack spielt seine Rolle als Musiker sehr witzig und zu guter letzt Publikumsliebling Katarzyna Kunicka spielt ihre Rolle als Bühnenbildnerin wie immer perfekt mit ihrer charismatischen Person kann man sie nur mögen. Uwe Hassbecker(Patrick Stauf)spielt seine Rolle gut genau so wie Ben Zimmermann als Rüdiger „Ritchie“ Barton. Draculina(Sabrina Pankrath)spielt ihre Rolle mega gut genau so wie Zerberus(Kamil Frątczak. Das Ensemble war echt mega, dass Ensemble besteht aus den Teufeln: Karolina Arczewska, Kinga Stańko, Arkadiusz Borzdyński, Daniel Kulczyński. Insgesamt sehr tolle Inszenierung.

FANUBS (2 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


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Besetzung

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Hanebüchen:Nachwuchsteufel Mephisto 23 tauscht szenische Erinnerunsschnipsel an DDR-Rock-Ikone Tamara Danz gegen seine Stasi-Akte ein. Bemühte Story, mit guten Darstellern routiniert in Szene gesetzt.

29.09.2018

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