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Thriller

Sweeney Todd

Blut wird fließen


Nicht gerade als "Klassiker" an deutschen Stadttheatern ließe sich das Musical von Stephen Sondheim bezeichnen. Wohl auch dank der recht erfolgreichen Verfilmung wird das Stück durch eine Inszenierung von Christian von Götz in das Repertoire aufgenommen.

(Text: sb)

Premiere:20.02.2009
Letzte bekannte Aufführung:17.06.2010


Ein Besuch beim Barbier ist immer Vertrauenssache – und bei Sweeney Todd in der Londoner Fleet Street nicht nur in ästhetischer, sondern auch in existenzieller Hinsicht.
Barbier Benjamin Barker, glücklich verheiratet, gerät in die Mühlen des Gesetzes. Richter Turpin schafft es, ihn in der australischen Verbannung verschwinden zu lassen und sich an seine Frau und seine Tochter heranzumachen. Unter dem Namen Sweeney Todd kehrt Barker nach fünfzehn Jahren zurück, eröffnet seinen Friseur-Salon wieder und beginnt einen makabren Rachefeldzug – anfangs eher versehentlich: Aus Notwehr schneidet er dem fahrenden Scharlatan Pirelli mit dem Rasiermesser die Kehle durch. Weitere Opfer sollen
den Weg in den Salon finden. Auch der verhasste Richter Turpin wird in den Friseursalon gelockt. Doch Todd wird bei der Arbeit gestört … Von da an richtet sich der Zorn des Barbiers gegen alle Menschen – ob arm oder reich, ob groß oder klein. Die neue Frau an Todds Seite ist praktisch veranlagt: Fleisch für Pasteten ist teuer und die Leichen müssen weggeschafft werden … Die Pastetenbäckerei von Mrs. Lovett erfährt einen ungeheuren Aufschwung, seit sie sich mit Sweeney Todd zusammengetan hat!

Stephen Sondheim bezeichnet sein Werk selbst als tiefschwarze Operette. Das makabre Musical ist trotz seines blutigen Themas seit Ende der 1970er Jahre ein großer Broadwayerfolg. Jüngst wurde der Stoff von Tim Burton verfilmt. Die bizarre Brutalität steht einer skurril-dämonischen Komik gegenüber. Die Musik reicht von chorischem Bänkelsang und verzerrten Anleihen an die katholische Liturgie über raffinierte Klangeffekte bis hin zu glutvollen Balladen.

(Text: Theater)




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News: PdW: Sweeney Todd (16.02.2009)



Kreativteam

Musikalische Leitung Andreas Kowalewitz
Regie Christian von Götz
Bühne und Kostüme Karin Fritz
Choreographie Hans Henning Paar


Besetzung

Anthony Hope Julian Kumpusch
Florian Soyka
Sweeney Todd Gregor Dalal
Gary Martin
Bettlerin Susanne Heyng
Frances Lucey
Johanna Milica Jovanovic
Thérèse Wincent
Mrs. Lovett Marianne Larsen
Richter Turpin Martin Hausberg
Johannes Wiedecke
Büttel Bamford Dirk Lohr
Tobias Ragg Thomas Peters
Tom Schimon
Adolfo Pirelli Mario Podrecnik
Jonas Fogg Florian Wolf



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


15 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28473
Trotzdem gut!

26.05.2010 - Ich war im Februar '10 ein weiteres Mal drin (beim ersten Mal im Januar 09).
Ich wollte es nochmal sehen, da ich das Stück liebe, aber vor allem wegen der anderen Besetzung (für mich größtenteils Idealbesetzung!) und dem "neuen alten" Ende. Kurz nachdem ich das 1. Mal dort war, hat mich den anfangs stark veränderten Schluss wieder weitgehend dem Original angepasst.

Insgesamt gefiel mir mein 2. Besuch um einiges besser!
Einige Szenen bzw. Musiknummern hab ich erst beim 2. Mal richtig wahrgenommen, z.B. "Schmeckt das gut (God that's good)". Diese Szene ist beeindruckend und die Melodie toll!
Schön auch, dass das Haus wie beim ersten Mal voll war und sehr viele junge Menschen dort waren, die am Ende lautstark jubelten, v.a. für Marianne Larsen.

