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Komödie

Kiss Me, Kate

Another Op'nin', Another Show


© Thilo Beu
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Die reizvolle Verbindung von Ereignissen vor und hinter den Kulissen einer Aufführung ist ein gern benutztes Motiv im Theater. Mit dankbaren Rollen, pointierten Texten und meisterhafter Musik hat sich "Kiss Me, Kate" einen festen Platz im Musical-Repertoire erobert. Auch in Bonn wird der Klassiker zum Publikumserfolg, aber der Abend beginnt zunächst zäh.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:15.09.2018
Rezensierte Vorstellung:15.09.2018
Showlänge:180 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Die szenische Umsetzung von "Another Op'nin', Another Show" hat keinen rechten Fluss, Slapstick-Gags und Dialog-Pointen sollen mit aller Gewalt witzig sein, ohne Lacher zu ernten. So dümpelt die Aufführung gut 20 Minuten vor sich hin, bis die Energie des gewitzt und frisch aufspielenden Orchesters auch endlich auf der Bühne ankommt, sich Elan im Ensemble ausbreitet und auf das Publikum überspringt.

Wer hätte erwartet, dass das Beethoven Orchester zu einer Bigband mutieren kann? Dirigent Daniel Johannes Mayr und seine Musiker werfen sich euphorisch in Cole Porters vor nichts zurückschreckender Partitur. Traditionelles Musical, parodistische Operetten-Seligkeit, Rumba, italienische Folklore, mittelalterliche Harmonien und Swing werden mit fröhlicher Unbekümmertheit gemixt und als Gute-Laune-Cocktail serviert.

© Thilo Beu
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Porter selbst hat die Songtexte in der ihm eigenen geistreichen, etwas zweideutigen Art verfasst. Die Texte werden hier im Original (mit deutschen Übertiteln) belassen. Nur Michael Schanze und Hans-Jürgen Schatz, die als die beiden Gangster sichtlichen Spaß haben, dürfen "Schlag nach bei Shakespeare" auf Deutsch singen. Insgesamt fallen die Darstellerinnen und Darsteller der Nebenrollen durch stimmliches und tänzerisches Können auf. Kara Kemeny sticht noch etwas heraus. Sie lässt ihre Lois Lane herrlich aufgesetzt schlecht schauspielern und ihr naiv-frecher Charme in "Always True to You in My Fashion" ist unwiderstehlich.

© Thilo Beu
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Das Ex-Ehepaar Lilli Vanessi und Fred Graham, deren Beziehung sich in ihren Bühnenrollen Kate und Petrucchio spiegelt, ist typgerecht besetzt. Oliver Arno passt gut in die Rolle des schnöseligen Machos. Als Sänger kann er seine Stimme strahlen lassen, als Darsteller bleibt er gegenüber seiner Partnerin blass. Ihm fehlt etwas von Bettina Mönchs Pep. Sie wirft sich mit komödiantischem Schwung in ihre Rolle und überrascht mit wunderbar leicht gesungenen Koloraturen.

© Thilo Beu
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Leider schaffen es die beiden nicht, eine Chemie zwischen sich entstehen zu lassen. In der Walzer-Parodie "Wunderbar", in der sich Lilli und Fred durch die Erinnerung an glückliche Tage wieder näher kommen, singen sie zwar gut, aber brav vor sich hin, um dann plötzlich am Ende fast wieder ein Paar zu sein. Eine emotionale Entwicklung zu dem Punkt hin sieht man nicht. Dabei wäre in dieser Szene Gelegenheit gewesen, die im Grunde banalen Komödien-Charaktere mit etwas mehr Leben auszustatten.

Martin Duncan legt seine Inszenierung lieber als flotte Unterhaltung an. Mit Slapstick-Elementen tut er seinem Ensemble keinen Gefallen. Das Stolpern und Gegen-Wände-Laufen erschöpft sich schnell und wird nicht überzeugend umgesetzt. Aber Duncan hat auch einige sehr schöne Ideen, wie die Interaktion mit dem Dirigenten bei "I Hate Men" oder das Schattenspiel bei "Where Is the Life That Late I Led".

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Die Choreographien von Nick Winston und Ste Clough verlangen dem Ensemble einiges ab. Francis O’Connor hat in sein Bühnenbild, das in den "Stück im Stück"-Szenen an knallbuntes Puppentheater erinnert, Treppen, Kisten und andere Dinge verarbeitet, die in die Tänze einbezogen werden. Höhepunkt ist das elektrisierende "Too Darn Hot".

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Shakespeares Original "Der Widerspenstigen Zähmung" ist ein problematisches Stück. Ein Mann macht sich mit Gewalt und Demütigung eine starke, eigenständige Frau untertan. Die Musicalversion glättet schon einiges der Handlung, aber das Frauenbild bleibt aus heutiger Sicht rückständig. Kates / Lillis Zwinkern zu Bianca / Lois nach "I Am Ashamed That Women Are So Simple", das "alles nicht so gemeint" signalisiert, ist kein ironischer Bruch, allerhöchstens ein kleiner Riss - ein lauwarmer Regie-Kniff kurz vor Schluss, statt die Geschichte selbstbewusst politisch inkorrekt zu erzählen oder aber komplett gegen den Strich zu bürsten.

So bleibt es eine musikalisch, darstellerisch und tänzerisch sehr gute und alles in allem unterhaltsame Aufführung, die lieber auf glatten Spaß setzt, als sich tiefer mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.

(Text: Ingo Göllner)






Kreativteam

Musikalische Leitung Daniel Johannes Mayr
Inszenierung Martin Duncan
Bühne und Kostüme Francis O'Connor
Licht Boris Kahnert
Choreographie Nick Winston
Choreograph der Übernahme – Ste Clough

Choreinstudierung – Marco Medved



Besetzung

Fred Graham/PetrucchioOliver Arno
Harry Trevor/Baptista MinolaStefan Viering
Bill CalhounFrank Wöhrmann
Lois Lane/BiancaKara Kemeny
Ralph, InspizientChristian Specht
Lilli Vanessi/KatharinaBettina Mönch
Hattie, Freds AssistentinAnjara I. Bartz
Paul, AnkleiderEric Rentmeister
Erster GanoveMichael Schanze
Zweiter GanoveHans-Jürgen Schatz
BühnenpförtnerJosef Linnek
Harrison HowellDaniel Berger
Gremio
Ensemble
Nico Stank
Hortensio
Ensemble
Thiago Silveira Fayad
Taxifahrer, Techniker, Hutmacher, MilitärfahrerSven Bakin
Eduard Katz
EnsembleEveline Gorter
Grace Simmons
Martina Vinazza
Chor des Theater Bonn

Beethoven Orchester Bonn





Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Musikalisch und tänzerisch hervorragende Produktion, bei der nicht alle Regie-Ideen zünden. Das fragwürdige Frauenbild der Vorlage wird nur sehr zahm ironisch gebrochen.

17.09.2018

 Termine
Sa17.11.19:30 Uhr
Mi19.12.19:30 Uhr
Mo31.12.15:00 Uhr
Mo31.12.20:00 Uhr
Termine 2019
Sa05.01.1919:30 Uhr


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