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Themen / 42nd Street in London ist DIE Sensation
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MusicalJonas
Benutzer
1231 Beiträge
26.09.17 10:36

Spektakulär...

Sensationell...

Phantastisch...

Wundervoll...

Mir fallen nicht genug Superlative ein, um 42nd Street im Londoner Theatre Royal Drury Lane zu beschreiben.

Ich habe schon viele Musicals in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien gesehen. Einige schlechte, viele mittelmäßige, viele tolle. Aber selbst unter den tollen Stücken gibt es nochmal einige wenige, die so herausragen, dass man sie als Perlen des Musik-Theaters bezeichnen muss. Juwelen des Entertainments, die einem selbst nach Dutzenden Musicals noch staunend zurücklassen.

Und 42nd Street in London ist so ein Stück, das ich mein Leben lang nie mehr vergessen werde.

Ich bin eh jemand, der gerne mehrfach in Stücke, die mir gefallen geht. Aber dass ich innerhalb von einer Woche (!) 4-mal dasselbe Stück besuche, ist mir noch nie passiert und hätte ich vorher nicht für möglich gehalten. Aber dieses Stück ist so opulent, dass ich das gar nicht alles nach einem Sehen verarbeiten konnte. Und die Musik, die Choreographien und die Bühnenbilder machen so süchtig, dass man es immer wieder ansehen möchte.

MUSIK:

Die Ohrwürmer 42nd Street, Lullaby of Broadway, We're in the money, Dames, Keep young and beautiful, I only have eyes for you, kennt jeder. Aber auch die anderen Titel, die ich noch nicht kannte sind absolute Ohrwürmer, z.B. das unfassbar witzige "Shuffle Off to Buffalo" oder das kleine, aber nicht minder mitreißende "Go into your dance". Oder das schöne Duett "Quarter to nine". Oder das sehr dynamische "Getting out of town". Und und und... Da ist eigentlich ein Hit nach dem anderen.

ORCHESTER:

Das ganze mit einem Orchester, das aus lauter Solisten zu bestehen scheint und das mir schon bei der Ouvertüre eine Gänsehaut bereitet hat.

DARSTELLER:

Die Hauptrollen sind alle perfekt besetzt. Besser geht es nicht. Die Darstellung ist so genau, die Mimik so perfekt, der Gesang so traumhaft schön, die Ausstrahlung so super.

Aber auch das Ensemble ist so unglaublich toll und in den Massen-Choreographien perfekt synchron und dennoch wirkt es nie dressiert oder zu maschinell.

In jeder von mir besuchten Vorstellung hat mir jeder einzelne Darsteller von den Hauptdarstellern bis zum Ensemble das Gefühl vermittelt, ich säße in einer Premiere. Diese unbändige Spielfreude jedes einzelnen Darstellers war ein Genuss. Perfekt bis ins kleinste Detail und dennoch hat man aufgrund dieser Begeisterung in den Gesichtern das Gefühl, dass jede Vorstellung eine Premiere ist. Das habe ich in dem Ausmaß selbst in London selten erlebt - obwohl die Londoner Darsteller für ihre Qualität bekannt sind.

Und dann natürlich die Masse. Wo hat man schon in jeder Show ca. 50 Darsteller auf der Bühne? Wenn bei Dames das Damenensemble nacheinander durch die Türe kommt, alle in demselben wunderbaren Kleid, aber immer in einer anderen Farbe, hat man das Gefühl, dass es kein Ende mehr nimmt. Man denkt jedesmal: "Was? Kommen noch mehr?"

Und beim Finale auf der großen Treppe ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen, als die alle von oben auf die Treppe kamen. Sowas habe ich noch nie in meinem Leben erleben dürfen.