Zum Inszenierung möchte ich gar nicht mehr viel sagen, nur, dass sie mir ziemlich gut gefällt, auch wenn man die vielen Regieschwächen wirklich nicht gutheißen kann. Vor allem das Weglassen des Schlusslieds ist barbarischer als Sweeney selbst.
Schade, dass einiges am Potential des Hauses verschenkt wurde.
Ich habe das Stück als Live-Version (die mir wesentlich besser gefällt als der Film!) hier kennen und lieben gelernt und finde die Produktion letztlich dennoch sehr unterhaltsam. Technisch ist sie beeindruckend, Kostüme, Frisuren und Bühnenbilder wissen zu gefallen.
Ich mag die moderne und abstrakte Inszenierung, die es trotzdem zulässt, sich in ein altes, tristes London versetzen zu lassen. Sowohl optisch als auch musikalisch gelingt es der Inszenierung, eine düstere Thriller-Athmosphäre aufkommen zu lassen.
Das Stück lebt in erster Linie von den verschiedenen, interessanten Charakteren und von der Musik, und gerade da ist alles im grünen Bereich.

Das groß besetzte Orchester gefiel mir diesmal noch um einiges besser. Es klang oft schärfer und dramatischer. Die Streicher waren klangvoll, die Blechbläser (in der Irrenhauszene) imposant.
Der stimmgewaltige und optisch sehr präsente Chor war diesmal viel besser zu verstehen.

Bis auf ein paar Ausnahmen habe ich meine persönliche Idealcast erlebt. Gary Martin passt stimmlich und vor allem optisch perfekt in die Rolle des Sweeney. Mit der genialen Maske/Frisur und seiner Mimik "mimt" er den dämonischen und bösen Barbier perfekt.
Im Gegensatz zu Gregor Dalal vermisste ich keine Musicalstimme, da sein voluminöser Bariton etwas heller klang.
Tom Schimon gab einen sehr sympathischen, jungen Toby ab, der mit schlankem Musicaltenor und gutem Schauspiel überzeugte.
Johannes Wiedecke war wieder ein guter, besessener Turpin mit klangvollem Bass. Dirk Lohr ist für den fiesen Büttel Bamford einfach wie geschaffen. Frances Lucey überzeugte als Bettlerin mehr als Susanne Heyng. Mario Podrecniks "Rudolpho" Pirelli ist einfach wunderbar. Mit schlankem Tenor (astreine hohe Cs) und dynamischem Schauspiel verkörpert er den vermeintlichen Moshammer aus Italien erstklassig. Milica Jovanovic ist die ideale Johanna, sie ist einfach reizend und singt mit glasklarem, schlankem Sopran.
Marianne Larsen war wie immer der Star des Abends. Sie haucht der Nellie Lovett so viel Leben ein und gibt der Rolle unglaublich viel an Bedeutung. Ihr Gesang ist herrlich und hat teilweise etwas leicht derbes, freches in der Stimme, passend zur Auslegung der Rolle, dann wieder ist ihre Stimme unglaublich klar und klassisch. Sie ist unbeschreiblich gut.
Lediglich Julian Kumpusch enttäuscht als Anthony. Sein Spiel ist hölzern und sein rein klassicher Bariton klingt zu tief und zu alt für die Rolle. Florian Soyka kaufte man den jungen, verliebten Matrosen viel mehr ab. Sein kräftiger Musicalbariton war angenehmer und sein Schauspiel hervorragend.


Ich freue mich schon auf die hochgelobte Klagenfurter Version, die mit Sicherheit noch mal um einiges stärker ist, dennoch werde ich die Müncher Version in guter Erinnerung behalten, und in gewissen Punkten (z.B. Besetzung) ist sie teilweise wohl nicht zu übertrumpfen.

~Marc~ (erste Bewertung)


28086
Enttäuschend

14.11.2009 - Nach der superguten Aufführung in Klagenfurt ein Schock in München,es tut mir leid aber das geht wirklich nicht,furchtbar!

Claudia Fuscher (2 Bewertungen, ∅ 2.5 Sterne)


28059
Bitte absetzen

30.10.2009 - ich habe einen direkten vergleich und muss sagen münchen hat das stück und sondheim vernichtet, der stern gilt marianne larssen,differenzierter kann ich nicht sein weil ich es wirklich schrecklich fand, ich bitte um Vergebung und möchte niemanden wehtun aber bitte bitte rettet sondheim und setzt diese inszenierung ab

