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musicalzentrale - Forum
Themen / Nach MUZ-Kritik Inszenierung ge├Ąndert?!
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Once234
Benutzer
2962 Beiträge
08.01.16 13:19

Wie Sasha Di Capri und Carin Filipcic auf deren Facebook-Seiten gepostet haben, wurde nun die Inszenierung von RENT wieder ins Original zur├╝ck gef├╝hrt.

Ausschlaggebend war eine "Rezension eines Musicalportals", die den Verlag veranlasste, die gezeigte Version seit heute 12:00 Uhr nicht mehr zu erlauben und in dieser Form nicht mehr gespielt werden darf.

Original von Carin Filipcic:
"So, das war┬┤s grade abends als "Joanne Heute" in der Trierer Inszenierung von "Rent", ab morgen geschlagen 12h mittags darf diese, unsere Version laut Verlag nicht mehr gespielt werden. Man hat sich nicht mal herbem├╝ht, sondern Zitate in der Begr├╝ndung beigef├╝gt, die einer subjektiven Rezension eines Musicalportals entspringen. In diesem St├╝ck geht es um vieles, sehr vieles, auch um Freiheit. Die Freiheit der Kunst, des K├╝nstlerischen, die Arbeit des Regisseurs und seinem Team, unsere und meine Arbeit hat ordentlich eine auf┬┤s Maul bekommen, was diametral zu dem steht, worum┬┤s im St├╝ck geht. Theater MUSS polarisieren, regen, aufregen; gro├čartig in Wahrheit, wenn sich das Publikum nicht einig ist, oder? Ab morgen also k├Ânnt ihr also das Originalst├╝ck mit meinen wunderbaren Kollegen am Theater Trier sehen, ich bin in Gedanken mit dabei! In diesem Sinne: Viva la Vie Boh├Ęme!"

Eigentlich sehr sehr schade! Geht das zu weit? Wenn der Verlag dir Vorstellung gesehen h├Ątte und es gegen den Vertrag verst├Â├čt okay. Aber so?
Wie oben erw├Ąhnt, es geht um die Kunst. Schade. Hoffe dass wenigstens Frau Fililpcic weiter bezahlt bekommt. Denn sie kann ja nichts daf├╝r, ist aber nun "arbeitslos".

Da gibts ganz andere Inszenierungen die ├╝berarbeitet geh├Âren (Mozart), aber in einem kleinem Theater, wo man Kunst leben soll und darf, wird es sofort ge├Ąndert.

Hier noch die Meinung von Sasha di Capri:
"Traurig und bedenklich, dass eine einzige fragw├╝rdige "Rezension" eines Musicalportals solche Kreise ziehen kann und auch zieht.
Eine Ironie, gerade bei DIESEM St├╝ck, wo es u.a. auch um die Freiheit der Kunst geht, par excellence ÔÇ×frownÔÇť-Emoticon
Ab heute Abend also RENT in der Originalfassung am Theater Trier.
Viva la Vie Boh├Ęme!"

Es wird nie erw├Ąhnt dass es die MUZ war. Ich unterstelle es auch nicht. Es ist eher eine Frage, ob es diese Kritik gewesen sein k├Ânnte.

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Ludwig2
(Benutzer gesperrt)
12929 Beiträge
08.01.16 13:28

""""
Eigentlich sehr sehr schade! Geht das zu weit? Wenn der Verlag dir Vorstellung gesehen h├Ątte und es gegen den Vertrag verst├Â├čt okay. Aber so?
"""""

Haben die Macher denn beim Verlag VORHER angefragt, ob die Änderungen und das Inszenierungskonzept okay ist ? Sollte man das nicht immer tun, bevor Künstler engagiert werden und das Stück in Produktion geht?

Grunds├Ątzlich m├Âchte ich als Zuschauer die Musicals - wie sie kompoiniert und geschrieben wurden - nicht in einer eigenwilligen Interpretation sehen wollen, die das Gesamtwerk kaputtmacht. Zumal wenn diese Interpretation von Theaterleitern oder Regisseuren - also einzelnen Menschen, die am Ursprungswerk nicht beteiligt sind sondern nur eine Lizenz kaufen.

