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musicalzentrale - Forum
Themen / Preisentwicklung bei Musicalbesuchen ...
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Zolaa
Administrator
80 Beiträge
16.06.17 16:03

Liebe Forennutzer,

das Thema Preise scheint ein großes derzeit zu sein und ich möchte gerne - der Übersichtlichkeit wegen - die einzelnen Diskussionen aus den Themen herausziehen und lieber in ein gesammeltes Thema stecken. Zu diesem Zweck biete ich euch jetzt diesen Thread dafür an. Nutzt ihn - oder nicht. Aber widmet euch in den einzelnen Threads wieder vermehrt dem Musical selbst ;)

Lieben Gruß

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Newsie
(Benutzer gesperrt)
107 Beiträge
Beitrag gelöscht durch Autor
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Newsie
(Benutzer gesperrt)
107 Beiträge
16.06.17 17:53

Bei jedem neuen Stück, das die Stage ankündigt entsteht ein seitenlanges Gemeckere über die Preise. Dabei wird oft und immer wieder ein Vergleich zu den VBW gezogen und behauptet, dass ein Musicalbesuch in Wien besser und preiswerter sei. Der Stage wird Abzocke vorgeworfen und die VBW machen alles richtig.

Ist dem so ?

Beide Musicalunternehmen müssen natürlich mit ständig steigenden Kosten und zurückgehenden Besuchern planen. Die Stage finanziert sich aus dem Verkauf der Tickets (primär), die VBW bekommen zusätzlich zu den Ticketeinnahmen EUR 70 pro Platz und Vorstellung per Zwangsanordnung vom Wiener Steuerzahler.
Allein deswegen müssen die Karten für einen Stage-Besuch immer teurer sein, als die Karten bei den VBW.

Aber wer zockt jetzt eigentlich wirklich den Zuschauer mit maßlos überhöhten Preisen ab ?

Wie sah es vor 20 Jahren aus ?

Spielzeit 1998. In Hamburg "Das Phantom der Oper" versus Wien "Tanz der Vampire".
Gesucht wird ein Platz im Parkett, 5. Reihe an einem Samstagabend.

Kosten für diesen Platz 1998 (umgerechnet in EUR aus DM und Schilling):

Phantom der Oper/Stella/HH: EUR 112,48
Tanz der Vampire/VBW/Wien: EUR 94,47
(Quelle der Preise: Andreas Luketa, Musicaljahrbuch 1998 )


1998 war die Stella/Phantom EUR 18,-- teurer als die VBW/TdV für den avisierten Platz.


Wie schaut es heute aus ? Saison Herbst 2017.

Wichtige Prämisse: Ich möchte ALLEIN ins Theater, bin kein Schüler, Azubi, Student, Senior oder eine Gruppe. ich möchte am Samstagabend im Parkett Mitte reihe 5 sitzen.
Damit gehöre ich zur Mehrzahl der Zuschauer zwischen 25 - 65 Jahren.

Vergleich
"Kinky Boots"/Stage/HH versus "I am Austria"/VBW/Wien am 16.12.2017

Natürlich nehme ich Rabatte wahr, die es 1998 in der heutigen allgemeinen Zugänglichkeit noch nicht gab.
Die VBW bieten keinen Rabatt für meine Zielgruppe (siehe oben) an.
Die Stage bietet den "Musicalsommer", wird vielfach beworben in verschiedenen Medien, auch mit Direktwerbung.
Für "Kinky Boots" gibt es 15% für Allein-Besucher für 80% der Plätze, auch meinen Wunschplatz (siehe oben)

Kosten:

Kinky Boots EUR 128,46
I am Austria EUR 119,--

Heute ist die Stage/KinkyBoots/HH nur noch EUR 9,46 teurer als VBW/I am Austria/Wien.

Also: also der gleiche Platz war vor 20 Jahren bei der Stella 18 EUR teurer als bei den VBW.
Heute sind es nur noch EUR 9,46

Wer ist jetzt übermässig teurer geworden im Vergleich ?

Und nimmt man jetzt mal gar keine Rabatte zur Hilfe, sondern will in der ersten Reihe zum Normalpreis sitzen, dann:

Stage: EUR 150,--
VBW: EUR 139,--

Auch hier haben sich die VBW im Vergleich zur privaten Konkurrenz übermäßig verteuert: nur noch 11,-- EUR Unterschied....

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Ludwig-und-Rudolf
Benutzer
1202 Beiträge
16.06.17 17:56

Mit dem Unterschied, dass man in Wien auch günstige Restkarten um 15€ bekommt. Aber Stage spielt ja lieber vor leeren Sitzen wie wir wissen...

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Indis
Benutzer
1684 Beiträge
16.06.17 18:01

noch dazu behält die Stage die VVK-Gebühr für Spontanbesucher jetzt auch noch als neuen Preisaufschlag ein und schreckt so Spontanbesucher ab, leere Sitze sind ja so toll

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Sandrina
Benutzer
304 Beiträge
16.06.17 18:45

NEWSIE, es nervt langsam
Und warum nimmst du stets Kinky Boots als Beispiel?
Ja, es ist toll, dass die Stage für Kinky die Preise tiefer angesetzt hat! Sehr begrüßenswert!
Aber nimm zum Vergleich bitte die Durschnittspreise, ok? Siehe ALADDIN, Mary Poppins, König der Löwen etc.
Alles andere geht an der Realität vorbei.

