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Revue

Wake Up And Dream - Ein Cole-Porter-Songbook

What is this Thing Called Love?


© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel
Cole Porters Leben in der High Society, seine Bühnenerfolge, Schicksalsschläge und mehr oder weniger heimlich ausgelebte Homosexualität bieten guten Stoff für einen Theaterabend. "Wake Up and Dream" krankt zwar etwas am Abarbeiten biographischer Stationen, unterhält aber trotzdem dank guter szenischer Umsetzung hervorragend und lässt Porters Songs in neuen Arrangements strahlen.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:14.03.2015
Rezensierte Vorstellung:14.03.2015
Letzte bekannte Aufführung:09.06.2016


Seit vielen Jahren erfreuen sich biographische Stücke großer Beliebtheit. Landauf, landab laufen Stücke über Marlene Dietrich, Edith Piaf oder Marilyn Monroe. Nun hat sich das Nationaltheater Mannheim zur Abwechslung der Biographie eines Komponisten angenommen. Ein großer Vorteil dabei: auch wenn es Gesangsaufnahmen von Cole Porter gibt, an denen man sich orientieren könnte, muss der Hauptdarsteller keine 1:1-Kopie des Originals sein.


Die Autoren Johannes Müller und Cordula Däuper (letztere ist gleichzeitig für die Inszenierung verantwortlich) erzählen die Geschichte chronologisch und benutzen Zitate, die vom Ensemble wie Erzähler vorgetragen, als Radionachrichten eingespielt werden oder auch in Dialoge eingebunden sind. Und dort liegt das Problem des Stücks, das sich von einer biografischen Station zur nächsten hangelt, denn es geht vor allem um Vermittlung von Fakten mit mehr Dokumentation als Emotion. Am längsten wird Hildegard Knefs Autobiographie zu den "Silk Stockings"-Proben zitiert: ein unendlich langer Monolog mit Einblendung der Quelle – und allen Ernstes des Kaufpreises des Buchs.

© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel


Leider fallen Cole Porters Schaffenskrise in den 1940er Jahren, bis er 1948 mit "Kiss me, Kate" wieder einen Hit hatte, und die nicht unwichtige Tatsache, dass seine Frau Linda deutlich älter war als er, unter den Tisch.

Dabei verbinden die Autoren mit Geschick und leichter Hand die Songs zur Illustration der jeweiligen Situation oder Stimmung. Gesungen wird auf Englisch, Übertitel werden an der Seite eingeblendet. Eine gute Entscheidung, denn Porters selbst verfasste Texte sind witzig, geschliffen und sehr doppeldeutig, voller sexueller Anspielungen. Leider sind die Übertitel je nach Beleuchtung mal schlecht und auch mal gar nicht zu lesen. Auch die Funktion der Mikrofone der Darsteller war bei der Premiere nicht immer gewährleistet.

© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel


Die Besetzung besteht aus zehn gut harmonierenden, vielseitigen Darstellern, die – bis auf den Kinderdarsteller und den Darsteller von Porters Großvater – alle in mehrere Rollen schlüpfen. Samuel Schürmann und Frederike Haas übernehmen dabei u.a. die Hauptparts von Cole und Linda. Schürmann verfügt über eine sehr angenehme Singstimme, bleibt aber darstellerisch und tänzerisch etwas hölzern. Michael Heller sticht durch seine Tanzakrobatik hervor und hat mit "Miss Otis Regrets", das er als Dienstmädchen singt, einen sehr präsenten Auftritt.

Überhaupt sind die Songs sehr schön choreographiert und inszeniert – mal mit ein bisschen Moulin-Rouge-Feeling beim Paris-Medley inklusive effektvollem Federn-Einsatz oder auch witzig-albern, wenn bei "Let's do it" die Darsteller in Tierkostümen auftreten. Die Handlung spielt sich auf einer "Bühne auf der Bühne" ab. Der Zuschauerraum wurde im Szenenbild auf die Bühne verlängert, in der Mitte die gute alte Showtreppe. Die Spielszenen finden meist an den Seiten statt. William Ward Murta hat alle Songs sehr effektvoll für das mit auf der Bühne sitzende Orchester (musikalische Leitung: Christiaan Crans) neu arrangiert.

© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel


Das Publikum ist begeistert von diesem alles in allem sehr unterhaltsamen Abend. Jetzt würde man gern ein "richtiges" Cole-Porter-Musical von diesem Produktionsteam sehen.

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Inszenierung Cordula Däuper
Musikalische Leitung Christiaan Crans
Lorenzo Di Toro
Choreografie Götz Hellriegel
Bühne Ralph Zeger
Kostüme Julia Kurzweg
Dramaturgie Johannes Müller
Dr. Dorothea Krimm
Arrangements William Ward Murta


Besetzung

Spieler 1Rolf Germeroth
Spieler 2Alexander Bernwald
Fridolin Bosse
Johannes Wittmann
Spieler 3Michael Heller
Spieler 4Samuel Schürmann
Spieler 5Lemuel Pitts
Spieler 6Rouven Pabst
Spieler 7Nicole Rößler
Spieler 8Frederike Haas
Spieler 9Claudia Wauschke
Spieler 10Filipina Henoch
Johanna Spantzel




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel
© Hans Jörg Michel

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Beitrag vom 30.07.2015 gesperrt


30830
Begegnung mit einem Genie

29.07.2015 - Auf dem Weg zur Premiere hatte WAKE UP AND DREAM erst die Klassifizierung Musical, dann Revue und schlußendlich nun Songbook.

Nach welchen Maßstäben kann man nun gerechterweise eine solche Inszenierung beurteilen? Schwierig! Es ist nun mal kein Musical, kein Schauspiel mit Musik und auch keine Revue.

Das Ergebnis ist, wie nicht anders zu erwarten, sehr fragmentarisch ausgefallen.
Ein paar Lebenseckdaten von Cole Porter werden einfach nur gesprochen oder in knappen Dialogszenen dargestellt. Das erfolgt in chronologischer Reihenfolge. Alleine sein schwerer Reitunfall wird quasi als Rückblende eingefügt.
Unterlegt oder flankiert werden diese Daten mit Liedern aus dem riesigen Lebenswerk Porters. Mitunter ist die Zuordnung der Lieder allerdings kaum nachvollziehbar.
Sie erfolgt schon einmal nicht analog zum Handlungsverlauf zeitlich angepasst.
Auch stimmungsmäßig und inhaltlich wirkt die Auswahl mitunter unpassend, wenn z.B. die Ehe mit Linda in eine ernsthafte Krise gerät und zu zerbrechen droht, erklingt das komödiantische "Always true to you".
Falsch platziert wurde auch "Wunderbar" aus KISS ME KATE, dass hier zu einer Probenszene aus SILK STOCKINGS erklingt.

Das achtköpfige Musicalensemble (nur in der Eröffnungsszene noch ergänzt um zwei Schauspieler) leistet gesanglich, tänzerisch und schauspielerisch überzeugende Arbeit, ist homogen und spielfreudig.
Es ist allerdings schwierig, in manchen Szenen unmöglich, dass ein so übersichtliches Ensemble die riesige Opernbühne des Nationaltheaters mit der nötigen Intimität und Atmosphäre erfüllen kann. Ausstattung und Beleuchtung sind diesbezüglich auch nicht sonderlich hilfreich. Man kann sie bestenfalls zweckdienlich nennen.
Regie und Buch konzentrieren sich, wie gesagt, nur auf sehr wenige Stationen aus Cole Porters Leben: schwierige Kindheit - Lebemann - Homo- bzw. Bisexualität - Krankheit - Tod.
Die gewählte Form von Buch und Inszenierung sieht nicht mehr vor, insofern wäre eine Kritik daran unangebracht.

Ein derart bedeutender und stilprägender Künstler wie Cole Porter, ein Genie des zeitlosen Musiktheaters, hätte sicher eine komplexere und dramatischere Darstellung seines Lebens verdient.

So wird man als Zuschauer nur auf einer Welle der guten Laune, mit zahlreichen Songklassikern in den Ohren und mit einigen relevanten Jahreszahlen im Gedächtnis aus dem Theater gespült.

Allerdings ist das für ein inszeniertes "Songbook" schon sehr viel.

kevin (174 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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(ig)

Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Biographische Revue mit wandlungsfähigem Cast, schön inszenierten Musiknummern - aber mit Dialogen, so trocken wie Knäckebrot.

16.03.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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