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Themen / Marketing als Erfolgs-Faktor f├╝r Mus...
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Marten
Benutzer
237 Beiträge
31.12.18 15:11

Nachdem es immer wieder (wie aktuell wieder mal im Kinky-Boots-Hamburg-Thread) Diskussionen ├╝ber die Frage gibt, welche Bedeutung Marketing f├╝r den Erfolg oder Misserfolg eines Musicals hat, wollte ich mal einen eigenen Thread daf├╝r machen, um die Diskussionen etwas zu b├╝ndeln. Der Bedarf ist ja offenbar vorhanden.

Also ich pers├Ânlich vertrete die These, dass Marketing entscheidend f├╝r den Erfolg oder Misserfolg eines Musicals ist. Und zwar sowohl die Quanit├Ąt als auch die Qualit├Ąt des Marketings.

Daf├╝r sehe ich mehrere Gr├╝nde:

1. Grunds├Ątzliche Bedeutung des Marketings:

Wenn nicht gerade der Name eines bekannten Disney-Films der Musical-Titel ist oder man als Jukebox-St├╝ck auf beliebte Musik setzt, dann haben St├╝cke es in Deutschland (das keine Musical-Tradition und Musical-Kultur wie die USA oder Gro├čbritannien hat) einfach schwer. Erst recht, wenn es ein Titel ist, den die meisten Leute noch nie geh├Ârt haben und wo man sich nicht viel drunter vorstellen kann.

Da w├Ąre es Aufgabe von Marketing, das St├╝ck ├╝berhaupt erst mal bekannt zu machen, zu zeigen was einen erwartet und Interesse zu wecken bzw. Bedarf zu generieren.

Genau das sind ja auch die drei klassischen Aufgaben von Marketing: bekannt machen, Produkteigenschaften herausstellen, Interesse wecken bzw. Bedarf generieren.

Daf├╝r baucht man bei unbekannten St├╝cken nat├╝rlich viel mehr Marketing als wenn Disney o.├Ą. oben dr├╝ber steht.

Aber gerade f├╝r unbekannte St├╝cke wird oft weniger geworben als f├╝r bekannte St├╝cke, obwohl es eigentlich gleich stark oder sogar umgekehrt sein sollte.

2. Quantit├Ąt des Marketings:

Man liest hier immer wieder "Ich habe aber mehrfach Plakate / Anzeigen / Spots daf├╝r gesehen."

Aber es gen├╝gt nicht, die ersten Wochen mal zu werben, denn dann haben es danach wieder die Normalbesucher, f├╝r die Musical nur eine Freizeitaktivit├Ąt neben anderen ist, schon wieder vergessen oder denken, es liefe nicht mehr.

Bestes Positiv-Beispiel ist Starlight Express:
Obwohl das St├╝ck seit Jahrzehnten l├Ąuft und mittlerweile ziemlich viele Deutsche zumindest schon mal den Titel geh├Ârt haben sollten, wird da immer noch regelm├Ą├čig geworben. Und gerade deshalb l├Ąuft das auch so lange. Denn inhaltlich und musikalisch ist das ja wirklich nicht das beste Musical der Welt, aber das regelm├Ą├čige und gute Marketing macht einen jahrzehntelangen Erfolg daraus.

Und nicht nur die Dauer ist relevant, sondern auch die geografische Ausdehnung. Wenn mir z.B. jemand sagt "Bei uns hier in Hamburg war aber viel Werbung f├╝r Kinky Boots" sagt das gar nichts aus. Denn kein Musical kann nur von den Leuten vor Ort leben. Es m├╝ssen auch immer Leute von ausw├Ąrts kommen. Auch das ist bei Starlight Express nicht anders oder glaubt irgendwer, nur die Bewohner Bochums oder auch des Ruhrgebiets h├Ątten f├╝r diesen jahrzehntelangen Erfolg gesorgt?

Werbung muss also nicht nur zeitlich fortgesetzt werden, sondern auch geographisch weit gestreut sein. Dass nat├╝rlich mit zunehmender Entfernung die Werbung (gerade Au├čenwerbung und Printwerbung) weniger wird, ist OK. Aber das hei├čt nicht, dass man ganz drauf verzichtet. Und f├╝r Starlight Express gibt es ja z.B. auch (trotz der hohen Preise von Fernsehwerbung) immer wieder Fernsehwerbung.

