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Rock-Oper

Tommy

Spirituelle Erleuchtung durch Flipperautomaten


Überzeugende Inszenierung in MTV-Optik über das Schicksal eines zunächst taub-stumm-blinden Jungen, der zum Superstar aufsteigt. Die bewegende Darstellung des jungen Titelhelden und seines älteren Alter Ego sowie die für die Show zum Stadttheater-Ensemble dazuverpflichteten Musical-Profis sorgen für einen mitreißenden Musiktheater-Abend.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:16.06.2007
Letzte bekannte Aufführung:20.06.2008


Mit ausdruckslosem Blick starrt der blonde Junge ins Publikum. Wie besessen wippen seine Hände in kurzen zackigen Bewegungen am Geländer des glitzernden halbrunden Podests, auf dem er steht. Im Zeitalter der Spielekonsole hat Regisseur Thorsten Krafft den klassischen Flipperautomaten eingemottet. In seiner Inszenierung spielt sich der junge Tommy durch virtuelle Welten, die auf einer Videowand hinter ihm für den Zuschauer sichtbar werden. "Tommy" ist im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen und die hier verordnete Frischzellenkur bekommt der knapp vierzig Jahre alten Rockoper in der deutschsprachigen Übertragung von Anthony Gebler außerordentlich gut.

Insbesondere im ersten Akt schafft Thorsten Krafft Bilder, die mächtig unter die Haut gehen. Misshandlungen und Demütigungen des jungen Tommy werden realistisch ausgespielt und die Verzweiflung seiner Eltern, die sich von skrupellosen Medizinern Heilung für den traumatisierten Sohn erhoffen, kann der Zuschauer sehr gut nachvollziehen. Gleichwohl weiß der Regisseur, was er seinem Publikum zumuten kann. So geschieht beispielsweise der Missbrauch an dem Jungen unter einem bewegten weißen Tuch, hinter dem der Täter nach dem Vollzug plötzlich als lieber Onkel mit dem Märchenbuch in der Hand erscheint. Allein, dass er sich zufrieden grinsend die Hose schließt, deutet an, was geschehen ist.

Krafft setzt auf eine schelle, fast ineinander verschwimmende Handlungsfolge. Spielt eine Szene direkt im Zentrum der Bühne, folgt die nächste auf dem fast vollständig abgedeckten Orchestergraben, während die übernächste im Hintergrund auf dem emporgefahrenen Hubpodium arrangiert ist. Der Regisseur nutzt damit alle Möglichkeiten, die ihm Bühnentechnik und der von Manfred Kaderk gestaltete Raum gewähren: Rechts und links von jeweils drei neigbaren Beleuchtungstürmen begrenzt, charakterisieren auf die Bühne fahrende oder hineinschwebende Dekorationselemente den jeweiligen Handlungsort. Von insgesamt drei Videowänden – eine direkt oberhalb der Bühnenöffnung, eine variabel drehbar mitten im Geschehen und eine als abschließende Begrenzung – flimmert dem Publikum eine Bilderflut entgegen: Psychedelische Muster, Wolkenformationen aber auch Nahaufnahmen der handelnden Personen illustrieren und kommentieren permanent das Geschehen (Video-Design: Martin Kemner). Wer genau hinschaut, entdeckt spaßige Anspielungen wie pausbäckige Amor-Putten in der Hochzeitsszene der Walkers oder Sequenzen wie aus einem Vorspann zu einem James Bond-Film beim Auftritt der Acid Queen. Ester Bätschmanns geschmackvolles Kostümbild verquickt geschickt Stil-Elemente von Pettycoat bis Designeranzug.

Besonders intensiv gearbeitet haben muss der Regisseur mit Paul Kemner (junger Tommy). Sein zögernd-schleppender Gang, die hilflosen Gesten und der ausdruckslose Blick erschüttern. Im zweiten Akt harmoniert der Junge gut im Zusammenspiel mit seinem älteren Alter Ego und lässt zudem mit reinem Knaben-Sopran auch im Gesang aufhorchen. Kein Wunder, dass beim Schlussapplaus der Premiere zwei gleichaltrige weibliche Fans mit selbstgepflückten Blumen auf die Bühne stürmen. Viel Sympathien fliegen auch Luciano Di Gregorio (älterer Tommy/Erzähler) zu. Er steht als Titelheld ganz im Zentrum der Aufführung, ist elegant im Spiel und verfügt über eine geschmeidige Tenorstimme, die er mühelos auch bis in höhere Lagen führen kann. Ulrike Wahren (Mrs. Walker) und Ralph Ertel (Captain Walker) lösen ihre Gesangsaufgaben sowohl solistisch als auch in den Duetten mit Wohlklang. Wahren liefert darüber hinaus ein absolut authentisches Rollenporträt einer verzweifelten Mutter. Schade, dass Sandra Bleicher (Acid Queen) nur einen Kurzauftritt hat. Ihr Song „Ich bin Guipsy, the Acid Queen", vorgetragen mit satter Rock-Röhre, gehört zu den gesanglichen Höhepunkten der Aufführung. Martin Kemner ist ein fieser Onkel Ernie, Matthias Forsgren gibt Cousin Kevin als hinterhältigen Brutalo-Schläger. Peter Stolle und seine sieben Mitstreiter der „Tommy“-Band sind zuverlässige Begleiter, deren satter Rock-Sound viele im Publikum munter mitwippen lässt.

