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HintergrundDrei Fragen an Roland Haug
Die Vielseitigkeit macht's
 
Musical-Gala ist nicht gleich Musical-Gala. Das weiß niemand besser als Stadtmusikdirektor Roland Haug, der im Jahr 2006 mit seinem Kreisjugend-Orchester in Ludwigsburg eine Veranstaltung ins Leben rief, die sich seitdem alljährlich einen festen Platz in den Terminkalendern von Musicalfans aus dem süddeutschen Raum erobert hat und in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal stattfindet. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums, bei dem mit Kevin Tarte, Janet Chvatal, Marc Gremm und Kaatje Dierks die Sänger-Originalbesetzung von vor 10 Jahren auf der Bühne steht, sprachen wir mit Roland über das Konzept und den Erfolg der Gala und über seine Hoffnungen für das Genre Musical.
Kurzinterview von Silke Milpauer
Zehn Jahre Musical-Gala Ludwigsburg – Wie kamen Sie auf die Idee, eine solche Gala ins Leben zu rufen?

Roland Haug: Eigentlich war die Grundidee, dass unser Kreisjugend-Orchester Ludwigsburg, welches aus 85 hochmotivierten jugendlichen Musikerinnen und Musikern besteht, einmal im Jahr ein Konzert in dem wunderschönen Konzertsaal des Forums am Schlosspark in Ludwigsburg veranstalten sollte. Seit 1998 setzen wir das tatsächlich in die Tat um. Angefangen haben wir mit dem KJO und einem riesigen Projekt-Chor. Danach kamen dann Konzerte wie zum Beispiel "Bläser treffen Streicher" mit "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" von Ludwig van Beethoven oder das Märchen-Musical "Freude".

Der erste Stargast, den wir gleich zwei Mal für ein Gala-Konzert in Ludwigsburg engagieren konnten, war der tschechische Weltstar Karel Gott. Noch heute wird davon gesprochen, wie die "goldene Stimme aus Prag" bergeweise Blumen und Geschenke von der Bühne tragen musste und nicht unter 35 Minuten Zugaben vom Publikum entlassen wurde. Danach, im Jahr 2005, kamen dann Anna-Maria Kaufmann und Kevin Tarte als Solisten. Und von da war es dann nur noch ein kleiner Schritt zur Musical-Gala. 2006 haben wir diese zum ersten Mal veranstaltet und riesigen Zuspruch erfahren, so dass wir seit 2007 jedes Jahr zwei Termine in Folge anbieten mussten.

Wir versuchen nicht nur, eine Hitparade der beliebtesten und meistgehörten Musicalsongs zu bringen, sondern schauen auch mal nach anderen, älteren und unbekannteren Titel. Die Balance ist wichtig, denn selbstverständlich müssen die Zuhörer aber auch immer wieder Titel im Programm finden, die sie kennen und in einer Musical-Gala hören möchten. Darüber hinaus spielen wir aber auch immer mit dem KJO Original-Literatur für sinfonisches Blasorchester und möchten mit unseren Sängern Vielseitigkeit zeigen. Dabei gab es dann schon kleine Ausflüge in die Klassik, in die Welt des Belcanto, Swing, Chansons, Pop, Operette um ein paar Stilrichtungen zu nennen. Crossover heißt das Zauberwort, was unserem Programm den letzten Schliff verleiht.

Roland Haug (Foto: Ingrid Kernbach)

Die Solisten der Musical-Gala 2015 (Foto: Veranstalter/Roland Haug)
In der Regel dauert die Gala mit Pause um die drei Stunden. Wie aufwändig ist da die Vorbereitung?

Roland Haug: Meistens haben wir neun Proben mit dem Orchester, um uns auf die Gala vorzubereiten. Bis das Programm in Zusammenarbeit mit den Sängern steht, bis die Arrangements fertig sind, bis die Noten verteilt und geübt werden, Stücke wieder verworfen und neue dazu genommen werden, vergehen allerdings schon vier Monate. Die Titel müssen ja "Blasorchester-tauglich" gemacht werden und wir dürfen auch den Sängern keine unangenehmen Überraschungen wie "Der Titel ist dir ja bekannt, aber Du singst vier Töne höher oder tiefer" bescheren.

Wenn wir Glück haben, können uns Sänger schon vor der Generalprobe einmal besuchen und mitproben. Ansonsten ist es die Aufgabe des Dirigenten, in einer dreieinhalbstündigen Probe mit Orchester und allen Sängern die Musikstücke so zusammenzuführen, dass Publikum und Ausführende viel Freude daran haben. Für die Musikerinnen und Musiker sind insbesondere die letzten vier Proben vor der Gala besonders anstrengend. Da kann dann auch schon mal Samstags von 14 bis 18 Uhr geprobt werden, um gleich am nächsten Morgen von 9.30 bis 16.00 Uhr weiter zu üben. Aber das Ganze macht natürlich auch viel Spaß .
Was macht für Sie den Reiz des Genres Musicals aus? Besuchen Sie selbst regelmäßig Musicals?

Roland Haug: Ja, natürlich und zwar immer, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich besuche Musicals, aber auch Opern, Operetten und sonstige Konzerte, bin also vielseitig interessiert. Das ist vielleicht eine Berufskrankheit: Der Wunsch, zu hören und zu sehen, was andere machen. Anregungen kann man sich überall holen und ich finde es auch toll, mal im Zuschauerraum zu sitzen und nicht für alles verantwortlich zu sein.

Der Reiz des Genres Musical liegt für mich in der Vielseitigkeit und natürlich in der Kombination der Elemente Musik, Tanz und Schauspiel. Ich denke, es wird spannend zu beobachten, wie sich dieses wunderbare Genre in der Zukunft weiterhin entwickelt. Jeder, der in den letzten 20 Jahren Musicals besucht hat, weiß was sich alles schon verändert hat. Ich fände es auf jeden Fall toll, wenn wieder mehr Musiker im Orchestergraben spielen würden, wenn wieder mehr Persönlichkeit auf der Bühne zu finden wäre und wenn ein Musicalabend für zwei nicht den Betrag kostet für den man früher ein verlängertes Wochenende Urlaub machen konnte.
 
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(Foto: Ingrid Kernbach)

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