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HintergrundInterview mit Jörg Löwer
Musical bald nur noch ein Hobby?
 
Geldmangel trifft auch die Musicalsparten der staatlichen Theater. Welche Auswirkungen hat das auf Darsteller und Zuschauer? Jörg Löwer von der Bühnengewerkschaft GDBA im Interview.
Interview von Jan-M. Studt
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Leserbeiträge:

Die hier wiedergegebenen Beiträge sind Meinungen einzelner musicalzentrale-Leser und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


9 Zuschauer haben dazu etwas geschrieben:


Nun ja...

01.01.2010 - Was soll man dazu sagen? Jeder Job bringt Vor- und Nachteile mit sich und ich denke hier werden einige Nachteile des Musicaldarstellers in komproimierter Form zusammen getragen. Mich hält es nicht davon ab meine Musicalausbildung zu machen!

Alex


Auf den Punkt gebracht !

01.01.2010 - Das Interview mit Herrn Löwer bringt es auf den Punkt! Ich bin in meiner freiberuflichen Zeit sogar bis vors Sozialgericht gegangen.Einen "Trick" verriet man mir dort aber: Wenn ein Freiberufler z.b. an einem Stadttheater monatlich 2 Vorstellungen hat 6 Monate lang, kann er sich zwischendurch ( wie früher üblich) nicht mehr an-und abmelden bei Arbeitsagentur sondern erhält für die Laufzeit des Vertrages kein ALG zwischen den Vorstellungen( weil "nicht verfügbar"). ABER: Der gesamte Zeitraum , also 6 Monate, werden ihm anschließend wie durchgängig beschäftigt angerechnet, er begründet so evtl. in einem Jahr mit zwei Gastverträgen bereits einen Anspruch auf ALG 1( Nicht vergessen Arbeitsbescheinigung vom Theater ausstellen zu lassen. So ist die Sachlage.

Luis Lay


Angst vorm Traumberuf?

14.09.2006 - Also ersteinmal möchte ich der MZ danken, dieses Thema einmal angeschnitten zu haben. Ich befinde mich zurzeit mitten im Abitur und spiele schon sehr lange mit dem Gedanken eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin zu machen. Ich möchte jedoch nicht bestreiten, dass ich mir genau die Frage gestellt habe, die hier zur Sprache gebracht wurde: Kann ich vom Beruf Musicaldarstellerin überhaupt leben? Viele denken sich das so einfach, nach dem Motto: "Ich werde Musicaldarsteller!" Doch nur wenige machen sich den Gedanken, dass man nicht direkt eine Rolle kriegt, vor allem als "Frischling"...Und was dann? Dann steht man da...Und ich habe doch nicht 13 Jahre Schule gemacht um beim taxifahren darauf zu warten dass ich irgendwo ne Stelle (Rolle) kriege.. Traurig aber wahr, dass man seinem Traumberuf nur mit Bedacht entgegnen kann..
Liebe Grüße aus Köln

Raffaella


Leider hat der Kollege recht!

12.09.2006 - ...Wunschdenken beiseite,leider!

Wer romantisch um Blut und Ehre kämpft und die Realität der städtischen Kassen durchignoriert tut sich keinen sonderlich förderlichen Gefallen.

das subventionierten theaters wackelt und wackelt,in den letzten Jahren sind in der deutschen Theaterlandschaft der Stadt- und Staatstheater 8000 Arbeitsplätze verschwunden weil die Kohle nicht mehr da ist,subventionen werden gekürzt,sparten werden wegrationeiert,theater werden geschlossen - da wird selbstverständlich mehr auf die darsteller "fest-im-haus"zugegriffen.

selbst der oper bonn geht es jetzt an den kragen!

gäste rechnen sich einfach nicht mehr!

welches haus kann sich in den heutigen zeiten perspektivisch tatsächlich noch musical gäste leisten?

da wird dann eben aus dem opernchor oder aus dem haus besetzt und es gibt verdammt viele "endverbraucher" die den für uns schmerzhaft offensichtlichen qualitätsunterschied gar nicht bemerken.

aber erzählt das nicht so sehr rum!

wir brauchen alle noch ein bisschen zeit...

die alternative ist stageentertainement bzw. slaveholding - oh entschuldigung,ich meine natürlich stage holding:

die betreiben in ihrer gehaltsstruktur eine zweiklassen gesellschaft:

die vier(...oder von mir aus fünf) hauptdarsteller verdienen gutes geld und alle anderen ensemblemitglieder gehen teilweise mit 1900 netto nach hause.

wer mal richtig lachen will der kann ja mal bei 6 oder 7 vorstellungen die woche die abendgage ausrechnen bei 1900 netto und wird sich berechtigt die frage stellen müssen ob der mcdonalds job da aus rein wirtschaftlicher sicht nicht eine ernsthafte alternative ist:

bei mcdonalds stimmen wenigstens die besucherzahlen immer!

ein vorwurf an stageentertainment ist das aber auch nicht:

beauty and the beast hat die hälfte des audititoriums mit stoff abgehängt damit die gähnende besucherleere nicht allzu peinlich ist und die 50% die offen sind sind auch nur zu zwei drittel besetzt.