Hannelore (2 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


27787
Neues altes Ende

16.05.2009 - Was ist da im Gärtnerplatztheater passiert?
Aufgrund von Forumsbeiträgen und Kritiken erwarte ich bei meinem "Sweeney Todd"-Besuch am 7. Mai einen umstrittenen zweiten Akt. Und dann das: Toby bringt Sweeney im Vorbeigehen um. Der hat vorher Mrs. Lovett erwürgt. Genauso wird Sondheims geniale Musik abgewürgt. Vorhang runter. Schluss.
Hat Regisseur Christian von Götz aus Einsicht seine Inszenierung wieder geändert? Oder musste auf Druck von Verlag / Publikum / Kritik das bekannte Ende von "Sweeney Todd" wieder her?
So jedenfalls wirkt die Inszenierung überhaupt nicht mehr schlüssig. Nach einem packenden ersten Akt wird im zweiten Teil mehr und mehr mit der bisherigen Erzählweise und den Konventionen gebrochen, um dann doch wieder an das konventionelle, vorhersehbare Ende zu gelangen.
Vielleicht hat das auch mit meiner Erwartungshaltung zu tun ... empfehlenswert ist die Aufführung für Gärtnerplatztheater-Verhältnisse auf alle Fälle. Endlich wird hier Sondheim bejubelt und ernst genommen (nach dem arrogant bearbeiteten "Ab in den Wald"). Zwar knödelt noch so mancher Operettenstar, aber das ist nicht so schlimm. Marianne Larsen ist bei ihrer Charakterstudie überhaupt nicht überfordert - im Gegensatz zu Gregor Dalal. Die musikalische Seite, die Bühnentechnik und eine Neu-Interpretation (Tanzelemente und satirischer Schluss des 1. Aktes) weisen in die richtige Richtung.

sweeney tom (erste Bewertung)


27611
Upps

14.03.2009 - Liebe Freundin, Du hattest mich gebeten, die Produktion mit einen positiven Beitrag zu unterstützen. Da hatte ich die Show noch gar nicht gesehen, aber das schien Dir nichts auszumachen. Jetzt war ich in München. Marianne Larsen ist hervorragend. Florian Soyka überzeugte stimmlich.
Warum gibst Du Dich bei Deiner Nähe eigentlich für solche Sachen her (ich meine auch Deinen Beitrag)? Wenn Du wieder mal nach Hamburg kommst, habe ich ein Abendessen frei! Als Wiedergutmachung!

horst (erste Bewertung)


27566
Die Produktion wird "Kult"

01.03.2009 - Es ist wirklich überraschend, wer sich alles genötigt fühlt, zu urteilen. Besonders schade ist dabei natürlich negative Kritik. Sollte diese jedoch gerechtfertigt sein, kann man nichts dagegen sagen. Leider bedienen sich im Fall der Münchner Aufführung von Sweeney Todd anonyme Schreiber dem Forum, von denen man nicht weiß, wer oder was sie gerade zutiefst beeinträchtigt.
Es ist einfach bedauerlich, zu merken, daß private Fehden oder Frustrationen (was bitte sonst?) hinter diesen unangemessenen „Kritiken“ stecken, die leider keine Kritiken sind, sondern persönliche Angriffe auf den Regisseur.
Spannend ist jedoch, daß der Kritiker Hardl offensichtlich Inszenierungen von Götz’ über einen langen Zeitraum verfolgt hat. Wie kommt das? Regisseure, von denen ich nichts halte, folge ich sicher nicht quer durch Deutschland und das über Jahre. Ebenfalls weitere Interna des Artikels zeigen klar private Angriffe und Frustration: Möglicherweise handelt es sich bei Hardl um einen zurückgewiesenen Darsteller oder einen erfolglosen Regie-Konkurrenten.
Abgesehen davon reizt es mich wirklich zu wissen, was bitte „orientierungslose Umbauten“ sein sollen. Wer "Regietheater" in den Mund nimmt und leider offensichtlich weder Regie noch Theater - geschweige denn Regietheater - beurteilen kann, sollte das doch bitte tunlichst unterlassen.
Vielen Dank.
Da diese Internetseite jedoch eigentlich zur Beurteilung von Musicalinszenierung da ist:
Sweeney Todd am Gärtnerplatztheater München ist hervorragend und ich bin sicher, daß diese Produktion auf längere Sicht in München Kult wird!
Von Götz ist es gelungen, Charakterstudien dieser hochkomplexen Personage auf die Bühne zu bringen, ohne die Handlung oder Situationen aus dem Auge zu verlieren. Im Gegenteil: Durch seine Auslegung verdichten sich Handlung, Charaktere und Musik zu einer Geschlossenheit, die besonders im Musicalbereich ihresgleichen sucht. Alle Personen sind hervorragend geführt, ihre innere Not klar gezeichnet. Das ist Musiktheater des 21. Jahrhunderts und wer damit überfordert ist, sollte sich lieber geschlossen halten oder an den romantischen aber inhaltslosen Produktionen vorangehender Jahrzehnte erfreuen, die geringeren Anspruch an das Publikum haben.
Für Zuschauer, die Musiktheater als Kunstform verstehen und schätzen.
Fünf Sterne!

