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Biographie

Evita

Wie ein Diamant


Als bunter Bilderbogen inszenierter Klassiker mit schönen Bildern, einer überzeugenden Anna Montanaro und einer fragwürdigen Schlussszene.

(Text: Björn Herrmann)

Premiere:20.06.2009
Letzte bekannte Aufführung:23.08.2009


Mit Evita kann man nicht viel falsch machen. Das belegt die üppige Zahl der Stadttheater-Inszenierungen des Lloyd-Webber-Klassikers in den letzten Jahren. Auch bei den Freilichtspielen Tecklenburg steht das Politdrama in dieser Spielzeit nach zehn Jahren erneut auf dem Spielplan. Dazu setzt man auf bewährte Zutaten: Eine namhafte Besetzung der Hauptrollen, ein kleines Ensemble von Musicalsängern und -tänzern ergänzt durch Massen von Statisten und einen Regisseur (Holger Hauer), der schon auf der großen Open-Air-Bühne inszeniert und gespielt hat.
Ihm gelingt zunächst auch eine flotter und gefälliger Bilderbogen, für den er die Möglichkeiten der Tecklenburger Burgruine gekonnt nutzt.
Da flitzen Fahrradfahrer kreuz und quer über die Bühne, da erscheint in der "Wach auf, Argentinien"-Szene ein großer Partei-Schriftzug auf den Zinnen des Tores und es marschieren Militärs durch die verschiedenen Tore auf und ab. Zu gucken gibt es immer etwas in Hauers Inszenierung. Doch vor allem beweist er ein Händchen für die Massenszenen. Politische Kundgebungen und auch Evitas Regenbogentour hat man wohl selten in diesen Dimensionen und stimmigen Bildern gesehen. Das knapp hundertköpfige Ensemble hinter einer knallroten Absperrung mit den Flaggen der jeweils besuchten Länder winkend - das sieht schon beinahe nach echtem Staatsbesuch aus.
Auch sonst fällt Hauer einiges ein: So setzt er die Generäle angelnd an den vorderen Bühnenrand, über den einer nach dem anderen effektvoll in den davor liegenden Graben geschubst wird. Auch die klassische Balkonszene vor der Casa Rosada legt er anders als üblich an. Zwar gibt es den üblichen Volksauflauf und auch Peron erscheint auf dem Balkon, doch sitzt Evita im ersten Teil des Songs an der Bühnenkante und schreibt an ihrer Rede, ein schönes Bild für die sorgfältige Planung ihrer Machtmechanismen. Erst zum letzten Refrain eilt sie auf den Balkon und erscheint nach einem schnellen Kostümwechsel strahlend in der klassischen Pose.
Der größte Pluspunkt der Inszenierung aber ist Anna Montanaro. Ihr gelingt der Wandel von der jungen Frau mit großen Träumen zur eiskalten Machtmaschine vortrefflich. Insbesondere im zweiten Akt, als Evita den Höhepunkt ihrer Macht erreicht, kann sie mit ihrer Ausstrahlung die Faszination, die dieser Frau innewohnt, mehr als glaubhaft transportieren. Gesanglich kann Montanaro vor allem in den Mittellagen für sich einnehmen, da strahlt ihre Stimme und sie zeigt ihre Extraklasse. Yngve Gasoy Romdal als Che hat es da schwer. Er gibt einen mal lässigen, mal übertrieben kasperigen Che, nur der für die Rolle notwendige Zynismus mag sich nicht so recht einstellen. Dazu ist er besonders in den schnellen Passagen nur schwer zu verstehen. Marc Clear ist als Peron mehr als der sonst oft übliche singende Kleiderständer. Er leidet mit der sterbenskranken Evita, holt sie für die öffentliche Inszenierung ihrer Krankheit aber auch nach vorn an die Bühnenrampe. Adrian Becker als Magaldi verschont das Publikum mit schlecht imitierten spanischen Akzenten und spielt und singt mit sichtbarer Freude den zweitklassigen Tangosänger.
So hätte sich der Abend zu einer unterhaltsamen, wenn auch nicht besonders tief gehenden Show runden können, wären da nicht die letzten fünf Minuten gewesen:
Nachdem Evita von Che in einem Rollstuhl an der Bühnenrampe abgestellt worden ist, entwickelt sich auf der Bühne ein "Evita-Megamix" (so wohl von Webber intendiert), in dem wohl die Stationen ihres Lebens an der Sterbenden vorbei ziehen sollen. Da darf Magaldi noch einmal eine Strophe seines Songs singen, da tritt Peron in strahlend weißer Uniform noch einmal auf den Balkon, da tritt schließlich der Chor in Beerdingungsschwarz mit Grablichtern auf, singt aber befremdlicherweise noch einmal "Wach auf, Argentinien". Zwischendurch darf sich auch Evita immer einmal wieder aufrichten und einige Zeilen einwerfen. Schließlich sinkt sie vornüber aus dem Rollstuhl, dreht sich auf den Rücken und verscheidet, während der Chor die Grablichter ausbläst. Und so spricht Che die obligatorischen Schlussworte, an deren Ende die frisch Verstorbene bei voller Bühnenbeleuchtung aufsteht und mit unbewegter Miene nach hinten abgeht. Dramaturgisch fragwürdig.