Musiker, Solisten, Ensemble und das Ballett des Stadttheaters führen die Show, deren rasante Choreografien (Thorsten Krafft) zu Beginn des Abends noch recht unsauber getanzt werden, zu einem am Premierenabend nach dem Finale zu Recht mit Standing Ovations bejubeltem Erfolg. "Tommy" ist alles andere als seichte Musical-Kost, die trotzdem begeistern kann.

Musik und Gesangstexte: Pete Townshend
Buch: Pete Townshend und Des McAnuff

(Text: Kai Wulfes)




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News: PdW: Tommy (11.06.2007)



Kreativteam

Musikalische LeitungPeter Stolle
Inszenierung und ChoreografieThorsten Krafft
BühnenbildManfred Kaderk
KostümeEsther Bätschmann
Video-GestaltungMartin Kemner


Besetzung

Tommy/ErzählerLuciano Di Gregorio
Tommy jungPaul Kemner
Mrs. WalkerUlrike Wahren
Captain WalkerRalph Ertel
Onkel Ernie u.a.Martin Kemner
Cousin Kevin u.a.Mattias Forsgren
Acid Queen u.a.Sandra Bleicher
Mrs. Simpson u.a.Iris Wemme
Sally Simpson u.a.Peggy Pollow
Mr. Simpson u.a.Matthias Pantel
Männerensemble IKorbinian Reile
Männerensemble IIMichael Kemper
Männerensemble IIIGregory Le Blanc
Harmonikaspielerin u.a.Sandra Herzig
In weiteren RollenWen-Hua Chang
Vanessa Duarte da Silva
Vanessa Erdmann
Irina Nilova
Beth Petkus
Maki Taketa
Fedor Chatilov
Eoin Griffin
Marius Manole
Michael Scicluna



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


26 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


20024
Standing Ovation für mutige Produktion

31.12.2009 - THE WHO´s Rock-Oper in deutscher Sprache aufzuführen ist immer mutig, da jeder, die die Musik vom Original her kennt, mit dem unbekannten deutschen Text Probleme bekommt. Nach Lübeck, Osnabrück und Dortmund hat nach langer Zeit wieder ein deutsches Theater gewagt, TOMMY auf die Bühne zu erheben. Den Verantwortlichen sei gedankt, ihnen und den ausführenden Künstlern wünsche ich immer ein volles Haus und ein begeisterungsfähiges Publikum.
TMC

Heinz Haberzettl


20029
ES ROCKT

31.12.2009 - affengeile show.das ensemble hat das haus echt zum rocken gebracht.tolle künstler auf der bühne.alle rollen perfekt besetzt.weiter so und danke für den gelungenen abend.

Michael


20233
GEIL

31.12.2009 - Das Stück ist einfach genial! Das kann man auch nur weiterempfehlen! Peggy ist die beste *gg*
bis denne Janina

nina


23751
man wa das cool

31.12.2009 - hey ich wa mit meiner klasse da und ich fand das sssoooooo... cool echt supidupi =)=) und die schauspieler waren ja auch voll toll

jannika


25707
sehr beeindruckend

20.04.2008 - Mich hat die Vorstellung umgehauen. Sowohl die Geschite des Stücks, die Inszenierung, als auch die Darsteller.
Ich bin sehr beeindruckt, es hat mir ausserordetlich gut gefallen.
Besoders Ulrike Wahren und Luciano Di Gregorio haben meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Paul Kemner war auch klasse.
Ich würde mir TOMMY sofort ein zweites mal anschauen.

Lotta


25480
nicht so wirklich toll

07.04.2008 - Die Inszenierung hat mir nicht richtig gefallen, auch wenn die Stimmen der Darsteller schon ziemlich gut waren.

Steffi


24138
Brutal aber nett

27.01.2008 - Das gesamte Stück war sehr brutal aber die Darsteller glänzten mit ihren Stimmen

Karlchen


23595
einfach genial

02.01.2008 - meine frau und ich sind ca. 500 km vom westerwald nach bremerhaven gefahren und jeder meter hat sich gelohnt. wir haben dieses stück am 28.12. bereits 9 bzw. 7 mal gesehen, das erste mal auf deutsch. wir sind noch nicht am ende und werden bestimmt nochmal nach bremerhaven kommen. wir hoffen das viele so denken. ein großes lob an die band und alle darsteller. jeder hat sein scherflein für eine mehr als gelungene darbietung dazu gegeben, standing ovations am ende waren der verdiente lohn, tommy darf nicht "sterben". also, bis bald. manfred und anne.

manni


23157
einfach SUPER

12.12.2007 - Auf Deutsch einfach Spitze - da sollten sich andere Theater mal eine Scheibe abschneiden - wir waren aus Dortmund angereist und haben es nicht bereut . Werden bestimmt nochmals reingehen . Nur zu empfehlen .

maulwurf


23054
Videos zum Musical ?

08.12.2007 - Gibt es Videos vom Musical, die ich mir angucken kann?