Molly (erste Bewertung)


27553
Sehr starke Produktion

27.02.2009 - Habe am Wochenende Sweeney Todd in MÜnchen gesehen und muß mich jetzt auch mal zu Wort melden:
An der Diskussion um die Sweeney Todd-Produktion von Christian von Götz am Gärtnerplatztheater hatte ich in den letzten Tagen schon sehr viel Spaß. Ein Beitrag scheint zensiert worden zu sein. Der Schreiber scheint aber nicht müde zu werden, seine scheinbar auch privat motivierte Abneigung gegen den Regisseur kund zu tun. Daß er sich dabei aber auf diese unsägliche dumme Kritik im SZ-Lokalteil beziehen muß, ist dann doch sehr arm.
Jenen Bericht habe ich auch gelesen und fand ihn so unterirdisch schlecht geschrieben und blind im Urteil, daß ich doch sehr stark am Niveau dieser Zeitung gezweifelt habe.
Aber da es nur der Regionalteil war, kann ich nur sagen:
Liebes Team, laßt Euch von den Spießern nicht verschrecken. Ihr macht tolles Theater. Viel Feind, viel Ehr!
Und dann noch:
Liebe Musical-Community, guckt Euch Sweeney Todd in München an, solange das Stück noch läuft, denn so eine starke Produktion seht Ihr so schnell nicht wieder.
5 Sterne für Regie, Bühne, Kostüme, Dirigent und Sänger!

scaramouche3 (erste Bewertung)


27548
Gelungener Abend!

25.02.2009 - Die Aufführung des Musicals Sweeny Todd am Gärtnerplatztheater in München ist für mich in vieler Hinsicht sehr gelungen.
Zunächst einmal ist hier die Leistung der Sänger zu nennen. Das Gärtnerplatztheater ist kein reines Musicalhaus, daher werden alle Darsteller sonst primär im Bereich von Oper und Operette eingesetzt- umso beeindruckender ist die Leistung, die das gesamte Ensemble in dieser Aufführung abliefert.
Jeder Einzelne wird sowohl sängerisch als auch darstellerisch seiner Rolle gerecht. Besonders zu erwähnen ist die herausragende Mrs. Lovett von Marianne Larssen, aber auch alle anderen leisten wirklich Erstaunliches.
Auch das Orchester klingt sehr gut und bringt Sondheims Musik differenziert und spannend zu Gehör.Es macht Freude dies alles zu hören.
Auch die Tontechnik ist meiner Meinung nach nicht negativ zu bewerten, auch hier ist schließlich zu beachten, dass es sich nicht um ein reines Musicalhaus handelt, sondern um ein Theater, das ein weit breiteres Sperktrum abdeckt, da sind die letzten technischen Finessen vielleicht nicht zu erreichen, aber was man zu hören bekommt lohnt sich!
Nun zur Regie. Im ersten Teil erzählt Christian von Götz handwerklich präzise und dicht die Geschichte, wie sie sich in Libretto und Musik findet. Die Bühnentechnik kommt ausführlich zum Einsatz, aber ohne dass man den Eindruck hätte, dass etwas davon Selbstzweck wäre oder Leerlauf überspielen solle, nein, damit werden-ganz praktisch- Räume geschaffen und verändert, zugleich wird aber auch mit Hilfe von Beleuchtung die Atmosphäre des Stücks unterstrichen.

