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Themen / Musicalbranche in der Krise ?
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Clementine
Benutzer
772 Beiträge
12.04.18 08:13

Hier ein Bericht dazu aus dem gestrigen NDR "Hamburg Journal":

http://www.ardmediathek.de/tv/Hamburg-Journal/Musicals-Steckt-die-Branche-in-der-Kris/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=25231214&documentId=51562850

Kernthesen:

Musicals wie Kinky Boots oder Mary Poppins spielen vor halbleeren Rängen

Lange Laufzeiten sind nicht mehr zu erwarten

Das Publikum will im wesentlichen 2 Dinge:
Die sichere Nummer.
Etwas sehen, was es vorher noch nicht gesehen hat.

Am internationalen Musicalmarkt herrschte bezüglich neuen, geeigneten Produktionen lange Zeit Flaute, nun gibt es wieder einen Boom an interessanten Produktionen.

Den letzten Satz kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Das Genre "Musical" boomt und entwickelt sich dynamisch weiter.

Das Publikum in Deutschland ist speziell. Musical ist im Bewusstsein hierzulande offenbar weniger Theater und mehr Event, Spektakel.

Irgendwie höre ich aus den Stage-Aussagen im Video heraus, dass Harry Potter nach Deutschland kommt... Hamburg nach Ghost ?

These: Die Stage und Musicalanbieterstruktur in Deutschland mag in der Krise, das Genre allerdings lebt und beweist täglich sein Zukunftspotential. Zuschauer in Deutschland sind übersättigt.

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vonKrolock
Benutzer
7616 Beiträge
12.04.18 13:29

"Das Publikum will im wesentlichen 2 Dinge:
Die sichere Nummer.
Etwas sehen, was es vorher noch nicht gesehen hat. "

Widerspricht sich doch eigentlich ...

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BredaVonKrolock
Benutzer
694 Beiträge
12.04.18 13:52

Ich glaube, dass sie meinte: Das Publikum will wissen worauf es sich einlässt, aber dennoch überrascht werden...

Und in den letzten Satz würde ich nicht zu viel rein interpretieren - ich denke, dass es eine Option ist, aber nur im Gespräch gefallen ist und durch den Schnitt so wirkt...

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kevin
Benutzer
3824 Beiträge
12.04.18 16:47

Angeblich ist es so schwierig, dem Publikum zu vermitteln, was KINKY BOOTS eigentlich ist?!

Also wenn es daran schon scheitert, ein schlichte, kleine, bunte, familienfreundliche Unterhaltungsshow dem deutschen STAGE-Publikum zu erklären, dann sollten sie aber sämtliche Pläne für HAMILTON und THE BOOK OF MORMON schnellstens verwerfen und beten, dass Disney das nächste Stück auf den Markt wirft.

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sus70
Benutzer
892 Beiträge
12.04.18 17:20

Haben sie doch gerade erst: Frozen. Der nächste Kassenschlager. Ich sehe es schon vor mir: In allen 4 Hamburger Musicaltheatern wird Disney gezeigt.

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Alexander
Benutzer
506 Beiträge
13.04.18 02:38

Ich glaube, dass sie meinte: Das Publikum will wissen worauf es sich einlässt, aber dennoch überrascht werden...

------

Was sich ganz einfach durch Promo-Aufführungen oder Promo-CDs, bessere Trailer ein Stück weit lösen lassen würde. Was z. B. bei "Mary Poppins" für Hamburg/Stuttgart zu finden ist, ist einfach nur erbärmlich. Es wird z. B. fast ausschließlich nur Material von anderen Produktionen für die Werbung verwendet. Zu "School of Rock" z. B. ist soviel an Info, Bildmaterial, Musik, Aufführungen zu finden.

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Der schwarze Prinz
Benutzer
3318 Beiträge
Beitrag gelöscht durch Autor
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Der schwarze Prinz
Benutzer
3318 Beiträge
17.04.18 17:14

Ich denke wir haben zwei Bereiche, in denen sich Musicals in Deutschland etabliert haben:

1) "Die großen Kracher" - heute vor allem noch "König der Löwen" und "Starlight Express", die irgendwo zwischen Spektakel, Disney und Augenöffner funktionieren. Also einerseits "sicher", aber mit WOW-Effekt.

2) Produktionen, die ins Repertoire der Stadt- und Staatstheater aufgenommen werden und dort dann als "normale" Theaterabende wahrgenommen werden.


Was wir aber eben in Deutschland nicht wirklich entwickelt haben ist ein Spielort, an dem Shows die irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien liegen für eine längere Zeit funktionieren. Also Stoffe, die aus verschiedenen Gründen nicht an die staatlichen Häuser kommen (Lizenzkosten, Produktionskosten, etc.), aber es eben auch nicht schaffen zu einer "Institution" zu werden, für welche ausreichend Leute auch mal durch ganz Deutschland reisen oder außerhalb der Fan-Gemeinde ein gewisser Hype oder Run entsteht. Was nicht heißen muss, das sie deswegen gleich ein finanzieller Flop werden. Sie werden aber eben nicht zu dem, was man ursprünglich mal als "Long-Run" bezeichnet hätte. Auch HH konnte sich in der Hinsicht nicht zu einem Mini-Westend oder Mini-Broadway etablieren (mehr als Mini war angesichts der völlig anderen Theaterlandschaft ja auch nie wirklich drin).