Wenn ich ein Buch kaufe, m├Âchte ich auch das Buch so lesen, wei es der Autor geschrieben hat.
Und nicht in einer "Interpretation". Das w├Ąre bei B├╝chern eine F├Ąlschung.

Und nur weil der Autor von rent verstorben ist, bedeutet das keinen Freibrief f├╝r Verschlimmbesserung seines Werkes. Dass hat Jonathan Larsson nicht verdient.

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MyMusical
Benutzer
8794 Beiträge
08.01.16 13:33

Ich versuche mal den Teil aus dem anderen Thema hier reinzukopieren, ich hoffe es bleibt lesbar:

vonKrolock
08.01.16 12:56 - Sehr heftig! RENT in Trier:

So, das war┬┤s grade abends als "Joanne Heute" in der Trierer Inszenierung von "Rent", ab morgen geschlagen 12h mittags darf diese, unsere Version laut Verlag nicht mehr gespielt werden. Man hat sich nicht mal herbem├╝ht, sondern Zitate in der Begr├╝ndung beigef├╝gt, die einer subjektiven Rezension eines Musicalportals entspringen. In diesem St├╝ck geht es um vieles, sehr vieles, auch um Freiheit. Die Freiheit der Kunst, des K├╝nstlerischen, die Arbeit des Regisseurs und seinem Team, unsere und meine Arbeit hat ordentlich eine auf┬┤s Maul bekommen, was diametral zu dem steht, worum┬┤s im St├╝ck geht. Theater MUSS polarisieren, regen, aufregen; gro├čartig in Wahrheit, wenn sich das Publikum nicht einig ist, oder? Ab morgen also k├Ânnt ihr also das Originalst├╝ck mit meinen wunderbaren Kollegen am Theater Trier sehen, ich bin in Gedanken mit dabei! In diesem Sinne: Viva la Vie Boh├Ęme!

Carin Filipcic Fanbase auf Facebook

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MyMusical
08.01.16 13:07 - Und das muss man nun wie verstehen? Das St├╝ck bleibt in der Inszenierung gleich und nur die zus├Ątzliche Rolle der "Joanne heute" wird weggelassen?

Pers├Ânlich denke ich ja, dass es dadurch eher noch unverst├Ąndlicher wird, da ja das gesamte Regiekonzept da offenbar drauf basierte. Und auch wenn man so einen Eingriff eines Verlages sicher sehr gespalten sehen kann, sowas ist doch Aufgabe des Inszenierungsteams oder des Indendanten das VORHER zu kl├Ąren, oder sehe ich das als Au├čenstehender falsch oder zu einfach?

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TazMA
08.01.16 13:13 - Finde ich krass! Gerade bei RENT, wo ich das Original schon verbesserungsbed├╝rftig finde.

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Charlotte
08.01.16 13:13 - Ich denke die Frage, wie weit darf k├╝nstlerische Freiheit gehen, hatten wir schon oft. Die Sch├Âpfer eines St├╝ckes haben ja auch einen zumindest grunds├Ątzlichen Anspruch auf Respekt und Schutz ihres Werkes. Daher ist es sicher nicht einfach, hier allen Seiten gerecht zu werden.

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MyMusical
08.01.16 13:29 - Eben, ich sehe das wie Charlotte, ein St├╝ck muss immer noch als solches erkennbar sein.

Eine gute Regie zeichnet sich f├╝r mich eben dadurch aus, den Kern des St├╝ckes zu erkennen und diesen auch gerne in einen anderen Rahmen zu setzen, aber sie darf niemals ein St├╝ck so ├Ąndern, dass es eben nicht mehr als solches erkennbar ist. Und dies scheint hier ja offenbar passiert zu sein, zumindest in gro├čen Teilen. Die ernstzunehmenden Kritiken beziehen sich meist darauf, die Jubelarien von Fans bei Facebook interessieren mich dann auch wenig, ich gehe davon aus, das viele das St├╝ck wahrscheinlich vorher gar nicht kannten und eh alles bejubeln was ihr Lieblingsdarsteller macht.

