Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Der Kuss der Spinnenfrau


Roman-Musical

Der Kuss der Spinnenfrau

Glitter hinter Gittern


© Rolf K. Wegst
© Rolf K. Wegst
Ein schwarzer Bühnenraum, eine fahrbare kleine Gefängniszelle, bewegliche Gitterwände, ein paar Projektionen und geschickt eingesetzte Scheinwerfer – so einfach ist das Konzept von Bühnenbildner Lukas Noll und Regisseurin Cathérine Miville um bedrückende Gefangenschaft und Technicolor-Glamour darzustellen. Dazu noch ein hervorragendes Hauptdarsteller-Trio und alles fügt sich zu einer mitreißenden Aufführung eines nicht immer mitreißenden Musicals.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:07.12.2014
Rezensierte Vorstellung:07.12.2014
Letzte bekannte Aufführung:18.06.2016


Wir befinden uns in einem schwarzen, metallisch-kalten Gefängnistrakt, aber sobald die bunten Scheinwerfer angehen, strahlen die Metallstreben warm und glitzernd (Licht: Kati Moritz). So entstehen fließende Übergänge vom Alltag in der Zelle zu Molinas Nacherzählungen alter Revuefilme.

© Rolf K. Wegst
© Rolf K. Wegst


Andrea M. Pagani spielt Molina nicht zu tuckig, mit Hingabe zu den Filmen und Besorgnis um seine kranke Mutter, der zuliebe er sich auf den Deal einlässt, seinen Zellengenossen Valentin auszuhorchen, dessen Informationen weiterzugeben und dann freigelassen zu werden. Eben dieser Valentin ist ein politischer Gefangener, ein wichtiger Verbindungsmann zu einer Gruppe Terroristen. Thomas Christ hat diese Rolle bereits mehrfach verkörpert, und auch in Gießen gelingt ihm das stimmlich stark und sehr überzeugend. Pagani und Christ harmonieren sehr gut. Auch die heiklen, intimen Szenen, wenn Molina Valentin nach einem Giftanschlag säubert oder deren homosexuelle Annäherung, sind sehr natürlich.

© Rolf K. Wegst
© Rolf K. Wegst


Aurora ist der große Star der von Molina so verehrten Filme, in denen sie leidende Liebende und glamouröse Sängerinnen spielt, aber auch die Spinnenfrau, deren Kuss den Tod bringt – düster, eisig und bedrohlich. Sophie Berner gibt diesen verschiedenen Rollen Ausstrahlung und große Stimme und darf sich in fantastischen Kostümen (José-Manuel Vázquez) präsentieren.

Spartenübergreifend werden Nebenrollen von Schauspielern (glücklicherweise mit wenig Gesangseinsatz), Chormitgliedern (mal mehr, mal weniger hölzern, immer im Kampf mit dem gesprochenen deutschen Text, aber gesanglich wirklich gut) und Mitgliedern der Tanzcompagnie übernommen.

© Rolf K. Wegst
© Rolf K. Wegst


Andreas Kowalewitz führt das Philharmonische Orchester leichtfüßig-routiniert durch Pathos und Rhythmus der Partitur. Und da sind wir beim Schwachpunkt des Abends: das Zusammenspiel von Kompositionen und Geschichte. Die Melodien klingen zu oft nach "Cabaret" mit südamerikanischen Rhythmen. Das stört in den Fantasie-Szenen nicht so sehr, aber sobald in der realen Welt jemand anfängt zu singen, wird das Stück unglaubhaft, beispielweise beim Diabetes-verursachend, kitschigen "Dear One / Liebes" oder den dreisten "Les Misérables"-Plagiaten "Over the Wall / Hinter der Wand" und "The Day After That / Der Morgen danach". Letzteres als einziger Song übrigens im englischen Original – ohne ersichtlichen Grund – während ansonsten auf Deutsch gesungen wird.

Der gegenüber der Romanvorlage veränderte Schluss, der die beiden Hauptcharaktere zu einem dramatischen Finale wieder im Gefängnis zusammenführt, ist zwar viel bühnenwirksamer, aber auch viel pathetischer. Wer das in Kauf nimmt, erlebt dank Darstellern und szenischer Umsetzung einen großen Musical-Abend in einem kleinen Theater.

© Rolf K. Wegst
© Rolf K. Wegst



Musical von John Kander und Fred Ebb
in deutscher und englischer Sprache

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Musikalische LeitungAndreas Kowalewitz
InszenierungCathérine Miville
ChoreographieTarek Assam
Anthony Taylor
BühneLukas Noll
KostümeJosé-Manuel Vazquez
ChorJan Hoffmann
DramaturgieChristian Schröder


Besetzung

MolinaAndrea Matthias Pagani
ValentinThomas Christ
Aurora
Spinnenfrau
Sophie Berner
Molinas MutterSora Korkmaz
Michaela Wehrum
MartaEun-Mi Suk
Michaela Wehrum
GabrielJan Hoffmann
Yannick Bernsdorff
AurelioRobert Schmidt
GefängnisdirketorinPetra Soltau
EstebanMaximilian Schmidt
MarcosHarald Pfeiffer
ai-Beobachter
Gefangener
Paul Przybylski



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Wirklich empfehlenswert

23.11.2015 - Habe gestern die Wiederaufnahme der Spinnenfrau am Stadttheater Gießen gesehen. Wirklich empfehlenswert. Toll besetzt in den Hauptrollen. Klasse Inszenierung.

Irina (8 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


grossartig

13.12.2014 - Hut ab, was Theater Giessen auf die beine stellt. Tolles Orchester, Kostüme, Choreographien, Chor und Ballett. Alles von feinsten. Für mich die dritte Version, und die allerbeste. durch alle drei Versionen verehre ich Thomas Christ, Herr Pagani wie immer einfühlsam bis ins Detail. Sophie Berner die allerbeste Spinnenfrau,
die ich kenne.
Bei soviel Stimmigkeit wird man leicht zum Widerholungstäter.

helenfan (5 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Sensationell, ohne auf Sensationen bedacht zu sein

10.12.2014 - Thomas Christ ist für mich die Entdeckung des Abends. Die Inszenierung besticht durch geniale Schlichtheit: sensationell, ohne auf Sensationen bedacht zu sein; großes Kino, ohne Videoeinsatz. Chapeau!

Hirsch (4 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Stadttheater
Johannesstr. 1
D-35390 Gießen
0641/795760
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Kuss der Spinnenfrau (Baden)
weitere Produktionen finden

 Kurzbewertung [ i ]
(ig)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Hervorragende Hauptdarsteller und eine im besten Sinn simpel-effektvolle Regie machen aus einem an unpassenden Stellen zu kitschigen Musical einen tollen Abend.

08.12.2014

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 4.67 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2018. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;