Au├čerdem gibt es bez├╝glich der Quantit├Ąt von Werbung ein psychologisches Ph├Ąnomen, das vielen Musical-Fans eine verzerrte Wahrnehmung bereitet:

Wir sind als Fans, weil wir uns daf├╝r interessieren, sehr auf Musical-Werbung konditioniert und immer wenn wir irgendwo sowas mitkriegen, f├Ąllt es uns sofort auf. Entsprechend haben wir oft das Problem, dass wir denken "Daf├╝r ist jetzt aber viel Werbung gemacht worden", obwohl es eigentlich f├╝r Normal-Besucher viel zu wenig war. Denn der normale Besucher muss viel mehr Werbung sehen, ehe er das bewusst wahrnimmt.

Da gibt es ja auch (f├╝r andere Branchen) Studien dr├╝ber, dass Werbespots, Plakate, etc. erst ab einer gewissen Wiederholung beim uninteressierten Konsumenten h├Ąngen bleiben. Und nur der an einem Produkt interessierte Konsument nimmt entsprechende Werbung f├╝r diese Produktkategorie so war, dass sie schon viel schneller h├Ąngen bleibt.

Und genau das passiert hier:
wir sehen eine gewisse Anzahl Werbungen, nehmen sie von Anfang an bewusster wahr und denken dann viel schneller, dass das ja ziemlich viel Werbung war. Aber das Gros der normalen Besucher, f├╝r die Musical nur ein Freizeit-Event neben vielen anderen ist, hat das dann noch lange nicht wahrgenommen und erst recht kein Interesse geweckt.

3. Qualit├Ąt des Marketings:

Neben der Quantit├Ąt des Marketings, die ein St├╝ck (bzw. dessen Namen) erst mal bekannt machen soll, ist auch die Qualit├Ąt des Marketings entscheidend. Denn diese entscheidet dar├╝ber, ob ein Produkt nicht nur bekannt wird, sondern ob auch ein ausreichend gro├čer Bedarf geweckt wird.

Denn eine der origin├Ąrsten Aufgaben von Marketing ist es ja, Bedarfe zu wecken; auch wenn sie vielleicht gar nicht vorhanden waren und vielleicht sogar gar nicht n├Âtig sind. (Oder wer von uns w├╝rde z.B. ohne Netflix, ohne einen Tablet-Computer, etc. ein wirklich schlechteres Leben f├╝hren? Dennoch wollen das viele Leute haben.)

Und hier ist leider ein Negativ-Beispiel Kinky Boots in Hamburg. Dort hat man ja (wie hinreichend im entsprechenden Thread diskutiert) im Marketing fast ausschlie├člich auf Drag Queens gesetzt, obwohl das St├╝ck ja noch viele andere Aspekete hatte (der Kampf einer Fabrik und ihrer Mitarbeiter ums ├ťberleben, Vater-Sohn-Konflikte, die Liebesgeschichte zwischen Charlie und Lauren, etc.). W├Ąhrend z.B. die Werbetrailer in den USA und in Gro├čbritannien alle diese Aspekte gezeigt haben, waren in den deutschen Trailern fast immer nur die Drag Queens zu sehen und die anderen Aspekte wurden gar nicht oder nur minimal gezeigt und gingen so v├Âllig unter.

Ein weiteres Problem war dieser Spot, wo man erst mal Lolas Finalkleid in Gro├čaufnahme abgefahren hat und dann nicht mal mehr die H├Ąlfte des Spots zur Verf├╝gung hatte, um wirklich etwas vom St├╝ck zu zeigen und Musik aus dem St├╝ck h├Âren zu lassen. Bis dahin hatte aber jeder l├Ąngst das Interesse (und damit auch die Aufmerksamkeit) verloren.

Entsprechend haben viele Leute gedacht, Kinky Boots sei eine Art Travestie-Show. Was dann nochmal best├Ątigt wurde, indem man z.B. anfangs so stark auf Olivia Jones als Werbetr├Ąger gesetzt hatte.

Wenn man gar keine oder eine falsche Vorstellung hat, was ein Produkt ist, entwickeln viele potentielle Kunden erst gar kein Interesse, obwohl sie zu zahlenden Kunden w├╝rden, wenn sie besser w├╝ssten, was das Produkt wirklich ist. W├╝rde man z.B. beim Marketing f├╝r einen Tablet-Computer immer nur zeigen, dass man damit Mails schreiben kann, w├╝rde sich jeder fragen, warum man daf├╝r so viel Geld zahlen soll und wof├╝r man das braucht. Wenn man aber zeigt, dass man mit dem Tablet eben auch noch ganz viele andere Dinge machen kann, wird das Interesse schon gr├Â├čer.