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Ludwig-und-Rudolf
Benutzer
1202 Beiträge
16.06.17 19:06

Und zudem muss man bei Kiny Boots denke ich viel geringere Lizenzgebühren zahlen als z.B. für Disney. Zudem kommt noch das, nun ja, günstigere Bühnenbild...

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sus70
Benutzer
869 Beiträge
16.06.17 19:20

Ich mochte dich unter deinem alten Nick meist echt gerne, Ludwig. Aber das hier ist sooo anstrengend mit dir.

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nicknack
Benutzer
204 Beiträge
16.06.17 19:37

@Newie leider hinkt dein Vergleich vorne und hinten, da er z. B. überhaupt nicht die verschiedenen Größen der Theater und damit auch die unterschiedlich hohen Einnahmemöglichkeiten betrachtet. So haben die Theater der Stage grob gezählt zwischen 500-800 Plätze pro Vorstellung mehr im Verkauf als die VBW. So könnten sie theoretisch bei einem Verkaufen eben dieser einen deutlich höheren Umsatz erzielen und/oder Tickets günstiger anbieten. Die 70€ pro Ticket könnte man also einfach als Entschädigung für die fehlenden Sitzplätze rechnen 😊

Auch sollte man die unterschiedlichen Preiskategorien nicht außer Acht lassen. An einem Samstagabend (16.12.2017) zahle ich in der ersten Reihe bei Kinkey Boots 149,90 € und bei IAFA 139 €, also 10,90 € unterschied, wie Newsie schon richtig angemerkt hat. Jedoch zahle ich an dem gleichen Tag in Reihe 13 bei der Stage immer noch 149,90 aber bei den VBW „nur“ 109€. Also über 40 € Differenz für den gleichen Platz. An diesem Beispiel sollte man merken, dass diese Diskussion nur Augenwischerei ist und zu nichts führt. Jede Seite sucht sich nur das für sich passende Argument raus, lässt dabei andere wichtige Fakten außer Acht.

Ebenfalls sollte jedoch auch bedacht werden, dass besonders die normalen Preise der Stage lediglich Hygienefaktoren sind. Vielleicht vergleichbar mit der UVP des Herstellers, der im normalen Handel meist unterboten wird. Ähnlich verhält es sich mit den Tickets, bei denen zwar ein paar Kunden die teuren Tickets (regulärer Preis) kaufen, jedoch sehr viele mit Rabattaktionen etc. die Tickets erstehen. Die Stage führt in diesem Fall seine Kalkulationen nicht mit den regulären Eintrittspreisen, sondern mit den vergünstigten durch und freut sich über jeden, der den regulären Preis gezahlt hat.

Wie wir alle aus den Marketingvorlesungen oder durch unsere Lebenserfahrung wissen sollten, sind die Kunden in der Regel preissensibel und lernen mit der Zeit. Da die Stage uns schon so lange und oft mit Rabatten ködert, ist für die Konsumenten klar, dass auch in Zukunft Rabatte kommen werden, also warten sie auf Rabatte und kaufen dann ihre Tickets. Die Stage hat mit dem Spiel angefangen und kommt da auch nicht wieder raus. Also werden die Ticketpreise erhöht, durch Rabattaktionen dem Kunden jedoch vorgegaukelt ein echtes Schnäppchen gemach zu haben. Die Stage verdient so immer noch etwas Geld und der Konsument denkt, er hat ein gutes Geschäft gemacht. Natürlich ein gefährliches Spiel, da es aus dieser Spirale meist kein Zurück gibt. Gegenbeispiel Apple: Bietet keine Rabattaktionen an, Kunden erwarten keine und kaufen deswegen die Produkte zu dem Preis den Apple vorgibt.


Unterm Strich macht es keinen Sinn die VBN und Stage zu vergleichen, da es zu viele Unterschiede gibt um einen logischen, nachvollziehbaren und eindeutigen Vergleich zuzulassen. Von uns kauft hoffentlich niemand die Tickets zum regulären Preis oder Plätzte in der PKO in Reihe 26. Wir können die Stage nur durch einen Boykott der Stücke von diesem Weg abbringen, aber leider würde sie nur die falschen Schlüsse aus unserem Verhalten ziehen und probieren, immer stärker kostengünstig zu arbeiten. Also nicht länger drüber Streiten, bringt sowieso nichts.

(Beispiele stark vereinfacht und viele Aspekte außer Acht gelassen, damit es nicht zu kompliziert wird.

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DragonEF
Benutzer
112 Beiträge
16.06.17 19:47

Schon in anderen Foren würde lang über dieses Thema gestritten, Ich kann nur für meinen Teil wiederholen. Stage bekommt im Vergleich zu anderen Bühnen keine Subventionen und muss sich selbst kostendeckend tragen.
Das Wien günstige Restkarten anbietet kann, liegt ebenfalls darann, dass diese Karten gefördert werden.

