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Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Der Boss und die Liebe zum Erbhof


Open-Air

Der Boss und die Liebe zum Erbhof

Intrigen in historischen Gemäuern


Lokalgeschichtliches Open-Air-Musical von Marco Nola (Musik) und Jürgen Nola (Buch/Regie) mit Fernsehschauspielern aus "Tatort" und "Forsthaus Falkenau", einem der kürzesten Songs der Musicalgeschichte und einer überzeugenden Sängerin.

(Text: Björn Herrmann)

Premiere:24.06.2005
Letzte bekannte Aufführung:25.06.2005


Ein Gebäude als Star einer Show: Eine ungewöhnliche Idee für ein Musical.
„Der Boss und die Liebe zum Erbhof“ erzählt eine Geschichte um den Gegensatz von Kapital und Liebe, angesiedelt auf dem real existierenden Erbhof in dem kleinen Ort Thedinghausen bei Bremen. Der Erbhof, das ist das Spekulationsobjekt des Baulöwen Gier-Hammerstein (überzeugend fies: Ulrich von Bock) nebst Assistenten Blopp (herrlich übezogenes Muttersöhnchen: Jerzy Kosin), die in dem historischen Backsteinbau ein Hotel mit Golfplatz errichten wollen. Der Erbhof ist aber auch die Seelenheimat der jungen Gertrud (Julia Grimpe), die sich für den Erhalt des Hauses einsetzt und in ihm vor allem den Schauplatz einer großen Liebesgeschichte der Vergangenheit sieht. Eigentlich ist der Verkauf des historischen Gemäuers schon beschlossene Sache, als Baulöwe und Assistent in Teddyhausen (wie Gier-Hammerstein den Ort mit konstanter Ignoranz nennt) eintreffen. In letzter Minute kann Gertrud den Bürgermeister und die Runde der Vertragsunterzeichner überzeugen, den offiziellen Akt noch bis Mitternacht herauszuschieben, um das spontan erdachte Schlossgespenst einzubeziehen und so Zeit für eine letzte verhindernde Finte zu gewinnen.
Während der Bürgermeister den Dorftrottel Kreite für seinen Auftritt als Schlossgespenst trainiert, hält Gertrud Zwiesprache mit ihrer Namensvetterin Gertrud von Heimbruch (Lena Wischhusen). Diese, jung und wunderschön, hatte das Haus vor über 400 Jahren geerbt und in ihm eine kurze, intensive Liebesbeziehung mit dem Erzbischof von Bremen unterhalten, bevor auch sie früh starb.
In der höchsten Not des drohenden Verkaufes erscheint nun die junge Adlige plötzlich leibhaftig und versichert der Verzweifelten, die sich unterdessen in den Kapital-Assistenten Blopp verliebt hat, ihre Unterstützung. Als nun die Geisterstunde und damit die Vertragsunterzeichnung nahen, erscheint neben dem neben den bestellten Eigenbaugespenst Kreite auch Gertrud von Heimbruch und rührt mit der Geschichte ihrer großen Liebe an historischem Ort auch die harten Kapitalistenherzen.

Das Buch von Jürgen Nola ist Lokalkolorit pur. Der wird Kommunalpolitik lebensnah dargestellt, die örtliche Touristiksituation aufs Korn genommen („Schick se mal nach Schröder, die sollen aufschließen und mal auf Grand Hotel machen!“ ) und kräftig in der Thedinghauser Ortsgeschichte gewühlt. Das ist für das einheimische Publikum äußerst vergnüglich und sorgt mit gelungenen Sprachspielen auch bei Auswärtigen für Schmunzler. Auch die Regieidee, Assistent Blopps Mutter (mit der er ständig telefoniert) in der Geisterszene als höchst reales und äußerst durchsetzungsfähiges dritten Gespenst auflaufen zu lassen, kann überzeugen.
Überraschend: Einer der kürzeste Songs der Musicalgeschichte, dargeboten vom Pastor: „Kirchendach und Orgelklang, Gewissensqual, ein Leben lang“- Ende des Songs.