Die Zukunft ist daher vermutlich wirklich eine noch schnellere Rotation und von vorneherein beschränkte Spielzeiten mit Produktionen, mit denen das finanziell machbar ist, sowie Stadttheater, die Musicals auf ihre Bühne bringen, die nicht die ganz große Technik/Musik brauchen.

In die Richtung geht es ja auch schon in einigen Bereichen und ist für uns als Zuschauer vielleicht auch gar nicht mal das schlechteste.

Was natürlich schwierig wird sind einige der US/UK-Blockbuster, die aus welchem Grund auch immer mit großen Fragezeichen bezüglich der Long-Run-Tauglichkeit versehen werden müssen wie Hamilton oder BoM (damit für die Stage unattraktiv), aber zu teuer/groß für viele staatliche Theater sein dürften, für die die Stoffe sicherlich interessant wären. Diese Stücke werden wir daher wohl kaum sehen, zumindest nicht so lange Lizenzen sehr teuer sein dürften.

Ich schätze aber, dass eine Produktion von Frozen nicht allzu lange auf sich warten lassen dürfte.

Interessant wäre auch zu sehen, ob das deutsche Publikum einen Zweiteiler wie Harry Potter akzeptieren würde (ich weiß, kein Musical, aber fällt irgendwie doch sehr in die von mir genannte erste Kategorie).

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MyMusical
Benutzer
7906 Beiträge
18.04.18 07:35

Ja, das sehe ich eigentlich alles recht ähnlich. Allerdings sehe ich auch gerade in diesem angesprochenen noch nicht so weit etablierten Markt einiges an Wachstumspotential (im Gegensatz zum wirklichen Longrun der Stage). Da es allerdings auch ein finanziell schwieriger Markt ist, da man erstmal entsprechendes Kapital vor der Produktion benötigt geht die Entwicklung hier nur sehr langsam voran. Ein wichtiger erster Schritt wäre hier sicher auch die durchaus hochwertigen UK-Touren verstärkt nach Deutschland zu holen. Auch die Stage geht immer mehr auf den Tourneebetrieb ein, mit "Wahnsinn" gab es zudem erst gerade eine vielversprechende Neuproduktion, 2Entertain steigt nun auch in Deutschland ein (was sich hoffentlich finanziell auszahlen wird, damit das kein einmaliger Testballon bleibt), da gibt es alles in allem schon viele kleine Aspekte die hoffen lassen, auch die Planungen zum Stage-Haus in Frankfurt oder jetzt die Übernahme von Mehr! durch die ATG gehen in diese Richtung. Wie gesagt, hier wünsche ich mir auch mehr große Erfolge, damit der Markt weiter wachsen kann und es die erwähnt "Dreiteilung" weiter geben wird. Auch den Bereich der Neuentwicklungen von kleinen aber feinen Produktionen sehe ich hier noch als vierte wichtige Säule im Markt an.

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HamYork
Benutzer
776 Beiträge
21.04.18 20:39

Auch wenn viele Leute keine großen Fans der Rotation von Stücken durch mehrere Standorte sind, finde ich das gar nicht mal so schlecht.

Denn die Leute fahren nicht mehr extra für ein Musical irgendwo hin. Das machen die maximal, wenn der Standort in einer Entfernung liegt, dass man da bequem an einem Tag hin und zurück kann. Aber als Trip mit Übernachtung fahren die meisten Leute (Ausnahmen und uns Fans ausgenommen) nicht mehr extra für ein Musical irgendwo hin.

Das mag verschiedene Gründe haben: einer ist auf jeden Fall das Image, was die Verantwortlichen dem Musical jahrelang gegeben haben. Von zig Zusatzgebühren über dubiose Einteilung der Preiskategorien bis hin zu reduzierter Ausstattung, Spar-Orchestern und Einsparungen beim Ensemble.

Was noch stattfindet ist, dass man bei einem Städtetrip auch mal ein Musical besucht, das steht dann aber in Konkurrenz zu anderen Aktivitäten und man fährt nicht mehr extra für ein Musical irgendwo hin. Und wenn man dann z.B. einen Städtetrip nach Hamburg macht und dann in ein einziges Musical geht, geht man halt in ein Stück, was auf einem bekannten Disney-Film basiert und nicht in ein Stück, von dem man noch nie gehört hat.

Umso wichtiger wäre ein besseres Marketing gerade für die Stücke, die eben nicht auf bekannten Disney-Filmen oder auf bekannter Musik großer Stars basieren.

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