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musicalzentrale - Forum
Themen / Ist Musik im Musical nur ein schmĂŒck...
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Pedro
Benutzer
12 Beiträge
26.09.06 07:19

Ich bin gerade in der Online-Ausgabe des Wiener Standard (http://derstandard.at/?url=/?id=2598714) auf einen interessanten Artikel gestoßen. Michael Kunze Ă€ußert sich darin zu seinem VerstĂ€ndnis von Musical - verbunden mit einer scharfen Kritik am Broadway. Mit dem Begriff Dramamusical wolle er sich von den dort ĂŒblichen Komödien abgrenzen. Zitat aus dem Artikel: Was er und Levay da im Doppel produzieren, seien StĂŒcke, die musikalisch dramatisiert werden und nicht "mit Handlung unterlegte" Revuen, wie das sonst ĂŒblich sei. "Die Amerikaner haben ein Problem [...] Sie glauben, das Musical erfunden zu haben". Also suchten Kunze und Levay andere Vorbilder, ziehen ihre "Kraft aus etwas Älterem", nĂ€mlich der Operette. "Die Amerikaner massakrieren das Kind, wenn sie es adoptieren", indem sie es rĂŒpelhaft zurechtstutzen.

Auch wenn das natĂŒrlich eine starke Zuspitzung ist: So ganz unberechtigt finde ich die Kritik nicht. Musicals, bei denen die Musik tatsĂ€chlich die Handlung und die Figuren mitentwickelt (und nicht nur ein schmĂŒckendes Element ist) gibt es nur wenige. Positive Beispiele sind fĂŒr mich "Jekyll" und "Les Mis". Auf der Negativseite stehen StĂŒcke wie "Evita" oder "Aida" - die Musik ist ja ganz nett, könnte aber auch eine ganz andere Geschichte erzĂ€hlen.

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justin
Benutzer
13386 Beiträge
26.09.06 07:26

"les mis" ist kein amerikanisches stĂŒck

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
26.09.06 07:32

Es ist tatsÀchlich eine vereinfachende Zuspitzung, die ich in der artikulierten Weise nicht uneingeschrÀnkt teile.

Herr Kunze wird das Rad auch nicht neu erfinden!

Was ist mit "Anatevka"? Musik als Schmuck? Blödsinn!
"Cabaret"? Die Musik fĂŒgt sich in die Handlung ein und treibt sie voran.
"Rent"? Auch hier wird die Handlung ĂŒber Musik erzĂ€hlt.

"Titanic" eine Revue? so ein Quatsch!


Nur einige Beispiele amerikanischer Musicals aus drei verschiedenen Epochen, die Kunze schon mal widerlegen.

Es gibt zahlreiche mehr!

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Pedro
Benutzer
12 Beiträge
26.09.06 07:33

HĂ€tte mich prĂ€ziser ausdrĂŒcken sollen: Meine Meinung bezieht sich nicht auf US-Musicals, sondern auf Musicals im Allgemeinen. Auch in London, Deutschland, Wien und dem Rest der Welt gibt es zahlreiche StĂŒcke, die ich unter "Musik ganz nett, aber nicht handlungstragend" einstufen wĂŒrde.

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
26.09.06 08:47

Klar hast du damit Recht!

Aber ich finde der Kunze spinnt, wenn der jetzt aus irgendeinem Minderwertigkeitskomplex (Stichwort DoV) meint, das "Musical-Drama" erfunden zu haben.

Vor allem was in obigem Kunze-Zitat totaler Schwachsinn ist: zu behaupten, am Broadway wĂŒrden nur "mit handlung unterlegte Revuen" produziert". Herr Kunze sollte es eigentlich besser wissen und sich etwas differenzierter öffentlich Ă€ussern.

Und der grösste Schwachsinn ist es, zu behaupten "Wir" Kunze machen Musical-Drama in Tradition des "Älteren" - der Operette.

Wie bitte? Operette?
Hat er da was verwechselt?

Operetten sind doch mit Handlung unterlegte Revuen in Reinkultur!
Oder kennt irgendjemand spontan eine dramatische Operette?

