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„Dreamland“ ist eine 2019 uraufgeführte Musical-Science-Fiction-Adaption von Shakespeares „Sommernachtstraum“, in der Nerds singen und Aliens tanzen. Die Mitglieder der Berliner Stage Company bringen das schräge Musical, dessen lahmes Buch nicht gerade Pulitzer-Preis-verdächtig ist, in einer schnörkellos guten Inszenierung rasant und absolut sehenswert auf die Bühne.
Gibt es vielleicht doch Aliens? Dort, wo Verschwörungstheorien zu in Ufos umherfliegenden Marsmännchen prächtig gedeihen, soll schon bald der Freizeitpark „Dreamland“ seine Pforten öffnen. Die mythenumwobene, mitten in der Wüste Nevadas gelegene Militär-Basis „Area 51“ ist berühmt für solche unglaublichen Vorgänge. Deshalb sollen die vier Nachwuchsforscher Aurora, Rebecca, Eliot und Randy im Auftrag der US-Regierung beweisen, dass die Wüste Nevadas frei von außerirdischem Leben ist. Als die Physik-Nerds jedoch in den unterirdischen Kellern des Areals auf eine – für sie zunächst unsichtbare – Alien-Kolonie treffen, die dort vor siebzig Jahren gestrandet ist, gerät alles aus den Fugen.
Chris Miller und Nathan Tyson nutzen als Basis für ihre Musical-Handlung den Klassiker „Ein Sommernachtstraum“. Wie Altmeister Shakespeare verflechten auch sie mehrere Handlungsstränge miteinander: In „Dreamland“ sind es einerseits die bereits erwähnten jungen Forscher vom „Boulder City School Center“, die um ein Regierungs-Stipendium an einer renommierten US-Universität konkurrieren, andererseits Mitglieder der Musical-Gruppe ihrer Schule, die das „Dreamland“-Eröffnungs-Programm proben, und schließlich die festsitzenden Außerirdischen, die an das Elfenreich des Originals angelehnt sind. So ist es dann auch hier der quirlige Alien-Kobold Puck, der die Handlung vorantreibt. Er möchte mithilfe einer von ihm erfundenen Kommunikationsbrille beide Welten miteinander vernetzen, stürzt jedoch sowohl die Teenager als auch Alien-Co-Kommandantin Titania in ein kosmisch-komisches Beziehungschaos voller Irrungen und Wirrungen.
Regisseur Michael Bohnenstingl gelingt es, den zunächst recht langatmigen Plot in Fahrt zu bringen, wobei insbesondere die rasanten und von den Darstellern präzise getanzten Choreografien (Annika Braun, Johanna Elisabeth Clemens, Anika Stasch) dieses Unterfangen geschickt unterstützen. Bohnenstingl nutzt aber auch den 500 Plätze fassenden, riesigen Zuschauerraum des „Atze Musiktheaters“ als Handlungsort, damit auf der Bühne für das Publikum fast unbemerkt Umbauten vorgenommen werden können. Auch seine Personenführung ist absolut präzise und arbeitet die unterschiedlichen Charaktere gekonnt heraus. Im von der Wüste Nevadas und dem Militär-Areal inspirierten Bühnenraum (Bühnenbild: Michael Bohnenstingl, Maestro Pivetta und Robin Stasch-Lungwitz) schnurrt die Geschichte bis zum sehr vorhersehbaren Finale, in dem die Aliens für die Erden-Menschen unbemerkt in Richtung heimischer Galaxie entkommen, routiniert ab. Sehenswert ist auch das Kostümbild (Kevin Flemming, Yara Lucie Krämer, Elisabeth Schmidt und Maj Weidlich), das die Aliens besonders bizarr erscheinen lässt.
Chris Millers abwechslungsreiche Kompositionen, die eine ohrwurmträchtige Mischung aus modernem Theater-Pop und 50er-Jahre-Klängen ist, ist bei der am hinteren, linken Bühnenrand postierten Band in besten Händen. Unter der Leitung von Ségolène Bouvret beziehungsweise Jörn Wübker sind die sieben Musiker beherzte Begleiter, die dank einer gut eingespielten Tontechnik die Darsteller niemals übertönen.
Die Berliner Stage Company, ein vor 19 Jahren gegründeter Verein aus Musical-Enthusiasten, ist in der luxuriösen Lage, „Dreamland“ in unterschiedlichen Besetzungen präsentieren zu können. In der besuchten zweiten Vorstellung der Spielserie beeindrucken als Junior-Forscher-Team Hannah Pulverich (Aurora), Elisabeth Schmidt (Rebecca), Dominik Sell (Eliot) und Jean-Frederic Alscher (Randy) in den anspruchsvollen Hauptrollen. Alle vier begeistern mit gut geführten Musical-Stimmen, sind beweglich im Tanz und absolut authentisch im Spiel. Für Lacher und einen grandiosen Showstopper („Gebt mir nur ’ne Show“) sorgt Michael Plot (Snyder). Mit einer Power-Stimme bis in höchste Höhen überrascht Johanna Elisabeth Clemens (Titania). Unangefochtener Star dieses Casts ist Yara Lucie Kramer in der dankbaren Puck-Rolle, deren Gesang, Mimik und Beweglichkeit es locker mit jedem Profi aufnehmen können. Den guten Gesamteindruck runden auch alle anderen auf der Bühne stehenden Darsteller ab, die das Publikum im Saal beim Schlussapplaus zurecht feiert.
Musical von Chris Miller (Musik und Buch) und Nathan Tysen (Buch und Gesangstexte)
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Inszenierung | Michael Bohnenstingl |
| Musikalische Leitung | Ségolène Bouvret Jörn Wübker |
| Choreografie | Annika Braun Johanna Elisabeth Clemens Anika Stasch |
| Kostümbild | Kevin Flemming Yara Lucie Krämer Elisabeth Schmidt Maj Weidlich |
| Bühnenbild | Michael Bohnenstingl Maestro Pivetta Robin Stasch-Lungwitz |
| Deutsch | Jens Luckwaldt |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Aurora | Hannah Pulverich Elisa Schütz |
| Rebecca | Vanessa Gstettenbauer Elisabeth Schmidt |
| Eliot | Kevin Flemming Dominik Sell |
| Randy | Jean-Frederic Alscher Daniel Brennecke |
| Melissa Simms / Titania | Johanna Elisabeth Clemens Anika Stasch |
| Oberon | Marco Lindstaedt Parick Dreier |
| Direktorin Wilson / Puck | Ségolène Bouvret Yara Lucie Kramer |
| Schnyder | Michael Plog Robin Stasch-Lungwitz |
| Colonel Rasmusson | Patrick Dreier Marco Lindstaedt |
| Skylar / Senfsamen | Annika Braun |
| Quinn / Bohnenblüte | Simon Chevrel |
| Charlotte / Motte | Maj Weidlich |
| Kameraassistent | Ségolène Bouvret Kevin Flemming Robin Stasch-Lungwitz Jean-Frederic Alscher Michael Plog Dominik Sell |
| Band | Jan-Hendrik Friedhoff Christoph Magirius Maurice Stenzel Johannes Koster Bernhard von der Gabelentz Elif Dimli Alexander Anders |
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| GALERIE | |||||||||
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