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Mantel und Degen-Show

3 Musketiere

Einer für alle!


© Christine Tritschler
© Christine Tritschler
Unzerstörbare Männerfreundschaft, große Gefühle, mörderische Intrigen und Degengefechte – Alexandre Dumas' Klassiker ist ein Bühnen- und Filmstoff par excellence. Leider bringt ihn Regisseurin Iris Limbarth nur solide auf die Bühne und lässt ihre Darsteller oft szenisch ins Leere laufen.

(Text: Ingo Göllner)

Premiere:28.09.2018
Rezensierte Vorstellung:28.09.2018
Letzte bekannte Aufführung:30.11.2018


Generell umweht die niederländische Musicalversion der bekannten Mantel-und-Degen-Geschichte eine schwerfällige Düsternis. Die Musik kommt pathetisch, fast kraftmeierisch daher. Die leiseste Dynamikbezeichnung der Partitur scheint Mezzoforte zu sein. Einige Lieder erweisen sich als zusätzliche Bremsen. Sie sind eher darauf angelegt, die Darsteller glänzen zu lassen als die Handlung voranzutreiben. Leider nimmt sich die Vorlage selbst zu ernst, dadurch wirken die Dialog-Kalauer und der übertrieben lustig inszenierte Diener Lord Buckinghams wie Fremdkörper.

Limbarth positioniert die Darsteller oft am Bühnenrand und lässt sie nicht zu ihren Spielpartnern, sondern nach vorn sprechen. Selbst bei dem Duett "Alles“ singen Constance und D'Artagnan immer wieder voneinander abgewandt. Ein harmonisches und flüssiges Zusammenspiel wird so verhindert.

© Christine Tritschler
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Die Choreographien, ebenfalls von Iris Limbarth, bestehen großteils aus der schon von früheren Produktionen bekannten Mischung aus Schritten seitwärts und Armbewegungen. Ihr Ensemble ist so groß, dass die Tänzerinnen und Tänzer dicht gedrängt mehr darauf achten, nicht mit ihren Nachbarn anzuecken. Darunter leidet die Synchronität.

Bis auf den energiegeladenen finalen Kampf mit Milady de Winter wird bei der Premiere noch sehr überlegt und zurückhaltend gefochten (Kampfchoreographie: Atef Vogel). Das erste Gefecht wird außerdem sehr behäbig musikalisch untermalt. Die Begleitung ist sonst immer eine sichere Bank beim Jungen Staatsmusical. Doch diesmal klingt die Band unter der Leitung von Frank Bangert trotz der Soloinstrumente zu keyboardlastig. Nach einer sehr peplosen ersten Hälfte, finden die Musiker erst im zweiten Teil zu ihrer gewohnten Qualität.

Die Kostüme von Heike Korn räubern sich quer durch die Epochen. Das Motto scheint "Hauptsache bunt und irgendwie historisch“ zu sein.

© Christine Tritschler
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Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt auch das Szenenbild von Britta Lammers. Dabei ist die Bühne mit verschiedenen Ebenen gut aufgeteilt und die Umsetzung der Überfahrt nach England mit dem Schiffsbug und der Videoprojektion sogar eindrucksvoll gelungen. Auch die fahrbare Mauerbrüstung und der Einsatz diverser Vorhänge sind gute Lösungen, aber es passt nicht immer alles wirklich zusammen. Am deutlichsten ist das bei den vorderen Abgängen mit den beiden Türen, die stilistisch unterschiedlicher nicht sein könnten. Die gute Lichtsetzung von Steffen Hilbricht wertet das Bühnenbild zwar auf, aber es bleibt der Eindruck einer Notlösung.

© Christine Tritschler
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Die Songs gehören nicht zu den kreativsten der Musicalgeschichte, allerdings erfordern sie starke Stimmen. Die Solisten kommen dabei an ihre Grenzen, doch ihre gewohnte Spielfreude lässt darüber hinwegsehen. Das Ensemble ist bestens vorbereitet, besonders im mehrstimmigen Gesang. Im Chor, dem Terzett "Wer kann schon ohne Liebe sein“ oder den dreistimmigen Passagen der Musketiere sitzen alle Töne, da gibt es keine Unsicherheiten – toll!

