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Themen / West Side Story in Wuppertal (oder: A...
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MyMusical
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7939 Beiträge
10.12.15 22:53

In Anbetracht der vor einigen Tagen an anderer Stelle stattgefundenen Diskussion zu dem Thema aktuelle Bezüge in ein altbekanntes Musical zu bringen, habe ich mal diese Überschrift gewählt.

Kurze Zusammenfassung: Die Inszenierung der Wuppertaler West Side Story spielt in der Gegenwart und die Jets sind eine deutsche Jugendgang während die Sharks eher eine Gang ausländischer Jugendlicher sind. Dies nun aber nicht im Hinblick auf das aktuelle Flüchtlingsthema, eher sind die Sharks bereits eine Art zweite Generation die auch schon in Deutschland aufgewachsen ist.

Das Thema der West Side Story eignet sich hierbei nun in der Tat sehr gut, denn die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen ist leider aktueller denn je. Offenbar ist der Inhalt der WSS auch heute noch genauso aktuell wie vor 50 Jahren.

Mir hat die Inszenierung im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, allerdings sollte man wissen, dass man sich hier zum Teil auf ein recht gewalttätiges Umfeld einlässt, durchtränkt von Ausländerhass auf beiden Seiten. Zu extrem war mir zudem eine Vergewaltigungsszene im 2. Akt. Zwar wurde im Programmheft zur Warnung der Eltern mit Kindern explizit auf "drastische Gewalt-Szenen im 2. Akt" hingewiesen, bei Vergewaltigungen ist für mich im Theater (selbst wenn sie zum Thema und zur Inszenierung passen) immer schnell eine Grenze erreicht, die Gründe hierfür haben nun an dieser Stelle auch nichts zu suchen.

Die Besetzung ist durch die Bank sehr gelungen, hier hat das Castingteam sehr gute Arbeit geleistet. Auch das Sinfonieorchester Wuppertal spielt mit über 40 Personen eine große Rolle beim gelungenen Theaterabend. Insgesamt kann man diese Inszenierung durchaus empfehlen, man sollte aber nun keine 50iger-Jahre-New-York-Nostalgie-Show erwarten, dann ist man hier eindeutig falsch. Erreicht wird hier aber definitv das, was Theater erreichen kann, Schulklassen die unmittelbar von dem Thema betroffen sind vor Augen führen wohin solch ein Konflikt führen kann.

Und wenn man dann auf dem Weg von der Oper zum Hotel an der Haltestelle der Schwebebahn auf sich vier sich fast prügelnden Jugendliche trifft und an der nächsten Station eine rund 20köpfige "megacoole Gang" in den Zug einsteigt, dann weiß man erst recht, diese Inszenierung trifft den Punkt !

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nina81
Benutzer
485 Beiträge
11.12.15 00:57

Hammer Show! Ich hab's mir am Sonntag angesehen. Tolle Tanz-Choreografien, viele Streicher im Orchester. Aber stimmt, die Szene im 2. Akt war heftig. Hab gerade extra nochmal nachgeschaut ob man eigentlich schon bei der Buchung drauf hingewiesen wird, ja wird man. Ist ja sonst bißchen spät wenn man es erst vor Ort liest und dann eventuell Kinder dabei hat. Ich find's jedenfalls klasse dass so eine tolle Produktion mal hier bei uns im Tal ist. Und wo sonst kann man nach der Show mit Bernardo (Vladimir Korneev) dann noch Schwebebahn fahren?
Ich werde es mir wahrscheinlich nochmal anschauen und dann einen der Termine wählen an denen Christian Alexander Müller den Tony spielt.

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MyMusical
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7939 Beiträge
11.12.15 07:46

Stimmt, die Choreografien habe ich vergessen. Danke für die Ergänzung...

