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musicalzentrale - Forum
Themen / Musicalbranche in der Krise ?
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Clementine
Benutzer
991 Beiträge
12.04.18 08:13

Hier ein Bericht dazu aus dem gestrigen NDR "Hamburg Journal":

http://www.ardmediathek.de/tv/Hamburg-Journal/Musicals-Steckt-die-Branche-in-der-Kris/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=25231214&documentId=51562850

Kernthesen:

Musicals wie Kinky Boots oder Mary Poppins spielen vor halbleeren R├Ąngen

Lange Laufzeiten sind nicht mehr zu erwarten

Das Publikum will im wesentlichen 2 Dinge:
Die sichere Nummer.
Etwas sehen, was es vorher noch nicht gesehen hat.

Am internationalen Musicalmarkt herrschte bez├╝glich neuen, geeigneten Produktionen lange Zeit Flaute, nun gibt es wieder einen Boom an interessanten Produktionen.

Den letzten Satz kann ich aus eigener Erfahrung best├Ątigen: Das Genre "Musical" boomt und entwickelt sich dynamisch weiter.

Das Publikum in Deutschland ist speziell. Musical ist im Bewusstsein hierzulande offenbar weniger Theater und mehr Event, Spektakel.

Irgendwie h├Âre ich aus den Stage-Aussagen im Video heraus, dass Harry Potter nach Deutschland kommt... Hamburg nach Ghost ?

These: Die Stage und Musicalanbieterstruktur in Deutschland mag in der Krise, das Genre allerdings lebt und beweist t├Ąglich sein Zukunftspotential. Zuschauer in Deutschland sind ├╝bers├Ąttigt.

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vonKrolock
(Benutzer deaktiviert)
8241 Beiträge
12.04.18 13:29

"Das Publikum will im wesentlichen 2 Dinge:
Die sichere Nummer.
Etwas sehen, was es vorher noch nicht gesehen hat. "

Widerspricht sich doch eigentlich ...

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BredaVonKrolock
Benutzer
768 Beiträge
12.04.18 13:52

Ich glaube, dass sie meinte: Das Publikum will wissen worauf es sich einl├Ąsst, aber dennoch ├╝berrascht werden...

Und in den letzten Satz w├╝rde ich nicht zu viel rein interpretieren - ich denke, dass es eine Option ist, aber nur im Gespr├Ąch gefallen ist und durch den Schnitt so wirkt...

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kevin
Benutzer
3922 Beiträge
12.04.18 16:47

Angeblich ist es so schwierig, dem Publikum zu vermitteln, was KINKY BOOTS eigentlich ist?!

Also wenn es daran schon scheitert, ein schlichte, kleine, bunte, familienfreundliche Unterhaltungsshow dem deutschen STAGE-Publikum zu erkl├Ąren, dann sollten sie aber s├Ąmtliche Pl├Ąne f├╝r HAMILTON und THE BOOK OF MORMON schnellstens verwerfen und beten, dass Disney das n├Ąchste St├╝ck auf den Markt wirft.

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sus70
Benutzer
1028 Beiträge
12.04.18 17:20

Haben sie doch gerade erst: Frozen. Der n├Ąchste Kassenschlager. Ich sehe es schon vor mir: In allen 4 Hamburger Musicaltheatern wird Disney gezeigt.

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Alexander
Benutzer
512 Beiträge
13.04.18 02:38

Ich glaube, dass sie meinte: Das Publikum will wissen worauf es sich einl├Ąsst, aber dennoch ├╝berrascht werden...

------

Was sich ganz einfach durch Promo-Auff├╝hrungen oder Promo-CDs, bessere Trailer ein St├╝ck weit l├Âsen lassen w├╝rde. Was z. B. bei "Mary Poppins" f├╝r Hamburg/Stuttgart zu finden ist, ist einfach nur erb├Ąrmlich. Es wird z. B. fast ausschlie├člich nur Material von anderen Produktionen f├╝r die Werbung verwendet. Zu "School of Rock" z. B. ist soviel an Info, Bildmaterial, Musik, Auff├╝hrungen zu finden.

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Der schwarze Prinz
Benutzer
3321 Beiträge
Beitrag gelöscht durch Autor
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Der schwarze Prinz
Benutzer
3321 Beiträge
17.04.18 17:14

Ich denke wir haben zwei Bereiche, in denen sich Musicals in Deutschland etabliert haben:

1) "Die gro├čen Kracher" - heute vor allem noch "K├Ânig der L├Âwen" und "Starlight Express", die irgendwo zwischen Spektakel, Disney und Augen├Âffner funktionieren. Also einerseits "sicher", aber mit WOW-Effekt.

2) Produktionen, die ins Repertoire der Stadt- und Staatstheater aufgenommen werden und dort dann als "normale" Theaterabende wahrgenommen werden.


Was wir aber eben in Deutschland nicht wirklich entwickelt haben ist ein Spielort, an dem Shows die irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien liegen f├╝r eine l├Ąngere Zeit funktionieren. Also Stoffe, die aus verschiedenen Gr├╝nden nicht an die staatlichen H├Ąuser kommen (Lizenzkosten, Produktionskosten, etc.), aber es eben auch nicht schaffen zu einer "Institution" zu werden, f├╝r welche ausreichend Leute auch mal durch ganz Deutschland reisen oder au├čerhalb der Fan-Gemeinde ein gewisser Hype oder Run entsteht. Was nicht hei├čen muss, das sie deswegen gleich ein finanzieller Flop werden. Sie werden aber eben nicht zu dem, was man urspr├╝nglich mal als "Long-Run" bezeichnet h├Ątte. Auch HH konnte sich in der Hinsicht nicht zu einem Mini-Westend oder Mini-Broadway etablieren (mehr als Mini war angesichts der v├Âllig anderen Theaterlandschaft ja auch nie wirklich drin).