Der zweite Teil weicht vom ersten Teil insofern ab, als er nicht mehr eins zu eins dem Libretto folgt, sondern das Ende der Handlung zuspitzt.
Muss man das so machen, ist es notwendig, dass sich Sweeny Todd am Ende selbst tötet, dass so viele der Figuren dem Wahnsinn anheimfallen und Mrs. Lovett schließlich allein zurückbleibt? Nein, man muss es sicher nicht.
Aber ist das die richtige Frage?
Ich denke nicht!
Ich denke es geht viel mehr darum,ob die von Christian von Götz inszenierte Deutung in sich stimmig und glaubhaft ist und das ist sie für mich durchaus.
Im Programmheft kann man lesen, dass die Geschichte von Sweeny Todd vom zunächst apsychologischen zum zunehmend psychologischen entwickelt wurde- und das Weiterdenken der Psychologie steckt in dieser Inszenierung, denn wie unbeschadet können die Beteiligten das alles überstehen?
Das ist eine Frage, die sich (mir) stellt und von Götz gibt eine mögliche Antwort darauf. Und ist das nicht das Wesen spannenden Theaters- sei es nun Oper, Operette, Sprechtheater oder Musical- dass man sich jedem Stück immer wieder neu nähert und damit auch zu überraschenden und kontroversen Ergebnissen kommt? Ich denke schon und wünsche allen, die das Stück gesehen haben und noch sehen werden einen tollen Abend und anregende Diskussionen.

Monika (erste Bewertung)


27544
Christian von Götz scheitert an Sweeney Todd

25.02.2009 - Nachdem mein Beitrag der Zensur zum Opfer gefallen st, will ich doch wenigstens den schönsten Satz aus der bereits erwähnten Besprechung in der SZ zu Protokoll geben:

"... wie es sein kann, dass so ein Meisterwerk der Absenz handwerklichen Koennens unbeschadet an einen dereinst nicht ganz unbedeutenden Staatstheater herauskommen kann."

Zwei Sterne für Larsen.

willewhw (6 Bewertungen, ∅ 2.7 Sterne)


27542
Ein Desaster des Regietheaters

24.02.2009 - So, jetzt muss ich auch mal meine Meinung zu dieser "Inszenierung" kundtun.
Die Sueddeutsche Zeitung schreibt treffend "Die Auflösung eines Genres".
Und wenn da ein Vorredner vom "Meister des Crossovers zwischen Oper, Operette und Musical" schreibt, heißt das in Wahrheit: Der Regisseur Christian von Goetz macht, egal, was für ein Genre er angeht, immer das Gleiche draus-eine inhaltlich überfrachtete, effekthascherische und über dem Werk stehende Selbstdarstellung.
War schon in Kassel bei My fair Lady mit dem gegen die Intention des Autors gebürsteten Schluß kein Blumentopf zu gewinnen und erinnern wir uns an unsägliche Regie-"Einfälle" bei Anything goes in Oldenburg oder Evita in Bremen, so schlägt diese Produktion dem Fass den Boden aus.
Liess Herr von Goetz schon im Vorfeld in der Münchner Presse verlauten, dass der Film schlecht und er dem Stück nun zu inhaltlicher Relevanz verhelfen werde (welch Bescheidenheit), so blieb er dies komplett schuldig. Statische Personenführung, der Chor praktisch nicht inszeniert oder wenigstens arrangiert, die Umbauten orientierungslos (auch das eine Organisationsaufgabe der Regie!) und an der Musik vorbei zielende Lichtregie-man kann das als modernes Musiktheater anpreisen, wie meine offensichtlich privat verwickelten Vorredner. Man kann es aber auch einfach so sagen: Der Kaiser hat gar nichts an.
Übrigens höre ich aus dem Gärtnerplatz-Umfeld wenig über billig im Zusammenhang mit Herrn von Goetz, das war wohl eine schon zu des Intendanten Augsburger Zeiten abgesprochene Sache, da dort Goetzens Orpheus- Inszenierung ausfiel aus Dispo-Gründen und man ihm noch was schuldig war.
Dagegen wäre auch nichts zu sagen, aber das ohnedies schlingernde Gärtnerplatz-Theater hat sich mit dieser Produktion vor allem beim Münchner Publikum keinen Gefallen getan.
Und zu den hier beschriebenen "enthusiastischen Zuschauerreaktionen" sei angemerkt: Schon bei der Premiere von Christ O jubelte die Kaiserslauterer Fangemeinde das Stück hoch, das anschließend als Flop (zu Recht!) in der Versenkung verschwand.
Nein, ganz ehrlich: Das einzig positiv zu vermerkende Element (und dafür 1 Stern) war die Leistung des Orchesters, das atmosphärisch und dynamisch musizierte.

Hardl (10 Bewertungen, ∅ 2.1 Sterne)


27541
Trotz einiger Kleinigkeiten eine spektakuläre, hochwertige Inszenierung

24.02.2009 - 4 Sterne.



