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Tragical

Heimatlos

Sag' mein Herz, wo gehör' ich hin?


Heimatlos ist der kleine Charles Milligan, der als Baby von Gaunern entführt wurde und unter dem Namen Remi in einem französischen Dorf aufwächst. Der Pflegevater verkauft ihn eines Tages an einen Jahrmarktgaukler, der mit ihm durch das Land zieht. Bis er schließlich zu seiner Familie in England zurück findet, muss er eine lange Reihe von Abenteuern bestehen.

(Text: Martin Weber)

Premiere:22.10.2005
Letzte bekannte Aufführung:09.02.2006


In Zeiten von Compilationshows fällt es schwer, auch nur ein negatives Wort über ein Musical zu verlieren, das sowohl textlich als auch musikalisch komplett „original“ ist (Uraufführung des Stücks: 2003 in Oslo). Doch leider überzeugt diese große Stadttheaterproduktion nicht in jeder Hinsicht.

Librettist Øystein Wiik und Komponist Gisle Kverndokk haben sich des märchenhaften Romans „Sans famille“ von Hector Malot aus dem Jahr 1878 angenommen: Der kleine Charles Milligan, heimatlos und auf der Suche nach einem neuen Zuhause, wird im Alter von elf Jahren vom Stiefvater aus Not unter dem Namen Remi an eine Gauklertruppe verkauft. Ganz auf sich allein gestellt, muss sich Remi seinen Lebensunterhalt in einem Kohlebergwerk verdienen. Er wird zum Held des Tages, als es ihm gelingt, nach einem Bergunglück Hilfe zu holen. Aufgrund seiner Geschichte in der Zeitung erkennt ihn seine Mutter, Lady Milligan, als ihren Sohn. Doch muss er noch eine Reihe von Abenteuern bestehen, bis er zu seiner Familie nach England zurück findet…

Liest man sich die im Programmheft abgedruckten Originalseiten des Buches durch, wird klar, woran das Musical kränkelt: Der ganze Roman wird aus der Perspektive von Remi/Charles erzählt und in seiner kindlichen Phantasie bekommen die Tiere einen sehr menschlichen Charme. Dieser Reiz geht aber durch die erwachsenen Tierdarsteller verloren – sie wirken fast ein wenig albern in ihren Rollen als Hund, Hündin und Affe des fahrenden Künstlers Vater Vitalis. Zudem lebt der Roman von physischen Erfahrungen - Remy vom Wasser umschlossen im Bergwerk, Vater Vitalis stirbt im Schnee - wirkt fast ein bisschen wie „Indiana Jones Junior im 19. Jahrhundert“. Die Bühnenadaption hätte eine völlig andere Sprache finden müssen, um dieses Manko der fast zwangsweise filmischen Umsetzung zu umgehen. So wirkt das Ergebnis gut gewollt, aber durch die Limitierungen der Bühne nicht beeindruckend genug. Viel zu holzschnittartig werden Charaktere vorgestellt und verschwinden wieder. Man merkt den Autoren an, dass sie so gut wie jede Kleinigkeit aus dem Roman in ihr Musical integrieren wollten.

Die Musikfarbe des Stücks ist teilweise atonal, dann wieder im modernen Musicalstil und schließlich sogar in der Operette verhaftet. Besonders stechen die Ensemblenummern heraus, in denen der Chor jedoch häufig vom Orchester übertönt wird. Ein Höhepunkt für den Chor ist der Song auf dem Marktplatz in Salisbury, bei dem Komponist sein Talent für wirklich eingängige Operettenmelodien aufblitzen lässt. Als Einzelsongs gefallen besonders das schlichte Lied von Vater Vitalis und Charles in der Kneipe ("Bettellied"), sowie das große Solo des Bösewichts James Milligan "Beinah", indem er sich darüber ärgert, auf ewig der Zweite zu sein. Vom Gaunerpärchen Sally und Harry Driscoll bleibt besonders das Solo "In Harry`s Krämerhalle" von Samuel Schürmann im Gedächtnis, das zwar von der Handlung ein wenig deplatziert wirkt, jedoch als Revuenummer überzeugt.
Das Ballett bringt als Wölfe, leichte Mädchen, Diebe und in weiteren Rollen Schwung in die Geschichte, doch wünscht man sich für die Zukunft der Produktion eine bessere Verflechtung der einzelnen Abteilungen. Besser wären dem Stück weniger Mitwirkende und dafür mehr Musicaldarsteller bekommen, die sowohl singen als auch tanzen können.

Von den Darstellern sticht besonders Ansgar Schäfer als charismatischer Ersatzvater Vater Vitalis heraus, Ute Henryke Schäfer liefert in der Hosenrolle als Charles Miligan/Remy eine respektable Leistung ab. Einzig beim Gaunerpärchen Harry und Maggie Driscoll (Samuel Schürmann / Astrid Vosberg) wäre mehr Personenregie angebracht gewesen – ihre Nummern wirken oft ohne jeden Zusammenhang in das Stück eingeflochten.