Bezogen auf Musical-Marketing:
Gerade bei unbekannten St├╝cken muss Marketing das Interesse wecken und den Bedarf generieren, das St├╝ck sehen zu wollen. Daf├╝r muss dann z.B. Werbung m├Âglichst viele inhaltliche Aspekte zeigen, viel Musik aus dem St├╝ck h├Âren lassen, etc. Und nicht nur einen von vielen inhaltlichen Aspekten zeigen und erst mal mehr als die H├Ąlfte eines Werbespots vertr├Âdeln ohne was vom St├╝ck zu zeigen.

Denn ansonsten kommen halt wirklich nur die G├Ąste, die sich f├╝r diesen einen Aspekt interessieren (in einem anderen Thread wurde das "Special-Interest" genannt), aber es fehlen die anderen G├Ąste, denen das St├╝ck auch gefallen w├╝rde, die aber einfach ein falsches Bild davon hatten.

4. Mundpropaganda:

Wenn man ├╝ber Marketing redet geht es ja nicht nur um gesteuertes Marketing wie Werbeanzeigen in Printmedien oder im Internet, Au├čenwerbung in St├Ądten (Plakate, Leuchtreklame, etc.), Werbespots in Fernsehen und Radio, etc. Sondern es geht auch um Mundpropaganda.

Den Wert von Mundpropaganda kann man nicht hoch genug ansetzen. Denn wenn ein guter Freund, ein Familienangeh├Âriger, ein Nachbar, ein Kollege, ein Kommilitone, o.├Ą. einem sagt "Ich war im St├╝ck XYZ. Das war super. Das musst Du gesehen haben." dann hat das nat├╝rlich nochnmal einen ganz anderen Wert als klassische Werbung.

Damit genug Mundpropaganda entsteht, muss nat├╝rlich erst mal eine kritische Masse von (zufriedenen) Besuchern erreicht sein.

Negativ-Beispiel ist auch hier Kinky Boots in Hamburg, wo die Verantwortlichen schon nach 2 oder 3 Monaten das Ende verk├╝ndet hatten, statt erst mal zu warten, wie es sich noch entwickelt. Dass im Winter z.B. nicht so viele Touristen in Hamburg sind wie im Fr├╝hjahr oder Herbst wurde v├Âllig ignoriert. Und tats├Ąchlich hat man ja bei Kinky Boots gesehen, dass die Besucherzahlen von Monat zu Monat gestiegen sind, aber da war halt leider das Ende schon beschlossen, der Nachfolger geplant und die Darsteller in Folge-Engagements. Da das Marketing ja dann komplett eingestellt wurde, kann dieser Zuwachs nur auf positiver Mundpropaganda basieren.

Ein Positiv-Beispiel ist hier Der K├Ânig der L├Âwen: das lebt heute auch zu einem gewissen Anteil von denen, die das St├╝ck schon mal vor Jahren (vielleicht als Kind) gesehen haben und es aus nostalgischen Gr├╝nden nochmal sehen wollen. Oder vielleicht sogar mittlerweile mit den eigenen Kindern.

Viele St├╝cke, die heute gut laufen, liefen nicht von Anfang an so gut. Aber wenn man nat├╝rlich Verantwortliche hat, die meinen, jedes St├╝ck m├╝sste von Tag 1 an st├Ąndig ausverkauft sein und ansonsten nach 2-3 Monaten gecancelt werden, dann kann sich gar nicht erst die Fanbase f├╝r einen l├Ąngerfristigen Erfolg entwickeln.

Fazit ist also, dass f├╝r einen l├Ąngerfristigen Erfolg ein St├╝ck auch erst mal eine gewisse Zeit laufen muss, um eine ausreichend gro├če Fanbase zu entwickeln, die durch Wiederbesucher (oft noch mit mitgebrachten Leuten) und/oder durch Mundpropaganda einen gro├čen, langfristigen Erfolg sichern.