Die Zukunft ist daher vermutlich wirklich eine noch schnellere Rotation und von vorneherein beschr├Ąnkte Spielzeiten mit Produktionen, mit denen das finanziell machbar ist, sowie Stadttheater, die Musicals auf ihre B├╝hne bringen, die nicht die ganz gro├če Technik/Musik brauchen.

In die Richtung geht es ja auch schon in einigen Bereichen und ist f├╝r uns als Zuschauer vielleicht auch gar nicht mal das schlechteste.

Was nat├╝rlich schwierig wird sind einige der US/UK-Blockbuster, die aus welchem Grund auch immer mit gro├čen Fragezeichen bez├╝glich der Long-Run-Tauglichkeit versehen werden m├╝ssen wie Hamilton oder BoM (damit f├╝r die Stage unattraktiv), aber zu teuer/gro├č f├╝r viele staatliche Theater sein d├╝rften, f├╝r die die Stoffe sicherlich interessant w├Ąren. Diese St├╝cke werden wir daher wohl kaum sehen, zumindest nicht so lange Lizenzen sehr teuer sein d├╝rften.

Ich sch├Ątze aber, dass eine Produktion von Frozen nicht allzu lange auf sich warten lassen d├╝rfte.

Interessant w├Ąre auch zu sehen, ob das deutsche Publikum einen Zweiteiler wie Harry Potter akzeptieren w├╝rde (ich wei├č, kein Musical, aber f├Ąllt irgendwie doch sehr in die von mir genannte erste Kategorie).

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MyMusical
Benutzer
9386 Beiträge
18.04.18 07:35

Ja, das sehe ich eigentlich alles recht ├Ąhnlich. Allerdings sehe ich auch gerade in diesem angesprochenen noch nicht so weit etablierten Markt einiges an Wachstumspotential (im Gegensatz zum wirklichen Longrun der Stage). Da es allerdings auch ein finanziell schwieriger Markt ist, da man erstmal entsprechendes Kapital vor der Produktion ben├Âtigt geht die Entwicklung hier nur sehr langsam voran. Ein wichtiger erster Schritt w├Ąre hier sicher auch die durchaus hochwertigen UK-Touren verst├Ąrkt nach Deutschland zu holen. Auch die Stage geht immer mehr auf den Tourneebetrieb ein, mit "Wahnsinn" gab es zudem erst gerade eine vielversprechende Neuproduktion, 2Entertain steigt nun auch in Deutschland ein (was sich hoffentlich finanziell auszahlen wird, damit das kein einmaliger Testballon bleibt), da gibt es alles in allem schon viele kleine Aspekte die hoffen lassen, auch die Planungen zum Stage-Haus in Frankfurt oder jetzt die ├ťbernahme von Mehr! durch die ATG gehen in diese Richtung. Wie gesagt, hier w├╝nsche ich mir auch mehr gro├če Erfolge, damit der Markt weiter wachsen kann und es die erw├Ąhnt "Dreiteilung" weiter geben wird. Auch den Bereich der Neuentwicklungen von kleinen aber feinen Produktionen sehe ich hier noch als vierte wichtige S├Ąule im Markt an.

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HamYork
Benutzer
789 Beiträge
21.04.18 20:39

Auch wenn viele Leute keine gro├čen Fans der Rotation von St├╝cken durch mehrere Standorte sind, finde ich das gar nicht mal so schlecht.

Denn die Leute fahren nicht mehr extra f├╝r ein Musical irgendwo hin. Das machen die maximal, wenn der Standort in einer Entfernung liegt, dass man da bequem an einem Tag hin und zur├╝ck kann. Aber als Trip mit ├ťbernachtung fahren die meisten Leute (Ausnahmen und uns Fans ausgenommen) nicht mehr extra f├╝r ein Musical irgendwo hin.

Das mag verschiedene Gr├╝nde haben: einer ist auf jeden Fall das Image, was die Verantwortlichen dem Musical jahrelang gegeben haben. Von zig Zusatzgeb├╝hren ├╝ber dubiose Einteilung der Preiskategorien bis hin zu reduzierter Ausstattung, Spar-Orchestern und Einsparungen beim Ensemble.

Was noch stattfindet ist, dass man bei einem St├Ądtetrip auch mal ein Musical besucht, das steht dann aber in Konkurrenz zu anderen Aktivit├Ąten und man f├Ąhrt nicht mehr extra f├╝r ein Musical irgendwo hin. Und wenn man dann z.B. einen St├Ądtetrip nach Hamburg macht und dann in ein einziges Musical geht, geht man halt in ein St├╝ck, was auf einem bekannten Disney-Film basiert und nicht in ein St├╝ck, von dem man noch nie geh├Ârt hat.

Umso wichtiger w├Ąre ein besseres Marketing gerade f├╝r die St├╝cke, die eben nicht auf bekannten Disney-Filmen oder auf bekannter Musik gro├čer Stars basieren.

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