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Film-Adaption

Shrek - Das Musical

Ab in den Sumpf!


© Udo Krause
© Udo Krause
Komisch-märchenhafter Abend auf der Schwedter Odertalbühne, der sich als flott inszeniertes Musical für die ganze Familie empfiehlt. Aus dem an sich schon guten Cast ragt Michael Kuczynski als quirlig-überdrehter Esel heraus.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:08.06.2019
Rezensierte Vorstellung:14.06.2019
Showlänge:140 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Die Hexe verschwindet für einen Quickie mit einem Ritter im Klohäuschen, den eitlen Lord Farquaad umgibt eine dauergrinsende 'America First'-Cheerleader-Truppe und der böse Wolf outet sich als Transe auf Hackenschuhen im roten Glitzerfummel. Lars Franke sieht in seiner Inszenierung die Märchenwelt auch mit erwachsenen Augen und trimmt die Musicalfassung des bekannten Animationsfilms gekonnt auf aberwitzige, 'shreklich' gut gemachte Unterhaltung für die ganze Familie. Alle gemeinsam bestaunen die liebe- und fantasievoll ausgestatteten Märchenfiguren wie Peter Pan, das hässliche Entlein, die tapsigen Schweinchen und den auf einer riesigen Rennschnecke hereinreitenden Zwergenvater (Kostüme: Frauke Bischinger, Jerzy Rudzki). Und wenn ein auf einem Baum sitzender, blauer Vogel als Folge von herausströmenden Oger-Darmgasen effektvoll zerplatzt, dann gibt es auf den Rängen vor Lachen kein Halten mehr.

© Udo Krause
© Udo Krause


Neben diesen sehr unterhaltsamen, oft auch recht albernen Späßen propagieren Musical-Vorlage und Inszenierung Freundschaft und Toleranz gegenüber vermeintlich Andersartigen als märchenhafte Botschaft. Wenn die zuvor unfreiwillig in Shreks Sumpf deportierten Fabelwesen fröhlich-einträchtig mit dem Oger-Paar "Wir sind anders" im mit Goldflitter beschossenen Finale singen, dann besteht die Hoffnung, dass dies bei jungen wie älteren Zuschauern noch lange nachhallt.

© Udo Krause
© Udo Krause


Sehr liebevoll und individuell zeichnet Regisseur Franke die Charaktere bis in die kleinsten Ensemblerollen, bei denen sich insbesondere die mit kantigen Bewegungen agierende Sabrina Pankrath als Pinocchio hervortut. Dieser behauptet immer wieder stur, keine Holzpuppe, sondern ein richtiger Junge mit Drüsenunterfunktion zu sein. Mit tollem Musical-Sopran führt Pankrath den Song "Alle bauen auf dich" an, in dem das gesamte Märchenfiguren-Ensemble unter Beweis stellt, dass es nicht nur stimmlich sehr gut harmoniert, sondern auch geschmeidig tanzen kann. Eliza Holubowskas effektvoll-abwechslungsreichen Show-Choreografien füllen dabei immer wieder gekonnt die recht breite Open-Air-Bühne.

© Dina Schein
© Dina Schein


Deren Lage mit Blick auf die Ausläufer des Nationalparks "Unteres Odertal" mit seiner wasserdurchzogenen Auenlandschaft bildet einen idealen Hintergrund für das hauptsächlich im Sumpf spielende Musical. Frauke Bischingers Bühnenbild zieht sich bis in den Zuschauerraum mit Himmelsprospekten hinein und begrenzt die Odertalbühne hinten mit einer zweistöckigen, bunt bemalten Märchenlandschaft. In deren Zentrum steht oben ein drehbarer Burgturm. Im als Rückblende konzipierten Song "Ja, heut ist der Tag" erscheint hier Prinzessin Fiona nacheinander als Kind, als Teenie und als erwachsene Oger-Dame in der Gegenwart. Zusätzliche Öffnungen im Erdgeschoss lassen im Verlauf des Stücks immer neue Auftrittsmöglichkeiten zu. Den eigentliche Sumpf auf der Bühne bilden leicht wellenförmige, verschiebbare Podeste in Erdoptik. Sie dienen als Stege, Sitzmöbel oder Schlafgelegenheit und werden immer wieder durch wenige Versatzstücke ergänzt. Ein Platz für die musikalische Begleitung ist nicht vorhanden, da diese vom Band eingespielt wird.