Am Ende hätte ich mich am liebsten bei jedem Darsteller einzelen bedankt, dass sie mir so einen tollen Abend beschert haben. Die sind allesamt qualitativ spitze und auf dem höchsten denkbaren Level ihrer Kunst. Und ja, was die da auf die Bühne zaubern, ist wahrhafte Kunst. Das sind keine Leute, die ihren Job machen, wie man es manchmal bei Darstellern das Gefühlt hat, sondern das sind Menschen, deren Leidenschaft die Bühne ist und die das mit größter Perfektion, aber auch immer wieder größter Freude bei der Sache sind (wie gesagt, man hat in jeder Minute ein Premierengefühl) und das habe ich in dem Ausmaß selten erlebt.

CHOREOGRAPHIEN:

Wenn über 40 Leute auf der Bühne synchron tanzen, ist das ein Bild, wie man es nur selten erlebt. Und die Choreographien sind so ausgefeilt und raffiniert und werden von allen Darstellern so perfekt präsentiert, dass man nur noch eines sagen kann:

JA, das ist Entertainment. Und zwar auf der allerhöchsten Stufe.

INHALT:

Eigentlich ist der Inhalt schnell erzählt und es gibt nicht gerade viele Wendungen oder unvorhergesehene Handlungsstränge. Aber dennoch ist es eine schöne Story mit viel Humor und man fiebert mit der unglaublich sympathischen Peggy Sawyer mit.

Und es ist wie gesagt an vielen Stellen wirklich lustig und eine schöne Story, wie ein Mädchen aus der Provinz seinen Traum von der großen Bühnen-Karriere verwirklicht.

AUSSTATTUNG:

Eigentlich genügt immer ein Punkt zur Ausstattung, aber aufgrund der Opulenz muss ich diesmal eigene Punkte für Kostüme, Kulissen und Licht machen.

KOSTÜME:

Ich habe noch nie in einem einzigen Stück so viele spektakuläre Kostüme gesehen. Da sind Kostüme dabei, wo sicher alleine das Aufnähen der tausenden Pailletten Tage gedauert haben muss. Und das mal 40. Und das nur in einer einzelnen Szene. Davon gibt es noch mehr.

Aber auch in den Szenen, wo es nicht um die fiktive Show geht, sondern um Proben, Ball, Cafe, Reise, etc. sind die Kostüme immer toll, sehr elegant und in der Atmosphäre jener Zeit schwelgend.

Aber wie gesagt: in vielen Szenen klappt einem die Kinnlade runter, wie opulent die Kostüme sind und wieviele es sind.

Durch die Masse der Darsteller und die Vielzahl der Szenen mit immer neuen, immer spektakulären Kostümen, wüsste ich gerne, wie viele Kostüme insgesamt verwendet werden, aber es muss im oberen dreistelligen Bereich sein.

KULISSEN:

Das Highlight mag für viele die Treppe am Ende sein, aber auch bei den Kulissen ist das Stück voller Highlights. Z.B. die Drehbühne, wo das Damenensemble liegend Figuren macht, die man dann auf einem riesigen Spiegel, der runterfährt sehen kann. Diesen Effekt kennt man aus alten Tanzfilmen, das live auf einer Bühne zu sehen, ist aber noch mal was ganz anderes. Oder der Schlafwagen bei "Shuffle off to Buffalo", oder das Haus bei "Sunny Side to Every Situation" wo auf jeder Etage Darsteller singen, der Ball im Regency, oder das Finale des ersten Akts bei "We're in the money" und und und...

LICHT:

Oft vergessen, weil gutes Licht eben nicht auffällt, aber hier muss man es wirklich separat loben. Alleine schon wie beim Shadow Waltz im Hintergrund die Schatten zu sehen sind und vorne am Bühnenrand zwanzig Darstellerinnen liegend singen und mit Bodenspots angestrahlt werden ist ein Genuss an Licht-Design.

Oder auch, wie bei "Sunny Side to Every Situation" zunächst nur eine Häuserfassade sichtbar ist, aber dann die Lichter in den Fenstern die Darsteller einzeln durch die Fassade hindurch sichtbar machen und immer die Gruppen sichtbar sind, die gerade singen.