Anderes Beispiel. Wieso werfen die meisten Bäcker ihr Brot, dass sie nicht verkauft haben in die Tonne? Es ist günstiger auf lange Sicht. Würden Sie Abends ihre Backwaren günstiger verkaufen, würden alle nur noch den günstigen Tarif zahlen. Die hohen Kosten des Bäckers würden jedoch bestehen bleiben. Mehr Brot essen wir auch nicht, nur weil es günstiger wäre, oder? Ich will Stage nicht in Schutz nehmen. Wieso sind die Karten bei Mehr! günstiger? Mehr! kauft Tourproduktionen mit kurzen Spielzeiten ein. Dem Unternehmen enstehen weniger Entwicklungs und Lizenzkosten. Auch ist die Bühnentechnik und das Orchester nicht so umfangreich. Stage erwibt allein eine Lizenz und vermarktet das Stück bundesweit. Oder habt ihr schon TV Werbung vom Landestheater Gera im TV gesehen? Oder bundesweite Plakate von Tecklenburg? Stage unterhält hochwertige Theater, ebenfalls ein Kostenfaktor im vergleich zur öffentlichen Hand getragenen Oper und Theaterhäuser. Hier mal ein paar Subventionsbeisiele aus Deutschland: Die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. In der letzten Saison haben 204.424 Zuschauer Vorstellungen der Bühnen besucht. Jeder Zuschauer wurde dabei mit 190,56 Euro bezuschusst. Insgesamt erhielten die Bühnen also Fördermittel in Höhe von 39 Millionen Euro. Die Kostendeckung liegt bei 17 Prozent. Semper Oper Dresden hatte eine Sitzauslastung von 91 Prozent. Die Kostendeckung liegt aber nur bei 43 Prozent. Der Staat unterstützt die Oper mit 37,35 Millionen Euro. Auf jeden der 321.268 Zuschauer kommen also 116,25 Euro. Die meisten Zuschauer in Deutschland hat die Bayerische Staaatsoper mit 559.932 Besuchern. Dafür kassierte die Oper im vergangenen Jahr 53,17 Millionen Euro an Zuschüssen. Pro Kopf macht das 94,24 Euro. Die Sitzauslastung beträgt 97 Prozent, die Kostendeckung 38 Prozent. Die Hamburger Staatsoper wurde mit 117,49 Euro gesponsert. Insgesamt macht das Zuschüsse in Höhe von 44,3 Millionen Euro. Die Sitzauslastung liegt bei 85 Prozent. Das Theater Heidelberg wurden dabei jeweils mit 304,57 Euro unterstützt. Das macht 18,48 Millionen Euro. Die Sitzauslastung betrug 54 Prozent. Die Staatsoper Berlin hatte 237.844 Zuschauer, die mit jeweils 185,60 Euro gefördert wurden. Insgesamt ergibt das Zuschüsse von 44,1 Millionen Euro. Die Sitzauslastung liegt bei 91 Prozent, die Kostendeckung bei 17 %. Das Theater Neustrelitz wurde Pro Kopf mit 177,25 Euro gefördert. Damit lagen die Zuschüsse insgesamt bei 11,22 Millionen Euro und die Sitzauslastung bei 70 Prozent. Das Theater Rostock wurde mit 402,54 Euro vom Steuerzahler unterstützt. 40.299 Zuschauer erhielten im vergangenen Jahr diese Unterstützung. Die Sitzauslastung lag bei 57 Prozent. Das Theater Kassel wurde mit 27,37 Millionen Euro unterstützt. 96.000 Zuschauer wurden also pro Kopf mit 285,07 Euro unterstützt. Die Sitzauslastung beträgt 59 Prozent. Die Oper Düsseldorf hat jeden der 262.138 Zuschauer mit 133,87 Euro gefördert. Die Sitzauslastung betrug 65 Prozent, die Kostendeckung 15 Prozent.Die Oper Halle glänzt mit einer Sitzauslastung von nur 58 Prozent. Insgesamt wurde das Haus mit 13,04 Millionen Euro gefördert. Das entspricht 255,65 Euro pro Zuschauer. Das TheaterMagdeburg erhielt Zuschüsse in Höhe von 23,3 Millionen Euro. Das sind pro Zuschauer 298,72 Euro. Die Sitzauslastung lag bei 80 Prozent.Stadttheater Gießen 323,03 Euro ist jeder der 37.325 Zuschauer des Gießener Stadttheaters wert. Das macht insgesamt 12,06 Millionen Euro. Die Sitzauslastung lag dabei bei 64 Prozent. 40.000 Zuschauer besuchten im letzten Jahr das Theater Koblenz. Sie wurden jeweils mit 303,75 Euro bezuschusst. Das macht insgesamt 12,15 Millionen Euro. Die Sitzauslastung lag bei 74 Prozent. Jetzt noch mal die Frage, wie soll Stage kostendeckend arbeiten?

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