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Fantasy

Lazarus

Killing a Little Time


© Jan Versweyveld
© Jan Versweyveld
Im eigens für die UK-Premiere von "Lazarus" errichteten Theaterzelt wird der Zuschauer Zeuge eines besonderen, herausfordernden Musiktheaterstückes – ein skurriler Trip, der trotz starker Optik und brillanter Darsteller nicht fesselt.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:08.11.2016
Rezensierte Vorstellung:23.11.2016
Dernière:22.01.2017


Die Geschichte des unsterblichen Außerirdischen Thomas Newton, der in New York gestrandet ist und sehnsüchtig nach Erlösung sucht, basiert lose auf Walter Tevis' Novelle "The Man Who Fell to Earth" und stellt in dieser Musicalform in gewisser Weise eine Fortsetzung zur Verfilmung mit Bowie dar. Deshalb scheint es für das grundlegende Verständnis des Stückes hilfreich zu sein, den Film zu kennen.

© Jan Versweyveld
© Jan Versweyveld

Das Musical (Buch von Enda Walsh) fokussiert sich auf das Innenleben, die Sehnsüchte sowie die Verzweiflung von Newton und wirkt in seiner Art ziemlich fragmentarisch, sodass sich kaum eine stringente Handlung ausmachen lässt. Einzig dass er eine Rakete bauen möchte, um die Erde zu verlassen, ist klar. Neben Newton als desillusioniertem Außerirdischen in irdischer Gestalt spielen ein psychopathischer Killer namens Valentine, die Assistentin von Newton namens Elly und das namenslose Girl die Hauptrollen. Realität und Imagination, Handlung, Sinn und Sinnhaftigkeit, Lust, Mord, Sucht und Exzess sind Themen, die angerissen werden, verschwimmen und letztendlich in diesem Konstrukt mehr verwirren und Fragen aufwerfen, als eine stringente Handlung ergeben. Sind alle Figuren nur Einbildung von Newton? Wo beginnt und endet die Wirklichkeit? Das Publikum erhält keine definitiven Antworten und kann sich eine eigene Interpretation überlegen.

© Jan Versweyveld
© Jan Versweyveld

Regisseur Ivo van Hove arbeitet mit starken Bildern, versucht die Vorgaben des Buches und das Innenleben von Newton bildlich darzustellen. Visuell ist das mit Hilfe des Bühnenbilds von Jan Versweyveld beeindruckend gelungen. Die Bühne besteht aus einem schlichten, beige-braunen Raum, in dem links ein Bett und rechts ein Kühlschrank sowie ein Schallplattenspieler mit ein paar Platten stehen. Der Großteil ist Ton in Ton – farbliche Kontraste gibt es kaum. Zwischen zwei großen Fenstern steht im Zentrum ein großer LED Screen, der u.a. Newtons Gedanken visualisiert. Hinter den Fenstern spielt die stark aufspielende Band unter der Leitung von Tom Cawley.

Ergänzt wird das Bühnenbild durch Beamerprojektionen, die den ganzen Raum ausfüllen und u.a. die Illusion eines Nachtclubs oder eines New Yorker Straßenzugs mit vorbeifahrenden Autos kreieren. Wenn der Killer auf einer Party mordet, dann funktioniert das in enger Abstimmung mit dem Bühnenbild. Das Opfer wird an den LED Screen gedrückt und bei jedem Messerstich wird die Blutlache auf dem Screen größer. Perfektes Timing, das verstörende Bilder erzeugt und in verschiedensten Momenten sicher umgesetzt wird. Van Hove nutzt diese Möglichkeiten also effizient – allerdings kann er das Publikum damit nicht die gesamten pausenlosen 110 Minuten an das Stück fesseln. Zu verwirrt und abstrakt kommt der gesamte Abend über die Rampe, sodass sich im Theatersaal geschlossene Augen und abgelenkte Zuschauer, die sich lieber die Beleuchtungseinrichtungen anschauen, ausmachen lassen.

© Jan Versweyveld
© Jan Versweyveld

Und das, obwohl der gesamte Cast beeindruckende schauspielerische und gesangliche Portraits im Rahmen ihrer Vorgaben abliefert. Besonders Michael C. Hall als Newton und Michael Esper als Valentine bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Hall schafft es, die Sinn- und Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung seines Charakters spürbar und greifbar zu machen und sieht am Ende des Abends sichtlich mitgenommen aus – eine innere Tour de Force. Bowies Songs singt er makellos und im passenden Stil. Esper gibt den Serienkiller unheimlich, wirr und widerlich. Ein Charakter, dem man niemals persönlich begegnen möchte.

So stehen am Ende des Abends ein starker Cast, ein spannendes visuelles Gesamtkonzept und die Songs von Bowie auf der Habenseite, während das Buch eindeutig die Sollseite und das Hauptproblem des Stückes darstellt. Spätestens, wenn im Finale zu "Heroes" Newton und das Girl mit ihren Körpern durch weiße milchartige Flüssigkeit rutschen, ist man erfreut das Ende dieser Erfahrung erreicht zu haben.

(Text: Maik Frömmrich)






Kreativteam

InszenierungIvo Van Hove
Bühne / LichtJan Versweyveld
KostümeAn D’Huys
Musikal. LeitungHenry Hey
ChoreographieAnnie-B Parson


Besetzung

NewtonMichael C. Hall ,
(Jon Boydon)

ValentineMichael Esper,
(Paul Westwood)

The GirlSophia Anne Caruso
(Hannah Rose Thompson (29.11.-11.12.2016),)
(Alexandra Da Silva)

EllyAmy Lennox,
(Trina Hill)

BenJamie Muscato,
(Paul Westwood)

ZachRichard Hansell,
(Paul Westwood)

MichaelTom Parsons,
(Jon Boydon)

MaemiJulie Yammanee,
(Trina Hill)

Teenage GirlsGabrielle Brooks
Sydnie Christmas
Maimuna Memon,
(Alexandra Da Silva)




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(mf)

Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Starke Bilder, überzeugende Darsteller und die Musik von Bowie stehen im Kontrast zum schwachen Buch. Das Resultat: 110 Minuten herausforderndes Musiktheater.

24.11.2016

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.




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