Warum allerdings die Rolle der als Erzählerin fungierende Tina (Isabell Arlt) mit einem Stotterproblem ausgestattet werden musste und ausgerechnet ihr dauernd beschwärmter, aber vorher nie leibhaftig auftretender Rockmusikerfreund Stone die Abschlussnummer der Show haben muss, bleibt rätselhaft.
Für den Musicalfreund ist die Show aufgrund der fast ausschließlich mit reinen Schauspielern besetzten Cast stellenweise eine harte Prüfung, denn nur selten treffen die Darsteller die von Marco Nola eingängig komponierten Noten im ersten Versuch.
Zum Glück gibt es da noch Lena Wischhusen. Die angehende Musicaldarstellerin ist als „Engel vom Erbhof“ gesanglich eine Klasse für sich, ihre Stimme geht unter die Haut. Sie transportiert die Geschichte der großen, alles besiegenden Liebe glaubhaft und bringt das Publikum zum Träumen.
So fügen sich ein warmer Sommerabend, das stilvolle Ambiente des Erbhofes und ein lokal angelegtes Stück zu einem für das Thedinghauser Publikum gelungenen Abend mit stehenden Ovationen.



(Text: Björn Herrmann)




Verwandte Themen:
Hintergrund: Traumberuf Musicaldarstellerin: Interview (02.05.2005)



Besetzung

Mitwirkende Julia Grimpe
Ulrich von Bock
Isabell Arlt
Lena Wischhusen



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


6459
Einfach genial!

31.12.2009 - Schade, dass es am Samstag so bitterkalt war und ich leider nicht bis zum Ende durchhalten konnte. Aber das meiste hab ich doch gesehen und mich hats fast vom Hocker gehauen! Die Musik war brilliant, die Schauspieler mehr als einzigartig und bewundernswert! Allen voran meine liebe Isabel (mit einem L *g*) als flippige Tina! "Stone" und die anderen Nummern waren einfach grandios. Aber alle Mitwirkenden haben hervorragende Arbeit geleistet.

Kleine Kritik: Warum is Thedinghausen nur so weit weg vom Schuss? Ohne Auto kommt man da schlecht hin :-(

Aber es war einmalig! Danke allen!

Rika


6516
Genial

29.06.2005 - Ich war selbst dabei (habe im Chor gesungen) und kann nur sagen, ich würde es jederzeit wieder machen.
Das Stück und die Musik hat mir sehr gefallen. Die Zusammenarbeit mit den Schauspielern (egal ob Profis oder Laien) hat irre viel Spass gemacht.
Schade, daß es so kurz war.
Ich vermisse alle, die dabei waren.

Und danke an das tolle Publikum: ihr habt super mitgemacht, so daß wir durch euch noch mehr Spass hatten.

Frauke


6514
Wann wieder?

29.06.2005 - Ein schönes Stück vor einem schönen Schloss, gute Musik, gute Schauspieler, - wann kommt die Wiederaufnahme?

Andy-VS


6465
warum nur 2 Vorstellungen

26.06.2005 - Ich bin am Sonnabend noch einmal hingegangen, dieses großartige Erlebnis aus Geschichte, Klamotte, Klassik, Rock, Popp, Gefühl, Geld und Liebe (und vieles mehr) bot Unterhaltung in höchster Güte und schlug die meisten der aktuell gesendeten Fernsehproduktionen. Auch wenn es am 2. Abend vom Wetter her extrem anders war (kalt, glücklicherweise aber trocken), merkte man dem STück nur wenig Änderung an. Da mischte sich akustisch schon mal die Feuerwehr ein und wurde vom Bürgermeister prompt mit einer Bemerkung bedacht. Das Stück strahlte Spontanität aus, trainierte Dialoge, gekonnte Monologe und ein gut gelaunter Chor brachte mich und die meisten anderen Zuschauer in eine neue Musical-Begeisterung. Meinen Glückwunsch an die Autoren und an alle Darsteller, wobei kaum zu erkennen war, bei wem es sich um Profis oder um Laien handelte, nur im Vorfeld wurden die Profis eben mehr in der Presse vorgestellt. Ich hoffe, dass das Stück, oder ein ähnliches, im nächsten Jahr noch einmal aufgeführt wird. Danke für die beiden schönen Abende!

garfield


6437
Idee gut,, noch ausbaufähig

25.06.2005 - Bewertung von B.Herrmann hat es voll getroffen: Musik war teilweise sehr schön, Ulrich von Bock, Julia Grimpe und Lena Wischhusen (Gesang!) waren sehr gut. Schauspiel von Isabell Arlt und Jerzy Kosin hat auch Spass gemacht. Schade, dass es nicht häufiger aufgeführt wird, das Stück wäre noch ausbaufähig.

Rippchen


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 Theater / Veranstalter
Erbhof
Braunschweiger Str. 1
D-27321 Thedinghausen
Homepage
Hotels in Theaternähe
Nordwest Ticket Hotline, Tel.: 0421/36 36 36

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