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Komödie

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Gazpacho gefällig?


© G2 Baraniak
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Ein Merkmal der Farce ist, die Handlungsschraube ständig anzudrehen und die Protagonisten in immer haarsträubendere Schwierigkeiten zu bringen. Dabei geht es weniger um subtilen Humor und tiefgründige Charaktere als um Slapstick und überzeichnete Figuren. Die Regie sollte die Handlungsfäden in der einen Hand halten und mit der anderen Hand den Zuschauer sicher durch das Chaos führen. Im Altonaer Theater wird das Publikum einfach in die Handlung geschubst und muss zusehen, wie es sich alleine darin zurecht findet.

(Text: ig)

Premiere:27.07.2019
Rezensierte Vorstellung:09.08.2019
Showlänge:120 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Ein turbulenter Tag im Leben der Schauspielerin Pepa: Ihr Schwangerschaftstest ist positiv und ihr Liebhaber Ivàn macht per Anrufbeantworter Schluss. Ivàns Ex-Frau macht Jagd auf sie, deren Sohn will mit seiner Verlobten Pepas Wohnung mieten und zu allem Überfluss hat sich Pepas Freundin mit einem Terroristen eingelassen und sucht Zuflucht bei ihr. Eine mit Valium versetzte Gazpacho soll zur Problemlösung beitragen.

© G2 Baraniak
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Yvonne Marcour und Sabine Kohlstedt haben für die Bühne eine abschüssige Rampe entworfen, die prinzipiell gut passt. Die Kurven zwingen zu Richtungswechseln bei den Gängen. Die Sessel auf den Absätzen, die sich durch die Kurven ergeben, können als verschiedene Handlungsorte genutzt werden. Aber irgendwie wirkt die Konstruktion unfertig. Ein Eindruck, der durch den hellen Vorhang, der den Bühnenhintergrund wie ein Notbehelf abschließt, unterstrichen wird. Zu Beginn werden schnell Figuren eingeführt und Schauplätze gewechselt, ohne dass sie prägnant auf der Bühne verortet werden. Das Einheitsbühnenbild verhindert auch einige geschmeidige Szenenübergänge. So müssen sich beispielsweise durch das Valium-Gazpacho betäubte Personen irgendwie von der Bühne schleppen. Positiv sind dagegen die ebenfalls von den Ausstatterinnen kreierten Mode-Scheußlichkeiten der 1980er Jahre.
Corin Andersons Lichtdesign beschränkt sich auf buntes Anleuchten des Hintergrund-Vorhangs. Zur Abgrenzung verschiedener Spielorte trägt es nicht bei. Die Szene im Synchronstudio verpufft ebenso wie der Werbespot, in dem Pepa mitspielt. Der Zuschauer kann sich entweder mühsam eine Schneise in das Personen- und Orte-Wirrwarr schlagen oder aber resignieren und schon nach wenigen Minuten das Interesse verlieren.

© G2 Baraniak
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Regisseur Franz-Joseph Dieken verlässt sich nicht auf das Tempo, das die Musik vorgibt, sondern will immer noch einen draufsetzen, Dabei bekommt er seine Personenführung nicht in den Griff und findet wenig überzeugende Ideen für auf dieser Bühne schwierig umzusetzende Szenen, wie z. B. Pepas brennendes – hier explodierendes – Bett. Sehr schön dagegen der Sessel, der als Taxi dient und waghalsig die Rampe hinunter fährt. Die Verfolgungsjagd im Taxi verpufft dann aber wieder in Unübersichtlichkeit.

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Sven Niemeyer hat knackige Choreographien geschaffen, die gut zu David Yazbeks Rhythmus-bestimmter Musik passen. Yazbek ist ein ausgesprochen guter Komödien-Komponist. Seine Songs ziehen das Tempo an, lassen Ruhepausen zu und geben den Figuren ein bisschen mehr emotionalen Hintergrund. Auf Live-Musiker wird verzichtet. Bei der Aufnahme sind nur die Gitarren und die Schlaginstrumente echt, alles andere kommt aus der Retorte. Die Instrumentierung der luftigen, sich an spanischer Musik orientierenden Songs verliert ihren Charme und wird zu steriler Hintergrundbeschallung. In der mangelhaften Tonanlage bleiben die meisten Songtexte auf der Strecke.

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Wie der Titel schon vermuten lässt, sind Männer in diesem Stück Randfiguren. Trotzdem hätten die Rollen mehr zu bieten, als die Inszenierung aus ihnen herausholt. Joseph Reichelt kann in verschiedenen Rollen durch Vielseitigkeit darstellerisch überzeugen, aber stimmlich enttäuscht er ebenso wie seine beiden Kollegen. Dirk Hoener als Womanizer Ivàn und Pedro Reichert als sein Sohn Carlos sind typgerecht besetzt und sammeln durch Live-Gitarrenspiel Pluspunkte, bleiben aber trotz offensichtlicher Spielfreude blass und konturlos.

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Ganz anders dagegen das Damen-Ensemble. Feurig, temperamentvoll, stimmlich hervorragend und urkomisch sind sie der Grund, sich diese Produktion anzusehen.
Lisa Huk bildet als Pepa das Zentrum der Geschichte und kann bei "Lüg' mich nicht an" und "Das Eiland" berühren. Sophia Gorgi zeigt als naives Model Candela ihr komisches Talent, begeistert mit leichtem Mezzosopran und fast artistischen Bewegungen auf ihren High Heels. Ihre höllisch schnellen Textmassen in "Model Verhalten" haben leider keine Chance, verständlich durch die Tonanlage zu gelangen. Madeleine Lauw glänzt mimisch als Ivàns neue Flamme, die eiskalte Anwältin Paulina, und Roxana Safarabadi kann sich als Carlos' Verlobte Marisa, ein frühes Gazpacho-Opfer, schlafend herrlich verbiegen. Die Komik-Krone gebührt aber Katrin Gerken. Als herrische, psychisch instabile, ständig neue Perücken aussuchende Lucía lässt sie keinen Gag liegen und kann das Klischee der hysterischen Ex-Frau mit dem wunderbaren Song "Unsichtbar" brechen.

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Den famosen Damen gelingt es in Hamburg einige Mängel auszugleichen, aber retten können sie die Inszenierung nicht.

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

RegieFranz-Josef Dieken
Musikal. LeitungJens Wrede
ChoreografieSven Niemeyer
AusstattungYvonne Marcour
Sabine Kohlstedt
LichtCorin Anderson


Besetzung

PepaLisa Huk
LuciaKatrin Geerken
CandelaSophia Gorgi
Paulina u. a.Madeleine Lauw
Marisa u.a.Roxana Safarabadi
Malik, Taxifahrer u.a.Joseph Reichelt
Carlos u.a.Pedro Reichert
Ivan u.a.Dirk Hoener




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Musik

Besetzung

Ausstattung

Die titelgebenden Damen sind großartig! Doch gegen die hektische Inszenierung, das karge Bühnenbild, die schwachen Herren und die sterile Musik aus der Konserve können sie wenig ausrichten.

10.08.2019

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