Mich hat das Stück wirklich überzeugt und ich fand die Inszenierung wirklich sehr gut. Die Darsteller waren meiner Meinung nach gesanglich und schauspielerisch hervorragend und haben alle in ihre Rollen gepasst! Allen voran Marianne Larsen als Mrs. Lovett - die war einfach fantastisch - optisch, gesanglich und schauspielerisch! Nicht umsonst hat sie am Schluss den größten Applaus bekommen - wenn ich nicht irre, sogar noch etwas mehr als Sweeney! Gregor Dalal war als Sweeney auch sehr gut, ein rein klassischer Bariton halt, bei dem man vielleicht einen klitzekleinen Hauch von Musical in der Stimme vermisste. Florian Soyka hat die Rolle des Anthony mit Bravur gemeistert, Milica Jovanovic hat einen wunderschönen Sopran. Die anderen Sänger waren auch alle sehr gut.
Die Bühnentechnik war auch sehr gut und sah wirklich aufwändig aus. Der Chor war zwar schwer zu verstehen, überzeugte aber durch seine Stimmgewalt. Die Geschehnisse auf der Bühne wurden geschickt durch Ballett, Statisten, Chor, Einsatz der Drehbühne etc. unterstrichen. Das Orchester war mit 29 Mann gut besetzt und verschaffte dem Stück die nötige Atmosphäre, auch wenn man sich an manchen Stellen vielleicht noch etwas mehr Power gewünscht hätte.

Warum meine Vorredner die Tontechnik als grausam bezeichnen, kann ich nicht verstehen. Wenn sie so etwas schreiben, sollten sie das doch wenigstens begründen. Ich fand die Tontechnik in Ordnung. Sie hätte besser sein können. Die Sänger klangen rein und wurden gut verstärkt. Leider war ausgerechnet Gregor Dalal, Sweeney, leiser zu hören als die anderen, und das bei der Hauptrolle! Der Irrenarzt, die eigentlich unwichtigste Rolle, war am lautesten zu hören! Aber schlimm war das nicht. Das Orchester erschien mir teilweise etwas zu leise, bis auf die Harfe konnte ich gar nicht genau hören, ob es denn nun verstärkt wurde oder nicht. Das lag wohl auch daran, dass ich in der ersten Reihe direkt vor dem Graben saß und das Orchester ohnehin gut hören konnte.

Achtung Spoiler! (Anmerkungen zum Inhalt)
Ein paar Kleinigkeiten haben mich gestört. Während Johanna (Reprise) kommt leider kein Kunde mit Begleitung, den Sweney nicht aufschlitzt. Außerdem sieht man während dieser Szene auch nicht, wie Mrs. Lovett in den Keller geht, um die Pasteten zu backen, und es kommen keine Passanten, weshalb man die Hysterie der Bettlerin nicht wirklich nachvollziehen kann. Einen präparierten Stuhl gab es leider nicht, aber wenigstens wurden die Toten auf dem schiebbaren Stuhl zum Blechschrank gefahren, der sich dann automatisch öffnete, und dort hineingeschubst - auch nicht schlecht! Während "a little priest" gab es Zitate aus der Gegenwart, die heutzutage wohl bei keinem Stück (v.a. Oper) mehr überraschen. Meiner Meinung nach muss das nicht sein (Astronaut, Barack Obama...). Genial aber, dass Sweeney und Mrs. Lovett während dieser Szene mit dem Publikum sprechen und sie auf das Catering während der anstehenden Pause und die Pies, die es dort geben wird, aufmerksam machen. ("Wer weiß, was da wohl drin ist...") Und das Bein des Italieners auf dem Tisch war schon wirklich sehr makaber - herrlich makaber.
Das alternative Ende stört mich jetzt im Nachhinein ein bisschen, da ich danach recherchiert habe. In der Vorstellung selbst fand ich das Ende in Ordnung. Ich fand es nur übertrieben, dass bestimmte Personen sterben mussten, die in der Originalfassung eigentlich überleben, besonders die Umstände, wie sie umkommen. Schade auch, dass ein Epilog - the ballad of Sweeney Todd - fehlte. Teilweise orientierte man sich auch am Film - Anthony wird verprügelt, es gibt keinen Vogelhändler usw, außerdem verkaufen sie die DVD und den Soundtrack! Das hat das Stück nicht nötig. Diese Bühnenversion ist zehn mal besser als der Film, trotz veränderter Handlung!

Ich finde, diese Inszenierung kann sich sehen lassen und ist für Bayern eine echte Bereicherung, was Musical angeht. Vielleicht werd ich es mir noch einmal ansehen, wenn ich Leute finde, die gerne mitgehen wollen.

