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Love Never Dies

CD / Cast international (London)
 
Gesamtaufnahme des Sequels von Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper". Mit Ramin Karimloo in der Rolle des Phantoms und Sierra Boggess als Christine.
 
Von Markus Zeller

Am 9. März 2010 war es tatsächlich soweit und Andrew Lloyd Webber präsentierte der Weltöffentlichkeit die mit extrem großer Spannung erwartete Fortsetzung zu seinem Megaerfolg ‚The Phantom of the Opera’ aus dem Jahr 1986. Zeitgleich hierzu wurde die dazugehörige Gesamtaufnahme mit einer Laufzeit von 132 Minuten veröffentlicht, die in der Luxus-Edition neben zwei CDs sowie dem vollständig abgedruckten Libretto auch eine DVD mit Hintergrundberichten zur Studioproduktion enthält. Der Stoff für die Weitererzählung, die nicht mehr in Paris, sondern im Vergnügungspark auf der amerikanischen Halbinsel Coney Island spielt, verfügt durchaus über genügend dramaturgisches Konfliktpotential – der Heerschar von Autoren, bestehend aus Ben Elton, Frederick Forsyth, Glenn Slater, der auch die Lyrics verfasste und Webber selbst, ist es jedoch nicht gelungen, hieraus eine zwingende oder zumindest dichte Story zu formen. Besonders ärgerlich ist, dass die Liebesgeschichte zwischen Christine und dem Phantom keine Auflösung aus sich selbst erfährt. Zudem wurde geradezu sträflich vernachlässigt, die Beweggründe von Christines Handeln herauszustellen – der Kern von ‚Love never dies’ bleibt somit erzählerisch im Dunkeln.


Was hinsichtlich der Geschichte missglückt, gelingt Webber umso mehr in musikalischer Hinsicht, denn die Partitur überzeugt in jeder Hinsicht. Wie es sich für ein Sequel gehört, bedient ‚Love never dies’ die verschiedenen Elemente des Ursprungswerkes und findet gelungene Entsprechungen wie etwa den Rocksong "The beauty underneath" – das Pendant zum Titelsong des Originals und gleichzeitig Träger der Kernaussage des gesamten Stoffes. Der überaus abwechslungs- wie melodienreichen Partitur ist die Lust am Thema und der unbedingte Wille zum Erfolg regelrecht anzuhören: Webber entwirft stimmungsvolle Klangwelten wie den instrumentalen "Coney Island Waltz", bricht diese immer wieder mit dissonanten Einschüben, setzt bewusst einfach strukturierte Vaudeville-Nummern neben verstörende Rezitative und schreckt auch nicht vor hemmungslosem Kitsch zurück wie etwa dem Titelsong, den er mit anderem Text bereits in seinem Musical ‚The Beautiful Game’ verwandte und dessen Entstehungsgeschichte er ausführlich im Vorwort des Booklets beschreibt. ‚Love never dies’ ist durch und durch das Werk eines Komponisten, der nichts unversucht lässt und es nochmal wissen will – und auch immer noch kann: Das beweist er eindringlich bei der instrumentalen Nummer "The Aerie", für die er sich geradezu grandios in die gequälte Seele des Phantoms hineinversetzt, das sich auch zehn Jahre nach dem letzten Kontakt mit Christine noch immer nach ihr vergeht. Hier bringt Webber musikalisch das zum Ausdruck, woran das Buch ungelenk scheitert. Vor allem jedoch kämpft er unentwegt um die Aufmerksamkeit des Hörers: Für das Wiedersehen von Christine und dem Phantom fährt er bedeutungsschweren Orchester-Bombast voller Pathos auf ("Beneath a moonless sky"), während er für die Konfrontation zwischen Raoul und dem Phantom eine mitreißende Spannung erzeugt, indem er das Duett "Devil take the hindmost" mit einem fesselnd-treibenden Rhythmus unterlegt. Und er weiß, wann weniger mehr ist – so etwa bei dem vermeintlich kleinen, aber umso wirkungsvolleren Solo "Why does she love me?", bei dem Raoul, mal wieder angetrunken, über seine verpfuschte Ehe mit Christine nachdenkt. Ein toller Song, der in seiner erfreulich unkünstlichen Authentizität auch gut in ‚Aspects of Love’ passen würde. Ein regelrechtes Vergnügen ist hingegen "Dear old friend", musikalisch rührselig wie "Prima Donna", das in seiner sarkastischen Mehrdeutigkeit einfach hinreißend geraten ist. Nur ein Juwel wie "Point of no return" aus dem Original sucht man vergeblich – solch einen komplexen Song hat das schwache Buch Webber nicht abverlangt.