Benjamin Link ist als jugendlicher Held passend besetzt - etwas linkisch und naiv, leicht aufbrausend und ungeduldig gibt er den perfekten D'Artagnan. Seine Stimme ist in der Mittellage kräftig, auch wenn ihm die Höhe Probleme bereitet. Rainer Maaß ist mit starker Präsenz und voller Stimme ein machtsüchtiger, diabolischer Kardinal Richelieu. Felicitas Geipel braucht etwas Zeit, um als Milady de Winter in die Spur zu finden. Sie zeichnet ihre Figur sehr menschlich, nicht abgrundtief böse, sondern als Opfer, das nicht anders handeln kann. Delia Gilberg hat die Leichtigkeit, die die Stimme der Constance braucht, aber auch genug Kraft, um die geforderte Lautstärke zu erreichen, ohne zu forcieren. Schauspielerisch liefert sie eine berührende Leistung ab.

© Christine Tritschler
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Das Junge Staatsmusical, das jungen Amateuren eine Produktion unter professioneller Leitung ermöglicht, nimmt auch mit "3 Musketiere" durch den Spaß am Spiel, den die Akteure verbreiten, für sich ein - in Hinblick auf die formale Umsetzung bleiben allerdings diesmal mehr Wünsche offen als sonst.

(Text: Ingo Göllner)




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Kreativteam

Inszenierung, Choreografie Iris Limbarth
Musikalische Leitung Frank Bangert
Bühnenbild Britta Lammers
Kostüme Heike Korn
Kampfchoreografie Atef Vogel


Besetzung

D'Artagnan Benjamin Link
Tim Speckhardt
Athos, D'Artagnans Vater Tim Speckhardt
Norman Hofmann
Porthos Benjamin Geipel
Leonard Linzer
Aramis Immanuel Mich
Brandon Miller
Cardinal Richelieu Rainer Maaß
Peter Emig
Milady de Winter Felicitas Geipel
Viktoria Reese
Königin Anna von Österreich Meike Roth
Ilka Ludwig
Constanze Bonacieux Denia Gilberg
Lisa Krämer
Rochefort, Ensemble Norman Dobrovsky
David Gentner
Lord Buckingham, Ensemble Brandon Miller
Immanuel Mich
König Ludwig, Ensemble Dennis Fritzinger
Freund D'Artagnan, Diener, Bootsmann Christian Sattler
Conferencier, Ensemble Helen Graffert
Viviana Indraccolo
D'Artagnans Mutter, Sängerin, Ensemble Helena Finatzer
Katharina Hofmann
Schauspielerin, Hure, Gräfin Du Bout, Ensemble Lisa Schaar
Janina Jost
1. Gardist, Hugenotte, Ensemble Nick Malkewitz
Schauspieler, Wirt, James, Ensemble Camillo Guthmann
Pommes de Terres, Bonacieux, Ensemble Joris Brauburger
Yannic Noel Blauert
Pommes de Terres, Matrose, Gastwirt Leonard Linzer
Ben Elsäßer
Hure 2, Ensemble Yara Mimi Höhn
Coco Brell
Artisten, Ensemble Nisha Virmani
Rosali Bauroth
Ensemble, Swings David Gentner
Norman Dobrovsky
Benjamin Link
Yannic Noel Blauert
Ben Elsäßer
Katharina Rieder
Helena Finatzer
Katharina Hofmann
Meike Roth
Ilka Ludwig
Helen Graffert
Viviana Indraccolo
Denia Gilberg
Lisa Krämer




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Christine Tritschler
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Unbedingt Hingehen!

23.11.2018 - Das Musical des jungen Staatsmusicals garantiert einen schönen Abend mit Unterhaltung und ein paar Lachern.
Die Energie des Ensembles ist gut.
Choreographien sind einfach gehalten, wirken aber trotzdem auf der Bühne des kleinen Hauses.

Es macht Spaß das Stück anzusehen!
Unbedingt hingehen!

G.


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Handlung
Der junge und mutige D'Artagnan reitet 1626 nach Paris, um wie sein Vater ein Musketier zu werden - also in die Leibgarde des Königs aufgenommen zu werden. mehr

Weitere Infos
Was beim Starlight die Rollschuhe sind bei den Musketieren die Degen - eine Herausforderung für die Cast. Neben D'Artagnan und den Musketieren müssen auch Rochefort, der Herzog von Buckingham und Milady de Winter kämpfen können. Um die Geräusche möglichst echt hinzubekommen, wird mit echten Stahlwaffen gefochten. In den Handschuhen stecken Mikrophone, um das Klirren der Klingen zu verstärken.

 Kurzbewertung [ i ]
(ig)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Die Musketiere müssen sich nicht nur mit dem Kardinal, sondern auch mit einer ungeschickten Regie herumschlagen. Das spielfreudige Ensemble kann dem Abend nur gelegentlich Schwung verleihen.

03.10.2018

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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