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Deutschsprachige Erstaufführung

Wenn Rosenblätter fallen

Abschied nehmen


Das Ende 2010 in Amsterdam uraufgeführte Musical von Rory Six und Kai Hüsgen dreht sich um das sensible Thema Sterbehilfe. Auf der Bühne stehen Carin Filipcic ("Rudolf - Affaire Mayerling"), Jana Stelley ("Frühlingserwachen") und Dirk Johnston ("Mein Avatar und ich").

(Text: Michael Rieper)

Premiere:06.10.2011
Letzte bekannte Aufführung:03.11.2011


Ein Frauen-Gemälde in Tills Studentenbude wird während der Ouvertüre lebendig. Sehr schnell wird klar, dass die Frau, Tills Mutter, nicht wirklich bei ihm ist, sondern nur in seinen Gedanken, dort dafür umso präsenter. Rose hatte Krebs, und im Lauf des Abends kristallisiert sich heraus, dass Till seine Mutter auf ihren Wunsch hin getötet hat. Da seine Nachbarin Iris Till oft an seine Mutter erinnert, erlebt der Zuschauer parallel bzw. abwechselnd Szenen, in denen sich in der Gegenwart Till und Iris näher kommen bzw. in der Vergangenheit einprägsame Episoden mit Rose wieder lebendig werden. Am Ende kann Rose ihrem Sohn "Leinen los" zurufen, so dass er sich Iris öffnen kann und mit ihr gemeinsam die leidvolle Erfahrung hinter sich lässt. Diese Szenen sind von Dirk Schaffner meist sensibel inszeniert. Nur was die unwahrscheinlich vielen Gemeinsamkeiten zwischen Rose und Iris angeht, wird geradezu mit der Holzhammermethode gearbeitet. Hier wäre weniger mehr gewesen, momentan wirkt es fast schon, als sollte Roses Geist in Iris weiterleben.

Gerade im zweiten Akt des mit weniger als 90 Minuten reiner Spielzeit kurz geratenen Musicals passiert dann alles sehr schnell. Wollte das Kreativ-Team bloß nicht zu viele kitschige Momente auf der Bühne zulassen? Das erste Ansprechen des Themas Sterbehilfe, Roses Übergabe des Medikaments an Till und letztendlich die aktive Sterbehilfe - all das geschieht erstaunlich zügig. Und so positiv es auch zu bewerten ist, dass dadurch der Kitsch nie die Oberhand gewinnt, bleiben doch Fragen offen, die eine intensivere Reflexion verdient hätten. Es wird im Musical so dargestellt, dass Rose bewusst wahrnimmt, was Till ihr am Ende verabreicht, und sie ist sehr wohl dazu in der Lage, den vergifteten Marshmallow selbst in den Mund zu stecken. Hätte sie dann nicht auch selbst die Tabletten nehmen können anstatt ihrem Sohn diese extreme Bürde aufzuladen? Auch für Tills inneren Kampf, ob er es tun soll oder nicht, bleibt wenig Raum. Von den Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen, als er vor dieser Entscheidung steht, bekommt der Zuschauer kaum etwas mit.

Die Musik von Rory Six ist zweckdienlich, gibt die Stimmungen der Situationen angemessen wieder, bleibt jedoch kaum im Ohr. Wie zu erwarten war, gibt es viele Balladen, aber auch die Uptempo-Nummern kommen in dieser Instrumentierung - das feinfühlige Musiker-Ensemble spielt auf Klavier, Gitarre, Cello und Violine - sehr sanft daher. Unterstützung durch Instrumente aus dem Rock-/Pop-Bereich könnten dem Score gut tun.