© Udo Krause
© Udo Krause


Vorlagenbedingt steht Dominik Müller in der Titelrolle im Zentrum der Aufführung. Von großer Statur ist er rein optisch ein ansehnlicher Oger in der vom Rechtegeber vorgegebener Optik. Mit kräftigem, wie geschmeidigem Bariton, den er locker auch in höhere Lagen führen kann, erfüllt er souverän seine vielen Gesangsaufgaben. Müllers tiefe Sprechstimme passt gut zum grünen Titelhelden, allerdings spielt er die Figur sehr zurückgenommen. Sein Shrek ist wenig polternd, zu sympathisch und wirkt kaum wie ein verbitterter Eigenbrödler, der gern als Einsiedler im Sumpf haust. Glaubwürdiger ist er in seiner entflammten Liebe zu Fiona. Mit Paulina Wojtowicz steht keine liebreizende Prinzessin, sondern eine in ihren Grundlagen recht gefestigte Frau auf der Bühne, die nur nach Sonnenuntergang ihre fluchbedingte Verwandlung in eine (ihrer Meinung nach) hässliche Kreatur verzweifelt verbirgt. Die Darstellerin verfügt über einen frischen, runden Musicalsopran, der nicht nur im pupsenden und rülpesenden Duett "Ich glaub, das schlägst du nicht" sehr gut mit Müllers Stimme harmoniert. Auch Fionas Morgen-Song gehört zu den gesanglichen Höhepunkten der Aufführung.

© Udo Krause
© Udo Krause


Ireneusz Rosinski als Lord Farquaad ist ein blasierter, selbstverliebter Kleinwüchsiger, der diesen körperlichen Makel ausgleicht, indem er sich auf den Händen des hinter ihm gehenden Herrmann herumtragen lässt. Dieser stets präsente Ritter ist in das Farquaad-Kostüm integriert und Rosinksi kostet seine Auftritte mit überbordender Arroganz aus. Auch stimmlich bleibt er dem aufgeblasenen Tyrannen nichts schuldig und liefert eine rundum gelungene Darbietung. Effektvoll sind auch die Auftritte der Drachenlady, deren furchterregendes tierisches Ebenbild von Tänzern mit einer dreigeteilten Puppe dargestellt wird. Lisa Rothhardt sieht sehr sexy aus; ihr Sopran dagegen ist im Song "Nun bleibst du hier für immer" einfach zu dünn, als dass sie als furchterregende Person über die Rampe kommt.

© Udo Krause
© Udo Krause


Einer stiehlt allerdings allen Beteiligten die Schau: Michael Kuczynski. Bereits mit seinem ersten Auftritt als quirlig-dauerplappernder Esel spielt sich der Darsteller mit immenser Bühnenpräsenz in die Herzen des Publikums. Sein alles andere als nervendes Grautier ist ein komischer Charmebolzen voller Energie, der dazu auch noch toll singen und tanzen kann. Mit leicht souliger Stimme führt er nicht nur die große Ensemble-Nummer "Komm schon – du musst dich einfach trau'n" an, sondern führt das Oger-Paar und sich selbst zum Liebes-Happy-End. Mit seiner Darstellung kommt Michel Kuczynski einer Idealbesetzung nah. Eine grandiose Leistung!

Trotz des lauen Sommerabends mit idealen Wetterbedingen war die besuchte dritte Vorstellung nicht ausverkauft. Ein trauriger Umstand, denn diese ausnehmend gelungene Produktion verdient stets volle Ränge.

(Text: kw)






Kreativteam

InszenierungLars Franke
Musikalische Leitung / EinstudierungTilman Hintze
BühnenbildFrauke Bischinger
KostümeFrauke Bischinger
Jerzy Rudzki
ChoreografieEliza Holubowska


Besetzung

ShrekDominik Müller
FionaPaulina Wojtowicz
EselMichael Kuczynski
Farquaad
Wache
Ritter
Ireneusz Rosinski
Drache
Mama Bär
Animateur
Lisa Rothhardt
Hexe
Animateur
Katarzyna Kunicka
Andrea Rudolf
Gingy
Wache
Ritter
Kinga Stanko
Peter Pan
Animateur
Ritter
Franziska Lißmeier
Wolf
Thelonius
Bischof
Zwerg
Conrad Waligura
Schwein 1
Animateur
Lukasz Goclawski
Schwein 2
Animateur
Jan Popis
Schwein 3
Animateur
Joshua Edelsbacher
Pinocchio
Animateur
Young Fiona
blauer Vogel
Sabrina Pankrath
Hässliches Entlein
Animateur
Ines Venus Heinrich
Baby-Bär
Teen Fiona
Animateur
Monika Kijek
TänzerSebastian Zemankiewicz
Bartosz Wilniewicz
Ogerin-Double in der HöhleFiona Sereina Styner




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Dina Schein
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(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Open-Air-Oger an der Oder: Flotte Inszenierung, knallig-bunte Optik und ein toller Cast. In der Rolle des Esels räumt Michael Kuczynski so richtig ab.

14.06.2019

 Termine
Sa22.06.20:00 Uhr
Odertalbühne (Schwedt (Oder))
So23.06.15:00 Uhr
Odertalbühne (Schwedt (Oder))
Fr28.06.20:00 Uhr
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Sa20.07.20:00 Uhr
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