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Musical-Revue

Songs For a New World

Der amerikanische Traum


Deutsche Erstaufführung des Erstlingswerks von Jason Robert Brown mit begeisternden Sängern in ungewöhnlicher Atmosphäre. Die Wiederaufnahme sowie eine Aufführung von Wolfgang Adenbergs Komplettübersetzung wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

(Text: Daniel von Verschuer)

Premiere:11.09.2006
Letzte bekannte Aufführung:13.09.2006


Als Jason Robert Browns "Songs For a New World" 1995 am Off-Broadway uraufgeführt wurde, attestierten die Kritiker dem New Yorker Komponisten und Autor eine große Zukunft im Musiktheater-Business. Elf Jahre später wählte der Regisseur und Produzent Daniel Witzke für die deutsche Erstaufführung einen symbolträchtigen Premierentermin - den fünften Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center - und einen ungewöhnlichen Aufführungsort: den Bauch des Museumsschiffs Cap San Diego im Hamburger Hafen.
Die beiden ersten Songs "A New World" und "On the Deck of a Spanish Sailing Ship, 1492" verdeutlichen die von Witzke mit dieser Wahl beabsichtigten Assoziationen zwischen Werk, Ort und Termin: Leitthema ist der Aufbruch in eine neue Welt, die Angst vor dem Ungewissen und der Kampf gegen die während einer solchen Reise lauernden Gefahren. Dabei entwickelt Brown keine zusammenhängende Handlung und verzichtet völlig auf Sprechpassagen. Jeder der 17 Songs steht für sich, erzählt seine eigene kleine Geschichte. Somit ist "Songs For a New World" weniger ein Musical, sondern ein Liedzyklus mit Motto. Regisseur Witzke trägt diesem Ansatz Rechnung und setzt weitgehend auf sparsame, unaufdringliche Personenführung. Selten werden wie im Song "Steam Train", der vom Traum eines Ghettokids erzählt, dem Elend als Profibasketballer zu entfliehen, Choreographie und Interaktion als Stilmittel eingesetzt.
Die beiden Lieder "Nur ein Schritt" (eine Frau droht ihrem Ehemann, sich vom Balkon zu stürzen, wenn sie keinen Nerzmantel bekommt), und "Surabaya-Santa" (die Frau des Weihnachtsmanns ist verbittert, weil sie Weihnachten allein verbringen muss), fallen in zweifacher Hinsicht aus dem Rahmen: Sie werden, von Wolfgang Adenberg treffend übersetzt, als einzige in deutscher Sprache gesungen, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Und sie erzählen lustige Geschichten und bilden so eine Abwechslung zu den anderen Songs, die meist melancholisch oder pathetisch sind.
Charlotte Heinke verkörpert die Lebensmüde und die Weihnachtsfrau mit großem komödiantischen Talent. Das romantische "Stars and the Moon", eine von Browns stärksten Kompositionen, interpretiert sie mit viel Gefühl und sehr pointierter Mimik und Gestik. Auch gesanglich rangiert Heinke auf höchstem Niveau. Femke Soetenga steht ihr mit klarem Mezzosopran in nichts nach und hat mit dem schlichten, aber eindringlichen "Christmas Lullaby" ihren stärksten Soloauftritt.
Volkan Baydar, bekannt als Sänger des Popduos Orange Blue, übernimmt die bei der Uraufführung vom schwarzen R'n'B-Sänger Billy Porter interpretierte Rolle. Man sieht ihm angesichts des extrem hohen technischen Anspruchs an seinen Part die gelegentlichen Ausflüge in die Kopfstimme und einige gepresste oder geschriene Töne nach. Er beeindruckt dennoch als flehender Kolumbus in "On the Deck..." und bei "Flying Home" mit großer Power und Intensität in Stimme und Darstellung.
Marc Seitz kann trotz der Tatsache, dass für ihn nur die weniger eindrucksvollen Soli übrig bleiben, ebenfalls überzeugen. Seine Interpretation von "She Cries", einer Anklage gegen Frauen, die Tränen als Allzweckwaffe einsetzen, gelingt ebenso wie das Liebesduett "I'd Give It All For You" mit Soetenga. Hier allerdings ist das Staging von Witzke nicht schlüssig: Das Paar steht während des Songs auf einer Treppe abseits der Bühne, die schlecht beleuchtet und von einem Teil des Publikums im verwinkelten Schiffsbauch nicht einsehbar ist. Hier wurde bezüglich Atmosphäre und Wirkung einiges verschenkt.
So gut die Einzelleistungen der Sänger sind, so fantastisch agieren und singen sie gemeinsam. Die vier Stimmen harmonieren prächtig, das Zusammenspiel funktioniert reibungslos, und die Schlusssequenzen von "A New World", "The World Was Dancing" und "Flying Home" garantieren Gänsehaut.
Die Band um Pianist Carsten Paap meistert Browns komplexe und heterogene Partitur (sowohl Swing, Gospel und Funk als auch Rhythm'n'Blues und Folk-Rock sind vertreten) mit Leichtigkeit, hält sich bei ruhigen Songs angenehm zurück und entwickelt in kraftvollen, intensiven Passagen eine geradezu unglaubliche Power. Paaps Virtuosität, beispielsweise bei "King of the World", beeindruckt nachhaltig.
Bis auf leichte Tonprobleme zu Beginn und einen Mikrofon-Aussetzer gelingt Tondesigner Fred Otto eine gute Aussteuerung im wahrlich nicht für Konzerte geschaffenen "Saal" im Bauch der San Diego. Marcus Kleine-Bergmanns Lichtdesign lässt hingegen einiges zu wünschen übrig, die Ausleuchtung wirkt statisch und ideenlos. An der vorderen Bühnenkante verschwinden die Köpfe der Sänger gar im Dunkeln.
Jason Roberts Browns Entwicklung nach der "Songs For a New World"-Uraufführung ist bekannt: Preise für "The Last 5 Years", gar ein Tony Award für "Parade" und vielbeachtete Soloauftritte mit seiner Band The Caucasian Rhythm Kings sprechen für sich. Kommerzieller Erfolg stellte sich zwar nicht ein, dafür ist seine Musik nicht Mainstream-orientiert genug. Doch zu den Wichtigen in New Yorks Musikszene zählt er längst.