Der größte Pluspunkt der Produktion ist das Ensemble. Dirk Johnston glänzt geradezu als in sich gekehrter Till. In jeder Szene merkt das Publikum, wie es unter dieser ruhigen Oberfläche gärt und wie da etwas raus will, was sich erst am Ende des Stückes ansatzweise entlädt. Auch Carin Filipčić liefert eine Meisterleistung ab. Insbesondere im zweiten Akt gelingt es ihr vorzüglich darzustellen, wie die Krankheit Rose mehr und mehr schwächt, Die Rolle der Iris hat deutlich weniger Potential, über sie persönlich erfährt der Zuschauer so gut wie nichts. Jana Stelley punktet mit quirligem Temperament als Gegenpol zu dem zurückhaltenden Till.


(Text: Michael Rieper)




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Kreativteam

Musik, Buch, ProduktionRory Six
Texte, Buch, ArrangementsKai Hüsgen
Zusätzliche TexteEllen de Clerq
Regie, ProduktionDirk Schattner
BühnenbildBeata Kornakowska
KostümeRichard Panzenböck


Besetzung

RoseCarin Filipcic
TillDirk Johnston
IrisJana Stelley
Stefanie Köhm



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29358
Berührend mit tollen Darstellern

03.12.2011 - Ich habe im Oktober die Premiere in Hamburg gesehen. Es war ein sehr berührender Abend. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die tollen Darsteller. Die Musik war eher unauffällig und kein Song ist mir wirklich in Erinnerung geblieben. Das Stück hat mir sehr gut gefallen und das ernste Thema wird durch die Szenen mit Iris aufgelockert, so dass es nicht zu traurig wird. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft aufgeführt wird. Ich würde es mir wieder ansehen.

Heidi-1 (4 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


29262
Tieftraurig, aber wunderschön !

09.10.2011 - Ich habe die erste Vorpremiere in Datteln gesehen und kann mich den vorherigen Kritiken nur anschliessen.
Wunderbare Darsteller, ein schwieriges Thema, sensibel umgesetzt.
Unbedingt ansehen !

dolcetto (22 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


29261
Überwätigend, Mitreißend, Lohnenswert, Echt!

08.10.2011 - Ich habe mir das Musical "Wenn Rosenblätter fallen" bei der Hamburger Premiere vergangenen Donnerstag zum ersten mal angesehen. Ich hatte im Vorfeld bereits das Konzept als auch das Cast Album durch Zufall entdeckt, erworben und verschlungen. Daher war meine Erwartungshaltung sehr hoch! Diese wurde nicht nur erfüllt sondern noch weit übertroffen. Mich hat eine Aufführung im Vorfeld noch nie so emotional berührt und mitgerissen. Der Mix aus einem unglaublich gut spielenden Darstellern, wundervoller Melodien und Texten, einem einfachen, aber perfekt passenden Bühnenbild und jeder Mengen spürbaren Herzblutes aller Beteiligten haben mir einen grandiosen Abend verschafft. Die Thematik ist nicht ganz einfach und die Ressonanz der Besuche war wohl auch leider nicht so hoch, was sehr schade ist. Wahrscheinlich mag die breite Masse eher fröhliche Dinge sehen und hören, wobei es definitiv auch lustige Augenblicke gab, die Tränenreichen überwogen allerdings. Es ist sicher manchmal unglaubwürdig eine Rezession so positiv ausfallen zu lassen, aber es ist nun mal meine Meinung. Bis Montag den 10. ist der Cast noch in Hamburg, danach weiter auf Tour. Jeder der mal etwas ganz anderes sehen möchte, sollte die Chance nutzen und sich "Wenn Rosenblätter fallen" in Deutschland oder Österreich ansehen! Ich bin so begeistert, dass ich mir das morgen noch ein zweites Mal ansehen werde.
Applaus Applaus Applaus

saschad (erste Bewertung)


29260
GROßARTIG!

08.10.2011 - Sehr gelungenes Musical, dass ganz anders daher kommt, als die "großen Shows".

Gute Story, funktionales Bühnenbild, top-Musiker und eine brilliante Cast machen das tieftraurige Stück, das auch mal witzig sein kann, zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Ein Muss für Musicalfreunde!

