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Kammermusical

Die letzten fünf Jahre

Stationen einer Ehe


Ordentliche Inszenierung eines außerordentlichen Musicals. Musikalisch darf man die Produktion nicht an der grandiosen Aufnahme vom Off-Broadway messen. Um das traurige, aber auch wunderbar schöne Kammerstück für sich zu entdecken, eignet sich diese Show aber allemal.

(Text: Robin Jantos)

Premiere:23.11.2010
Rezensierte Vorstellung:08.12.2010
Letzte bekannte Aufführung:30.03.2011


Zwei Menschen singen über verschiedene Stadien ihrer Beziehung. Dialoge gibt es kaum, Handlung nur rudimentär. Und dass alles trostlos enden wird, stellen gleich die ersten Textzeilen klar. Die Melodien sind kompliziert, die Songs gehen verschlungene Wege. Eine Figur erzählt die Geschichte chronologisch, die andere von hinten nach vorne. Dieses Kammermusical bricht mit so vielen Gewohnheiten, dass es nur schwer zu vermitteln ist. Kein Wunder, dass in der besuchten Vorstellung nur rund 30 Zuschauer dabei waren.

Schade, denn wenn man sich auf die Musik und die Form einlässt, ist "Die letzten fünf Jahre" wunderschön. Komponist und Autor Jason Robert Brown seziert das Scheitern einer Ehe, in der sich beide Partner eigentlich Mühe geben. Weil er aber im Beruf erfolgreich ist, sie dagegen frustriert, können sie sich nicht mehr miteinander freuen. Er will sie unterstützen, setzt sie damit aber noch mehr unter Druck. Wegen der zeitlich gegenläufigen Erzählung bekommt man von Streitereien zunächst nur eine Seite mit. Wer vorschnell Partei ergreift, merkt dann im zweiten Teil, das alles doch nicht so schwarz-weiß ist.

Das Bühnenbild (Swana Gutke) besteht aus schmalen Schränken in Grau- und Blautönen. Man kann darin eine Skyline sehen, die treppenartige Anordnung (mit dem größten Schrank in der Mitte) aber auch als bildhafte Darstellung der Handlung verstehen - auch in dem Musical liegt der positivste Moment in der Mitte.

Brown erzählt ausschließlich über die Lieder, und Regisseur Mick Lee Kuzia setzt voll auf die Kraft der Musik. Nur sparsam setzt er Bilder ein. Wenn, dann sind die stimmig. So trägt Jamie (Sebastian Strehler) bei seinem ersten, schwärmerischen Song Cathies Nachthemd. Wenn Cathie (Wiebke Wötzel) dann in der Schlussnummer frisch verliebt neben dem frustrierten Jamie steht und träumt, hat das eine starke Wirkung. Ebenso, wenn er seinen Ehering abnimmt und auf den Abschiedsbrief legt. Gut auch der Gedanke, Cathie bei "Ich bin Teil davon" seine Bücher abstauben zu lassen.

Es hätten aber ruhig mehr solcher Bilder sein können. Teilweise wirken die Sänger bei ihren Soli etwas alleingelassen und improvisierend. So hebt Strehler mehrfach leicht beide Hände und die Schultern, wenn es im Text um Probleme geht. Es mag beabsichtigt sein, dass die Geste hilflos wirkt. Die Wiederholung macht das aber nicht stärker.

Davon abgesehen machen beide Protagonisten ihre Sache schauspielerisch sehr gut. Wötzel hat ihre stärksten Momente in den Auditionszenen und gegen Ende, wenn sie die träumende, aber doch fest verwurzelte Verliebte spielt. Strehler glänzt, wenn er im Zwiespalt steht zwischen dem Genervtsein von Cathies Vorwürfen und dem Willen, für die Beziehung zu kämpfen.

Abstriche muss man bei der Musik machen. Der Musikalische Leiter Frederico Bosco muss ohne Streicher, Gitarre und Bass auskommen, sein (tadelloses) Klavierspiel ist die einzige Instrumentierung. Das klingt entsprechend eindimensionaler und kann nicht so viel Stimmung transportieren. Während Strehler bei den lauten Passagen die nötige Power aufbieten kann, fehlt bei Wötzel ein kraftvoller Belt. Während sie in den ruhigen Passagen differenziert und stimmig singt, wechselt sie in den Höhen in die Kopfstimme. Einige Stellen verlieren dadurch.

Wer "Die letzten fünf Jahre" schon anderswo gesehen hat, der muss vielleicht nicht deswegen nach Hildesheim fahren. Wer das selten gespielte Kammermusical aber noch nicht kennt, für den lohnt es sich, es bei dieser Produktion zu entdecken. Mehr Zuschauer hätte sie allemal verdient.

(Text: Robin Jantos)






Kreativteam

Inszenierung Mick Lee Kuzia
Bühne und Kostüme Swana Gutke
Musikalische Leitung Federico Bosco


Besetzung

Catherine Wiebke Wötzel
Jamie Sebastian Strehler



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


28825
Tolles Liveerlebnis

10.12.2010 - Ich habe die Produktion auch kürzlich in Hildesheim gesehen. Mir hat es sehr gut gefallen, obwohl ich das Stück zuvor nur von der deutschen CD kannte und die Musik als eher nichtssagend empfand. Dennoch wollte ich der Show noch eine Chance geben, da ein Liveerlebnis ja doch noch etwas anderes ist als eine CD. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Was mir nicht so gefallen hat, war die Akustik im F1 des TfN. Alles klang so dumpf. Ansonsten hat mir die musikalische Umsetzung nur mit Klavier ausgesprochen gut gefallen. Stimmlich fand ich Frau Wötzel sehr gut, Herrn Strehler auch okay, aber mit kleinen Abstrichen.

Insgesamt kann ich diese Mini-Inszenierung wirklich nur empfehlen. Ich denke, es ist so ein Musical, das man live gesehen haben muss, um auch die CD besser verstehen zu können.

Dominik (7 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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(rj)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein wunderschönes Kammermusical. Solide inszeniert, allerdings mit Abstrichen im musikalischen Bereich.

09.12.2010

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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