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Klassiker

My Fair Lady (2018)

Schauspieler contra Orchester


© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster
Anscheinend glaubt man in Wiesbaden, dass Schauspieler problemlos auch Musical übernehmen können. Anders ist nicht zu erklären, warum die großen Partien dieser Produktion mit Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles besetzt wurden. Viele falsche Töne bleiben dem Publikum dennoch erspart, denn es wird – mit einer Ausnahme – auf den Einsatz von Mikrofonen verzichtet. Selbst der gesprochene Text hat es im Großen Haus schwer, beim Zuschauer anzukommen; der Gesang hat keine Chance.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:27.10.2018
Rezensierte Vorstellung:27.10.2018
Showlänge:200 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Staatstheaters Wiesbaden und gelernter Schauspieler, übernimmt den Part des Professor Higgins. Eine Rolle, die er schon als Chef der Kölner Oper für sich geplant hatte. Also sollte man davon ausgehen, dass diese Rolle ihm am Herzen liegt. Umso enttäuschender, dass er aus der dankbaren Figur nichts macht. Lustlos den Text aufsagend, lässt er seine zahlreichen Pointen versanden. Stimmlich ist er nicht sehr gefordert, denn der Part ist primär für einen Schauspieler geschrieben und als Sprechgesang angelegt, aber es hapert auch an Einsätzen und Rhythmusgefühl.

© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster



Seine Kollegin Mira Benser ist stimmlich völlig überfordert, dafür überzeugt sie als Schauspielerin. Man nimmt ihrer Eliza sowohl die Gossen-Kratzbürste, als auch die Qual im Unterricht und den Wandel zur Dame ab.

© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster



Aus unersichtlichen Gründen hat Björn Breckheimer als Freddy Eynsford-Hill als einziger Darsteller auf der Bühne einen Mikroport. Mit "In der Straße wohnst du“ darf er einen Evergreen singen, der die Grenzen seines Tonumfangs deutlich macht. Seine Tanzeinlage fügt sich wenig geschmeidig ein. Warum er bei seinem letzten Auftritt Jeans und Lederjacke trägt, als sei er gerade der "West Side Story“ entsprungen, erschließt sich nicht.

© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster



Schlichtweg fabelhaft: Michael Birnbaum als Alfred P. Dolittle. Berstend vor Energie, jede Pointe nutzend, gehört ihm die Bühne. Seine kräftige Reibeisen-Stimme kann sich als einzige mühelos durchsetzen. Darstellerisch sind auch Wolfgang Kraus (Oberst Pickering), Petra Welteroth (Mrs. Pearce) und Margit Schulte-Tigges (Mrs. Higgins) starke Stützen des Ensembles und bringen spielfreudig den trockenen Humor des Buchs zur Geltung.

© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster



Regisseurin Beka Savić gönnt Oberst Pickering und Mrs. Pearce sogar eine kleine Affäre. Ohne sie zu viel Raum einnehmen zu lassen, inszeniert sie dieses Detail sehr schön mit verstohlenen Blicken und kleinen Gesten. Es ist schwer, neue Ideen für ein so oft gespieltes Stück zu finden. Savić wählt ansonsten den soliden Weg, lässt ihr Ensemble dabei aber zu oft in langen Textpassagen unkreativ und sinnlos auf und ab laufen. Unklar bleibt auch, was sie mit den fünf Straßenartisten ausdrücken wollte. Während der Ouvertüre sind sie schöne Farbtupfer und witzige Pausenfüller, wenn sie während eines Bühnenumbaus vor dem Vorhang "gefangen" sind. Ansonsten sind sie überpräsent, wenn sie mit großer Gestik und Mimik das Geschehen auf der Bühne kommentieren, und unnötig, wenn sie bei "Ich hätt' getanzt heut‘ Nacht" wie Geister auftauchen und den Fokus der Szene an sich reißen. Die Gaukler fallen auch optisch durch ihre Kostüme zwischen historischem Zirkus und Commedia dell’arte aus dem Rahmen.