Marc~ (5 Bewertungen, ∅ 4.2 Sterne)


27539
Eine Inszenierung, die man gesehen haben muß

24.02.2009 - Es ist doch wirklich merkwürdig: Ich ging am Sonntag ins Gärtnerplatztheater in München und sah Christian von Götz' Version von Sondheims Sweeney Todd. Es war wohl einer der spannendsten und wertvollsten Musicalabende, die ich in 15 Jahren als Musicalfan erlebt habe. Da komme ich auf die Seite der Musicalzentrale und lese eine mich völlig befremdende "Kritik" unter dem Titel "Hochmut kommt vor dem Fall". Es ist ein totaler Verriß vor allem der Regie und ich frage mich ernsthaft, ob besagte(r) Schreiber(in) tatsächlich in der gleichen Produktion war, wie ich.
Erstmal sind nahezu alle erwähnten Details, die sich auf die Aufführung beziehen, unwahr. Dann hat der/die Rezensent(in) wohl wenig begriffen von dem, was er/sie sah.
Die Inszenierung ist aufregend, technisch und künstlerisch brilliant.
Wie mir mein Sitzplatznachbar begeistert sagte, ist der Regisseur ein Meister des Crossovers zwischen Musical und Oper. Wenn das Gärtnerplatztheater so jemanden tatsächlich "billig haben" kann (was ich mir übrigens nicht vorstellen kann) so kann man das Theater nur beglückwünschen.
Entweder ist der Geschmack von Schreiber(in) "willewhw" geschult am nichtinszenierten 80er-Jahre-Musical und sie/er will eben die Aufführungen sehen, zu denen sonst nur noch unsere Tanten schunkeln oder er/sie hat da eine ganz persönliche Sache aufzuarbeiten. Vielleicht ist sie/er arbeitslose(r) Regisseur(in) oder so. Mit normalen Kategorien ist diese abwegige "Kritik" jedenfalls nicht zu greifen.
Fazit: Hinfahren!

bergerson (erste Bewertung)


27537
Man kann es auch differenziert betrachten

23.02.2009 - Ich kann die Meinung meiner beiden Vorredner nur bedingt teilen. Klar, die Tontechnik ist grausam. Und auch die Sondheimsche Musik ist Geschmacksache, meine ist sie nicht, aber davon lasse ich mich nicht zu unqualifizierten Kommentaren hinreißen. Es war im Vorfeld bekannt, dass mit dieser Produktion Grenzen angetestet werden sollen. Das passierte besonders im zweiten Akt, keine FRage. Und natürlich kann einem dieser Akt schwer im Magen liegen. Aber genau für solche grenzgängige Inszenierungen ist Christian von götz doch bekannt, wenn man sich an "Poe - Wie Pech und Schwefel" erinnert. Ich denke, hier ist eher das Stück selbst bei vielen Betrachtern das Problem, weniger die Regie. Ich sehe Sweeney Todd nämlich eher als sehr schwere Charakterstudie, die zwar Elemente von Jekyll & Hyde enthält, aber nicht annähernd dessen roten faden enthält und schon gar nicht die Gänsehautatmosphäre und erst recht nicht die flüssige, faszinierende Musik.
Mich stört in München vor allem, dass man eine so extrem Opernlastige Inszenierung gewählt hat. Das ist definitiv kein Musical, sondern eine Oper mit musi(c)alischen Bühnenelementen. Die Darsteller (außer der Larsen) können zwar singen, sind aber schauspielerisch grottenschlecht. Das es auch anders geht zeigt "Porgy & Bess, was auch eigentlich eine Oper darstellt, aber mit schauspielerisch bärenstarken Sängern besetzt ist, so dass es eigentlich ein Musical mit Opernstimmen darstellt. Wenn man der Münchener S.T. Inszenierung ein kompaktes Musical-Ensemble verordnet hätte, mit der entsprechenden Ausstrahlung und Ausdruckskraft, dann hätte es eine gute Show werden können. Ich denke, Musicalfans werden dieses Stück nicht mögen, Opernliebhaber, das zeigte auch die Premiere, dürften Geschmack daran finden. Die bislang hier geäußerten Meinungen spiegeln im übrigen meiner Meinung nach nicht die Reaktion des Premierenpublikums wieder, denn die ganz wenigen Buh-Rufe wurden übertönt von lautstarken Beifallsbekundungen der Mehrheit der Besucher. Ich bewerte aber als Musical-Liebhaber, darum nur zwei Sterne, für mich war es nicht wirklich unterhaltend, ich war eher froh, als diese "Oper" vorbei war.

