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Themen / Warum hat die Stage "The Producers" g...
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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
28.11.06 22:21

Diese Frage geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Das "Warum"?

Mal unabh├Ąngig davon, das dieses St├╝ck die Geschm├Ącker spaltet - sowohl von der Story, als auch der Musik und ganz bestimmt hinsichtlich der deutschen-Ver├Ąppelung.

Die Stage hat die Rechte daran.

Warum haben sie es gekauft?

Der Zug, es medienwirksam aufzuf├╝hren ist l├Ąngst abgefahren.
Und auch f├╝r die Zukunft kommt kein Statement, es aufzuf├╝hren.

Deshalb die Frage in den Raum:
Haben die Eink├Ąufer bei der SE tats├Ąchlich geglaubt, dieses St├╝ck k├Ânnen massenweise Busladungen in Deutschland locken?

Haben sie das St├╝ck v o r Kauf gesehen?
Kannten sie die Mel-Brooks Filmografie und Verkaufszahlen der Video-, DVD und Kinozahlen?

Waren diese Zahlen und das Gesehene Grundlage f├╝r den Glauben an ein massenwirksames und kommerziell erfolgreiches Ensuite-Musical in deutschland?

Wie kommt es, das sie damit angeben, die Rechte zu besitzen und seit Jahren z├Âgern, es uraufzuf├╝hren?




Zum Thema und Diskussions-Anregung der Ausschnitt eines Interviews mit Harald Schmidt in der S├╝ddeutschen zeitung:


""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""

Schmidt: Der F├╝hrer sorgt f├╝r Verkaufszahlen, er garantiert Quote. Immer, wenn ich denke, dieses Kapitel ist jetzt um Gottes willen nicht abgeschlossen, aber, sagen wir: verarbeitet, kommt wieder ein neuer Nebenaspekt. Die Bombe. Das Kokain.

(...)

SZ: Mel Brooks hat 1968 "The Producers" gedreht, der auf Deutsch "Fr├╝hling f├╝r Hitler" hei├čt. Als Musical ist es der gr├Â├čte Erfolg am Broadway seit langem. Hitler ist also doch komisch.

Schmidt: Toll. Ich hab"s gesehen in New York, 400 Dollar pro Karte, aber das war mir vollkommen schei├čegal. Das Komische bestand darin, dass es f├╝r die New Yorker eine Beschreibung des Deutschlands im Jahr 2005 war.

SZ: Wie das?

Schmidt: Lederhosen, Humtata-Musik, Dschings- mit-de-bumms, das ist Deutschland! Ich bin in New York schon ein bisschen in meinem Stuhl nach unten gerutscht.

SZ: Aus Angst, da als Deutscher erkannt zu werden?

Schmidt: Es war nicht Angst, es war nur ein bisschen unangenehm. Die Atmo war ja nicht angespannt, sondern gelassen: So sind sie eben, unsere Deutschen, ein Volk von Lederhosentr├Ągern und dumpfen Gefl├╝gelz├╝chtern, die Dschingderassabumm machen.

SZ: Darf man das, Witze machen ├╝ber alte Nazis? Und ├╝ber Juden, die damit Geld verdienen wollen?

Schmidt: Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten. Der j├╝dische Produzent Mel Brooks in New York darf das. Woody Allen darf das, und Philip Roth auch.

SZ: Das hei├čt umgekehrt, dass man es in Deutschland nicht darf.

Schmidt: Absolut.

SZ: Jetzt l├Ąuft "The Producers" in London.

Schmidt: Die d├╝rfen das auch. Ich kann Ihnen auch sagen, wer es bei uns darf: Peter Zadek. Er hat die steppenden Nazis in Deutschland auf die B├╝hne gebracht, "Kleiner Mann, was nun?" am Bochumer Schauspielhaus. Zadek ist Jude, er musste mit seinen Eltern nach London emigrieren - da ist das kein Thema.

SZ: Nun ist "The Producers" ja nicht unbedingt deutschfreundlich, also m├╝sste man es doch auch hier auff├╝hren k├Ânnen.