"Krass" finde ich dann eher, dass es nicht im Voraus mit dem Verlag abgekl├Ąrt wird, das Regiekonzept f├Ąllt ja nicht vom Himmel und das ist f├╝r mich dann eher der wirkliche "Skandal", nicht dass ein Verlag versucht das eigene Werk zu "sch├╝tzen". Und das hat dann f├╝r mich eben auch nichts mehr mit Eingriff in die k├╝nstlerische Freiheit zu tun, die ja nun in der Tat unbestritten wichtig ist.

Naja, das man in Trier auf Krawall und Konfrontation setzt, wurde ja so gewollt und auch vor der Spielzeit angek├╝ndigt, ob dies dem angeschlagenen Theater gut tut oder den Todessto├č gibt, wird man dann in der n├Ąchsten Zeit sehen.

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vonKrolock
Benutzer
8189 Beiträge
08.01.16 13:41

"Ich denke die Frage, wie weit darf k├╝nstlerische Freiheit gehen, hatten wir schon oft. Die Sch├Âpfer eines St├╝ckes haben ja auch einen zumindest grunds├Ątzlichen Anspruch auf Respekt und Schutz ihres Werkes."

Das eine schlie├čt das andere ja nicht aus.
Ich habe das St├╝ck nicht gesehen, muss aber ehrlich sagen, dass ich die Idee prinzipiell gut fand,
eine Metaebene einzuf├╝gen ...

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everythingisrent
Benutzer
150 Beiträge
08.01.16 13:41

Nach allem, was ich an Erfahrungen mit dem zust├Ąndigen Verlag (Musik und B├╝hne) gemacht hat, wird es nicht um die ├änderungen an und f├╝r sich gegangen sein, sondern um die Tatsache, dass diese nicht abgesprochen waren.

Aus den Lizenzvertr├Ągen geht eindeutig hervor, welche Eingriffe in ein St├╝ck einer vorherigen Absprache bed├╝rfen. Wenn der Verlag jetzt so kurzfristig ├änderungen einfordert (voraussichtlich unter Androhung des kompletten Lizenzentzuges), kann ich mir wahrlich keine andere Erkl├Ąrung machen als die, dass der Regisseur sein Konzept eben nicht vorher mit den Lizenzgebern abgesprochen hat. Das hat in dem Fall auch nichts mit "Freiheit der Kunst" zu tun, sondern mit Vertragsbr├╝chigkeit - denn grunds├Ątzlich sind ├änderungen an St├╝cken ja erlaubt, auch bei RENT. Ich habe auch schon andere Inszenierungen des St├╝ckes gesehen, die im Vergleich zur Originalinszenierung ├änderungen erfahren haben, z.B. seinerzeit die Version des English Theatre oder die Tour 2006. Hier scheint schlichtweg das Theater Mist gebaut zu haben. Und das ist dilettantisch.

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Once234
Benutzer
2962 Beiträge
08.01.16 13:43

Ist denn vorgegeben wie das St├╝ck auszusehen hat? Ich kann mir nicht vorstellen dass es wie bei Disney 1:1 ├╝berall gleich und ohne jedem Unterschied zu sehen sein muss. Ich habe jetzt schon viele Inszenierungen von RENT gesehen. Wirklich viele. Und jede hatte was f├╝r sich. Mir hat nicht jede gefallen. Aber bei mir spielen auch andere Sachen wie B├╝hnenbild, Band und Darsteller eine Rolle beim Gesamteindruck. Und wenn mir etwas nicht gefiel, hat was anderes diese wett gemacht.

Aber ich wei├č nicht, wie gut ich es finde, ein St├╝ck zu ver├Ąndern, wenn es schon l├Ąuft. Wenn es Previews gibt und da etwas ge├Ąndert wird okay. Aber in laufenden Produktionen? War ja damals bei RUDOLF auch nicht sonderlich gut einfach nach nem Monat die Show zu ver├Ąndern.

