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musicalzentrale - Forum
Themen / Das Theater schafft sich ab
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Benegon
Benutzer
755 Beiträge
06.06.11 18:32

Es geht in diesem lesenwerten Artiekl zwar um das Schauspiel, trifft aber auf das Musiktheater mindestens ebenso zu! Ein kleiner Auszug:

"Ich habe mich aus dem Stadttheater zurückgezogen, weil das Theater auf Erfolg subventioniert wird. Dabei sind Subventionen da, um Grenzgänge zu wagen, das Scheitern als Qualität zu sehen. Der Erfolgsdruck entmachtet die Phantasie. Das Theater heute hat sein Geheimnis verloren. Der letzte Freiraum ist fremdbestimmt. Finanzielle Zwänge, von der Politik vorgegeben, verharmlosen das Theater. Das Theater ist nicht mehr der Vordenker einer Gesellschaft, es kommt zu spät und wird belächelt. Das Management schreit nach Stars."

Der ganze Artiekl steht in der FAZ: http://www.faz.net/artikel/C30794/krise-des-schauspiels-das-theater-schafft-sich-ab-30335734.html#01TIJT

Stimmt doch sehr nachdenklich!?

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Johnny_Depp
Benutzer
10571 Beiträge
06.06.11 19:02

Die Leserkommentare stimmen hoffnungsvoll.

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Benegon
Benutzer
755 Beiträge
06.06.11 19:33

... die hatte ich noch gar nicht gelesen! Aber gib es zu @Johnny: Die hast du durch die Bank alle selbst geschrieben

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Johnny_Depp
Benutzer
10571 Beiträge
06.06.11 19:49

na klar Leider war ich zu beschäftigt, mein Geld mal wieder in Londoner Theater zu tragen und mich um Tickets für das viel zu kleine Donmar Warehouse zu hauen...

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Der schwarze Prinz
Benutzer
3318 Beiträge
07.06.11 02:06

http://www.sueddeutsche.de/kultur/daniel-kehlmann-und-das-regietheater-wo-gibts-hier-spaghetti-1.172450


Das deutsche Theater muss einfach endlich seinen eigenen modernisierten Weg finden.

Wer simpel behauptet, dass es im Regietheater verharrt, hat mehr als offensichtlich sich schon lange nicht mehr die Mühe gemacht, sich ernsthaft mit dem Sprechtheater in Deutschland auseinanderzusetzen.

Aber: Weiterhin kann man auch nicht gegen dieses Bild vorgehen, da es immer wieder eben doch Egomanen in die Schlagzeilen schaffen (ist auch viel gemütlicher für den Bürger, sich ne Kritik durchzulesen, die genauso polemisch, wie die Inszenierung abgehoben ist), die sich an Stücken regelrecht "vergehen".

Ein weiteres Aber: Will man das amerikanische und englische System? Gott bewahre... die Stücke dort hochjubeln? Kann man machen, aber bitte nicht im gleichen Atemzug das selbe für Deutschland fordern. Denn solche Stücke gibt es auch hier, aber diese werden nicht die selbe Presse und Bekannheit erreichen, da sie bis auf wenige Ausnahmen eben regional erfolgreich sein müssen. Selbiges gilt für Autoren. Das ist nicht nur in unserer Theaterlandschaft, sondern auch in unserer gesellschaftlichen und politischen Struktur begründet. Unbequemer war das deutschsprachige Theater gegenüber dem englischsprachigen die letzten 300 Jahre über.

Das anglo-sächsiche Knotenpunktsytstem hat für sich da mindestens ebenso viele negative Punkte... übertragbar ist es sowieso nicht.

Natürlich darf das nicht dazu führen, die eigenen Probleme kleinzureden. Denn die sind da. Ja, viel Qualität wird ignoriert. Ja, man steckt im Moment fest zwischen Kommerzialisierung und nötiger Freiheit/Provokation. Aber ja, viele Strömungen gehen auch am Zuschauer vorbei... und auch wenn TV und Co ihren Beitrag zu schwindenden Zuschauerzahlen leisten, so ist vielerorts eben wirklich auch Intendanz und Regie Schuld.

Aber ich sehe nicht, dass sich da etwas abschafft... da kämpft sich etwas durch... und das Ergebnis mag oft unbefriedigend sein. Aber an Vielseitigkeit bietet man weiterhin konkurrenzlos viel.

Nur muss man endlich den Weg zwischen künstlerischer Vision und Publikum eleganter treffen. OHNE in Regie/Subventions/Gelaber zu verfallen. Auf diesem Gebiet findet unglaub viel Polemik statt.


Sicherlich guter Punkt des Artikels der FAZ: Geschichten in den Mittelpunkt stellen, und dann die Botschaft (oder was auch immer). Aber das darf nicht im gleichen Zug dazu führen, dass man gleich zu viele Barrieren baut. Ich habe keine Lust, dass es dann auch bald im Schauspiel, wie bereits so oft im Musical, heißt - die Elisabeth darf nur in Reifröcken gespielt werden... sonst passt das nicht mehr zur Epoche... bla...

Dann verlieren wir nämlich das, für was deutsches Theater auch im Ausland bewundert wird (Oh Schreck - ja, das gibt es tatsächlich).

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Ludwig2
(Benutzer gesperrt)
12929 Beiträge
07.06.11 06:58

"Das Theater schafft sich ab" ?

Was für ein Blödsinn!

Es wird immer theater und Live-Unterhaltung. Wenn sich in deutschland die Strukturen ändern müssen, ist das eben so.