Und und und...

FAZIT:

Ich erwartete ein schönes, opulentes Stück, aber was ich dann erleben durfte, war trotz dutzender Musicals, die ich kenne, ein Highlight und Hochgenuss, den ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Dieses Stück ist ganz weit vorne in meiner Top 10.

Wie gesagt: ich schaue gute Stücke gerne öfter, aber dass ich ein Stück viermal hintereinander gucke, habe ich noch nie erlebt und hätte ich nicht für möglich gehalten. Am liebsten würde ich gleich nächste Woche wieder nach London fahren - alleine schon für dieses eine Stück.

Ich bin wirklich platt und muss ganz ehrlich sagen: sowas habe ich noch nie erlebt.

Ich habe gestern nachmittag angefangen diesen Beitrag zu schreiben, aber bis heute gewartet, ihn fertig zu stellen, weil er mir zu euphorisch vorkam. Ich dachte mir "Das glaubt kein Mensch, Du musst wenigstens noch ein wenig Kritik schreiben, damit es glaubwürdig bleibt, sonst denkt jeder, Du würdest bezahlt." Aber ganz ehrlich: selbst bei viel Nachdenken fällt mir kein Haar in der Suppe ein. Das ist einfach eine perfekte Show. Mein einziger Kritikpunkt: diese Show hat mich süchtig gemacht und ich weiß nicht, wie ich es bis zu meinem nächsten London-Besuch (wo das hoffentlich noch läuft) aushalten soll.

JEDER, der das Musiktheater liebt oder sich als Musical-Fan bezeichnet, MUSS diese Show gesehen haben! Und Videos können niemals das Live-Erlebnis vermitteln, aber bei dieser Show noch weniger als bei anderen Shows.

Alleine schon beim Schreiben dieses Beitrags bekomme ich wieder eine Gänsehaut nach der anderen, wie schon im Stück.

Ein Erlebnis, das ich in einer der Shows hatte, fasst es ganz gut zusammen: da saßen hinter mir 5 Leute, die offenbar in London nur ein Stück gesehen haben. Einer der Männer sagte beim Rausgehen mit Freuden-Tränen in den Augen zu einer Frau "Danke, dass Du dieses Stück ausgesucht hast, sonst hätten wir das nicht erleben dürfen."

Trotz vieler Worte, die ich jetzt gemacht habe, fehlen mir eigentlich die Worte, das beschreiben zu können. Nur eines: das MUSS man gesehen haben! Und ich hoffe, dass es noch sehr lange läuft und ich das noch oft sehen werde.

BEWERTUNG:

Ich gebe diesem Stück von 5 möglichen Sternen 100 Sterne. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Wer dieses Stück nicht live guckt, hat eines der größten Musical-Erlebnisse, das man sich vorstellen kann, verpasst.

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MusicalJonas
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1231 Beiträge
26.09.17 10:38

PS:
Leider gibt es noch keine CD.

Ich habe im Netz CDs früherer Produktionen am Broadway gefunden, wo die Titel aber leider gekürzt sind und die Ouvertüre auch ganz anders.

Ich hoffe, dass es bald eine CD der aktuellen Londoner Produktion gibt, wo alle Titel ungekürzt drauf sind. Das müsste dann vermutlich eine Doppel-CD sein.

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MusicalJonas
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1231 Beiträge
26.09.17 10:42

PPS:
Das Stück lief ja auch mal in Deutschland, aber leider nicht sehr erfolgreich.

Falls jemand das damals in Deutschland gesehen hat und auch die Londoner Inszenierung schon gesehen hat, würde mich mal interessieren, ob die deutsche Produktion genauso toll war, genauso üppig ausgestattet, mit genauso großem und gutem Ensemble und Orchester, etc.

Denn falls es nicht von der Inszenierung viel schlechter war, kann ich nicht verstehen, dass das in Deutschland kein riesiger Erfolg war. Das würde dann höchstens etwas über deutschen Geschmack aussagen - und zwar nichts gutes.