die stücke die irgendwie funktionieren werden geklont und multipliziert nach hamburg nach stuttgart und retour.

wenn eine dönerbude funktioniert warum dann nicht auch eine zweite oder eine dritte.

und wie wärs mit herrn hinterseer in der rolle des todes...

ein künstlerischer offenbarungseid ist das!

kinder,wo soll die reise hingehen?

zurück in die fetten früh90er jedenfalls nicht mehr!

das unikum des perfekten musicals a la broadway wie damals cats,phantom und starlight ist erschöpft,der markt komplett überschwemmt und die musicalbesucher zu zeiten von 80euro pro ticket berechtigt zögerlich!

wenn man als 26jähriger musicalabsolvent sich gerade so existentiell und verblendet durch die emotionalität des jobs irgendwie in die mittdreissiger rettet wird sich bald die frage stellen "...was nun???"

also:
liebe kolleginnen und kollegen - haltet eure laufenden kosten gering und macht euch ernsthaft gedanken über ein realistisches und verlässliches zweites standbein.

sonst wirds sehr bald sehr haarig und "hair" war schon vor 10 jahren nicht wirklich mainstream tauglich ergo wirds auch nicht gespielt.

spass beiseite...

tut zwar weh aber perspektivisch sehr stagnativ unser "allrounderjob"...

spaß macht er natürlch trotzdem.

ein klasse hobby war das,ein super beruf wurde das und bald landen wir wieder beim hobby...

leider!

Dar Stella


motivation

01.05.2006 - lieber thorsten,
deine ratschläge sind sicher gut gemeint und durchaus richtig, und ich denke, jeder darsteller, künstler... in lohn und brot oder arbeitslos muß sich ständig gedanken machen, was er alternativ tun würde, und am besten fängt man damit noch gestern an, und ich denke , die meisten tun dies und versuchen ihre eigenen projekte oder/ und unterrichten, darüber beklagen sich sicher auch die wenigsten. und ich sehe das durchaus genau wie du, daß niemand für die zukunft des individuums verantwortlich sein kann, weil es jeder selbst in der hand hat, niemand wird gezwungen künstler zu werden, also steht auch niemandem das recht zu dem staat, der zbf oder sonstwem die schuld für die jobsituation zu geben. aber es geht glaub ich eher um grundsätzliche dinge, die ungerecht sind, wenigstens kommt es einem subjektiv so vor, so z.b. daß die zbf für hartz 4 empfänger nicht mehr zuständig ist. ich finde das geht eigentlich garnicht, soll das heißen man ist automatisch in einem statistikbereinigendem umschulungsprozess? im gegensatz dazu hat ein orchestermusiker, der sein probejahr hinter sich gebracht hat, eine lebenslängliche stelle. was da so zu erleben ist, ist eigentl. finanziell nicht mehr tragbar, ich hab kollegen , die sich monatelang krankschreiben lassen, weil der sitznachbar im orchestergraben falsch spielt...und das jahrzehnte lang.und das bei einer berufsgruppe, die bei gelegenheit mal 10 tage frei hat am stück, da sie nicht auf dem dienstplan stehen...ist nat. ein ewiglanges andauerndes erbe diese rechtliche situation ein sänger, kann sich das in einer spielzeit eigentl. genau 0 mal erlauben. nat. hört man zurecht immer, du hättst ja auch geige studieren können...am besten ist es im leben immer, man macht sich von allen institutionen unabhängig, das meintest du sicher in deinem beitrag, aber leben muß man halt schon auch von irgendetwas. assistenzen sind oft nicht bezahlt und souffleusen sind auch keine menschen, die das nebenher machen, gute souffleusen sind gold wert und es kann sich auch nicht jeder einfach mal als souffleuse bewerben...ich kenne auch genug, die ihr eigenes programm mit kleineren und größeren erfolgen durchziehen und sagen, daß die auftragslage in den letzten jahren krass gesunken ist, weil einfach keiner mehr geld für sowas ausgeben will.
ich finde es bewundersnwert, wenn jemand die vision noch hat unbedingt auf die bühne zu wollen, ohne visionen geht es auch gar nicht und es gibt immer die hartnäckigen, die auch durchhalten...

pseudonym


Was tun?

