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Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )The Scarlet Pimpernel


Mantel-und-Degen-Spektakel

The Scarlet Pimpernel

Der maskierte Retter vor dem Fallbeil


Helden sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. In der gelungenen Umsetzung am Stadttheater Bremerhaven (Inszenierung: Thorsten Krafft; Ausstattung: Christa Beland) überlässt Hauptdarsteller Hans Neblung stimmlich seinem Widersacher Chauvelin (Ralph Ertel) das Feld.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:07.11.2009
Rezensierte Vorstellung:02.04.2010
Letzte bekannte Aufführung:16.05.2010


Er ist DAS Gesprächsthema auf dem Ball des blasierten Prinzen von Wales (Günter Pirow). "Wer ist der Scarlet Pimpernel?" fragt aufgeregt die hochnäsige Adelsgesellschaft (Opernchor), während sie sich in eleganten Roben steif zu höfischen Tänzen dreht. Niemand vermutet, dass Sir Percy Blakeney (Hans Neblung) und der tollkühne Held, der in den Wirren der Französischen Revolution als Kopf eines Geheimbundes französische Adelige vor dem tödlichen Fallbeil rettet, ein und dieselbe Person sind. Warum auch? In Perfektion rauscht Neblung als Tücher wedelnder, eitler Gockel so grazil über die Bühne, dass man ihm ohne Wimpernzucken abnimmt, er könne keiner Fliege Leid antun. In dieser Facette seiner Rolle geht der Darsteller voll auf und hat als alberne Männer-Karikatur zu Recht Publikum und Lacher auf seiner Seite.

Erhebliche Defizite sind von ihm jedoch in den Songs zu hören. Zwar schiebt der Tontechniker die Regler hoch und unterfüttert Neblungs matten, hohl klingenden Bariton mit einer ordentlichen Portion Hall, dennoch fehlen der Stimme kämpferische Emotion ("Mitten ins Feuer") und zartfühlender Schmelz ("Sie war immer da"). Im Show-Stopper "Die Erschaffung des Mannes" mit dem agilen Freundes-Quintett (Marc Schlapp, Bernd Lanzke, Vladimir Marinov, Tomasz Dziecielski und José Martinez Grau) fällt Neblung stimmlich gar nicht auf. Echte Helden und glühende Liebhaber singen anders.

Auf den Punkt genau besetzt sind die beiden anderen Hauptpartien. Maike Switzer ist eine verletzliche wie selbstbewusste Marguerite mit sicher geführtem Musicalsopran, der bis in die Höhen fein und sicher perlt. In ihrer Darstellung als von Gefühlen geplagte Frau, die die Ablehnung ihres Mannes nicht versteht und sich gleichzeitig gegen die Avancen des Ex-Liebhabers wehrt, ist Switzer in "Spiel mit mir" erschütternd gut. Das liegt auch an Ralph Ertel, der den Chauvelin nicht als schmierigen Oberschurken gibt, sondern als diabolischer Polizeichef bedrohlich wie ein Raubvogel lauert, um Beute zu schlagen. Im Gesang ist Ertel mit satter Tiefe und sicherem Falsett bis in hohe Lagen ein wahrer Genuss, der dem Publikum nicht nur in "Falke auf der Jagd" wohlige Schauer über den Rücken laufen lässt. Dazu schwelgt das Städtische Orchester in der balladesk-bombastischen Partitur von Frank Wildhorn, wobei Dirigent Peter Stolle wie in der Ouvertüre gern einmal das Tempo schleifen lässt.

Einen maßgeblichen Beitrag zum positiven Eindruck der Show leistet Ausstatterin Christa Beland. Wenige Versatzstücke (wie das überdimensionale stählerne Fallbeil im Song "Madame Guillotine") zaubern in dem mit vier drehbaren Lack-Säulen ausgestatteten Raum vor blutrotem, weißen oder schwarzem Hintergrund wuchtige Bilder. Belands Roben des 18. Jahrhunderts entfalten in diesem schlichten Bühnenbild ihre volle Pracht und charakterisieren je nach Farbgebung Engländer (rot und weiß bzw. silber) und Franzosen (schwarz). Grelle Tupfer setzen die parodierenden Outfits der Verschwörer.

Thorsten Krafft (Regie und Choreografie) pendelt seine stimmige, ganz auf stringente Erzählung und zügigen Ablauf setzende Inszenierung geschickt zwischen Kostümschinken und Klamotte aus. Dabei sind die Personen sauber und facettenreich charakterisiert. Nach der Pause geht der Show allerdings vorlagenbedingt mit zunehmender Dauer die Puste aus und schleicht die letzte Viertelstunde zum konstruiert wirkenden Happyend. Dank eines Tricks rettet der Scarlet Pimpernel seinen Kopf vor der herab sausenden Klinge der Todesmaschine und kann so ein finales Duett mit Marguerite anstimmen. Trotz Schwächen ein schneidiger Theaterabend.