Für den Rest des Ensembles hat Claudia Jenatsch schöne 30er Jahre-Kostüme entworfen, die für die Besucher des Ascot-Rennens trotz einiger fantasievoller Hut-Kreationen etwas zu dezent ausgefallen sind. Sie unterstreichen das Bühnenbild, dem Bettina Neuhaus einen charmanten Pop-Up-Bilderbuch-Look gegeben hat. Die Ausleuchtung von Andreas Frank und die gut gesetzten Video-Projektionen von Gérard Naziri runden das Gesamtbild positiv ab. rnWenn aber in der Szene in Covent Garden die Passanten statt aus der Oper aus einem Kino kommen, dann sollte auch der Text entsprechend geändert werden.

© Karl und Monika Forster
© Karl und Monika Forster



Durch den Verzicht auf stimmliche Verstärkung muss sich das Hessische Staatsorchester sehr zurücknehmen. Dass die Musiker dabei nicht in angestrengtes Piano-Spiel verfallen, sondern das Tänzerische der Partitur beibehalten, ist eine große Leistung. Der musikalische Leiter Christoph Stiller ist zudem immer wieder gefordert, Bühne und Orchestergraben auf eine Linie zu bringen. Dass ihm und seinen Orchester das gelingt, ist der Grund, warum die Aufführung trotz aller Verständnisprobleme nicht zum akustischen Desaster wird.

Es bleibt die Frage, warum man in Wiesbaden nicht mit eben dieser Besetzung die Schauspiel-Vorlage "Pygmalion" im Kleinen Haus auf den Spielplan genommen hat. Es wäre für alle Beteiligten die einfachere Wahl gewesen. Als Musical bleibt diese Produktion unbefriedigend.





Kreativteam

Musikalische Leitung Christoph Stiller
Inszenierung Beka Savic
Bühne Bettina Neuhaus
Kostüme Claudia Jenatsch
Choreografie Myriam Lifka
Licht Andreas Frank
Chor Albert Horne
Dramaturgie Katja Leclerc
Laura Weber


Besetzung

Professor Henry Higgins Uwe Eric Laufenberg
Mrs. Higgins Margit Schulte-Tigges
Eliza Doolittle Mira Benser
Alfred P. Doolittle Michael Birnbaum
Oberst Pickering Uwe Kraus
Freddy Eynsford-Hill Björn Breckheimer
Mrs. Eynsford-Hill Petra Urban
Mrs. Pearce Petra Welteroth
Zoltan Karpathy Klaus Krückemeyer



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Miserable Cast

14.11.2018 - Einen Klassiker unter den Musicals mit bekannten Ohrwürmern so zu verhunzen ist fast auch schon eine Kunst. Eigentlich sollte man beschwingt das Theater verlassen - bei dieser Inszenierung bedauert man nur, Geld für die Eintrittskarten ausgegeben zu haben. Keiner der Hauptdarsteller kann singen (einzige Ausnahme ist Björn Breckheimer),weder die Songtexte noch die szenischen Texte sind gut zu verstehen. Prof. Higgins (Uwe Eric Laufenberg) wirkt einfach nur unsympathisch,Eliza Doolittle (Mira Benser) fehlt es an Ausstrahlung. Der Gesang des Opernchores bildet einen viel zu krassen Kontrast zu den Gesangsversuchen der Darsteller.
Lediglich das recht gelungene Bühnenbild und das Orchester lassen den Abend nicht zu einem völligen Desaster verkommen. Die immer wieder auf der Bühne präsenten Gaukler (deren Daseinsberechtigung trotzdem ein Rätsel bleibt) vermögen mehr die Blicke auf sich zu ziehen als der Rest des Ensembles.

Vampirette (erste Bewertung)


Absolut indiskutabel

13.11.2018 - Absolut indiskutabel. Und dass Professor Higgins der Intendant (!) des Theaters ist und sich selbst so fehlbesetzt, spricht ja auch Bände!

maison_usher (10 Bewertungen, ∅ 2.6 Sterne)


Macht einen Bogen drum!

12.11.2018 - Die Kritik trifft es. Wenn die Hauptakteure krasse Fehlbesetzungen sind, können ein ausgesprochen gutes Orchester, ein tolles Bühnenbild und gute Nebendarsteller das Ruder nicht rum reißen.

chmue (3 Bewertungen, ∅ 1.7 Sterne)


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(ig)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Stimmlich – und im Fall von Prof. Higgins auch darstellerisch – eine Enttäuschung. Durch den Verzicht auf Mikroports sind die Songtexte nahezu unverständlich.

28.10.2018

 Leserbewertung
(3 Leser)


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