Deutschland ist nicht der Nabel der Welt, Theater gibts überall. Und das deutsche Theatersystem hat sich lange überlebt!

Es geht völlig in Ordnung, wenn man auch daran denkt, das eine Theatervorstellung bezahlt werden muss! Nicht vom Steuerzahler, sondern vom Publikum!

Typische deutsche Rumjammerei und Panikmache! Vor allem dieses dämliche "Alle weltweit bewundern uns für unser System".
Schwachsinn!

Dann muss man eben mal umdenken im Staatstheater.
Wo ist das problem? Das man Angst hat, Privilegien zu verlieren?

In jenen Ländern, wo Theater schon länger kommerziell organisert wird, gibts auch intelligentes und spannendes Theater.

Siehe New York mit "book of Mormon" oder "Warhorse" oder "Fuerza Bruta".

Sowas geht auch ohne Kultur-Apparatischiks!

"Fuerza Bruta" ist mega-intelligentes surreales Theater. Die Tickets kosten 80 Dollar! Für eine Stunde. Steuerzahler müssen nicht bluten - und der Saal ist voll! Junge Leute zwischen 18 - 30!
Das Stück läuft off-Broadway sehr erfolgreich seit 2007!

Davon träumen deutsche Regietheaterfuzzis die auf Kosten des Steuertopfes leben und nichts weltbewegendes zustande bringen doch nur.

Schwachsinn dieser Thread!
Untergangsstimmung wird verbreitet, wie in allen Bereichen.

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Kashoggi
Benutzer
2363 Beiträge
07.06.11 11:07

Theater ist IMHO nicht dazu da um zu provozieren oder um des geplanten Scheiterns willen, sonder zur Unterhaltung und (eingeschränkt) auch zur Bildung. Theater ist für das Publikum da und nicht des Theaters, oder noch schlimmer des Regisseurs wegen. Ich kann daher dem Kommentar von @ Schwarzer Prinz überhaupt nicht nachvollziehen, denn meine Erfahrungen ist ganz anders und das Zeitungszitat ist in meinen Augen grober Unfug und zeigt wie überlebt so manche Vorstellung ist. Vor allem sollte Subventionstheater wieder mal den Mut finden Theater so zu spielen wie Zeit und Sitz der Handlung es erfordern und da gehöhren zu einem Barockstück im Zweifel auch Puderperücken und Lakaien mit "Pumps" dazu.

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MyMusical
Benutzer
8311 Beiträge
07.06.11 11:46

Vor allem den letzten Satz von @Kashoggi kann ich so voll und ganz unterschreiben. Nun mal alleine unter dem Gesichtspunkt der Inszenierung bzw. des Bühnenbildes ein schönes Beispiel, da beide Stücke gerade aktuell liefen und Bilder oftmals mehr sagen als 1.000 Worte:

Bilder von Zar und Zimmermann in Gelsenkirchen:
http://www.musiktheater-im-revier.de/Spielplan/Oper/Zar-und-Zimmermann/#pictures

Und einmal das selbe Stück in Mönchengladbach:
http://www.theater-krefeld.de/160-8-5420-fotos.htm

Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber dem Theater Krefeld-Mönchengladbach ist da (mal wieder) eine hervorragende und vor allem unterhaltsame Produktion gelungen, die wunderbar im historischen Gewand erzählt wurde. Es muss ja nicht alles in die Gegenwart verlegt werden.

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MH2404
Benutzer
950 Beiträge
07.06.11 13:13

@Ludwig: War Horse ist durch das National Theatre in London ursprünglich insziniert worden, was ein subventioniertes Theater ist.

Gerade angesichts der neuesten News, was das TfN angeht (siehe Hauptseite), finde ich die Diskussion erschreckend. Wie kann man gegen subventioniertes Theater sein? Für mich ist Kultur inkl. Theater essentiell für Bildung und Bildung ist ein Menschenrecht. Nicht jeder kann sich Tickets von SE & BB leisten, da kann ein Ludwig mir sonst noch was erzählen (ich kenne genügend Leute, die Studenten/Schüler sind und weiß, was diese sich leisten können). Ich bin mit dem Stadttheater, speziell Lübeck, aufgewachsen und ich fände es eine Schande, wenn das irgendwann ein Ende hat. Ich bin durch dieses Institution an das Theater herangeführt worden und ich finde es wichtig, dass dieser Bildungsauftrag auch zukünftig von diesen erfüllt wird.
Ich zahle meine Steuern in diesem Land und für mich ist es genauso wichtig, dass das Geld für Kultur ausgegeben wird. Ich möchte z.B. nicht, dass soviel Geld für Verteidigung und sonstige wirtschaftliche Subventionen (siehe Kohle) ausgegeben wird. Und, interessiert es die jeweiligen Regierungen? Nein.
Sicherlich muss es zu Änderungen und Fusionen kommen, um die schlechten Haushaltslagen zu entlasten, aber ein generelles Nein zu Stadttheatern kann nur von jemandem kommen, der sich vor allem darüber aufregt, dass jemand um ihm herum, der mal ein Stadttheater besucht hat, Blähungen hat.

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Malcolm
Benutzer
10 Beiträge
07.06.11 13:30

Lieber Ludwig,
Du verwechselst da was. Musical ist nicht gleich Theater, da gibt es doch noch ein paar andere, wichtigere Sparten. Bevor Du nicht mal am eigenen Leib erfahren hast, was ein "Don Carlos" ist oder ein "Peer Gynt", ein Marivaux oder ein Tennessee Williams, wie ein "Lohengrin" oder "Schwanensee" das Leben verändern können, solltest Du einfach die Klappe halten.

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