(Text: kw)






Kreativteam

Inszenierung, Choreografie Thorsten Krafft
Ausstattung Christa Beland
Musikalische Leitung Peter Stolle
Fechtchoreografie Axel G. Hambach


Besetzung

Sir Percy BlakeneyHans Neblung
Marguerite St. Just, seine FrauMaike Switzer
Armand, Marguerites BruderOliver Nöldner
ChauvelinRalph Ertel
Marie GrosholtzYvonne Blunk
Tussaud, ihr VerlobterLukas Baranowski
Dewhurst Marc Schlapp
OzzyBernd Lanzke
EltonVladimir Marinov
FarleighTomasz Dziecielski
HalJosé Martinez Grau
Der Marquis de St. CyrRóbert Tóth
Der Prinz von WalesGünter Pirow
Miss Anne, HausdameIris Wemme
CoupeauNick Modersitzki
Carsten Lappöhn
MercierAlexander Piszczan
Jasper Zöbelein



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28406
Gut umgesetzt

09.04.2010 - Das Stück gibt leider nicht allzu viel her. Es hat mir aber viel besser gefallen als 2003 in Halle.
Das liegt an der guten Inszenierung, den Darstellern und dem tollen Bühnenbild.
Ralph Ertel singt klasse und Hans Neblung spielt super.
Sehr symphatisch kommt Maike Switzer rüber.
Mal sehen, was das Theater in der nächsten Spielzeit bringt.

Hardy (28 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


28128
Sehr sehenswert!

14.12.2009 - Dass man am Stadttheater Bremerhaven ein gutes Gespür für das Fach Musical hat, davon konnte man sich in den letzten Spielzeiten überzeugen. Inzenierungen wie "Fame", "Evita" oder auch Sondheims selten gespieltes "Assassins" sprechen für sich. Nachdem man sich im letzten jahr in die Reihe der "Jekyll und Hyde-Stadttheater" eingereiht hat und zwar mit einer soliden, wenngleich auch nicht wirklich innovativen Inzenierung den Widhornklassiker zum Besten gab, bleibt an in diesem Jahr dem Komponisten treu und gibt "The Scarlet Pimpernel".
Und da kann man nur sagen, Barvo, Stadttheater Bremerhaven, Bravo Maike Switzer(Marguerite) und vor allem Bravo Ralph Ertel(Chauvelin).

Thorsten Kraft (Regie)beschert seinem Publikum eine, dank intelligent eingesetzter Bühnentechnik, zügige Show.
Das Bühnenbild ist sehr dezimiert, so wird Sir Percys Arbeitszimmer nur durch zwei Bücherregale und einer Europakarte angedeutet, und oftmals gibt es auch kein herrkömmliches Bühnenbild, so wird der Park, in dem Percy, Marguerite und Chauvelin aufeinandertreffen nur durch halbdurchsichtige Flaggen, mit dem Siegel des Pimpernels angedeutet. Simpel, aber um so mehr beeindruckend auch die Szene auf dem pariser Platz zu "Madame Guillotine", in der ein riesiges Guillotinenmesser aus dem Schnürboden herabgelassen wird. Weitere Orte werden duch geschicktes Zusammenspiel von Licht und Bühnentechnik- in diesem Fall mehrere große Hubpodien- geschaffen.

Kafft legt mit seiner Regiearbeit eine solide Leistung an den Tag, zumal das Buch vom dramaturgischen Aufbau her gerne mal schwächelt.
Er zeichnet zudem auch für die Choreografie verantworlich.
(Die Fechtchoreografie von Axel G. Hambach hätte man sicherlich effekvoller und spannender machen können.)
Krafft verlegt einge Songs im Stück, so auch " Das Mädchen von früher", welches nun Teil der bereits genannten Parkszene ist und sich dort gut einbettet.
Leider fiel das "Kerkerduett" "Sehe ich dich an" erheblichen Kurzungen zum Opfer.

Maike Switzer spielt Ihre Marguerite anfänglich noch etwas zurückhaltend und blass, gewinnt jedoch im Laufe des Abends an Persöhnlichkeit. Gesanglich ist sie die gesamte Zeit ganz weit vorn.
Lokalmatador Hans Nebelung in der Rolle des Percy, legt eine gute Leistung an den Tag. Vor allem die Wechsel zwischen ernstem Held und überdrehtem, englischen Dandy gelingen ihm überzeugend. Auch gesanglich schlägt er sich wacker, wenngleich er auch kaum eine Chance gegen Ralph Ertel in der Rolle des Chauvelin hat, womit wir bei der besten leistung des Abends angekommen wären. Mit kräftigem Operntenor, perfekter Textverständlichkeit und Bühnenpresents beherrscht er seine Szenen. Ein tolle Leistung, die mich von meinem kritischen Standpunkt, was Opernsänger im Musical angeht weiter abbrachte! Nicht umsonst galten ihm die meisten Bravorufe bei minutenlangem Schlussapplaus und Standing Ovations!

jekyll-jh7 (erste Bewertung)


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 Kurzbewertung [ i ]
(Kai Wulfes)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Wildhorns Kostümschinken in einer flotten Inszenierung und mit einem stimmlich überforderten Titelhelden.

05.04.2010

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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