5. Und wenn ein St├╝ck dennoch nicht ankommt?

Auch das kann nat├╝rlich passieren. Vielleicht trifft ein St├╝ck einfach nicht den Geschmack des (deutschen) Publikums. In dem Fall kann man nur empfehlen, keinen einzigen zus├Ątzlichen Euro in Marketing zu stecken und ein schnelles Ende zu beschlie├čen. Denn alles andere w├Ąre betriebswirtschaftlich unsinnig. Aber so eine Entscheidung kann man nicht nach 2-3 Monaten f├Ąllen und nachdem man nur miserables Marketing hatte.

Und vor allem:
Wenn bei einem St├╝ck (wie z.B. Kinky Boots) fast alle Besucher begeistert sind, aber das Problem ist, dass zu wenig Besucher kommen, dann wei├č man, dass das Problem nicht das St├╝ck ist, sondern das Marketing. Denn wenn das St├╝ck das Problem w├Ąre, w├╝rden die Besucher nicht begeistert sein. Und dass zu wenig Besucher kommen liegt dann an der zu geringen Bekanntheit, also am Marketing, dessen Aufgabe es w├Ąre, f├╝r mehr Bekanntheit zu sorgen.

Fazit:

Das sind meine Gedanken dazu. Ich danke MusicalJonas f├╝r einige Anregungen dazu, denn einige Gedanken stammen von ihm. Aber da ich die teile und das hier mal b├╝ndeln wollte, habe ich das ├╝bernommen.

Zusammenfassend m├Âchte ich also festhalten, dass (aus den oben genannten Gr├╝nden) Marketing f├╝r den Erfolg oder Misserfolg von Musicals (gerade auch von unbekannten St├╝cken) essentiell ist.

Dabei geht es sowohl um die Quantit├Ąt des Marketings, um ein St├╝ck erst mal bekannt zu machen, als auch um die Qualit├Ąt des Marketings, um Interesse zu wecken und kein falsches Bild von einem St├╝ck zu erzeugen.

Daneben ist auch Mundpropaganda extrem wichtig. Daf├╝r muss aber ein St├╝ck erst mal eine gewisse Zeit laufen, um eine ausreichend gro├če Anzahl an begeisterten Besuchern zu haben, die das dann auch weiterempfehlen, was oft wertvoller ist als jedes geplante Marketing.

Fr├╝her haben Produzenten, wenn sie an ein St├╝ck geglaubt haben, bei schwacher Auslastung nicht sofort abgebrochen, sondern alles daran gesetzt, die Auslastung zu verbessern. Dadurch ist z.B. Starlight Express zum mittlerweile am zweitl├Ąngsten laufenden Musical der Welt geworden. Aber heute sitzen in den Chefetagen leider offenbar keine Musical-Liebhaber mehr, die auch mal f├╝r ein St├╝ck, von dem sie ├╝berzeugt sind, k├Ąmpfen, sondern nur noch BWLer, die genauso gut ├╝ber jedes andere Produkt entscheiden w├╝rden und die, wenn ein St├╝ck nicht von alleine ein Erfolg ist, nur nach wirtschaftlichen Kennzahlen entscheiden, statt auch mal f├╝r etwas zu k├Ąmpfen und es so zum Erfolg zu machen.

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Marten
Benutzer
237 Beiträge
31.12.18 15:17

PS:
Ich m├Âchte auch nochmal dran erinnern, dass gerade die Stage ja insbesondere bei unbekannten St├╝cken diese immer wieder vor die Wand f├Ąhrt.

War ja nicht nur bei Kinky Boots der Fall, sondern z.B. auch bei Rebecca, Liebe stirbt nie, etc.

Liebe stirbt nie hatte zwar noch den Namen Andrew Lloyd Webber als Werbe-Claim, aber dieser Name zieht heute bei weitem nicht mehr so wie noch in den 1990er Jahren.

Wenn man unbekannte St├╝cke immer vor die Wand f├Ąhrt und nur mit Disney und Jukebox Erfolg hat, wo viele auch ohne Marketing eine Vorstellung haben, was sie erwartet, sollte man doch vielleicht mal ├╝berlegen, ob man nicht beim Marketing was ├Ąndern sollte.

Zumal ja bei allen genannten St├╝cken (Rebecca, Liebe stirbt nie, Kinky Boots) immer alle Besucher (oder zumindest fast alle) begeistert waren, aber "nur" zu wenige Besucher kamen.