Dass die Besetzung überzeugt, vermag angesichts des deutlich herauszuhörenden hohen Produktionsaufwands nicht zu überraschen. Beide Hauptdarsteller sind ‚Phantom’-erprobt und hatten ihre Rollen schon im Original inne. Ramin Karimloo singt das Phantom mit voller und kräftiger Stimme, die sich mit der nötigen Portion Schmelz auch als balladentauglich erweist, wie der Song "Til I hear you sing", ein weiterer Höhepunkt des Stückes, eindrucksvoll belegt. Sierra Boggess in der Rolle der Christine Daaé überzeugt mit bestechend klarem Sopran, während Sally Dexter (die als einzige Interpretin der Einspielung nicht der Londoner Original-Besetzung angehört) eine nachhaltig beeindruckende Charakterstudie der Madame Giry präsentiert. Joseph Millson in der Rolle des Raoul gefällt vor allem mit nie aufdringlichen und stets wohlbedachten Interpretationen. Summer Strallen hingegen vermag auf der Bühne weitaus mehr zu punkten als auf der Aufnahme; die Verzweiflung und Missgunst der Meg Giry weiß sie jedoch auch hier sehr gut zu transportieren. Weitaus effektvoller verhält es sich bei der Einspielung mit der Rolle des 10-jährigen Gustave, den Charlie Manton mit zauberhafter Sopranstimme singt. In dessen Armen findet das zu ungeahnten Vaterfreuden gekommene Phantom am Ende schließlich seine Erlösung, womit zumindest die Geschichte um den entstellten Freak zu Ende erzählt wäre. Aber Gustave wird ja auch mal älter...


 
 

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29132
Musikalisch gelungen

13.07.2011 - Rein von der musikalischen Seite richtig gut - eine würdige Fortsetzung die zum ersten Teil passt, ihn aber nicht kopiert. Beim ersten Hören bin ich auch inhaltlich mitgegangen, in vielen Szenen ist eine große Spannung angelegt. Das Finale hat mich dann aber inhaltlich wirklich enttäuscht. Das hat mir die Freude an der Aufnahme wieder ein wenig genommen. Schade.

Robin (4 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


28815
Im Orchester schwelgen...

02.12.2010 - Ganz unabhängig von Storyline, Libretto-Mängeln, Überarbeitungen und Debatten über Logik: Diese Aufnahme ist einfach der Wahnsinn. Ein Hörerlebnis wie bei diesen Orchesterklängen sucht seinesgleichen.
Die Sänger überzeugen in ihren Rollen nicht nur stimmlich, sondern auch darstellerisch und ziehen den Hörer mit in die Geschichte hinein.
Anhören!

Hughie (29 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


28367
Phantom Forever - großartig!

23.03.2010 - Ich hab die Aufnahme jetzt ein paar Mal gehört. Am Anfang musste ich mich an den raschen Stilmix gewöhnen. Aber das war nach dem zweiten Mal vorbei. Da ging es sofort unter die Haut. Musikalisch wirklich top und bombastisch. Braucht sich nicht hinter seinem Vorgänger verstecken. Ich liebe seit Jahren "Das Phantom der Oper". Ungeschlagen mein Lieblingsstück. Deswegen war ich auch wirklich skeptisch und immer neugieriger je näher die Premiere rückte. Aber jetzt bin ich wirklich froh, daß es die Fortsetzung gibt. Spannend fand ich es von Anfang an eine Fortsetzung zu machen. Warum auch nicht? Jedenfalls begeistern mich die Darsteller und die Musik. Die Geschichte ist ausbaubar, die Texte sind einfach gehalten. Im Vergleich zum Vorgänger sind sie doch sehr einfach gehalten. Die Atmosphäre ist wirklich gut eingefangen worden. Man weiß genau wo man sich befindet. Mir gefällt auch, daß das Phantom menschlicher gezeigt wird ohne seine Mystik zu verlieren. Der erste Akt begeistert mich besonders. Weiters finde ich es großartig wie die Originalmelodien mit den neuen Melodien verbunden werden. Wundervoll gemacht! Ich bereue den Kauf keine Minute! Die einzelnen Lieder regen die Phantasie an wie eine Szene wohl aussehen kann. Noch hab ich es nicht gesehen, aber das hol ich hoffentlich bald nach. Lieder, die mir sehr unter die Haut gehen sind: The Coney Island Waltz, Til I hear you sing, Look with your heart, Beneath a moonless sky, Dear Old Friend, Beautiful, The Beauty Underneath (finde es auch nicht deplaziert), Devil take the Hindmost (noch ausbaubar, aber guter Ansatz)und Before the performance. Love Never Dies, das Titellied ist ganz nett und berührt mich auch, aber da hätte man auch noch mehr machen können. Ist ja auch so aufgebaut wie "Denk an Mich" würde ich sagen, nur das finde ich besser.
Gustave ist auch wirklich ein kleiner Engel, ganz wie seine Mutter.

Mein Fazit: Kaufen, es lohnt sich!

HetSpook (38 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


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