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Leipziger Studenten: Es hätte einen Plan B gegeben
(22.12.2011)
[Drei Fragen an ...] Jennifer Siemann und Fabian Bothe vertreten die Studierenden im Studiengang Musical an der HMT Leipzig. In unserer Interviewreihe nehmen sie Stellung zur Schließung des Studiengangs und deren Folgen.
Frau Siemann, Herr Bothe, wie kam es zur Eskalation der Situation im Studiengang Musical?
Im Frühjahr 2011 organisierten sich erstmalig alle Studierenden der Fachrichtung Musical und äußerten beim Rektorat ihren Unmut gegen den Hauptfachunterricht Gesang, der unserer Meinung nach nicht mehr vollumfänglich dem hohen Ausbildungsstandard in Deutschland entsprach. Und gerade der Gesang sollte von Lehrkräften unterrichtet werden, die umfangreiche Bühnenerfahrung vorweisen können. Das Rektorat reagierte sofort in unserem Sinne und stellte drei hochqualifizierte Lehrbeauftragte (Mark Garcia, Cornelia Drese und Christian Alexander Müller) im Gesang ein, auf die wir Studenten teilweise schon in Form von Privatunterricht zugegriffen hatten. Alle Studenten wechselten daraufhin zu den neuen Dozenten. Eine gerichtliche Auseinandersetzung, die mit einem Vergleich beendet wurde, zeigte allerdings auch, dass eine verbeamtete Professorin nicht entlassen werden kann. Ein freiwilliges Ausscheiden der Professorin war auch keine Option. Eine Rückkehr zu der alten Situation wurde allerdings von allen Beteiligten abgelehnt. Zur Kompensation wäre mindestens eine neue Stelle nötig gewesen, die das Rektorat nicht finanzieren konnte und wollte. So kam es schließlich zur jetzigen Schließung des Studienganges. Kern des Problems ist also einmal mehr die Unkündbarkeit von Beamtenstellen. Unserer Meinung nach hat dieses Gesetz in der heutigen Zeit keine Berechtigung mehr und sollte abgeschafft werden.

Welche Alternativen hätte es aus Ihrer Sicht zur Schließung des Studienganges gegeben?
Die betroffene Professorin hätte einsehen müssen, welche schwerwiegenden Mängel die Ausbildung hat und hätte zulassen müssen, dass die drei neuen Lehrbeauftragen den Gesangsunterricht vollständig übernehmen. Finanziell hätte durch eine Stiftungsprofessur Abhilfe geschaffen werden können. Ein Geldgeber aus der freien Wirtschaft hatte sich diesbezüglich bereits positiv geäußert. Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit der Leiterin für Studienangelegenheiten an Optimierungen der Modulordnung gearbeitet, die sogar im Vergleich zum alten Zustand Einsparungen bedeutet hätte. Außerdem wurde unser Erachtens nach nicht genug auf das Thema der Vernetzung zwischen den Abteilungen eingegangen. Dafür waren zwei Wochen zu knapp, nachdem die Senatskommission Musical die Ergebnisse am 6.Dezember berichtet hatte. Es hätte einen Plan B gegeben. Wie viele schon in der Senatssitzung bemerkten: Hier geht es darum, ob man ein Fortbestehen will oder nicht. Es ist festzustellen dass auch von Seiten der Hochschule schon Fehler bei der Gründung des Studiengangs Musical gemacht worden sind. Auch eine Schauspielprofessur wurde trotz positiver Bekundungen über Jahre immer wieder abgelehnt.

Was erwarten die verbliebenen Studenten nun von der Hochschule?
Die Studenten haben das vertraglich zugesicherte Recht, ihr Studium ordentlich zu beenden. Das hat uns auch der Rektor nochmals bestätigt. Außerdem hoffen wir, dass während unserer Studienzeit noch weiterhin Produktionen möglich sein werden, obwohl wir jetzt mittlerweile nur noch zwölf Studenten sind, die an der HMT studieren. Das schlimmste, was uns jetzt noch passieren könnte, ist, dass die neuen Gesangslehrer gehen müssen oder wollen. (hn)
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