Und das ist wie oben dargelegt ein eindeutiges Indiz daf├╝r, dass es nicht am St├╝ck liegt, sondern am Marketing, dessen Aufgabe es w├Ąre, ein unbekanntes St├╝ck bekannter zu machen und das Interesse daran zu wecken.

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Marten
Benutzer
237 Beiträge
31.12.18 15:23

PPS:
Ich sage ├╝brigens nicht, dass Marketing der einzige Faktor ist!

Klar spielen auch andere Aspekte eine Rolle: wirtschaftliche Gesamt-Lage, steigende Konkurrenz durch andere Freizeitangebote, etc.

Aber Marketing ist schon ein sehr wichtiger und vielleicht sogar der wichtigste Aspekt.

Denn solange eine Firma mit dem Verkauf von Handys f├╝r deutlich ├╝ber 1000 Euro (!) Erfolg hat und auch andere Luxusg├╝ter (Netflix, Amazon Prime, etc.) erfolgreich sind, kann die wirtschaftliche Lage nicht so schlecht sein, dass nicht auch ausreichend Leute f├╝r einen sch├Ânen Abend in einem Musical mal 70-150 Euro (je nach Tag und PK) zahlen w├╝rden.

Zumal ja auch andere Musicals (K├Ânig der L├Âwen, Starlight Express) auch nach Jahrzehnten noch gut genug laufen. Aber die werden halt auch besser beworben und hatten damals Verantwortliche, die auch mal etwas mehr Zeit zum Entwickeln gegeben haben als 2-3 Monate und die auch mal daf├╝r gek├Ąmpft haben, wenn sie davon ├╝berzeugt waren.

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Vollpfosten
Benutzer
542 Beiträge
31.12.18 15:54

"""Ich sage ├╝brigens nicht, dass Marketing der einzige Faktor ist!
Klar spielen auch andere Aspekte eine Rolle: wirtschaftliche Gesamt-Lage, steigende Konkurrenz durch andere Freizeitangebote, etc."""

Hattest Du eventuell mit einem halben Gedanken mal an die Qualit├Ąt des St├╝cks gedacht? Nur so als Frage. Bei Dir klingt es so, als w├Ąre der Zuschauer komplett durch Marketing manipulierbar, als w├Ąre er nicht in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden. Was die Stage "vor die Wand gefahren hat", waren gr├Â├čtenteils einfach schlechte St├╝cke, die dann auch wenige Leute mehrfach sehen wollten. Man kann nicht jedes beliebige St├╝ck durch Marketing zum Kn├╝ller machen. Das gilt f├╝r Musicals wie f├╝r Schauspiel, Oper oder andere Sparten. Au├čerdem ├Ąndern sich insgesamt die Laufzeiten in Deutschland, die Leute wollen mehr Abwechslung am eigenen Standort und reisen nicht mehr unbedingt f├╝r jedes Musical hunderte Kilometer weit.

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Sandrina
Benutzer
318 Beiträge
31.12.18 16:35

Ich kann Marten hier nur zustimmen. Marketing ist immer wichtig um die Masse anzusprechen. Plakate in der jeweiligen Stadt sind ja nett, aber f├╝r den Tourismus nicht greifbar genug.
Bei mir daheim in Hamburg sind mir Liebe stirbt nie und Kinky Boots auch die liebsten Beispiele um aufzuzeigen, wie sehr die Stage dies durch ihr eigenes Handeln gegen die Wand gefahren hat. Wenn das Unternehmen es nicht einmal mehr schafft CDs zu produzieren, weil sie sich mit den Lizenzgebern nicht einig werden. Warum klappt es im Ausland?
Ja, die Samstagabend-Unterhaltungsshows von fr├╝her gibt es so nicht mehr, aber es wird zumindest m├Âglich sein, gute Werbetrailer auf den Markt zu bringen. Gerade die visuellen Eindr├╝cke von einem neuen St├╝ck finde ich ungemein wichtig als Werbetr├Ąger.
Ich wusste ehrlich gesagt vorab nichts ├╝ber Kinky Boots und war total (angenehm) ├╝berrascht, wie viel mehr die Show zu bieten hat als das, was ich erwartet hatte.

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J_F_K
Benutzer
236 Beiträge
31.12.18 16:56

Also Ich habe mir Kinky Boots nie angesehen Weil mich das B├╝hnenbild schon auf den Fotos gelangweilt hat.