Und gerade bei RENT, wie die Darsteller selbst sagen, geht es um die Kunst. Und wenn man sich mit Herrn Larsson bisschen besch├Ąftigt hat, kann man sich vorstellen, dass er diese Inszenierung eventuell sehr gut gefunden h├Ątte.

Zum Thema F├Ąlschung im Buch...schon mal ein Buch gelesen, dann den Film gesehen und dann "Das Buch zum Film" gelesen? Da m├╝sste es aber viele Anzeigen wegen F├Ąlschungen geben. Alleine die unterschiedlichen Schreibweisen.

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everythingisrent
Benutzer
150 Beiträge
08.01.16 13:54

Nat├╝rlich ist nicht vorgegeben, wie es auszusehen hat, aber insbesondere textliche ├änderungen und vor allem das daraus resultierende Hinzuf├╝gen oder Streichen eines kompletten Charakters sind mit dem Lizenzgeber abzusprechen - das sind ja schon recht tiefe Eingriffe in ein Werk - v├Âllig unabh├Ąngig davon, ob jetzt zum Guten oder zum Schlechten. ├ťber Geschmack l├Ąsst sich trefflich streiten, ├╝ber Vertr├Ąge, die man abschlie├čt, halt wirklich nicht. Denn nochmal: Es geht nicht darum, ob diese Inszenierung GUT war und wie Jonathan Larson sie gefunden h├Ątte, sondern dass der Verlag offenbar erst durch die Presse von diesen ├änderungen erfahren hat und das Theater so vertragsbr├╝chig geworden ist. Da nun nicht mehr gen├╝gend Zeit ist zu pr├╝fen, ob diese ├änderungen im Sinne des Urhebers sind (bei manchen St├╝cken (zB Pasek&Paul) m├Âchten die Urheber selbst oder deren Erben ├╝ber die Freigabe von ├änderungen entscheiden, bei manchen ├╝bertragen die Urheber die Entscheidung komplett an den Vertrag), ist die logische Konsequenz, nun eine lizenzgetreue Inszenierung zu fordern. Ich bin wirklich ein sehr, sehr gro├čer Freund freier Inszenierungen (erst recht bei den Klassikern, zu denen RENT zweifelsohne mittlerweile z├Ąhlt), nichtsdestotrotz muss man sich an gewisse Spielregeln halten.

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vonKrolock
Benutzer
8189 Beiträge
08.01.16 14:06

Wer sagt eigentlich, dass die Änderungen nicht abgesprochen wurden?

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Courfeyrac
Benutzer
1156 Beiträge
08.01.16 14:07

Ich bin ja mal sehr gespannt auf die Auff├╝hrung heute Abend, obwohl man die Regie nach spontaner Zwangsverst├╝mmelung durch den Verlag sicher kaum noch objektiv bewerten kann.
Ob das St├╝ck durch die urspr├╝ngliche Ver├Ąnderung gewonnen oder verloren hat wei├č ich nicht, aber wenn die ├änderung von einem auf den anderen Tag aufgezwungen wird kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellung, dass es der Auff├╝hrung gut tun wird.

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Johnny_Depp
Benutzer
10571 Beiträge
08.01.16 14:08

Es gab schon Ende der 90er Jahre eine grottenschlechte niederl├Ąndische "Rent"-Inszenierung, bei der der Regisseur ganz offensichtlich das St├╝ck nicht verstanden habe. Also gibt es auf keinen Fall eine Vorschrift, das St├╝ck als 1:1-Version ├╝berall gleich abzunudeln.

Aber eine miese Inszenierung des Originals und eine komplette Ver├Ąnderung des St├╝ckes wie nun in Trier geschehen, sind zwei Paar Stiefel.

Ich finde es erfreulich, dass die Verl├Ąge zumindest hier mal den Verantwortlichen auf die Finger klopfen und die Ausw├╝chse des Regietheaters eind├Ąmmen.

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