Schmidt: Da wei├č ich gar nicht, ob wir die Schauspieler daf├╝r h├Ątten.

SZ: Weil wir die Juden alle vertrieben oder gleich umgebracht haben.

Schmidt: Obwohl, wir spielen auch "Anatevka".

SZ: Aber das ist doch harmlos, das geh├Ârt in die Ivan-Rebroff-Folklore.

(...)
"""""""""""""""""""""""""""""""""""""
(zitiert aus: "www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/325/52273/8/ - 81k"



Ich gestehe: ich bin in London auch etwas zusammengesackt im Stuhl! Obwohl ich das St├╝ck lange akustisch kenne und die meisten Gags mag. Ich bin z.B. zusammengzuckt, als sie in der "Guten Tag Hophop"-Szene den deutschen Dialekt mit "es heist the und nicht ze" ver├Ąppelt haben. Das ging schon an die Seele und hat nichts mit Nazis/Hitler zu tun. Das war Deutschen-Ver├Ąppelung.


Aber:

Warum haben sie die Rechte gekauft?
Haben sie das nicht gesehen?

Mit peter Zadek schl├Ągt Herr Schmidt sogar nen Regisseur vor, ders machen d├╝rfte.


Warum machen sie es nicht?

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Musicalprince
Benutzer
529 Beiträge
28.11.06 22:25

Ich denke, die SE kauft generell alle m├Âglichen Rechte, die sie kriegen kann. Schon rein aus dem Grund, weil sie die gr├Â├čten Anbieter am Markt sind und da man ja nie wei├č, wann es sich lohnt, schlagen sie einfach generell zu, wenn sie etwas kriegen k├Ânnen.

Das ist - meiner Meinung nach - der ganze Spuk an der Geschichte.

Und wie im anderen Thread schon gefragt wird: Wer wei├č, woran sie noch ├╝berall die Rechte hat? Hauptsache sie hat kein anderer. Ganz simple Denkweise.

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kevin
Benutzer
3922 Beiträge
28.11.06 22:56

Die SE ist in Deutschland der Monopolist. Und sie st├Ąrkt diese Monopolstellung dadurch, dass sie andere Mitbewerber kaltstellt, indem sie sie erst gar nicht zum Zug kommen l├Ąsst. Wenn es keine Erfolg versprechenden Musicals mehr auf dem internationalen Markt zu kaufen gibt, da die SE durch ihre finanziellen M├Âglichkeiten fr├╝hzeitig alles aufgekauft hat, ist die deutsche Konkurenz quasi ausgeschaltet.

Eines meiner Lieblingsmusical-Theater in Deutschland - das Capitol_Theater in D├╝sseldorf - spielt schon seit Jahren keinen Long Run mehr. Warum? Antwort siehe oben!

Ich will die SE zwar nicht total verteufeln, aber etwas bedenklich finde ich die Entwicklung dieses Unternehmens im deutschen Raum inzwischen schon.

Das Problem liegt wohl in der Monopolstellung, die mit aller Macht erhalten und auch noch ausgebaut werden soll. Im Endeffekt sind wir Zuschauer dann auch die "Leidtragenden". Die Vielseitigkeit des deutschen Musicalangebots wird reduziert werden (siehe endlose Rotationen) und ein Marktf├╝hrer zwingt uns nach belieben sein Preisdiktat auf.

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Statrik Panke
Benutzer
37 Beiträge
29.11.06 08:28



Der einzige Grund:
Damit es kein anderer macht!

Das Paradoxon:
Die SE wird es trotzdem nicht machen!

Warum?
Weil THE PRODUCERS in Deutschland nicht funktionieren w├╝rde. Viele der Gags beziehen sich auf die deutsche Sprache. Diese Gags funktionieren auf Deutsch nat├╝rlich nicht.

Ich bezweifle auch, dass PRODUCERS mit einem deutschen Dialekt (S├Ąchsisch oder Bayrisch)funktionieren w├╝rde.

Aber wie gesagt, die SE hat, wie soviele andere St├╝cke, sich die Rechte gesichert, damit kein anderer auf die Idee kommt, das St├╝ck zu produzieren.