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fescheLola
Benutzer
2069 Beiträge
11.12.15 10:46

Die Vergewaltigung mag zwar heftig sein, auf der anderen Seite sind wir durch Darstellungen von Gewalt im TV inzwischen derartig abgestumpft, dass es vermutlich so heftig sein muss, damit auch jeder mitbekommt, dass das kein Kindergarten ist.
Aber was haltet ihr denn von der klitzekleinen Geste von Anita gegenüber ihrem Peiniger im Anschluss? Man muss schon genau aufpassen, um sie überhaupt zu sehen.

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MyMusical
Benutzer
7939 Beiträge
11.12.15 11:08

Ich müsste nun nochmal tief in mich gehen, was da war !? War das nicht so ne Art "Du kannst mich mal"-Reaktion? Wie gesagt, ich hätte das alles irgendwie lieber anders inszeniert gesehen, will mich da nun aber auch nicht an dieser eine Szene hochziehen.

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fescheLola
Benutzer
2069 Beiträge
11.12.15 11:48

Ich fand an der Inszenierung dieser Szene nichts anstößig, aber das empfindet auch jeder anders.
Ich meine die Geste, wenn er seine Hosen wieder angezogen hat und etwas weiter hinten auf der Bühne kauert, und sie dann auch nach hinten abgeht.
Ich formuliere es nicht genauer, sonst schreien hier wieder diverse Leute wegen Spoiler, ich bin mir aber auch nicht sicher, ob die Geste gewollt inszeniert ist oder aus irgendwelchen Gründen ganz spontan von ihr kam. Sie passte nämlich nicht so ganz zu der brutalen Darstellung davor.

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MyMusical
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7939 Beiträge
11.12.15 13:01

Anstößig direkt sicherlich nicht, halt sehr direkt und brutal und somit erschreckend realistisch. Wenn man aber im Bekanntenkreis eine Person hat, der so etwas schlimmes mal passiert ist und man direkt mitbekommt, wie sehr es das ganze Leben verändern kann und wie lange es nachwirkt bzw. auch wenn es nach Jahren gut verarbeitet ist durch Schlüsselreize wieder ins Bewusstsein kommen kann, wird man diesbezüglich sicherlich auch etwas empfindlich. Erst recht seitdem wir mal zusammen im Theater waren und eine dort nicht so erwartete Szene, sogar deutlich "milder" als in Wuppertal, den Abend ruiniert hat. Aber das gehört nun auch wirklich nicht hier hin, nur zur Erläuterung. Über dieses Thema könnte man ein ganzes Buch schreiben...

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fescheLola
Benutzer
2069 Beiträge
11.12.15 15:31

Das mag natürlich auf jeder für sich selbst entscheiden, aber ich denke, dass Anita im zweiten Akt vergewaltigt wird ist ja hinlänglich bekannt. Und nur durch die realistische, brutale Darstellung wird es IMHO auch noch dem abgebrühtesten Zuschauer klar, dass dort großes Unrecht geschieht. Und deswegen fragte ich nach dieser Geste im Anschluss, die offensichtlich nicht so auffällig war, aber das Ganze infrage stellt, denn sie war IMHO nur so zu deuten, dass sie ihrem Peiniger verzeiht.

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chess
Benutzer
1314 Beiträge
11.12.15 15:53

@nina81

Vladimir ist ein ehemaliger Abiturient von mir und wir haben noch ab und an Kontakt. Ich habe ihn damals in Oberhausen besucht, als er in "Ich war noch niemals in New York" mitgewirkt hat. Er ist nach wie vor absolut zugänglich und völlig unkompliziert.

Wenn ich richtig informiert bin, dann wird er auch in Wien in Evita an der Seite von Katherine Mehrling und Drew Sarich spielen.

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coricolonzo
Benutzer
776 Beiträge
13.12.15 11:39

Hallo fescheLola!

Ich fand diese Geste GRANDIOS als Idee, denn sie zeichnet deutlich Anita Charakter in dieser Inszenierung.
Und mal ehrlich: Ihr Vergewaltiger - zumindest der, dem sie die Geste zukommen ließ - war ja auch mehr Opfer als Täter...

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