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Rhythm'n'Blues-Musical

Blues Brothers

Unterwegs im Namen des Herrn


© Marie Liebig
© Marie Liebig
Banaler Inhalt, oft clownesk überzeichnet von Dietmar Horcicka auf die Bühne gebracht. "Blues Brothers" punktet in Meiningen mit einem guten Ensemble und einer fantastischen Band.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:07.09.2018
Rezensierte Vorstellung:07.09.2018
Showlänge:165 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Kaninchen doubelt Löwen. Statt der brüllenden Raubkatze mümmelt ein Langohr auf der Kinoleinwand im berühmten Metro-Goldwyn-Mayer-Logo. Regisseur Dietmar Horcicka zeigt die Entlassung von Joliet Jake Blues aus dem Gefängnis als filmischen Vorspann und erinnert damit an den berühmten Film von 1980, auf dem die von Horcicka bearbeitete Meininger Bühnenfassung basiert. Als beide Brüder im Video von Peter Hollek in ihrem Straßenkreuzer sitzen, wird die Leinwand nach hinten und das Publikum quasi in die Handlung hineingezogen. Ein wirklich gelungener Auftakt!

Viel mehr ist Horcicka für seine Inszenierung jedoch nicht eingefallen. Schlaglichtartig erzählt er nach, wie die beiden coolen Brüder ihre ehemalige Band zusammentrommeln, um das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind, vor dem finanziellen Aus zu retten. Dem Regisseur gelingt es jedoch nicht, die Handlung zu einem Ganzen zu formen. Stattdessen werden die einzelnen Szenen schlaglichtartig hintereinander abgespult. Horcicka setzt dabei auf Slapstick und Klamauk, auf die sich das Meininger Publikum zwar einlässt, zum Verständnis des Abends trägt das allerdings nicht bei. Szenen mit albern überzeichneten Nazis, die mit Puppen spielen sind ebenso rätselhaft wie eine rachsüchtige Frau, die wiederholt ohne erkennbares Motiv Anschläge auf die Blues Brothers verübt und zum Schluss sogar mit einem Panzer auf die Bühne rollt. Mira Elisa Goeres aus dem hauseigenen Schauspiel-Ensemble bleibt als rachsüchtige Mira eigenartig fade und ist mit ihrem Solo "Stand by your man" gesanglich überfordert.

© Marie Liebig
© Marie Liebig


Auf den Punkt genau besetzt sind hingegen Sven Zinkan und Renatus Scheibe als Brüdergespann Elwood und Joliet Jake Blues, die tiefenentspannt und schnodderig ihren filmischen Vorbildern in nichts nachstehen. Beide singen verdammt gut, bewegen sich mit einer coolen Lässigkeit und sind auch tänzerisch eine Wucht. Julia Grunwald hat nicht nur für sie abwechslungsreiche Choreografien entworfen, die das Schauspiel-Ensemble zwar fordern, jedoch nicht überfordern. Besonders gelungen ist hier die Square-Dance-Szene zum Song "Rawhide" im zweiten Akt.

Ein Glücksgriff ist die Gastverpflichtung von Christine Zart, die in "Think" mit großartig souliger Stimme die Bühne rockt und als Pinguin oder Claire ihre darstellerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Melvin Edmondson ist eher im Jazz als im Gospel zu Hause und punktet besonders bei "Minnie the Moocher" im Zwiegesang mit dem Publikum. Nicht nur hier glänzen die drei Musicaldarstellerinnen Mirjam Baur, Marina Pechmann und Marie-Sophie Weidinger als Backings. In den raffinierten Kostümentwürfen von Christian Rinke sind sie auch optisch immer wieder wahre Hingucker.

© Marie Liebig
© Marie Liebig


Was wäre die Show ohne die fantastische Band? Unter der musikalischen Leitung von Schlagzeuger Thomas Kässens ist die Sieben-Mann-Combo eine absolute Wucht. Sie sitzen im stilisierten Sonnenbrillen-Bühnenbild von Helge Ullmann zu Recht zentral auf der Bühne und fahren mit ihrem Podest immer wieder hinauf und hinab. Im abschließenden Zugabenblock gibt es sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum kein Halten mehr und das altehrwürdige, herzögliche Theater gerät in einen wahren Partyrausch.




(Text: kw)






Kreativteam

Musikalisches Arrangement und musikalische LeitungThomas Kässens
Bühnenfassung und InszenierungDietmar Horcicka
BühnenbildHelge Ullmann
KostümeChristian Rinke
ChoreografieJulia Grunwald
VideoPeter Hollek


Besetzung

Elwood BluesSven Zinkan
Joliet Jake BluesRenatus Scheibe
Pinguin, Aretha, Tom Mallone, ClaireChristine Zart
Mira, Nonne, Gospelchor u.a.Mira Elisa Goeres
Curtis, James Brown, Ray Charles, Cab CallowayMelvin Edmondson
Gospelchor, Chief Cop 1, Matt Guitar Murphy u.a.Matthias Herold
Gospelchor, Willie Hall, Bob, Head Nazi u.a.Peter Liebaug
Gospelchor, Mr. Mercer, Oberkellner, J. L. Hooker, Morrie u.a.Björn Boresch
Gospelchor, Mr. Fab, Boss, Finanzbeamter u.a.Georg Grohmann
Gospelchor, Murph, Nazi, Mc Elroy u.a.Vivian Frey
BackingsMirjam Baur
Marina Pechmann
Marie-Sophie Weidinger
Tobias Blinzler




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Marie Liebig
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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Dietmar Horcickas klamaukige Inszenierung betont das hahnebüchen-inhaltsleere Buch des ersten Aktes. Nach der Pause gibts dank toller Musiker und Darsteller Party im altehrwürdigen Meininger Staatstheater.

07.09.2018

 Termine
Sa22.12.19:30 Uhr
So30.12.19:00 Uhr
Termine 2019
Sa19.01.1919:30 Uhr
Do07.02.1919:30 Uhr
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Mo22.04.1915:00 Uhr
Fr03.05.1919:30 Uhr
Di28.05.1914:30 Uhr
Sa01.06.1919:30 Uhr
Fr28.06.1919:30 Uhr


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