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nicknack
Benutzer
208 Beiträge
31.12.18 17:09

Nat├╝rlich ist Marketing ein entscheidender Faktor. Trotzdem habe ich hier im Forum immer das Gef├╝hl, dass wenn ein St├╝ck nicht l├Ąuft die Schuld immer dem Marketing gegeben wird. Auch wenn Kinky Boots hier st├Ąndig hochgejubelt wird und alle sagen, dass alle so begeistert sein, muss man, wie @Vollpfosten schon gesagt hat, einfach mal die M├Âglichkeit in Betracht ziehen, dass nicht jedes St├╝ck der Mega-Renner ist. Kinky hat seine Zielgruppe, die die nicht erreicht werden konnten, wollen es vielleicht auch einfach nicht sehen und lassen sich auch nicht vom Marketing dazu verleiten. Musicals sind f├╝r viele Menschen ein Luxusgut, das von vielen vielleicht alle paar Jahre konsumiert wird, da geben die Leute nicht unbedingt das Geld f├╝r ein St├╝ck aus, was sie nicht bereits im Vorfeld vollkommen emotionalisiert.

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steff79
Benutzer
340 Beiträge
31.12.18 18:17

Schwieriges Thema. Auch wenn man die stage oft runter macht da arbeiten aber trotzdem nicht nur idioten und man hat sich was dabei gedacht. Niemand wei├č auch genau wie die Kalkulation hinter den St├╝cken ausschaut. Gehe davon aus das man mit laufenden St├╝cken wie merry poppins in Hamburg mit einer Laufzeit um 1 Jahr gewinn macht. Und ein neues St├╝ck wie kinky was unter einem Jahr l├Ąuft minus. Aber nichts genaues wei├č man. Pers├Ânlich w├╝rde ich mir konstant gute Pl├Ątze unter 100 Euro, im Idealfall bei 60-70 Euro, w├╝nschen. Ob dann aber soviel mehr kommen um den niedrigeren Preis rein zuholen? Keine Ahnung. Aber wenn man zu zweit mal kurz 250 plus Anreise, essen zahlt ├╝berlegt man es sich halt schon. Genauso auch bei Freundeskreis wo nicht jeder bereit ist soviel zu bezahlen

Ich pers├Ânlich fand sowohl kinky als auch Rebecca klasse. Eine l├Ąngere Laufzeit am jeweiligen Standort h├Ątte beide St├╝cke aber glaub nicht gerettet.

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Sandrina
Benutzer
318 Beiträge
31.12.18 18:19

Na ja, wenn der zahlende Kunde vorab nicht ansatzweise wei├č was ihn in einem (hier) v├Âllig unbekannten St├╝ck erwartet - auf Kinky Boots bezogen- dann geht er wahrscheinlich auch nicht hin. Zumindest wenn man sich von der Thematik Drag Queens nicht angesprochen f├╝hlt.
Das ist nun einmal etwas anderes, als wenn Disney oder Jukebox l├Ąuft.
Ich kenne so viele Leute, die mit ganz viel ├ťberzeugungsarbeit ├╝berredet wurden sich Kinky anzusehen, und dann total begeistert waren und wieder hingegangen sind.

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Marten
Benutzer
237 Beiträge
31.12.18 19:31

@Vollpfosten:
- "Hattest Du eventuell mit einem halben Gedanken mal an die Qualit├Ąt des St├╝cks gedacht?"

Ja, diesem Aspekt habe ich sogar in meiner Aufz├Ąhlung einen eigenen Punkt gewidmet: Punkt 5 im ersten Beitrag.

Aber wie ich auch gesagt habe:
wenn fast alle Besucher begeistert sind, aber dennoch nicht genug Besucher kommen, liegt es wohl eher nicht am St├╝ck selbst, sondern an der fehlenden Bekanntheit, also am Marketing, dessen Aufgabe es ist, f├╝r genau diese Bekanntheit zu sorgen.

- "Au├čerdem ├Ąndern sich insgesamt die Laufzeiten in Deutschland, die Leute wollen mehr Abwechslung am eigenen Standort und reisen nicht mehr unbedingt f├╝r jedes Musical hunderte Kilometer weit."

Da stimme ich Dir vollkommen zu. Und h├Ątten die z.B. Rebecca, Liebe stirbt nie oder Kinky Boots auch nochmal an einen anderen Standort gebracht, f├Ąnde ich das vollkommen OK und dann w├╝rde mir auch ein knappes Jahr in Hamburg reichen.

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