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
29.11.06 16:02

""""""""""""""""""""""""""""""""
Weil THE PRODUCERS in Deutschland nicht funktionieren w├╝rde. Viele der Gags beziehen sich auf die deutsche Sprache. Diese Gags funktionieren auf Deutsch nat├╝rlich nicht.
"""""""""""""""""""""""""""""""""

Das sehe ich nicht ganz so. "The Producers" funktioniert ganz bestimmt nicht in einem Riesentheater wie der Flora. Aber in einer abgespeckten version, in einem kleinen Rahmen unter 1000 Pl├Ątzen und vor einem st├Ądtischen Publikum k├Ânnte das St├╝ck seine Zuschauer finden. Sicher nicht f├╝r zig Jahre. Aber ich sag ganz ehrlich: h├Ątte ich die Kohle und die Rechte, w├╝rd ich das St├╝ck unbedingt riskieren wollen. W├╝rds in Hamburg oder berlin machen und bin ziemlich sicher, das die Show Interesse findet. Es ist in seinem Anspruch insbesondere etwas f├╝r "Intellektuelle" und Musical-Hasser. Wie Herr Schmidt schon sagt, braucht man aber einen glaubw├╝rdigen regisseur und sehr sehr gute Darsteller. Das k├Ânnte schwierig werden, aber machbar.

Vor zwei Jahren war ich zu Silverster im Schauspielhaus: "Sein oder Nichtsein" gesehen, der Lubitsch/Brooks Film als B├╝hnenversion. Hitler zum Lachen gabs darin auch. Das Theater war ausverkauft. Ich fand die Inszenierung langweilig, die meisten im saal waren aber begeistert.

Die ├ťbersetzung und verdeutschung der Gags wird sicher sehr schwierig, allerdings ebenfalls l├Âsbar. Bisher ist jeder Brooks-Film synchronisiert worden. Veralberung deutscher Sprache und des Akzents gabs schon fr├╝her, z.B. in "Frankenstein Junior".


Im ├╝brigen kann ich jedem, der das Musical kennt und mag unbedingt den 68-er Originalfilm "Fr├╝hling for Hitler" empfehlen. Der Vergleich ist interessant. Obwohl fast alles gleich ist, ist z.B. die Rolle des Franz Liebkind im Original wesentlich negativer ausgelegt. Im Musical ist Liebkind auf irgendeine Weise fast schon wieder symphatisch bzw. sehr niedlich. Seine Rolle wurde im Musical auch erweitert. Ich erkenne darin eine Differenzierung der Figur. brooks hat ihm mehr Menschlichkeit verliehen, was sicher auch mit dem gr├Âsseren zeitlichen Abstand zur Nazizeit begr├╝ndet liegt.
Schade finde ich, das Mel Brooks im Musical nicht die Beatmusik aus dem 60er Film ├╝bernommen hat. Das h├Ątte der Klangfarbe der Show etwas mehr Vielfalt gegegeben.

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m.neuer
Benutzer
77 Beiträge
29.11.06 16:57

Die Idee, die Producers mit einem s├Ąchsischen oder sonstigen deutschen Dialekt aufzuf├╝hren, f├Ąnde ich so grausam wie My Fair Lady mit dem Berlinerisch. Sowas passt einfach nicht, das w├╝rde ich mir nie antun.
Ich bin auch bei dem St├╝ck nie zusammengezuckt, obwohl ich eine extrem (!) hohe Sensibili├Ąt hinsichtlich der NS-Vergangenheit habe. Irgendwie hat man es in diesem St├╝ck einfach geschafft, eine Art von Humor zu schaffen, die alles und doch niemanden wirklich verletzt. Ein wundersamer Spagat, der da gelungen ist.
Dass das St├╝ck nicht in so einem gro├čen Haus wie der Flora funktioniert, kann ich aber nicht nachvollziehen. Das Theaterin NY kenne ich zwar nicht, aber in London l├Ąuft das St├╝ck in einem Riesen-Theater. Ich finde auch nicht, dass es etwas von Kammerspiel oder so hat (dann k├Ânnte man sagen, es funktioniert nicht in einem Riesensaal). Aber vielleicht kannst du @Ludwig2, das ja nochmal erkl├Ąren, warum du das so siehst?
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn ├╝ber den deutschen Akzent hergezogen wird, der ist nun mal so. Und die Schweden bekommen diesbez├╝glich mit Ulla ja auch ihr Fett weg. Ihre Auftritte sind einfach herrlich...

