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Rock-Oper

Jesus Christ Superstar

Sein Wille geschehe


© Pedro Malinowski
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Henrik Wager ("Hair") und Serkan Kaya ("We will rock you") stehen nach etwa einem Jahrzehnt wieder gemeinsam in Andrew Lloyd Webbers Meisterwerk auf der Bühne. Michael Schulz führt erneut Regie und entwickelt dabei seine Inszenierung aus dem Jahr 2006 am Essener Aalto-Theater weiter.

(Text: tw)

Premiere:23.12.2017
Rezensierte Vorstellung:25.12.2017
Dernière:12.04.2020
Showlänge:115 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass es ein geschicktes Händchen für die Sparte Musical besitzt. Für die aktuelle Spielzeit ist dem Haus nun ein besonderer Coup gelungen: eine Neuauflage der JCS-Inszenierung von Michael Schulz, die zu ihrer Zeit in Essen mit Henrik Wager und Serkan Kaya in den Hauptrollen eine fast hundertprozentige Auslastung vorweisen konnte. Heribert Feckler war damals schon für die musikalische Leitung verantwortlich und Paul Kribbe für die Choreografie. Dieses Team ist nun wieder vereint und wird ergänzt um ein junges, frisches Ensemble sowie dem Opernchor und Statisterie des MiR

© Pedro Malinowski
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Betritt man den Saal fühlt es sich gleich vertraut an. Wie damals sitzen die beiden Protagonisten bereits auf der Bühne, reden miteinander und lesen ein wenig in der Bibel. Henrik Wager als Jesus ganz in weiß gekleidet, Serkan Kaya als Judas mit schwarzer Hose und weißem Hemd. Nach der Ouvertüre zeigt sich dann der erste Unterschied, wenn Kaya "Heaven on Their Minds" anstimmt. Wesentlich ruhiger und nachdenklicher steht er da auf der Bühne, frasiert noch wenig und wird seiner Rolle als Erzähler gerecht.

Die nahtlosen Übergänge in die nächsten Szenen sind ebenfalls eine Weiterentwicklung. Lange bleibt keine Zeit für Applaus. Auch nach "What's the Buzz?" nicht, wenn Wager zum ersten Mal zeigen darf, was er kann. Er beltet, shoutet und macht sich die Partitur wie immer ganz zu eigenen. Gleich zu Beginn wird spürbar, mit welcher Energie die beiden Herren in ihre Rollen eintauchen und mit welcher Intensität sie zusammen spielen.

© Pedro Malinowski
© Pedro Malinowski



Etwas schwerer tut sich da Theresa Weber in der Rolle der Maria Magdalena. Die junge Dame, keine 25, kommt gerade von Theaterakademie August Everding. Ihre beiden Songs "Everything's Alright" und "I Don't Know How to Love Him" singt sie mit warmer, dunkler Stimme mit souligen Ansätzen, bleibt aber schauspielerisch noch etwas zurückhaltend – gerade so, als wollte sie den alten Hasen die Show überlassen. Hier wird es spannend sein, die Entwicklung im Laufe der Spielzeit zu beobachten.

Das Stück wird nach und nach immer dichter und düsterer. Die Freundschaft von Jesus und Judas wird auf harte Proben gestellt. Streiten sie zunächst noch um Maria Magdalena, geht es schließlich um Judas' Verrat. Hier zeigt Serkan Kaya, dass er nicht nur ein hervorragender Sänger ist, dem diese Rock-/Pop-Partitur ausgezeichnet steht, sondern auch ein wunderbarer Schauspieler. Seine innere Zerrissenheit und der tatsächliche Verrat lassen den Atem anhalten. Als es dann während "The Last Supper" schließlich zum körperlichen Streit zwischen Henrik Wager und Kaya kommt, fließen nicht nur auf der Bühne reichlich Tränen. So dicht, so bedrohlich, so bitter!

Auch Wager berührt und zieht das Publikum mit in diese Geschichte. So ist denn "Gethsemane" auch der Höhepunkt des Abends und Jesu Zweifel an dem Willen seines Vaters deutlich spürbar. Das Stück ohne Pause zu spielen, verdichtet die Geschehnisse zusätzlich und lässt das Publikum nicht durchatmen.

© Pedro Malinowski
© Pedro Malinowski



Die weiteren Rollen sind allesamt mit dem hauseigenen Ensemble gut besetzt. Publikumsliebling Joachim G. Maaß darf als Kaiphas seinen sonoren Bass erklingen lassen, der junge Tenor Sebastian Schiller als Simon zeigen, dass er gerne rockige Töne mag. Edward Lee als Pilatus, der mit Pelzmantel bekleidet eher "schmierig" sein soll, dürfte gerne noch etwas mehr aus sich heraus gehen, singt aber seinen "Pilate's Dream" mit angenehmer, gut geführter Stimme.