Wo bitte werden bei "Weissem Rössl", "Der vetter aus Dingsda" oder "Berliner Luft" irgendwelche dramatischen Handlungen durch Musik transportiert? Operette ist nichts weiter als aneinandergereihte Schlager mit meist komödiantischer Rahmenhandlung.

Also genau das, was Kunze dem US-Musical unterstellt.

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
26.09.06 09:12

Und ĂŒberhaupt, was soll dieser Unsinn von Kunze:

"Die Amerikaner haben ein Problem [...] Sie glauben, das Musical erfunden zu haben".

Die Amerikaner h a b e n das Musical erfunden!


Zitat aus Wickipedia:
"""""""""""""""""""""""""""""
Showboat (1927) gilt eigentlich als das erste ernstzunehmende Musical. In diesem StĂŒck ergaben sich die Songs aus der Handlung und fĂŒhrten die Dramaturgie weiter, ohne diese zu stoppen. Des Weiteren wurde hier auch Sozialkritik mit eingeflochten, wie das Rassenproblem der Afroamerikaner. Dadurch löste sich das Musical von der bloßen Nummernshow und es wurde der Weg zu auch kritischen Themen geebnet
""""""""""""""""""""""""""""


Der Kunze soll mal nicht grĂ¶ĂŸenwahnsinnig werden und Wahrheiten umdrehen bzw. verfĂ€lschen aus gekrĂ€nkter Eitelkeit

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Courfeyrac
Benutzer
1157 Beiträge
26.09.06 10:09

Ich bin mir nicht sicher, ob Kunze das wirklich genau so gesagt hat. Zeitungen Àndern Zitate ja gerne mal etwas ab...

Trotzdem gibt das Statement interessanten Diskussionsstoff.
Als "mit Musik unterlegte Revuen" kann man sicher 99% der Compilaton-Shows bezeichnen, aber nicht die originalen Musicals. Hier hat irgendwann mal jemand die Regel genannt "Im Musical beginnt man zu singen, wenn das gesprochene Wort nicht mehr ausreicht"

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Ludwig2
(Benutzer deaktiviert)
12929 Beiträge
26.09.06 10:58

Erhebt irgendjemand Einspruch gegen die Feststellung, das nachfolgende US-Broadwaymusicals klassische Musicals sind - in dem Sinne, das Musik die Handlung transportiert?

AvenueQ
Chicago
Rent
Spamalot
Drowsy Chaperone
Lion King
Wicked
Chorus Line
Beauty&theBeast
Color Purple
The Producers


Das wÀren schon mal die Mehrheit der laufenden Shows. Englische Musicals wie Phantom, Les Mis oder Mary Poppins nicht mitgezÀhlt.

Wobei insbesondere "Color Purple" das Musicaldrama ist, von dem Herrn Kunze redet. Die Musik ist hier kein Schmuck - eher nebensĂ€chlich und fĂŒr Mainstream-Ohren sperrig. Die Musik dient der Story.

Vielleicht ist herr Kunze nicht mehr ganz up to date...

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Johnny_Depp
Benutzer
10571 Beiträge
26.09.06 11:04

Der Herr Kunze spielt die beleidigte Leberwurst, seit er mit DOTV in New York baden gegangen ist. Das nervt allmÀhlich!

Mit seinen zweieinhalb Erfolgsmusicals in Deutschland will er doch nicht ernsthaft behaupten, dass er das Musicaldrama neu erfunden hat, wo der Broadway jedes Jahr vielschichtige Angebote von "platten" Revuen bis zu großem Drama hervorbringt?

Sicher könnte er sagen, dass man in New York und in London IN DEN LETZTEN JAHREN dazu ĂŒbergegangen ist MEHRHEITLICH unterhaltsame Revuen zu schreiben und weniger Melodrama-Musicals wie die Schluchzopern der 80'ern (aus denen sich das "europĂ€ische Dramamusical" wenn man es denn so nennen will,entwickelt hat).

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Elisabeth aus Wien
Benutzer
7874 Beiträge
26.09.06 12:35

"Oder kennt irgendjemand spontan eine dramatische Operette?"
Na "Land des LÀchels" vielleicht! Das lÀuft menes Wissens nach nicht unter "Oper".Die meisten Lehar-Operetten haben meiner Meinung nach einen eher "dramatischen" Touch.

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