Jedenfalls steht auch f├╝r mich fest - das hatte ich in einem anderen thread schon mal gesagt - dass die SE (wie hier schon geschrieben wurde) das St├╝ck nur deshalb gekauft hat, weil andere Konkurrenten es nicht haben sollen. Oder, vielleicht hatte man es wirklich mal irgendwann vor zu spielen, hat in der ersten Euphorie nach dem absolut sensationellen, unvergleichlichen Erfolg am Broadway gleich zugegriffen und erst sp├Ąter Zweifel bekommen. Und jetzt l├Ąsst man die Rechte trotzdem niemand anderen erwerben, weil der ja vielleicht doch Erfolg damit haben k├Ânnte.

Wie dem auch sei: Ich glaube nicht wirklich, dass das St├╝ck auf deutsch funktionieren k├Ânnte. Ob sich ein Publikum daf├╝r f├Ąnde, ist mir seit Jahren sehr unklar - aber immerhin ist es technisch nicht so aufw├Ąndig, als dass sich nicht eine Tournee daraus machen lie├če (was man ja nun in GB auch macht). Insofern k├Ânnte das St├╝ck doch mehrere St├Ądte bedienen. Auf die Kritiken deutscher Gazetten w├Ąre ich gespannt: sind sie intellektuell begeistert oder schier entsetzt, weil ausgerechnet die absolute "Nicht-Kunst-Form" Musical (aus Sicht des Feuilletons) sich erdreistet, ├╝ber Hitler zu lachen? Spannend w├Ąre das allemal...

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
29.11.06 17:08

"""""""""""""""""""
Dass das St├╝ck nicht in so einem gro├čen Haus wie der Flora funktioniert, kann ich aber nicht nachvollziehen.
""""""""""""""""""""


Damit meinte ich nicht, das das St├╝ck einen intimen Kammerspielrahmen braucht, um zu wirken. Das keinesfalls, denn die grossen Showszenen bed├╝rfen einer grossen B├╝hne.
Ich meinte, das ein grosses Haus die Erwartungen an t├Ąglich 90- 100% Auslastung mit diesem St├╝ck nicht erf├╝llen k├Ânnte. Weil mit dem Humor und der Musik die Massen, die zu MM oder DD rennen oder Udo J├╝rgens vielleicht, mit "Producers" nichts anfangen k├Ânnen.

Will sagen: die Zielgruppe dieser Show ist kleiner, also sollte das theater auch kleiner sein.

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
29.11.06 17:12

""""""""""""""""""""""""""""""""
Auf die Kritiken deutscher Gazetten w├Ąre ich gespannt: sind sie intellektuell begeistert oder schier entsetzt, weil ausgerechnet die absolute "Nicht-Kunst-Form" Musical (aus Sicht des Feuilletons) sich erdreistet, ├╝ber Hitler zu lachen? Spannend w├Ąre das allemal...
""""""""""""""""""""""""""""""""""


@m.neuer: ich habe die Filmkritiken zum Kinostart in Deutschland ausgiebig verfolgt. Die waren eigentlich fast ausnahmslos gut bis sehr gut! Man kann jedenfalls nicht behaupten, das sich die Kritiker, Filmfans und Musicalmuffel mehrheitlich nicht am├╝siert h├Ątten.

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m.neuer
Benutzer
77 Beiträge
29.11.06 17:13

@ Ludwig: Danke, dann stimme ich dir v├Âllig zu, was das gro├če Haus betrifft!

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Statrik Panke
Benutzer
37 Beiträge
29.11.06 19:44



@Ludwig:

Ok..kleines Haus oder Stadtheater k├Ânnte klappen.

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Themen / Warum hat die Stage "The Producers" g...
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