Ein weiterer Bekannter aus der Essener Inszenierung ist Rüdiger Frank als Herodes. Der 1,34 Meter große Schauspieler strotzt vor Charisma und legt die Rolle ausgesprochen unangenehm, fast schon abstoßend an. Die Verachtung für Jesus und das Unverständnis für dessen Handeln arbeitet er in seinem einzigen Solo gut heraus.

© Pedro Malinowski
© Pedro Malinowski



Einige Ausstattungsdetails von Kathrin-Susann Brose sind ein wenig anders als in der alten Inszenierung, doch im Großen und Ganzen bleibt man sich mit den großen Garagen-ähnlichen Toren und der ansonsten zurückhaltenden Ausstattung treu. In der Versehrten-Szene sind nun nicht mehr Cola und Pizza das Problem, sondern mobile Telefone. Ob die Holzhammer-Symbolik notwendig ist, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein.

Lobend zu erwähnen sind auch der erstaunlich spielfreudige Chor und die stets passenden, modernen Choreografien von Paul Kribbe, die das Ensemble bestens umsetzt. Aus dem Orchestergraben kommt unter der Leitung von Heribert Feckler ebenfalls nur Bestes. Die elf Musiker rocken sich laut durch die Partitur, beherrschen aber im gleichen Maße die leisen Töne. Der gute Sound im Haus tut sein Übriges.

Insgesamt eine Show, die ganz auf die beiden Hauptdarsteller abzielt. Gut umgeben von den Kollegen und der Inszenierung haben Henrik Wager und Serkan Kaya Gelegenheit, ganz in die Rollen einzutauchen und ziehen alle Register ihres beachtlichen Könnens. Was bleibt, ist ein rundum gelungener Abend!

© Pedro Malinowski
© Pedro Malinowski


(Text: Thorsten Wulf)






Kreativteam

Musikalische LeitungHeribert Feckler
InszenierungMichael Schulz
Bühne und KostümeKathrin-Susann Brose
ChoreografiePaul Kribbe
DramaturgieAnna Grundmeier


Besetzung

== 2019/20 ==

JesusHenrik Wager
JudasRuud van Overdijk
Maria MagdalenaDionne Wudu
PilatusEdward Lee
Lars-Oliver Rühl
KaiphasJoachim G. Maaß
PetrusTobias Glagau
SimonSebastian Schiller
N. N.
HerodesRüdiger Frank
AnnasAdrian Kroneberger
Ingo Schiller
SoulgirlsFaye Anderson
Ilenia Azzato
Lisandra Bardél
Sophie Blümel
Maria Einfeldt
Julia Heiser
Georg Hansen


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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


31689
Achtung Sichteinschränkungen - kein Genuß möglich

27.12.2017 - Wir waren am 23.12.2017 bei JCSS zur Premiere – leider haben wir nur die Hälfte des Stückes sehen können - denn sobald man etwas mehr als Reihe 09 ganz links sitzt-
sieht man nicht mehr alles
Es wurde nicht darauf hingewiesen – Kartenvorverkauf oder online – das es hier zu Sichteinschränkungen kommen kann – denn bei diesem Stück
- ist auf der linken Seite ( ganz vorn links – wo Judas sich selbst eine Wunde beibringt ) konnte man nur erahnen und leider nur im ansatz
möchte nicht wissen wenn man auf dem Rang ganz links oder der Logen links sitzt – sieht man diese Szene und auch die anderen nicht –
Deshalb sollte schon im VVK – oder online darauf hingewiesen werden – denn dann hätten wir diese Karten nicht genommen – und das für diesen Preis ?
SCHADE

maulwurf1 (3 Bewertungen, ∅ 2 Sterne)


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Handlung
Die letzten sieben Tage Jesu Christi. mehr

Weitere Infos
Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 18. Februar 1972 in der Halle Münsterland (Münster) mit Reiner Schöne in der Hauptrolle statt.

 Kurzbewertung [ i ]
(tw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Henrik Wager und Serkan Kaya dürfen wieder zeigen, wie perfekt sie harmonieren. Tränen garantiert.

26.12.2017

 Termine
Sa26.10.19:30 Uhr
So03.11.18:00 Uhr
Fr15.11.19:30 Uhr
So08.12.18:00 Uhr
Do26.12.18:00 Uhr
Termine 2020
Sa11.01.2019:30 Uhr
Sa25.01.2019:30 Uhr
So23.02.2018:00 Uhr
So22.03.2018:00 Uhr
Fr03.04.2019:30 Uhr
So12.04.2018:00 UhrDernière


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