[ ich möchte jetzt nicht mitmachen und weiter zur musicalzentrale.de ]
Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )My Fair Lady


Klassiker

My Fair Lady

Es grünt so grün


© Stutte
© Stutte
Mit dem Besuch der Krefelder "Lady" verhält es sich wie mit dem Wiedersehen einer guten alten Bekannten nach vielen Jahren. Man ist erfreut, findet es meist schön und unterhaltsam – und doch oft auch entbehrlich.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:17.11.2013
Rezensierte Vorstellung:10.10.2015
Letzte bekannte Aufführung:21.04.2018


Allein auf deutschen Bühnen gab und gibt es seit der Uraufführung des Musicalklassikers unzählige Inszenierungen, die mehr oder weniger gut die Geschichte über das Blumenmädchen Eliza Doolittle erzählen. Regisseur Roland Hüve bleibt glücklicherweise recht nah beim Ursprung und zwingt dem Stück keine neumodischen Interpretationen auf. Einzig die Einführung einer Metaebene mit Prof. Higgins als außen stehende und symbolisch erzählende Figur, die rekapitulierend auf die Ereignisse zurückblickt und erst zum Finale mit der Versöhnung von Eliza und Higgins im Hier und Jetzt ankommt, aktualisiert den Stoff ein wenig.

© Stutte
© Stutte

Das funktioniert ganz gut im Zusammenspiel mit dem Bühnenbild von Okarina Peter und Timo Bentler, die eine Drehbühne auf die Bühne gestellt haben. Diese erinnert an eine alte Vaudeville Bühne, weckt gleichzeitig auch Assoziationen an ein Karussell oder eine Spieluhr. Dazu werden sparsam weitere Requisiten und Möbelstücke ergänzt, sodass ein schlichtes und trotzdem effektives Bühnenbild für Higgins' Erzählung zur Verfügung steht. Symbolisch öffnet er den Vorhang mit einem Fingerschnippen und lässt der Geschichte seinen Lauf.

© Stutte
© Stutte

Diese wird charmant, jedoch manchmal etwas zu behäbig von einem spielfreudigen Ensemble wiedergegeben. Hüve hätte ab und an mehr auf Tempo setzen können und auch der geschickt eingesetzte Rotstift zur Straffung der Handlung hätte dem Gesamteindruck sicherlich gut getan. Zusätzlich lässt er die Darsteller zu oft zur Rampe hin singen und spielen, was auf Dauer doch etwas eintönig ist und manchem Konflikt zwischen den Protagonisten etwas an Spannung nimmt.

© Stutte
© Stutte

Nicht gerade ansehnlich sind die Kostüme (ebenfalls von Peter und Bentler), die im Kontrast zum schlichten Bühnenbild opulenter und stilvoller aussehen könnten. Geradezu ärgerlich ist das Kleid von Eliza Doolittle in der Schlüsselsequenz im Finale des ersten Aktes. Als bezaubernde Herzogin soll sie beim Diplomatenball auftreten, doch leider haben die Kostümkreativen Hauptdarstellerin Susanne Seefing in eine unvorteilhafte goldene Robe gesteckt, die sie eher wie ein unförmiges Pummelchen aussehen lässt.

© Stutte
© Stutte

Seefing trotzt den unansehnlichen Kostümen und gibt eine gelungene Eliza. Die derben, gossenhaften Szenen liegen ihr besser, die edle Dame nimmt man ihr dagegen nicht immer ab, was letztendlich aber auch zur Rolle passt. Stark die Szene zu Beginn des zweiten Aktes, in der sie, ignoriert von Higgins und Pickering, im Hintergrund steht und keine Anerkennung für ihre erfolgreiche Entwicklung entgegengebracht bekommt. Man kann förmlich spüren, was in ihr vor geht. Markus Heinrich als Prof. Higgins ist rollenentsprechend herrlich selbsteingenommen, uncharmant und wunderbar unsensibel. Auch die restlichen Ensemblemitglieder liefern rollendeckende, spielfreudige Portraits ab, die auch gesanglich nicht enttäuschen. Schade nur, dass die Tontechnik die Leistungen nur bedingt unterstützt. Schlecht abgemischt und häufig zu spät aufgezogene Mikros trüben die Darstellerleistungen.

© Stutte
© Stutte

Höhepunkt der Krefelder Inszenierung ist definitiv das großartige Orchester unter der Leitung von Andreas Fellner. Ein Hauch von Schmalz, schwungvolle Tempi, geschmeidige Balladen, das Orchester wiegt sich durch die Partitur und begeistert mit einem vollen Klang. Berechtigterweise dürfen die Musiker zum Schluss auch den größten Applaus entgegennehmen.

© Stutte
© Stutte

So verlässt man das Theater nach fast drei Stunden guter Unterhaltung mit dem Gefühl, dass es durchaus schön war, "My Fair Lady" einmal wieder gesehen zu haben. Hätte man die Inszenierung verpasst, wäre es allerdings auch verschmerzbar. Wie mit alten Bekannten eben!

(Text: Maik Frömmrich)






Kreativteam

Musikalische Leitung Andreas Fellner
Inszenierung Roland Hüve
Bühne Okarina Peter
Timo Dentler
Kostüme Okarina Peter
Timo Dentler
Choreografie Robert North
Choreinstudierung Maria Benyumova
Dramaturgie Ulrike Aistleitner


Besetzung

Eliza Doolittle Gabriela Kuhn
Susanne Seefing
Professor Henry Higgins Markus Heinrich
Alfred P. Doolittle Hayk Dèinyan
Freddy Eynsford-Hill Rafael Bruck
Oberst Pickering Thomas Peter
Mrs. Pearce Debra Hays
Mrs. Higgins Johanna Lindinger
Mrs. Eynsford-Hill Sabine Sanz
Margriet Schlössels
Harry Frank Rammelmüller
Jamie Rochus Triebs




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte
© Stutte


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater
Odenkirchener Str. 78
D-41236 Mönchengladbach
02166/6151100
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 My Fair Lady (Berlin)
 My Fair Lady (Bielefeld)
 My Fair Lady (Cottbus)
 My Fair Lady (Dresden)
 My Fair Lady (Hamburg)
 My Fair Lady (Wien)
 My Fair Lady (Wiesbaden)
weitere Produktionen finden

 Kurzbewertung [ i ]
(mf)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Charmante, etwas altbackene Inszenierung, die durch ein hervorragend aufspielendes Orchester begeistert.

11.10.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2018. Alle Angaben ohne Gewähr.

   2ENTERTAIN: FLASHDANCE

   MUZ SURVEY 18

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;