06.04.2006 - Natürlich hat Herr Löwer Recht mit seiner Beschreibung der Situation! Natürlich kann man allein nichts dagegen tun!
Aber nun sollte man mal anfangen, die Situation zu verbessern. Vor Herrn Löwer gab es bei der GDBA kein qualifiziertes Mitglied, das sich um diese Themen gekümmert hat, obwohl die Situation der Nicht-fest-Engagierten schon seit langem bekannt war. Die GDBA muß durch neue, engagierte Mitglieder gestärkt werden. Aber das macht ja Arbeit- die sollen lieber die Anderen machen. Tja, und was kann man als Künstler noch tun, außer Taxifahren oder bedienen? Man sollte sich auf seine Stärken besinnen und darüber nachdenken, sie sinnvoll einzusetzen. Wir haben einen Beruf der Dienstleister.Also biete ich mein Können in den Medien an! Toll, daß da eine findige Kollegin mit ihrem Ghetto-Blaster eine Führung zu den Marlene Dietrich Stätten anbietet, andere ein lebendes, singendes Geburtstagstelegramm, oder einfach nur Gesangs+Tanzunterricht an Musikschulen.
Man kann sich mit Kollegen zusammentun und ein Projekt erfinden- nur nicht immer glauben, die ZBF ist dafür da, sich für jeden Einzelnen Gedanken zu machen, wie er sein berufliches Leben gestalten kann- Na ,und Umschulungen soll auch der Staat bezahlen, steht mir doch zu....! Ich habe dafür einen Kredit aufgenommen, den ich langsam abstottere. Wie wäre es mal mit einer Tätigkeit als Soffleur- die werden doch gesucht! Und dabei lernt man die Regisseure gut kennen. Komme ich auf die Idee, mich für Assistenz anzubieten? Und, und, und.....
Also, Leute, krempelt mal die Ärmel hoch und guckt über Euren Tellerrand !
Thorsten

Thorsten


NeuesGesetz

03.04.2006 - Vielleicht hilft diese Information zukünftig etwas weiter, um die Ungerechtigkeit beim Arbeitlosengeld abzubauen.

http://www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php 3?&id=43e60c48815a1

gast


Danke für dieses Thema

31.03.2006 - Es ist beruhigend zu wissen, dass es auch in dieser Branche intelligente und engagierte Menschen wie Herrn Löwer gibt, denen es um mehr als bloß Ruhm und Applaus um jeden Preis geht. Ich bin selbst, trotz freiberuflicher Tätigkeit im Vertrieb immer noch überzeugte Gewerkschaftlerin.
Weiterhin Mut und Kraft für diese Arbeit und Danke an die MZ auch solche Themen anzufassen!

Susanne aus Berlin

Susanne


genau so ist es

08.03.2006 - ich habe 4 jahre ensuite gespielt und mir einige notgroschen zurückgelegt. seit 2 jahren gastiere ich so gut es geht leidlich und habe genau oben beschriebenen fall, daß ich zwar immer zur kasse gebeten werde, voll auf lohnsteuer arbeite jede einzelne vorstellung an- und abgemeldet werde, aber natürlich im gegenzug mit 60 vorstellungen in 2 jahren nicht auf meine 365 tage komme, das ende vom lied, volle abzüge, 0,0 anrecht auf arbeitslosenversicherung, und ich muß natürlich mein mühsam aufgespartes aufbrauchen, obwohl ich den höchsten steuersatz jahrelang abgedrückt habe, ein völlig überfordertes arbeitsamt in sachen beratung ( aber dazu braucht es nicht viel, die sind ja mit fragen, die nicht in ihrem faltblatt das ihren tätigkeitsbereich betrifft sowieso sofort mit allem überfordert, eine dame meinte in ihrer verzweiflung " ohhhh das ist aber sehr ungerecht, so einen fall hatte ich noch nie", weiter konnte ich in die materie nicht mehr eindringen, hätte mich davor auch eher gefürchtet...) ich unterrichte nebenher damit ich wenigstens eine grundlage für die ksk habe, denn da kommt man ja mit lohnsteuer auch schlecht hinein, aber ohne kann man wiederum nicht gastieren, ein ewiger rattenschwanz, meinen schülern rate ich von diesem beruf definitiv ab, außer sie betreiben dies als nebenberuf und stellen sich aufs jobben ein, siehe oben...und nachdem der markt gnadenlos überfüllt ist und die meisten absagen nichts mehr mit qualität zu tun haben, sollte man sich nicht der illusion hingeben, daß genug jobs in den großen ensembles sind und vom stadttheater kann man nicht mehr leben denn es bleibt nix übrig, außer man ist einer der wenigen gesponserten stars, also das obige interview beschreibt ziemlich genau die sachlage und es wird auf garkeinen fall besser werden. diesen job kann man sich heute nicht mehr leisten.wenn man "jung" ist, und leider ist man gegenwärtig mit 35 in diesem beruf, wenigstens als frau nicht mehr jung sondern eher schon die alte kuh, sieht man das sicher mit anderen augen und illusionen. natürlich bringt jeder job vor-und nachteile, aber ich glaube hier von vor-und nachteil zu sprechen ist falsch, sondern es geht um eine große misere um die sich keiner kümmern wird, weil sie sowieso unnötig ist und wenn es kein musical gibt ist das auch nicht weiter schlimm.ich hab in letzter zeit soviele stadttheaterproduktionen gesehen, in denen das ensemble mit begeisterten und in der tat guten laien aus der umgebung besetzt wurde, d.h.hier stirbt der nächste markt weg und wenn dannmal 3 hauptdarsteller dabei sind sind 2 vom haus und 1 gast und davon kann die szene nun wirklich nicht überleben.

pseudonym


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