Wicked-Freak (27 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


29259
Bewegendes "Kammermusical" mit starken Darstellern

07.10.2011 - Ich habe vor einer Woche die erste Preview in Datteln gesehen und musste wieder einmal feststellen, dass gute Unterhaltung und das bessere Musiktheater oft eher abseits der großen Häuser zu finden ist: "Wenn Rosenblätter fallen" ist ein leises Stück, das das Thema "Sterbehilfe" zwar nicht so kontrovers beleuchtet, wie ich persönlich es mir gewünscht hätte, aber dennoch einfühlsam mit den Motiven Trauer, Verlust und Bindung zwischen Mutter und Kind umgeht und insgesamt absolut einen Besuch wert ist.

Klares Plus des Stückes sind die drei Darsteller. Kompliment an Dirk Johnston, der in extrem wenig Probenzeit einen emotionalen Zugang zu seiner großen Rolle gefunden hat und auch gesanglich vollends überzeugt. Carin Filipcic und Jana Stelley haben sich ja schon länger mit dem Stück beschäftigt und wirken entsprechend sicher in ihren Rollen. Filipcic gibt eine Rose, die in sich ruht, in den passenden Momenten aber auch ausbrechen kann, Jana Stelley begeistert wie gewohnt als Wirbelwind mit perfektem Timing und stiehlt so manche Szene. Auch ihre vergleichsweise Uptempo-Musiknummern stechen gegenüber dem balladenlastigen Material von Johnston und Filipcic heraus.

Die Musik ist kein richtig großer Wurf, zu vieles wirkt gleichförmig und austauschbar, nur wenige Nummern (z.B. Iris' "Plötzlich und unerwartet") bleiben im Ohr. Immer wieder schafft die Musik zwar eine passende "Stimmung" für ein Schauspiel auf der Bühne, als "Lied" als ganzes nimmt man viele Songs jedoch nicht wahr. Auf der Bühne mag das hervorragend funktionieren, auf CD würde ich mir "Rosenblätter", von einigen rundum gelungenen Nummern abgesehen, aber nicht unbedingt anhören wollen. Die Begleitung durch ein kleines Ensemble mit Streichern und Gitarre war jedoch tadellos.

Pluspunkte gibt es auch für die Regie von Dirk Schattner, das durchdachte Bühnenbild wird optimal bespielt und die schwierige Aufgabe des Wandels zwischen mehreren Zeitebenen immer wieder clever gelöst. Einziger Wermutstropfen waren für mich, vor allem im zweiten Akt, einige Szenen, die doch arg tränendrüsig daherkamen, insbesondere die Szene, in der sich Till für die Sterbehilfe entscheidet und dies mit einem platten "ich will dich nicht länger leiden sehen" kommentiert - solche klar sichtbaren inneren Vorgänge müssen nicht noch verbal markiert werden, sonst droht schnell ein Fall ins Klischee. Hier ist für mich persönlich auch der größte Kritikpunkt an "Wenn Rosenblätter fallen": Zu wenig Auseinandersetzung mit der Frage, was eine Mutter da eigentlich von ihrem Kind verlangt. Mich hätte interessiert, woher das Trauma, die Bindungsangst Tills nun genau herrührt - so wie es hier dargestellt wurde, hätten dies auch "normale" Trauer über einen langen Leidensweg und den Verlust der wichtigsten Bezugsperson sein können. Die Tatsache, dass Till seine eigene Mutter getötet hat, kommt mir hier in der Verarbeitung zu kurz und wird von keinem der beiden adressiert, was insofern inkonsequent ist, dass die Mutter-Kind-Beziehung ansonsten in zahlreichen Aspekten aktiv analysiert wird. Das sind aber natürlich "Geschmacksfragen" und schmälern den Eindruck von "Wenn Rosenblätter fallen" als gelungenes "Kammermusical" nur wenig.

everythingisrent (6 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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 Kurzbewertung [ i ]
(mr)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Interessantes Thema dank feinfühliger Inszenierung und wunderbarer Darsteller sensibel umgesetzt

06.10.2011

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 4.40 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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