(Text: hn)




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Kreativteam

RegieHolger Hauer
Musikalische LeitungTjaard Kirsch
BühneSusanna Buller
KostümeKarin Alberti
ChoreografieDoris Marlis


Besetzung

EvitaAnna Montanaro
Ché GuevaraYngve Gasoy Romdal
PerónMarc Clear
MagaldiAdrian Becker
MistressJana Stelley
EnsembleJan Altenbockum
Marc Boadu
Sven Olaf Denkinger
Markus Maria Düllmann
Thada Suanduanchai
Gordon Gesatzki
Benjamin Gerlach
Marius Hatt
Andreas Lutsch
Wolfgang Postlbauer
Daniela Römer
Lillemor Spitzer
Isabel Dan
Rebecca Stahlhut
Raphaela Groß-Fengels
Angela Hunkeler
Dörte Niedermeier
Milica Jovanovic
Daniela Tweesmann
Esther Larissa Lach
Jessica Krüger
Juliane Bischoff



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


11 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28835
Gute Inszenierung, schlechte Darsteller

13.12.2010 - Die Inszenierung in TB überzeugt bei Evita - es ist vermutlich eine der besten Umsetzungen dieses Stücks, die es bisher gab.

Leider können die Darsteller - insbesondere die Eva - nicht mithalten. Bei besserer Besetzung, wäre es eine sehr gute Produktion!

Manu-89 (7 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


27930
Evita ohne Evita..

02.08.2009 - ...wäre bei dieser Inszenierung direkt wünschenswert gewesen.
Spätestens nach "Du nimmst den Koffer wieder in die Hand" hofft man, dass Anna Montanaro hinter der Bühne festgehalten und durch Jana Stelley ersetzt wird.

Abgesehen davon, dass Frau Montanaro in der Titelrolle wirklich nicht überzeugen konnte:
Hut ab vor dem genialen Ensemle, das allein einen Besuch rechtfertigt. Auch Yngve Gasoy-Romdal unterhält und gibt den Che mit dem nötigen Biss.
Marc Clears Perón ist trotz der eher undankbaren Rolle einfach top.

Mag sein, dass Anna Montanaro gestern einen schlechten Tag hatte. Ich bin überzeugt sie wurde nicht grundlos besetzt, aber die absolute Fehlbesetzung ist Adrian Becker als Magaldi.
So toll er letztes Jahr als Schikaneder war, so wenig passt diese Rolle zu ihm, und das merkt man in jeder Sekunde.