Heidelicht (erste Bewertung)


27531
Einer für die Larsen

22.02.2009 - Sweeney Todd ist eine blutrote Operette und keine Oper, die einzige die in dieser sehr matten und dem Stück keinesfalls helfenden Inszenierung einen Stern verdient ist Marianne Larsen.Noch besser und das wird mir Frau Larsen verzeihen wäre Ks Gisela Ehrensperger gewesen aber die hat das Haus ja rechtzeitig verlassen können bevor man diese schlecht Musicalqualität über die Rampe schickt.Tontechnik war ein Albtraum und der Dirigent bemühte sich aber entschied sich nicht wirklich ob er ein Tempo halten oder nicht halten wollte.Die letzte Sweeney produktion die ich gesehen habe war in Wien:Ein Unterschied wie Tag und Nacht,und damit meine ich dass München in tiefschwarze Nacht gestürzt ist.

Wassersteiger (4 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


27524
Auf jeden Fall empfehlenswert!

21.02.2009 - Ich hatte gestern das große Glück an der Abendkasse noch sehr günstig Tickets für die Premiere von Sweeney Todd ergattern zu können - und ich bin völlig begeistert.

Die Musik ist genial, das Orchester stark. Die Musik ist zwar sehr schwierig, weshalb sich wenig beim ersten Hören einprägt, aber wenn man sich auf Disharmonien einlässt, findet man tolle Melodien.

Das Bühnenbild ist gar nicht mal so schlicht wie man es sich von einem Stadttheater erwartet. Vor allem die Drehbühne wird immer wieder genial genutzt.

Zu den Kostümen fällt mir jetzt nichts ein, es scheint mich also nichts gestört zu haben ;)

(hoffe ich verrate jetzt nicht zu viel, kennt man das Stück nicht, sollte man den Schauspielerabschnitt ggf. überspringen)
Gary Martin gibt es einen gesanglich starken Sweeney Todd und spielt überzeugend.

Überhaupt ein durchgängig guter Cast: Julian Kumpusch
als leidenschaftlicher Liebhaber Anthony, Frances Lucey als Bettlerin mit Geheimnis, Thérèse Wincent
als reizende Joanna; Martin Hausberg und Dirk Lohr als "böser" Richter Turpin und dessen Handlanger; Florian Wolf als Jonas Fogg - gut; Mario Podrecnik als witziger "Spaghetti"/Pirelli.
Toby wird von Florian Simson super interpretiert.

Doch mein Liebling und der des Publikums ist Marianne Larsen in der Rolle der Mrs. Lovett. Ihr Spiel ist witzig und abwechslungsreich. Ihre Komik verleiht dem Stück eine zweite Dimension neben der Tod/düsteren Stimmung. Zugleich gibt sie ihrer Rolle eine Tiefe und Zerbrechlichkeit: unerwiderte Liebe zu Todd oder Mutterliebe gegenüber Toby sind die anderen Seite der Pastetenverkäuferin....Grandios!

Insgesamt wird eine tolle Geschichte erzählt, die berühren kann, wenn man hinter die Morde sieht.
Hut ab an das mutige Theater und die tolle Regie!

Ich muss allerdings sagen, dass dies mein erster Kontakt mit Sweeney Todd und Sondheim überhaupt ist und dass ich nicht beurteilen kann, ob meine große Begeisterung nicht vom Stück bzw. Buch an sich ausgeht und ob diese Inszenierungen jemandem, der das Stück z.B. vom Broadway her kennt, auch gefallen würde.

Einen großen Kritikpunkt habe ich allerdings: Vor mir saßen zwei Großmütter und ihre Enkel die ganz un gar nicht begeistert von den blutigen Szenen waren (zumindest die Großmütter nicht ;) ). Die schienen wirklich nichts über das Stück zu wissen und waren sichtlich schockiert... vielleicht hätte man irgendwo auf den Plakaten eine kleine Warnung für Familien mit Kleinkindern anbringen können...
(Was übrigens meiner Meinung nach nichts an der Tatsache geändert, dass man sich als Großmutter auch hätte informieren müssen/können, bevor man die Enkel in ein Stück schleppt...)

Fazit: Sehenswert! (Ich zumindest werde es mindestens noch einmal sehen)

Naja aber das alles ist nur meine unbedeutende Meinung :).

Dr. Dillamond (erste Bewertung)


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