Ich


23042
Yea!

08.12.2007 - Hammer stück! ich war total begeistert!

Janin


22584
Tolle Show

17.11.2007 -

ich


22287
Alles andere als provinziell

25.10.2007 - Eine so ausgefeilte Show mit beeindruckenden technischen Raffinessen haette ich im Stadttheater wahrlich nicht erwartet. Die Darsteller koennen allesamt gut singen und tanzen, schade nur, dass die erste halbe Stunde so ueberfrachtet ist, dass man Gefahr laeuft schon gleich am Anfang der Geschichte den Faden zu verlieren, bevor man ihn ueberhaupt richtig aufgenommen hat.

Meikel


22196
nicht voll gelungen

19.10.2007 - Leider übertont die Musik meist die Stimmen der Darsteller. Das ist sehr schade und oft äußerst störend.
Die Handlung wird mir zu schnell und hektisch abgespielt. Die Darsteller überzeugen zum großen Teil, allem voran Ulrike Wahren.
Zu modern und mit zu vielen Videoprojektionen ist mir die Bühne gestltet.
Tolle Musik wird geboten!

Hardy


22109
Tolle Show!

12.10.2007 - Das die Songs auf deutsch gesungen werden tritt bei solch schaupielerischer, tänzerischer und auch technischer Ausführung schnell in den Hintergrund. Besonders M. Forsgren, Luciano di Grigorio, Paul Kemner und Sandra Bleicher sind absolu sehenswert und bieten, neben der echt rockigen Band, das richtige Tommy-Feeling!

Charlot


20369
Geniale Gesamtleistung-SUPER

07.07.2007 - Habe die letzte Vorstellung in
dieser Theatersaison gesehen.
(05.07.07.)
Sehr schade,dass es so wenig
gespielt wird!
Durch die vielen Doppel-und Dreifachbesetzungen wurde den
Mitwirkenden, in dem rasanten Tempo, viel abverlangt.Großartige
Videoproduktionen.Musikalische Meisterleistung von der Band .

Dieter Schade


20106
einfach eine gute Show

22.06.2007 -

ein Zuschauer


20089
gelungen

21.06.2007 - Eine gelungene Umsetzung. Nicht überzeugt hat mich der Sound, bzw. die Tonanlage und -abmischung. Zu laute Band, Sänger gingen darin etwas unter.
Trotzdem: Gute Leistung!

shakespeare


20088
Bravo -Stadttheater Bremerhaven

21.06.2007 - Ein Stück mit sehr viel Hintergrund, den man bis zur Pause erst einmal "verdauen" mußte.Alles in Allem eine hinreißende Aufführung, gehe bestimmt noch mal hin,denn der 2.Teil riß einen förmlich von den Sitzen.

Chico


20021
Tolle Show

17.06.2007 - endlich mal ein Musical abseits der Mainstream-Produktionen. Sehr gelungen.

tatjana


20017
SUPER AFFEN TITTEN GEIL (da sind sie, die vier Worte!)

17.06.2007 -

Beate Meißer


20016
Super!

17.06.2007 -

Pampa


20005
Gelungene Vorstellung!

17.06.2007 - Die Musik war super und mitreißend auch wenn man wie ich zuvor keines der Stücke kannte. Herausragende Stimmen von Tommy und seinem Vater! Schauspielerisch haben sich der kleine und der große Tommy großartig ergänzt. Die Leistung des Vaters wurde meiner Meinung nach vom Publikum nicht genug gewürdigt. Überhaupt war das Publikum zunächst sehr verhalten in seinen Reaktionen, war aber zum Ende kaum zu bremsen, was standing ovations und rufen nach Zugaben anging. Wir hatten einen echt netten Abend!

Heini


20004
Wahsinn!

17.06.2007 - es gibt einfach nichts zu kritisieren.... ein Abend , der einfach begeistert!
Tolle Arbeit!

Michael Schüler


20002
Hochgenuss für alle Sinne!

17.06.2007 - Musik, Tanz und Spiel darf ma von einem Musical auch in einem Stadttheater erwarten, bei Tommy in Bremerhaven bekommt man noch einiges mehr: Ein Kind als absolut überzeugender (sieht man selten aus deutschen Bühnen), eine Bühne die zusammen mit den Videoarbeiten und dem Licht ein visueller Hochgenuss ist, der die Arbeit des Ensembles unterstützt und beflügelt (auch selten) und vor allem ein Ensemble das vor professioneller Spiel-, Gesangs- und Tanzfreude strotzt! Unbedingt sehenswert.

Observer


20000
Großartige Allroundkünstler on Stage!

16.06.2007 -

Michael Jasper


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 muz-Lexikon
Handlung
In der von der Band "The Who" 1967 herausgebrachten Rockoper geht es um den Jungen Tommy, der in frühester Kindheit einen Mord mit ansehen muss, daraufhin traumatisiert, blind und taub und später noch Opfer eines sexuellen Missbrauches wird. mehr

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