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Compilation

The Band

Back For Good


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Nach der Musik von Abba ("Mamma Mia!") oder Whitney Houston ("Bodyguard") wird jetzt auch das Repertoire der Boyband Take That als Jukebox-Musical auf die Bühne gebracht. Achillesferse ist das Buch von Tim Firth, dessen Schwächen Inszenierung (Kim Gavin, Jack Ryer) und Bühnenbild (Jon Bausor) abfedern.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:11.04.2019
Rezensierte Vorstellung:11.04.2019
Showlänge:140 Minuten (ggf. inkl. Pause)


EU gegründet - "Jurassic Park" lässt Kinokassen klingeln - Bill Clinton als Präsident vereidigt. Das sind nur drei der Schlagzeilen, die die Videotext-Tafeln vom 9. September 1993 auf einem Röhrenfernseher vermelden. Schon vor Beginn der Vorstellung nimmt "The Band" die Zuschauer mit in die 1990er, indem auch die damals aktuelle TOP 40 der Charts als Neuigkeit über die Projektionsfläche flimmert: Die neue Nummer 1 ist "Pray" von Take That!

Ein wirklich gelungener Einstieg in ein Stück, in dem der Boyband-Hype den Ausgangspunkt für ein Wiedersehen von vier weiblichen Hardcore-Fans nach 25 Jahren bildet. Die Musik stammt aus dem TakeThat-Repertoire, wobei nicht nur ihre großen Mega-Hits verwendet werden, sondern auch für die breite Masse eher unbekannteres Material, das aus den 2000er Jahren nach der Wiedervereinigung der Gruppe stammt. Persönlich in Erscheinung tritt Take That nicht, nur ihr Bandlogo – ein auf dem Kopf stehender Buchstabe T berührt ein zweites T – wird im von Projektionsflächen dominierten Bühnenbild (Jon Bausor) zitiert. Nur wenige Versatzstücke werden in diesen Raum gerollt oder schweben vom Schnürboden herab. Dank der Video-Animationen entsteht eine schnell wandelbare, oft poppig bunte Szenerie, die jedoch auch stillere, romantische Momente zulässt.

In Tim Firths Buch, dessen Sprechpassagen Ruth Deny humorig-routiniert ins Deutsche übertragen hat, sind die Objekte der Begierde der Girl-Clique namenlos. Rachel (Maria Arnold), Claire (Kristin Heil), Zoe (Laura Saleh), Heather (Jara Maria Buczynski) und Debbie (Ruth Lauer) schwärmen nur von ihren "Boys", verfolgen jeden ihrer Auftritte in der TV-Show "Top of the Pops" und können deren Choreografien im Schlaf nachtanzen. Dass die fünf Jungs (Prince Damien, Helge Mark Lodder, Alex Charles, Taddeo Pellegrini und Sario Solomon) fester Bestandteil ihres Lebens sind, visualisiert das Regie-Team Kim Gavin und Jack Ryder, indem es sie zum Beispiel aus dem Mobiliar im Jungmädchenschlafzimmer herauskatapultiert, sie im Schulspind auftreten oder als Passagiere im Überlandbus mitfahren lässt. Auch nach dem Zeitsprung um ein Vierteljahrhundert sind die Idole – anders als die weiblichen Protagonisten nicht gealtert - als Brunnenfiguren oder Flughafenpersonal omnipräsent. Besser kann man Fankult nicht auf die Bühne bringen.

Das bringt Tempo und Witz in Gavins und Ryders Inszenierung, die das Stück mit seiner dünnen Handlung und klischeehaft gezeichneten Figuren bitter nötig hat. Nachdem die junge Debbie auf dem Rückweg von einem Konzertbesuch durch einen Autounfall ums Leben kommt, verkrachen sich ihre Freundinnen auf der Beerdigung und verlieren sich aus den Augen. Gerade dieser tragische Moment kommt in der Inszenierung zu kurz und so verwundert es um so mehr, dass bei der Premiere Papiertaschentücher mit dem Stück-Logo auf jedem Sitzplatz liegen.