Die Inszenierung an sich strotzte vor guten Ideen und allein die Größe von Ensemble und Statisterie ist beeindruckend.
Also: hoffen, dass Frau Montanaro besser drauf ist, Adrian Becker ignorieren und sich ganz auf die anderen Männer konzentrieren.
Von Jana Stelley werde ich noch lange zehren: sehr toll!

Hughie (30 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


27922
Sehenswert

30.07.2009 - Ich war seid Les Miserables jedesmal in Tecklenburg und es war wie zu erwarten ein wunderschöner Abend. Evita ist ein hervorragendes Stück das mit hervorragenden Darstellern besetzt worden ist. Es war ein gänsehaut Gefühl der ersten Klasse.

Seflor (3 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


27895
tolle Inszenierung

19.07.2009 - Tecklenburg ist wie immer ein Besuch wert!

Ein paar Worte zur harten Kritik an Adrian Becker von "songanddance":

Viele Spötter meinen reich an Geist zu sein und sind nur arm an Takt! - Georg Christoph Lichtenberg

Wer sich mit der Kunst verheiratet, bekommt die Kritik zr Schwiegermutter - Hildegard Knef

in diesem Sinne noch einen tollen Theatersommer an alle Mitwirkenden

Gavroche (2 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


27890
Anna 4 President

17.07.2009 - Anna war super! Diese Ausstrahlung, diese Stimme. So muss eine Evita sein... Ich erinnere mich ungern an die Evita mit Anna-Maria Kaufmann. Yngve als Che passt stimmlich wunderbar.... Aber optisch? Leider nicht. Aber da kann er ja nichts für. Marc Clear holt das raus, was man aus der kleinen Rolle rausholen kann.
Und nun zu Adrian Becker.....
Ich verstehe beim besten Willen nicht wieso ER????
Magaldi ist ein Frauenheld, ein Verführer und keine Transe die mal eben durchs Bild läuft.
So wie er geschminkt ist, würde er es in diversen gleichgeschlechtlichen Etablissements schaffen Leute zu verführen. Da verstehe ich die Regie nicht und auch die Maske nicht. NEHMT IM DEN LIPPGLOSS UND DEN KAJALSTIFT weg!
Meine Güte. Das wird von Produktion zu Produktion schlimmer. Und die Aussage, daß die Leute ihn lieben....

Warum lieben sie ihn? Weil sie was zu lachen haben.
Das ist echt ein Armutszeugnis.

Aus diesem Grund geb ich nur 4 Sterne.

Alles andere war phantastisch.

Aber Becker nervt.

songanddance (3 Bewertungen, ∅ 1.7 Sterne)


27888
Na klar...

15.07.2009 - ...eine bessere Inszenierung habe ich noch nicht gesehen. Während mich Anna Montanaro gesanglich nicht ganz überzeugen konnte, da sie mir an einigen Stellen zu metallisch klang, war alles andere aber mehr als gelungen.Yngve Gasoy Romdal zauberte Glanz und Gloria auf die Bühne. Holger Hauer setzte die Handlung geschickt in Szene und ich war von Anfang an gefesselt. Auch die großen Chorszenen haben mich beeindruckt. Adrian Becker war wie immer klasse!

Yllop (erste Bewertung)


27870
saustark

08.07.2009 - Meine Erwartungshaltung:
Anna: Ich finde sie immer toll - eben ein Ausnahmetalent. Doch: Ist sie die richtige, um Evita zu spielen?
Yngve: Ich mag ihn und seine Manirismen sehr. Doch: Ist er der richtige für Ché?
Tecklenburg: Super Kulisse, große Szenen, aber mittelmäßiger Sound, vor allem in den ersten Reihen und am Rand.

Nun denn:
Anna ist großartig als Evita. Wie gesagt, ich hätte es so nicht erwartet. Und sie entwickelt sich: Je später der Abend, desto besser wird sie. Und gerade ihre Mittellage ist einzigartig.

Yngve. Super gelöst! Ganz wenig Ché, ganz viel Erzähler und bissiger Kommentator mit viel Kontakt zum Publikum. Und der Mann hat sichtlich Spaß beim Arbeiten.

