Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelles aus der musicalzentraleArchivDie Beste ihrer Art: Blood Brothers (London 1995)
Die Beste ihrer Art: Blood Brothers (London 1995)
(17.08.2012)
[Die Beste ihrer Art] Nach ihrer Erstauflage im vergangenen Sommer setzen wir in den kommenden Wochen unsere CD-Reihe "Die Beste ihrer Art" fort. Das Prinzip: muz-Autoren beschreiben jeweils fĂŒr ein Musical, welche CD-Aufnahme die ihrer Meinung nach relevanteste und beste ist. Zum Auftakt empfiehlt Jens Alsbach die 1995er-Castaufnahme von "Blood Brothers". Sie können mitdiskutieren.

Von deutschen Theatern bisher grĂ¶ĂŸtenteils verschmĂ€ht, war "Blood Brothers" 24 Jahre lang als Klassiker im Londoner West End zu sehen (Ende Oktober fĂ€llt der letzte Vorhang). Immer wieder mit prominenten Besetzungen gespickt - jĂŒngst bereicherten Mel C. von den Spice Girls und Marti Pellow, SĂ€nger der schottischen Popband Wet Wet Wet, die Cast - hat es das StĂŒck ĂŒber zwei Jahrzehnte lang geschafft, sich erfolgreich im West End zu behaupten. Vom Musical ĂŒber die Zwillinge, die nach ihrer Geburt getrennt werden, ohne voneinander zu wissen, gemeinsam aufwachsen und am Ende aufgrund einer Verkettung tragischer UmstĂ€nde beide am gleichen Tag sterben, liegen dank der langen Laufzeit sieben Einspielungen vor, davon drei aus London, eine australische, eine internationale, sowie eine spanische und eine hebrĂ€ische Fassung.

Die Londoner Einspielungen sind sich generell sehr Ă€hnlich, dennoch fĂ€llt meine Wahl fĂŒr die "Beste ihrer Art" auf die Aufnahme aus dem Jahr 1995. Den Ausschlag geben nicht die Orchestrierung oder die Auswahl der Musiknummern, denn die sind auf allen Aufnahmen nahezu identisch. Besonders gefĂ€llt mir an dieser Aufnahme die warme Stimme von Stephanie Lawrence, der Hauptdarstellerin der Mrs. Johnstone, die mit ihrer Stimme wunderbar verdeutlicht, wie schwer es ihr fĂ€llt, ihr eigenes Kind wegzugeben, und der man den Horror anmerkt, wenn ihr Sohn am Ende zerbricht und ihre Zwillinge sterben. Das GefĂŒhl, welches ihre Stimme vermittelt, bleibt meines Erachtens unerreicht und gibt auch demjenigen, der das StĂŒck nicht kennt, einen guten Einblick in diese rĂŒhrende Geschichte. Besonders intensiv: Der finale Song "Tell Me It’s Not True", den sie kurz nach dem Tod ihrer Kinder singt und "Easy Terms", das Lied, bei dem sie sich entschließen muss, einen ihrer neugeborenen Zwillinge wegzugeben, da sie nicht beide ernĂ€hren kann.

Ihr zur Seite stehen Paul Crosby und Mark Hutchinson als Mickey und Eddie, die die schwierige Aufgabe haben, die Zwillinge vom Kleinkind- bis zum Erwachsenenalter zu spielen, was sie vortrefflich schaffen. Warwick Evans singt bei dieser Aufnahme die Rolle des ErzĂ€hlers und hat in seiner Stimme genau die richtige Portion Ironie und SchĂ€rfe, die es braucht, um die Szenerie zu kommentieren. Bei allen Aufnahmen macht sich bemerkbar, dass die Rolle des ErzĂ€hlers eher mit einem starken Schauspieler und weniger mit einem starken SĂ€nger besetzt ist, was beim heimischen CD-Genuss negativ auffallen mag, auf der BĂŒhne aber Sinn macht.

Die Musik ist sehr synthesizerlastig, damals wie heute, und gerade dieser Pop-Sound und der starke Hall der Aufnahme machen den Charme dieser Einspielung aus. Wer etwas mehr Bombast mag, dem sei die internationale Aufnahme aus dem gleichen Jahr ans Herz gelegt, denn dort spielt statt dem Mini-Orchester der Originalfassung das Royal Philharmonic Orchestra auf. Dies verleiht dem StĂŒck einen ganz neuen Charakter, fĂŒr mich geht das Flair der Show dadurch jedoch verloren, zumal Petula Clark als Mrs. Johnstone eine zu weinerliche Stimme hat. Interessant bei dieser Aufnahme: Autor Willy Russell gibt selbst den ErzĂ€hler, ohne in der Rolle jemals auf der BĂŒhne gestanden zu haben.

FĂŒr angehende Fans, die das StĂŒck aus seinen AnfĂ€ngen kennen lernen wollen, sei auch die 1983er-Aufnahme mit Barbara Dickson in der Hauptrolle erwĂ€hnt, eine Aufnahme mit einer starken Mrs Johnstone, aber einer ansonsten schwĂ€cheren Cast als bei den anderen Aufnahmen.
Generell bieten alle Einspielungen kleine Dialogpassagen, um sich ein wenig mit der Handlung vertraut zu machen, der starke Akzent der Darsteller - das StĂŒck spielt im Liverpool der 60er Jahre - mag anfangs ungewohnt erscheinen, gehört aber zum Charakter des StĂŒckes.
Wer sich auf andere Sprachen einlassen möchte, ist auch mit der spanischen und hebrÀischen Aufnahme gut bedient, wobei die spanische Darstellerin der Mrs. Johnstone sehr pathetisch singt und einige Songs dadurch eher wie Pop-Nummern klingen. (jal)

Welche "Blood Brothers"-CD bevorzugen Sie? Hier können Sie Ihre Bewertung abgegeben. Über die muz-Serie "Die Beste ihrer Art" können Sie auch im Forum mitdiskutieren. NĂ€chste Woche lesen Sie: muz-Redakteur Christian Heyden ĂŒber das Disney-Musical "Die Schöne und das Biest". (jal)
muz-Serie: Die besten Musical-CDs - Alle Folgen

SUCHE

Suchen nach:



Suche starten



© musicalzentrale 2022. Alle Angaben ohne GewĂ€hr.

   DEUTSCHES THEATER MÜNCHEN: DIRTY DANCING

   DEUTSCHES THEATER MÜNCHEN: ROCK OF AGES

   DEUTSCHES THEATER MÜNCHEN: GHOST

   BROADWAY FIEBER SOLINGEN

   Wir suchen Dich!

   Ein Platz fĂŒr Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was lÀuft aktuell in diesen MusicalhÀusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ DĂŒsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ MĂŒnchen: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle SpielplĂ€ne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -SĂŒd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;