Anlässlich der Reunion der zwischenzeitlich aufgelösten Band kommen auch die vier übrig gebliebenen Fans nach einem Vierteljahrhundert wieder zusammen. Rachel (Silke Geertz) gewinnt vier Eintrittskarten für das erste Konzert ihrer einstigen Idole in Prag und trommelt kurzfristig ihre ehemaligen Freundinnen als Begleitung zusammen. Diese dramaturgisch unglaubwürdige, lächerliche Wendung nutzt der Regisseur jedoch geschickt, indem er den Zeitsprung glaubhaft visualisiert. Am Treffpunkt im Flughafen verschwindet nacheinander jede junge Darstellerin durch eine Tür, durch die dann ihr älteres Pendant wieder eintritt. Einfach, aber sehr wirkungsvoll, denn auch Claire (Yvonne Köstler), Zoe (Heike Kloss) und Heather (Laura Leyh) haben sich nach 25 Jahren verändert. Das nicht nur optisch, auch sind die Jungmädchen-Schwärmereien der Realität gewichen: Claire reüssierte nicht als Goldmedaillen-Gewinnerin bei Olympischen Spielen im Turmspringen, Ex-Flittchen Heather ist mit einer Frau verheiratet und Zoe hat ihre Karriere als Wissenschaftlerin mit einem Ehemann und vier Söhnen in Einklang gebracht. Alle drei nehmen gemeinsam den eigentlich der verstorbenen Debbie zugedachten Platz als Brautjungfer ein und arrangieren im sehr konstruiert wirkenden Happy-End-Finale die Hochzeit von Rachel mit ihrem biederen Langzeitfreund Jeff (rollendeckender Stichwortgeber: Tilmann Madaus).

Der Fokus der Show liegt eindeutig auf der Musik. Die sechsköpfige Band (Leitung: Shay Cohen) ist mit Ausnahme von zwei Auftritten bei den Konzerten der Band hinter die Bühne verbannt. Hier ist sie ein zuverlässiger Begleiter und spielt sich munter durch die melodiösen Take-That-Songs, die in der englischen Originalsprache gesungen werden. Dabei sollte die Tonabteilung des Theaters noch einmal nachjustieren, denn insbesondere die Stimmen der jungen Fans als auch die der Boygroup gehen in der oft recht lauten Musikbegleitung unter. Alle zehn brillieren im Tanz (Choreografien: Kim Gavin) und meistern ihre nicht sehr anspruchsvollen Gesangsaufgaben rollendeckend. Bei den Boyband-Mitgliedern vermisst man die in den 1990ern vorgenommene Klassifizierung nach Typen. Die fünf Jungs in den von Take That inspirierten Kostümen (Jon Bausor) wirken recht glatt und bubihaft.

Vorlagenbedingt sind es die vier erwachsenen Darstellerinnen, die den dünnen, vorhersehbaren Plot mit Leben füllen und ihn tragen. Aus den kichernden, sehr kreischig-überdreht gezeichneten Teenager-Girls sind Typen geworden, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Silke Geertz, Yvonne Köstler, Heike Kloss und Laura Leyh nutzen dieses Potenzial ganz herausragend. Sie singen, spielen und tanzen hervorragend und sind die wahren Stars einer Show, die wie auf dem Reißbrett konstruiert wirkt. Sie spricht besonders diejenigen an, die als Figuren für knapp zwei Stunden auf der Bühne stehen: Take That-Fans der ersten Stunde. Sie schwenken im finalen Mitklatsch- und Mitsing-Mega-Mix begeistert und beseelt anstelle der Feuerzeuge aus den 1990ern ihre Handy-Taschenlampen.

(Text: kw)






Kreativteam

BuchTim Firth
Deutsche FassungRuth Deny
Musikalische LeitungShay Cohen
InszenierungKim Gavin
Jack Ryder
ChoreografieKim Gavin
AusstattungJon Bausor


Besetzung

Junge RachelMaria Arnold,
(Ruth Lauer)
(Clara Mills-Karzel)

Junge ClaireKristin Heil,
(Isabel Waltsgott)

Junge ZoeLaura Saleh,
(Isabel Waltsgott)

Junge HeatherJara Maria Buczynski,
(Kristin Heil)
(Clara Mills-Karzel)

Junge DebbieRuth Lauer,
(Isabel Waltsgott)
(Clara Mills-Karzel)

RachelSilke Geertz,
(Saskia Kästner)
(Katharina Lehmann)

ClaireYvonne Köstler,
(Silke Geertz)
(Saskia Kästner)

ZoeHeike Kloss
(Saskia Kästner)
(Katharina Lehmann)

HeatherLaura Leyh,
(Heike Kloss)
(Katharina Lehmann)

BoybandPrince Damien
Helge Mark Lodder
Alex Charles
Taddeo Pellegrini
Sario Solomon,
(Sonny Grieveson)
(Eric Hallengren)
(Harry Brown)

JeffTilman Madaus,
(Daniel Rossmeisl)
(Martin Timmy Haberger)

Alle DavesDaniel Rossmeisl,
(Tilman Madaus)
(Martin Timmy Haberger)





Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


32074
Netter Sommerabend

09.08.2019 - The Band hat mir wirklich gut gefallen, das hatte ich so nicht erwartet. Der Cast legt eine ungebremste Spielfreude an den Tag, was vor halbleerem Haus sicher nicht einfach ist.
Die Herren singen ausnahmslos sehr gut, werden aber leider von der Tontechnik ausgebremst, die es schafft, dass alles irgenwie etwas verwaschen klingt. Die Damen sind dagegen klar und gut zu verstehen. Die jungen Darstellerinnen singen und tanzen mit viel Spass, die älteren Darstellerinnen haben ja eher schauspielerische Aufgaben, singen aber auch gut. Die Herren tanzen toll, besonders die 4 Profi`s, aber das wird gut kaschiert.
Für uns war es ein sehr netter Abend und wir sind froh, uns das Stück doch noch angesehen zu haben.
Die Zuschauer waren in der Mehrheit offenbar Fans, die haben wirklich Stimmung gemacht. Die Band spielte sehr souverän.