(Text: dv)




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Kreativteam

Komponist und Autor Jason Robert Brown
Übersetzung Wolfgang Adenberg
Musikalische Leitung Carsten Paap
Regie Daniel Witzke


Besetzung

Mit Charlotte Heinke
Femke Soetenga
Volkan Baydar
Marc Seitz
Band Carsten Paap
Oliver Lüdecke
Christoph Buskies
Heinz Lichius
Yogi Jockusch



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


9 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


14591
Zauberhaft!

31.12.2009 - Erst einmal wieder großes Lob an Daniel Witzke für seinen Mut und sein Gespür für das Besondere.
Im seltenen und neuen Rahmen, tief im "Keller" des Museumsschiffes Cap San Diego, werden wir zu einem Liederabend entführt bei dem es um Veränderungen, also neues geht.
Dargeboten werden die vielfältigen Songs von wunderbaren Sängern. Vor allem Charlotte Heinke schafft es wieder einmal, ganz besonders auf sich aufmerksam zu machen. Ihre sehr schöne und kräftige Gänsehautstimme, aber auch ihr komisches Talent schaffen dies spielerisch.
Aber auch die anderen drei, also Femke Soetenga, Marc Seitz und Volkan Baydar, sind ausgezeichnet.
Kleine Wehmutstropfen: Leider wurden nur zwei Songs ins deutsche übersetzt, leider ist der Abend eben doch oft ein zusammenhangsloser Liederabend und leider ist es mit ca. 100 Min ziemlich kurz...
Es wird doch weitere Termine geben, denn das Haus war voll!

Hardy


14639
Einfach grandios!

31.12.2009 - Ich hatte das Glück, am letzten Montag bei der Premiere in der ersten Reihe zu sitzen. Es war ein wundervoller Abend. Toll, was Daniel Witzke mit seinen Darstellern und Darstellerinnen auf die Bühne gebracht hat.
Auch mir ist die tw. fehlende Beleuchtung der Einzelpersonen mit Spots aufgefallen. Das haben die grandiosen Stimmen jedoch allemal ausgeglichen.
Einfach ein Muss für jeden Musicalliebhaber. Auch mir traten die Tränen in die Augen, als auf einmal Flugbätter auf das Publikum fielen. Das war ein sehr trauriger Moment.
Insgesamt kann man nur voll des Lobes sein für diese wundervolle Aufführung. Danke an das gesamet Team!