Vielleicht hätten Regie und die Autoren ihre offensichtliche Begeisterung für den Roman mehr in den Dienst einer nicht filmisch angelegten Bühnenbearbeitung legen sollen. Trotzdem gebührt dem Pfalztheater Lob: Es hat aufgezeigt, dass man die deutschsprachige Erstaufführung eines noch unbekannten Musicals nicht in die Studiotheaterecke verbannen muss, sondern mit über 80 Darstellern auch im Stadttheater auf die Bühne bringen kann.

(Text: nav)





Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


13 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


12558
einfach süß!

27.05.2006 - wunderschöne musik, klasse darsteller(besonders s. schürmann und a.vosberg als harry und maggie driscoll)....ein musical mit witz und herz für die ganze familie!

*


10379
Mit Substanz

27.01.2006 - Ein neues Musical mit Les Miz zu vergleichen ist immer Riskant und erweckt große Erwartungen, was nicht heißt, daß das eine verteidigt und das andere verurteilt werden kann. Die einzige Parallele zu Les Miz, sehe ich hier im Milleu und vielleicht an der ein-oder anderen Personenkonstellation.
Das Stück hat wirklich das Zeug für die Bühne, besonders im Anbetracht der Tatsache, daß man die Menschen scheinbar nur noch in die Fun-Events kutschieren kann, Hauptsache Party, findet man hier tatsächlich mal wieder jemand, der sich eine Geschichte überlegt. Für mich ist das befremdliche die Musik und da hat das leidlich oft zitierte Les Miz aber weit die Nase vorne. Ich möchte den Komponisten nicht zu nahe treten, aber es klingt sehr unhomogen, es muß ja nicht der "typische" Musicalsound sein, aber für mich klingt das nach "von jedem Dorf ein Hund", ein wenig Sondheim, aber nicht wirklich gut, ein wenig Pop, aber nicht wirklich viel, weil es ja was besonderes sein soll, ein kleines Quäntchen Jazz für die Intellektuellen...
Weiter dran arbeiten, und kürzer.Daß es Theater gibt, die solche Stücke wagen, lässt doch sehr hoffen.

Markus


10230
Heimatlos besser als LesMiserables

22.01.2006 -

Vitalis


10006
Einfach fantasitisch

14.01.2006 - ch habe selten so ein wunderschönes Theaterstück gesehn und wer es nicht gut findet hat meiner Meinung nach keine Ahnung. Die Kostüme, die Farben und die Schauspieler... einfach fantastisch! auf jeden fall sehenswert!

Grinsy


9973
Ein zauberhaftes Märchen

13.01.2006 -

Heidi


9411
Ein Wort zur Kritik

19.12.2005 - Ich habe mich ganz am Anfang schon einmal ausführlich geäußert, möchte aber jetzt noch ein Wort zur musicalzentrale-Kritik loswerden. Die Aussage, die Autoren hätten unbedingt den ganzen Roman auf die Bühne bringen wollen, kann nur von jemandem stammen, der Malots Roman nicht gelesen hat. Die Bühnenumsetzung ist recht frei, ganze Handlungsebenen sind neu dazugekommen, dafür hübsche, aber bühnenungeeignete Beschreibungen der Reisen durch Frankreich aus dem Roman komplett gestrichen. Gleich, ob man das Stück gut oder schlecht findet, es liegt nicht sicher daran, dass sich die Autoren nicht genug von der Romanvorlage befreien konnten.

Nr. 690


8663
Kitsch!

06.11.2005 - "Heimatlos" war bei Weitem nicht das Schlechteste, das ich bisher in Kaiserslautern gesehen habe, aber es war einfach zu kitschig!
Es fängt an und man sieht ein Gebilde aus verschieden hohen Podesten und Treppen auf der Drehbühne. Zur zweiten Szene kamen einige Elemente im Halbdunkel aus dem Schnürboden und ich dachte "wow, das sieht toll aus!" - dann ging das Licht an... die Elemente waren bemalt wie das Bühnenbild von einem Kinderstück... So zeigte sich auch die Inszenierung. Sie war zu sehr auf einfache Familienunterhaltung ausgelegt als etwas an dramatischer Kontur zu entwickeln. Das Stück hätte dazu ohne Zweifel das Potential!

Besonders nervig fand ich die Tiere von Vater Vitalis. Zwei Hunde und ein Affe waren von drei Menschen in ziemlich plumpen Kostümen dargestellt und dienten wirklich nur der Volksbelustigung, was dem Durchschnittspublikum des Pfalztheaters aber gut gefiel (ich gebe dazu mal keine Wertung ab).

Gut besetzt war vor allem Vater Vitalis (Ansgar Schäfer), der für mich auch den ersten starken Song hatte nachdem er sich dem kleinen Remi annahm. Remi wurde sehr gut gespielt und gesungen von Ute Henryke Büttner. Ihre frische, jugendliche Stimme und ihr lockeres Spiel passten gut zu dem 11-jährigen Jungen, der im Mittelpunkt der an sich dramatischen Story steht.