Charlotte (53 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


32054
Perfekte Darsteller, gewitzte und warmherzige Show

03.07.2019 - Eine unterhaltsame, wunderbar erzählte Geschichte über fünf Freundinnen, die ihre Liebe zur Band Take That verbindet. Mir hat besonders die Dynamik der Darsteller gefallen, die mit viel Spielfreude, Gefühl für Timing und einfach mitreißend sympathisch gespielt, getanzt und gesungen haben. Sowohl die jungen Frauen, als auch die älteren Frauen sowie die beiden männlichen Nebendarsteller haben rundum überzeugt. Selbstverständlich waren auch die Sänger der Band, die hingebungsvoll akkurat und mit vollem Körpereinsatz tanzten und dabei verführerisch ihre "Fans" anlächelten, die perfekten Teenie-Schwärme. Der Clou des Stücks ist in meinen Augen, dass die Band selbst in den Hintergrund tritt und das Leben ihrer fünf weiblichen Fans nach vorn stellt - einfühlsam verknüpft mit den Hits von Take That.

Deren Lieder passen überraschend gut zur Handlung oder umgekehrt - jedenfalls merkt man, dass britische Show-Profis am Werke waren, die die Zuschauer auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen - nicht ohne den ein oder anderen gut sitzenden Witz und nicht ohne einen gewissen Druck auf die Tränendrüse. Aber das ist eben die Kunst leichter Unterhaltung, die so schwer zu schaffen ist: Den Zuschauer mitnehmen auf eine kleine Geschichte und ihm über alle Alters- und Bildungsgrenzen hinweg drei Stunden lang Freude zu bereiten. Goethe und Schiller können wir morgen immer noch lesen!

Emotionaler Höhepunkt war für mich die Vereinigung der jüngeren und der älteren Charaktere zum Hit "Back for good", in dem sich die Frauen an ihre Jugendträume erinnern und mit ihren Lebenswegen aussöhnen: Wunderbar zärtlich und anrührend gespielt. Dieses stimmige Bild werde ich niemals vergessen... (ich habe schon wieder einen Kloß im Hals, weil mir das so gerührt hat)

Faszinierend war auch das kreative Bühnenbild, das unter Einbeziehung von Projektionen und selbstfahrenden Elementen sowie mit Windmaschinen, Konfetti und Feuerkanonen mit allem aufwartete, was die Bühnentechnik zu bieten hat. Am Ende der Show stand das Publikum und klatschte und wippte begeistert mit - das proffessionelle Darsteller- und Musikerteam hat es trotz eines nur halbvollen Saals geschafft, eine positive Stimmung zu erzeugen und das Publikum mitzureißen.

Kurti (2 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


32049
Ein netter Abend, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

17.06.2019 - Ich habe die Show am 13.06 gesehen im schönen Theater des Westens.

Der Titel lässt etwas anderes vermuten, als dann wirklich auf der Bühne geboten wird. Ja, es geht um die Band, aber diese ist meist nur Begleitmusik, sieht nett aus und hilft bei den Umbauten.

Eigentlich geht es um die Freundschaft von 5 Mädels, einen Todesfall, Trennung und sich wiederfinden, und sich dem Leben stellen. Viele schöne kleine Dinge, die leider nicht ganz transportiert werden und das Buch auch meist nur oberflächlich behandelt.
Dazu gibt es manche schöne Regie Einfälle, gute Musik ( wenn man 90iger Jahre Boygroup Mucke gut findet ) und ein herrlich, frisch spielendes Ensemble.

Leider war die besuchte Vorstellung fast leer, aber um einen netten Theaterabend mit Freunden zuhaben ist es gut, auch wenn die regulären Preise für meinen Geschmack viel zu hoch sind. Ich hatte eine gutes Angebot von berlin Ticket.

KristinP (75 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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Kantstr. 12
D-10623 Berlin
Homepage
 Karten
Karten können über den jeweiligen Veranstaltungs­ort bezogen werden (siehe Liste rechts)

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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Überflüssiger, schlecht abgemischter Abgesang auf die 1990er-Bougroup-Ära. Einzig die vier Darstellerinnen der inzwischen erwachsenen gewordenen Teenie-Fans können sich vorlagenbedingt profilieren. Auch auf der Haben-Seite: die Ausstattung.

11.04.2019

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(3 Leser)


Ø 3.33 Sterne

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