Die Bühne/die Inszenierung. Alles wieder - wie in den letzten Jahren schon Standard - aufwendig, groß und sehr stimmig.
Und hallo: Nach der Lärmschutzwand ist wohl noch ein bisschen Geld in die Tontechnik geflossen. Super Sound! Der beste jemals. (Ich war schon bei der Gala und zweimal in Evita - als beständig guter Ton!)

Alles in allem eine phantastische erste Produktion 2009 in Tecklenburg!

Und dann waren da noch:
Marc Clear: Holt aus der schwachen Rolle alles raus, was drin ist. Starke Interpretation der Rolle!

Adrian Becker: Tecklenburg mag ihn. Und das zu recht! Sehr präsent in seinen kurzen Auftritten.

Featured Ensemble angeführt von Jana Stelley als Mistress: Alles töfte! (Der Mann am Ton sollte generell nur eine Sekunde ehr am Regler sein.)

Muss ich auch was sagen zum Ende? Natürlich wäre es schöner, wenn am Ende das Licht ausginge, die "tote Evita" schnell vom Bühnenrand verschwände, und dann ginge das Licht wieder an...
Ab September spielt Evita in meiner Heimatstadt in Dortmund (mit Anne Mandrella und Serkan Kaya): Ich wette, da ist es am Ende dunkel...

Und außerdem gab es auch noch das: Ein Freund von mir war mit, der es geschafft hat, in seinem langen Leben noch niemlas Evita zu sehen und (fast) nichts von der Musik zu kennen.
Sein Urteil: Scheiß Musik - und Anna war asl Donna besser.

Jedem das seine:o)

Thorsten Wulf (8 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


27866
Sehr gut !

29.06.2009 - Warum ein offizieller Kritiker den Ablauf des Schlusses in Frage stellt, ist mir auch nicht verständlich. Eigentlich müsste man doch als Schreiber wissen, dass dieses so von Webber vorgegeben ist. Hätte Holger Hauer das Stück etwa umschreiben sollen? Die Lichter sind Geschmackssache, ich fand sie sehr passend. Sie gaben der bedrückenden Situation des Niedergangs und des Sterbens von Evita einen vorausschauenden und auch traurigen Rahmen. Was die Rolle des Che betrifft, bin ich völlig auf der Seite von Gasoy Romdal. Seine Interpretation war spritzig, zynisch und aus der Hüfte gespielt. Reflektiert und intellektuell entstand das Bild eines Freidenkers. Die Person war nicht mehr nur an den bodenstämmigen Revolutionär Che gebunden, sondern erweiterte sich auf einen feinzüngigen Gesellschaftskritiker. Die ganze Inszenierung einschließlich der großen Chorszenen hat mir sehr gut gefallen und ich werde sie mir bestimmt noch einmal anschauen (auch wegen der letzen 5 Minuten).

Mimikry (3 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


27864
Ende

29.06.2009 - Verstehe das auch nicht so genau. So wie Hr. hermann das ende beschreibt, hört Evita halt nunmal auf. Wenn ich mir das vorstelle, was er da beschreibt, finde ichs sogar ziemlich gut.

alfred78 (4 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


27863
Siehe Forum,

29.06.2009 - denn da habe ich schon meine Eindrücke detaillierter geschrieben.
Nur eine Bemerkung zur Muz - Kritik. Hier klingt es so als wäre der `Megamix`für Tecklenburg dazu geschrieben worden. Das ist nicht der Fall. Der stammt aus der Feder von Hernn Webber.
(und in der von mir besuchten Vorstellung stand Frau Montanaro im Dunkeln auf, na ja, was bei Freilicht halt dunkel heißt :-) )

Rosen (13 Bewertungen, ∅ 1.6 Sterne)


27856
starke Inszenierung

25.06.2009 -

Kenny (4 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


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(11 Leser)


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