Achim


15470
Super Stimmen, Tolle Schauspieler

03.11.2006 - Würde mich über eine CD oder DVD der Deutschen Produktion freuen.

Jureyk


14995
Endlich wieder was "echtes"

06.10.2006 - Die komplette Produktion lässt kaum zu wünschen übrig.
Die Aufnahme des Werkes kannte ich vorher nicht, jedoch Jason Robert Browns anderes hierzulande bekanntes Stück "The last 5 years." Allein wegen des Komponisten habe ich mir "Songs for a new world" angesehen und es hat sich mehr als ausgezahlt. Die Kompositionen sind brilliant. Sie vermitteln Wahrhaftigkeit und Tiefgang und - um es auf einen simplen Nenner zu bringen - sie berühren. Alle 4 Solisten haben ihre großen Momente (und davon nicht zu wenig) was ihre Leistung betrifft. Sie überzeugen mit ihrer ungekünstelten Art, die diese Show so sehr von den meisten anderen Produktionen abhebt, die in Deutschland laufen und zu einem beträchtlichen Teil auf Komerz und Unterhaltung ausgelegt sind. Das ist ja legitim... aber leider kommt der Tiefgang und das Bestreben tatsächlich etwas zu vermitteln in letzter Zeit nur allzukurz.
Bleibt zu hoffen, dass die Aufnahme von dieser Produktion noch zustande kommt.

Michael


14656
new worl of musical

15.09.2006 - schon zu beginn war klar- dieses musical wir etwas ganz besonderes!
schon der außergewöhnliche ort und die einzigartige atmosphäre hatten auf jeden einzelnen zuschauer eine tolle wirkung!
die geschichte drehte sich im großen und ganzen um den "aufbruch" in eine neue/bessere welt.
jeder einzelne der darstelller hat fantastisch überzeugt, doch ganz besonders marc seitz begeisterte durch seine wandlungsfähigkeit in jeder seiner rollen. selbst als elch mit roter, blinkender nase wirkte er noch autentisch und selbstbewusst! dies wurde durch seine einzigartige stimme betont und durch sein können als ein fantastischer musical-darsteller unterstrichen.
alles in allem ein großartiges stück und unbedingt weiter zu empfehlen!

honey


14652
Hm...

15.09.2006 - Ohne Frage waren das schöne Stimmen, dennoch fand ich das Ganze schlichtweg langweilig, lag irgendwie nicht auf meiner Wellenlänge. Vielleicht fehlte mir der Gute Laune Effekt, aber ich war anscheindend nicht die einzige, der es so ging.

Tina


14635
Das Beste seit Langem!

14.09.2006 - Große Gefühle, berührende Geschichten, lustige Passagen (besonders Charlotte Heinke), sogar ein mit Tränen in den Augen stockender Moment, wenn die Flugzettel vom Himmel fallen!
Alle vier Sänger (Danke: Femke, Charlotte, Volkan und Marc) mit vollstem Einsatz und tollen Stimmen. So viele kleine Momente, die einem in Erinnerung bleiben werden- all dies ist natürlich Daniel Witzke zu verdanken.
Hut ab für den Mut und die Energie solche Produktionen auf die Bühne (Schiffsbretter) zu bringen.
Freue mich auf kommende Stücke von Daniel Witzke und seiner Crew...

dada


14614
Toller Gesang!

13.09.2006 - Alle Darsteller haben fantastisch gesungen und jedes einzelne Lied zu einem kleinen Kunstwerk gemacht. Applaus. Schade ist tatsächlich die schlechte Ausleuchtung der Bühne und dass von der Regie nicht versucht wurde einen größeren Bogen zu spannen, der die einzelnen Songs nicht ganz so isoliert dastehen läßt. Ein paar Ideen, die Bühne mit etwas mehr Situation zu beleben, wären da willkommen gewesen.
Trotzdem ein deutliches Lob, einen so intimen, künstlerisch hochwertigen Abend auf die Bühne zu bringen. Das nächste Mal vielleicht mit mehr Bezug
zu deutschen Themen ?

Theaterfan


14598
Marc Seitz! Der Musical-Star der Zukunft!

12.09.2006 -

schleichkatze3


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