Lady Milford wurde von Barbara Bräckelmann gespielt. Am Anfang hat sie mir auch sehr gut gefallen, aber zwischendurch gab es auch einige weniger schöne Stellen. Schade, denn sie hatte durchaus einige sehr gute Momente!

Die Thénardiers, entschuldigung, die Driscolls, waren mit Astrid Vosberg und Samuel Schürmann gut besetzt. Letzterer erinnerte mich sehr an den jungen Ilja Richter. Sie machten viel aus den Rollen, die ihnen offensichtlich auch viel Spaß machen. Ich fand die Gewichtung im Stück lag trotzdem zu sehr auf diesen Charakteren.
Geertje Nissen spielte die Stiefmutter Remis sehr eindrucksvoll und mit toller Stimme!

Ich glaube, für Kinder ist es wirklich ein tolles Stück, aber wenn man mit den falschen Erwartungen rein geht "das norwegische Les Misérables"), wird man sicher sehr enttäuscht werden. Man darf auch keine Abneigung gegen Kitsch und Sentimentalität haben...

Pax


8543
Gut aber zu verbessern.

29.10.2005 - Die Ausführungen von Nr. 690 treffen es wohl sehr gut;
die Massenszenen zu üppig und überladen (als wenn alle
Ensemble-Mitglieder unbedingt auf der Bühne sein sollten.
Das Bühnenbild meiner Meinung nach gelungen. Die Hauptdarsteller bessr als der Rest, das Gauernpaar überzogen.
Aber mit einigen Änderungen
durchaus ein sehenswertes Stück, bei dem sich traurige und lustige bzw. am Ende glückliche Szenen abwechseln.

Rolf B. / Berlin


8532
Grauenhaft

28.10.2005 - Herausgeschmissene Steuergelder. Eine Schande fuer Kaiserslautern

brujon 95


8500
Wunderschön!

26.10.2005 -

Linda F


8488
Ein wunderbares Stück

25.10.2005 - Dieses Musical von Wiik/Kverndokk ist ein so wunderbares Stück und eine absolute Bereicherung für den ja schon recht eintönigen Musicalalltag, dass man es unbedingt sehen muss. - Und so schleicht ist die Inszenierung auch nicht.

Felix A.


8487
So nicht!

25.10.2005 - Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen!
Allerdings möchte noch hinzufügen das für mich mit am grauenhaftesten das Bühnenbild in Errinnerung geblieben ist! Von der Optik her eher für die Augsburger Puppenkiste als für eine Musical-Bühne geeignet!

SAM


8483
Durchwachsene Dt. Erstaufführung

24.10.2005 - Schade, "Frendelaus - Heimatlos" hätte eine bessere deutsche Erstaufführung verdient gehabt. Die Musik von Gisle Kverndokk ist emotional, farbenreich und sehr virtuos, das Buch von Oystein Wiik eine recht freie und geschickte Adaption von Hector Malots Klassiker. Der anrührenden Geschichte des Findelkindes Remy und seines Ziehvaters Vitalis steht das knallige Gaunerpärchen Harry und Maggie Driscoll gegenüber, das mit fetzigen Nummern die Abräumer des Abends sein könnte (und - zugegeben - beim Premierenpublikum auch ist).

Die Kaiserslauterner Produktion leidet meiner Meinung nach unter eine Reihe schwerer Fehler. Das Ensemble ist zu groß: der unbewegliche Opernchor (samt Extrachor!) steht meist auf beiden Bühnenseiten und schaut sich staunend das nicht immer stilsichere Ballett an. Dieses wiederum konnte nicht davon überzeugt werden, den Mund bei den Songs aufzumachen, so dass die Trennung in zwei voneinander getrennte Gruppen allzu augenfällig ist. Sieht man so heutzutage nur noch selten.

Der Regie entgehen meist die zarten Momente, dafür setzt sie auf boulevardeske und manchmal platte Scherzchen. Remys Onkel und boshaften Gegenspieler James Milligan zu einer Oscar-Wilde-Witzfigur verkommen zu lassen, muss man sowohl dem Regisseur als auch der Kostüm- und der Maskenbildnerin anlasten. James Milligans unter die Haut gehenden dramatischen Songs "Hände" und "Beinah" wird so viel von ihrer Wirkung genommen.

Lichtblicke sind Ute Henryke Büttner als Remy, der junge Pascal Bruhn als Arthur Milligan, Anna Carolin Stein als Maggie Driscoll und nicht zuletzt die tolle deutsche Übersetzung von Verena Reichel.

Trotz der vielen Kritik: Das Anschauen und Anhören lohnt sich! Man kann hier ein wunderschönes skandinavisches Familienmusical entdecken, dem hoffentlich noch einige und vielleicht auch etwas subtilere deutschsprachige Produktionen bevorstehen.

Nr. 690


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