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Clementine
Benutzer
837 Beiträge
04.11.19 13:36

Ein eher kleines, unspektakulĂ€res Musical aus Kanada, in New York und London erfolgreich und hoch gelobt. Zahlreiche Tony-Nominierungen gab es, nur einen Preis gab es: fĂŒr die Regie.
In London gab es hingegen auch den Laurence Olivier Preis "Bestes Musical".
Das Musical erzÀhlt die wahre Geschichte von in Gander gestrandeten Menschen am 9/11 2001.

Ich habe die Show am 9/11 2019 in der Matinee am Broadway gesehen und kann mich der Lobhudelei nicht anschließen. Mir erschien die Show Ă€ußerst banal, "unbewegend" und zudem unmusikalisch.
Die Musik gefĂ€llt mir nicht, weil sie trotz mindestens 2 guter Songs (Welcome to the Rock und Somewhere in te middle of Nowwhere) von ĂŒberhĂ€ufigen Sprechpassagen kaputt gemacht wird.

Im Kern hat mir aber der "Minimalismus" nicht gefallen, der konstruiert erscheint.
Minimale Cast (12 Darsteller fĂŒr Passagiere aus 38 Flugzeugen und die Bevölkerung von GAnder. Minimales in BĂŒhnenbild, KostĂŒm und Licht.

Und Minimalismus in der Geschichte. Es sind alle nur gut und voller bĂŒrgerlicher Tugenden. Alles Negative oder Schlechte wird ausgeblendet.
Schlechtes wird allerhöchstens angedeutet. In GerĂŒchten im Flugzeug ĂŒber die Ursache der Zwischenlandung. Im Wikipedia steht ĂŒber Gander, dass ĂŒberall Bildschirme waren, an denen die Menschen die Bilder sehen konnten, die alle bewegten. Von 2 Fernsehern wird in der Show geredet - man sieht die Bilder aber nie. Die Bilder, die alle bewegten und ĂŒber die weltweit geredet wurde. Solche GesprĂ€che finden im Gander der Show nicht statt.

Alle 10.000 Menschen in Gander waren gut und toll und mega tolerant. Alle Passagiere ebenso, nervliche Ausraster in der Ausnahmesituation gab es eben sowenig wie quÀkende Kinder.

Es gibt keinen wirklichen zentralen Konflikt, allenfalls werden kleine Konflikte angedeutet, die sogleich wieder verschwinden - somit eignet sich die Show nicht als Drama. Der Konflikt mit dem Muslim bleibt an der OberflÀche, verschwindet schnell wieder bzw. löst sich in Feelgood-wir-haben-uns-doch-alle-lieb auf.

Die Probleme der Figuren bleiben an der OberflĂ€che und kommen ĂŒber ein gewisses Maß nicht hinaus. Zudem sind Figuren Klischee-isiert: z.B. das schwule Paar: Unternehmer und seine "Sexetary" = Klischee von MĂ€nner- und Frauenrollen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.
NatĂŒrlich gibt es das auch! Dieses Klischee. Aber es gibt eben auch zahlreiche klischeefreie Beziehungen zwischen Schwulen. Und auch die wird es unter den zahlreichen Passagieren gegeben haben. Man benutzt hier wieder das schwule Paar fĂŒr die Lachnummer fĂŒr Heteros: "I'm his sexsetary"" Hahaha. Funktioniert aber im Saal. Oder die Nummer in der Bar, wo die Einwohner Ganders auf einmal irgendeinen schwulen Bekannten/Verwandten aus dem Hut zauberten. Als "Beweis" ihrer Toleranz. Das gibt es zwar im wirklichen Leben auch, ist aber doch hinterfragbar. Was in der Show nicht passiert, weil die Lachnunmmer, nicht die RealitĂ€t wichtiger erscheint...Das Musical erhebt den Anspruch, RealitĂ€t wiederspiegeln zu wollen, bietet dagegen verzerrte Ausschnitte, kein Gesamtbild. Waren keine Kinder an Bord der Maschinen?

Ansonsten: 3,5 Punkte von 6 von mir.

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Once234
Benutzer
2951 Beiträge
04.11.19 14:38

Ich will und darf mich nicht dazu Ă€ußern was da oben in der "Kritik" steht.

Ich frage mich nur, warum du den Thread von 2017 nicht genommen hast, sondern extra einen neuen öffnen musstest.

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vonKrolock
Benutzer
8058 Beiträge
04.11.19 19:59

@Once: Das wĂ€re auch nur vergebene LiebesmĂŒh! Wobei ich das Argument von den Kindern schon sehr stichhaltig finde! Denke nur mal an die ganzen BabykĂ€tzchen, die in Wien auf der BĂŒhne tanzen, die Vampirkinder, die sich in Oberhausen heimlich zum Ball schleichen, die vielen toten Kinder, die in Ghost schon auf Sam warten und nicht zu vergessen die kleinen Gören auf dem Basar von Agrabah herumtreiben ...

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