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musicalzentrale - Forum
Themen / Akustik in Orchestergräben
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HamYork
Benutzer
776 Beiträge
15.03.18 10:32

Ich habe mal eine Frage:
Heute wird die Musik ja eh per Mikros erfasst, abgemischt und über Lautsprecher in den Saal gebracht.

Aber auch in historischen Theatern gibt es ja den klassischen Orchestergraben, wo die Musiker teilweise unter der Bühne sitzen, vorne ist so eine "Mauer" und nur nach oben gibt es die enstprechende Öffnung.

Meine Frage:
wie hat man das früher gemacht, dass dennoch die Leute auf der Bühne, aber auch das Publikum im Saal die Musik gut gehört haben und dass die Abstimmung zwischen Musik und Gesang auf der Bühne richtig war ohne dass irgendwas übertönt wurde?

Oder ist diese Form des Orchestergrabens (mit nur Abstrahlung nach oben) akustisch besonders gut um den Klang der Instrumente unverfälscht in den ganzen Raum zu bringen?

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Bimbino
Benutzer
1270 Beiträge
15.03.18 10:53

Es ist auf jeden Fall nicht falsch und viele würden es als den typischen Klang bezeichnen.
Der Schall geht überings nach oben und wird dann an einer schrägen oder gewölbte Decke absgestrahlt in den Saal.
Die balance hat rein der Dirigent in der Hand, in so einem Fall.

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Once234
Benutzer
2793 Beiträge
15.03.18 14:45

In vielen alten Theatern ist es so, dass der Orchestergraben, nicht wie es heute oft passiert, nicht überdacht wird. Im Theater an der Wien z.b. wurde der Graben für die Opern wieder vergrößert und etwas angehoben. So kann der Klang direkt in den Saal ausstrahlen. Und deshalb sind z.B. die großen Opernsänger damals immer an der Kante vorne gestanden, haben einmal ihre Arie gesungen und sind dann wieder gegangen. Erst durch den Schianeder z.B. wurde so richtig Schauspiel und Gesang verbunden.

Aber heute wird das eben alles gut abgeschmischt. Daher kann man z.B. eben auch Schlagzeug, Pauken und andere laute Instrumente in separate Räume setzen und live mitspielen lassen.

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HamYork
Benutzer
776 Beiträge
16.03.18 16:54

Vielen Dank für Eure kompetenten Infos.

Noch ein paar Fragen dazu:

- Also heißt das, dass Orchestergräben früher nicht noch ein Stück unter der Bühne weitergingen, sondern an der Bühnenkante aufhörten, damit alle Instrumente ihren Klang nach oben abstrahlen können? Habe ich das richtig verstanden?

- Und mussten dann früher Schlagzeuge, Pauken, o.ä. leiser gespielt werden, damit sie andere Instrumente nicht übertönen?

- Hat die Decke den Ton der Instrumente auch auf die Bühne reflektiert, damit die Darsteller auch die Musik hören und synchron singen können?

- Und habe ich das auch richtig verstanden, dass der Dirigent dafür zuständig war, die Lautstärke des Orchesters so niedrig zu halten, dass das Orchester nicht die (unverstärkten) Stimmen übertönt.

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TazMA
Benutzer
3022 Beiträge
16.03.18 18:05

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Orchestergraben
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dirigieren

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beyond.the.clouds
Benutzer
26 Beiträge
22.06.18 01:15

Das ganze ist doch gar nicht so sehr eine Sache von früher vs. heute. Es ist eher genreabhängig. Opern und Operetten werden nach wie vor, was die akustische Seite angeht, so aufgeführt wie früher. Auch sind die Stücke so komponiert, dass es beim Zuschauer gut ankommt. Hier sind eher die hohen Töne der klassisch ausgebildeten Stimmen gefragt, um den Raum zu füllen. Und wenn ein Opernchor in forte singt, braucht sich das Orchester beileibe nicht zurückhalten.

Oder geht es dir eher um die Anfänge des Musicals? Sagen wir Anfang des 20. Jahrhunderts? Das würd mich nämlich auch interessieren, wie Musicals damals aufgeführt wurden und wie das optisch und akustisch ausgesehen hat.

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HamYork
Benutzer
776 Beiträge
29.06.18 17:23

Ja, es ging mir eher um die frühere Zeit des Musicals. Aber da ist ja dank des Fachwissens der anderen schon viel geklärt, auch wenn die oben von mir aufgeworfenen Ergänzungsfragen noch offen sind.

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Bimbino
Benutzer
1270 Beiträge
29.06.18 18:27

Ich kann ja nochmal versuchen auf deine Fragen versuchen einzugehen. Auch wenn ich hier keine wirklich sicheren Aussagen mehr machen kann.

-viele Orchestergräben gehen ja bis heute nicht unter die Bühne. Vorallen in den alten Opernhäuser.

-bezüglich den lauten Instrumenten. Auch heute stehen in großen Orchestern die Pauken meistens nicht abgeschottet. Hat schon ein Grund warum es davon nur eine gibt und von Geigen wesentlich mehr, mal vom Melodischen abgesehen.

-zum Punkt Sound auf der Bühne. Ich meine mich zu entsinnen, dass dies der Grund war, warum vorallen bei Arien der Künstler nah am Bühnenrand stand.

-der Dirigent war/ist für die Mischung zuständig.

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HamYork
Benutzer
776 Beiträge
29.06.18 18:35

Vielen Dank für die weiteren Erklärungen.

Ich vermute tatsächlich auch, dass diese Orchestergräben, die noch ein Stück unter die Bühne gehen, tatsächlich eine neuere Erfindung sind und erst durch die elektronische Übertragung und Verstärkung ermöglicht wurde.

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Vollpfosten
Benutzer
503 Beiträge
30.06.18 02:08

Natürlich nicht! Oh BITTE schau Dir ein paar alte Opernhäuser an!
Und um es ganz deutlich zu sagen: In Opern wird heute immer noch ohne Mikrofone gesungen, genau wie früher. "Heute wird die Musik ja eh per Mikros erfasst" gilt für Musicals, nicht für Opern! Opernsänger haben eine ganz andere Stütze für ihre Stimme, eine andere Stimmtechnik als Musicalsänger. Die können im schönsten Fall über ein 100-Mann-Orchester drübersingen und man hört sie immer noch, bei Richard Wagner oder Richard Strauss zum Beispiel. Anstatt solche merkwürdigen Thesen aufzustellen wäre es einfacher, mal in eine Oper zu gehen und Dir das anzuschauen - Puccini etwa hat sehr schöne Melodien, das sollte man auch als Musicalfan überleben können. Oder Mozart. Benutze das hochsubventionierte deutsche Stadt- und Staatstheaterwesen, wo es billige Karten ab 10 oder 15 Euro gibt und tu's Dir einfach mal an. Bringt ungeahnte Erfahrungswerte.

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