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Klassiker

Cabaret

Life Is A Cabaret


© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
Im Pfalztheater versucht man nicht krampfhaft, eine neue Sicht auf “Cabaret“ zu erarbeiten, sondern recycelt sehr kurzweilig, was das Publikum kennt und erwartet. Doch die Schlussszene sorgt dafür, dass diese Produktion in Erinnerung bleibt.

(Text: ig)

Rezensierte Vorstellung:21.04.2019
Letzte bekannte Aufführung:03.05.2020
Showlänge:160 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Regisseur Frank Matthus erzählt die Geschichte mit guten Ideen für Szenenübergänge brav und geradlinig - von kurzen, mit psychedelischen Tönen untermalten Momenten abgesehen, die Cliffords Gedanken widerspiegeln. Ein paar ausgereizte “Cabaret“-Klischees - wie Sally Bowles mit Melone bei “Mein Herr“ und das derb inszenierte “Two Ladies“ - kann er sich nicht verkneifen. Auch Kerstin Rieds Choreographien orientieren sich an Altbewährtem. Doch das Ballett-Ensemble setzt sie sehr gut um und Matthus hält das Stück ohne Längen am Laufen. Erst ganz am Ende bringt er einen Kniff, der das Publikum innehalten lässt. Nach “Life is a Cabaret“, wenn die Zuschauer schon in den Schlussapplaus-Modus übergehen, tauchen ein paar düstere Männer auf, ziehen Tänzerinnen Mäntel mit Judensternen über und treiben den Rest des Ensembles von der Bühne. Ein unerwarteter Gänsehaut-Moment.

© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch


Stimmlich gibt es im Ensemble viel Licht, darstellerisch etwas Schatten. Adrienn Cunka glänzt mit Präsenz, geschmeidigem Tanz und einer kraftvollen, raumfüllenden Stimme. Aber ihrer Sally Bowles nimmt man nicht ab, dass sie sich quirlig durchs Leben schnorrt und gedankenlos in den Tag lebt. Der Pelzmantel sieht an ihr elegant und nicht billig aus. Auch bei Fräulein Schneider überzeugt der Gesang mehr als die Darstellung. Zusammen mit dem charmanten Alexis Wagner als Herr Schultz gibt Stefanie Smits zwar ein harmonisches Paar ab und singt hervorragend, aber die Emotionen der Pensionswirtin werden nicht spürbar. Ganz anders bei Julian Culemann. Im letzten Drittel vermittelt er eindringlich und schmerzhaft Clifford Bradshaws Verzweiflung. Generell legt er ihn sympathisch und etwas nachdenklich an. Clifford erliegt Sally und nicht dem wilden Berliner Nachtleben.

© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch


Der Conférencier ist mit Astrid Vosberg weiblich besetzt. Dabei wird nicht androgyn zwischen männlich und weiblich changiert, sondern sie ist selbstbewusst weiblich. Das beißt sich mit einigen Textstellen und auch die Nummer “Two Ladies“ funktioniert nicht mehr besonders gut. Von hohen Tönen bis zu rauem Gurren zieht Vosberg alle Register ihrer vielseitigen Stimme. Das Dämonische der Figur blitzt nur hier und da auf, bei ihr ist der Conférencier eine Ton angebende Zirkusdirektorin.

© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch


Die Bühne ist schlicht in einer Mischung aus Kit Kat Klub und Fräulein Schneiders Wohnung gehalten. Rechts und links Türen, in der Mitte die Klub-Bühne, die gegen Herrn Schultzes Laden getauscht werden kann. Anne Walter hat die Szenerie in tristen Tönen gehalten, dagegen stechen bunte Perücken, Kostüme oder Requisiten umso deutlicher hervor. Um etwas mehr Nachtclub-Atmosphäre zu kreieren, fährt man den Orchestergraben in einigen Szenen nach oben. Die Kit Kat Band sitzt dort links, rechts sind Tische für die Gäste. Das bricht die Bühnenoptik gut auf, ist aber selbst im Parkett nicht von allen Plätzen einsehbar. Die Band, die Jochen Kilian vom Klavier aus leitet, nimmt den Schwung der Nachtclub-Nummern gut auf und legt einen satten Klangteppich unter den großen emotionalen Musical-Nummern aus. Positiv fällt auch der Ton auf. Gesang und Musik sind gut ausbalanciert und der Text – die Songs im Club sind im Original belassen, in der “Realität“ wird Deutsch gesungen – ist sehr gut verständlich.

Für “Cabaret“-Fans wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber schon allein die musikalische Seite dieser Produktion lohnt den Weg nach Kaiserslautern.

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Musikalische Leitung Jochen Kilian
Inszenierung Frank Matthus
Bühne, Kostüme Anne Weiler
Choreografie Kerstin Ried
Dramaturgie Elias Glatzle


Besetzung

Conférencier Astrid Vosberg
Clifford Bradshaw Julian Culemann
Ernst Ludwig Günther Fingerle
Fräulein Schneider Stefanie Smits
Fräulein Kost Jutta Mitschke
Ines Pawlowski
Herr Schultz Alexis Wagner
Sally Bowles Adrienn Cunka
Kit Kat Girls Sarah Bohnert
Charlotte Lisador
Ines Pawlowski
Lisana Werno
Jutta Mitschke




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch
© Pfalztheater Kaiserslautern/Marco Piecuch

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


32151
Großartige Darsteller, solide Inszenierung

09.01.2020 - Der Kit-Kat Club hat im Pfalztheater Kaiserslautern seine Pforten geöffnet.

Regisseur Frank Matthus erfindet den viel gespielten Klassiker nicht neu, sondern verlässt sich auf das erprobte Material.
Die Inszenierung hat starke Momente, wenn z.B. die Kit-Kat Band samt Klubauditorium eindrucksvoll aus dem Orchestergraben nach oben gefahren kommt, oder wenn die schlußendliche Abreise von Clifford in die Deportation von Juden übergeht.
Auch die Ausarbeitung der Hauptrollen ist bestens gelungen. Selten hat man einen stärkeren, kämpferischeren Clifford gesehen. Julian Culemann berfördert die mitunter etwas undankbare Rolle ins Zentrum der Handlung. Adrienn Cunka ist schauspielerisch, sängerisch und auch tänzerisch (Hut ab vor der Fosse inspirierten Choreografie!) großartig.
Astrid Vosberg ist (wie immer!) unglaublich präsent und souverän.
Ob es allerdings wirklich sinnvoll ist der Conferencier weiblich zu besetzen sei mal dahingestellt. Ich persönlich finde, dass die eine oder andere Szene dann eher weniger gut funktioniert, z.B. "Two Ladies".

Da man etwas unentschlossen die Lieder in Englisch oder Deutsch singt, fehlte mir in einigen Szenen (Cabaret, Maybe this time) die Spannung und Intensivität, die eine einheitlich durchgehende Sprache mit sich bringen würde.

Trotzdem gibt es berechtigten lautstarken Schlußapplaus und Standing Ovations für die starken Darsteller und eine solide Inszenierung.

kevin (169 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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Handlung
Berlin kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. mehr

Weitere Infos
Aufführungsrechte: Verlag Felix Bloch Erben

 Kurzbewertung [ i ]
(ig)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Der Kit Kat Klub präsentiert sich in der Pfalz musikalisch sehr gut, aber darstellerisch in einigen Partien etwas steif. Die solide Regie kann mit einem nachhhallenden Schluss überraschen.

22.04.2019

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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