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mrmusical
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2518 Beiträge
26.09.17 10:55

Ja und Ja.

die STAGE ENTERTAINMENT PRODUKTION in Stuttgart war vom selben Kreativteam und hatte das gleiche opulente Bühnen- und Kostümbild.

ursprünglich wurde in London ja eine "Tour-Version" mit reduzierter Ausstattung beworben. Als dann die ersten Bilder aus dem DRURY LANE kamen, war ich überrascht die Ausstattung welche am Broadway und in Stuttgart zu sehen war wieder zu sehen. Toll.

Das Stück ist halt Entertainment und das kam nur bedingt beim dt. Publikum an.

Mich hab aber auch die neue (englische) Inszenierung letzten Winter in Paris begeistert. Auch ohne riesige Showtreppe funktionierte das wunderbar.

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MusicalJonas
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1231 Beiträge
26.09.17 11:26

Da die Musik aus lauter tollen Titeln besteht und die Choreographien spektakulär sind kann ich mir durchaus vorstellen, dass das Stück (mit entsprechend guten Darstellern) auch mit weniger opulenter Ausstattung funktioniert.

Aber ich bin auch ehrlich, dass ich froh bin, es mit so üppiger, spektakulärer Ausstattung gesehen zu haben. Denn obwohl auch der Rest überzeugend ist, ist die Ausstattung in diesem Fall schon eine Sensation für sich.

Zur deutschen Produktion:
Wenn die genauso aufwendig inszeniert war, wie in London und am Broadway und ein ebenso großes (und gutes) Ensemble hatte, kann ich nicht verstehen, dass das hier nur so kurz lief.

Das sagt dann echt viel über das deutsche Publikum aus. Dann hat Deutschland es auch nicht besser verdient, als mit zig Disney-Stücken, Tanz der Vampire in Dauer-Rotation, Schlager-Musicals, etc. abgespeist zu werden.

Naja, hier soll es jetzt nur über die traumhafte Inszenierung in London gehen.

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Sandrina
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302 Beiträge
26.09.17 11:49

Ich habe mir das Stück ebenfalls angesehen, und war genau so begeistert! Ich plane defintiv noch ein weiteres Mal nach London zu fliegen, um mir auch Norman Bowman als Julian Marsh anzusehen.

Lediglich Sheena Easton trifft nicht ganz meinen Geschmack...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stage damals in Stuttgart auch nur annähernd ein solch riesiges Ensemble präsentiert hat. Ich fand es unfassbar, wie groß die Cast in London ist!

Absolut verdiente 5 Sterne

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MusicalJonas
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1231 Beiträge
26.09.17 11:58

@Sandrina:
Ich fand Sheena Easton gut, aber ich hatte in einer Show die Zweitbesetzung und muss gestehen, dass ich die einen Tick besser fand.

Aber eigentlich sind die alle toll.

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Sandrina
Benutzer
302 Beiträge
26.09.17 12:06

So, habe mal kurz recherchiert.... anscheinend waren damals in Stuttgart 36 Tänzer auf der Bühne und in London sind es angeblich 40 (sofern diese Zahlen stimmen)... Also kein wirklicher Unterschied.

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Sandrina
Benutzer
302 Beiträge
26.09.17 12:13

So, habe mal kurz recherchiert.... anscheinend waren damals in Stuttgart 36 Tänzer auf der Bühne und in London sind es angeblich 40 (sofern diese Zahlen stimmen)... Also kein wirklicher Unterschied.

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MusicalJonas
Benutzer
1231 Beiträge
26.09.17 12:45

Ähm, nein. In London knapp 50. Also 14 mehr...

Oder meinst Du nur das Ensemble ohne die Hauptrollen?

Also ich habe in einer Vorstellung extra am Ende beim Verbeugen gezählt. In London waren beim Finale 48 oder 49 Darsteller auf der Bühne. Also das gesamte Ensemble inkl. der Hauptrollen.

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