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Uraufführung

Matterhorn

Und wär morgen alles zu Ende


© Andreas J. Etter
© Andreas J. Etter
Die Uraufführung des Musicals "Matterhorn" ist dem Theater St. Gallen gut gelungen. Pluspunkte der Inszenierung sind der hervorragend aufspielende Cast, die atemberaubende Ausstattung, die stimmige Regieführung von Shekhar Kapur und das gut durchdachte Buch von Michael Kunze. Die Komposition von Albert Hammond ist eingängig, der sehr umfassenden Partitur fehlt es jedoch stellenweise an Tiefgang und Entwicklung.

(Text: Simone Jaccoud)

Premiere:17.02.2018
Rezensierte Vorstellung:23.02.2018


Das Musical "Matterhorn" verfolgt die Spuren des ehrgeizigen jungen Engländers Edward Whymper, der im Sommer 1865 das Unmögliche schafft. Als erster Mensch besteigt er den Gipfel des Matterhorns und kommt damit einer Gruppe Italiener zuvor. Vier Männer verlieren beim Abstieg vom Berg ihr Leben. Die Inszenierung beschäftigt sich mit den Themen Pioniergeist, Mensch versus Natur und Wachsen nach Schicksalsschlägen. Die Natur/das Gewissen wird in Form einer indischen, mystischen Frau als Berggöttin des Matterhorns gezeigt. Abgerundet wird die Geschichte mit einer aufkeimenden Liebesgeschichte, welche eine ungewohnte Wendung nimmt.

Majestätisch ragt das Matterhorn fortwährend im Hintergrund des Bühnenbildes von Peter J. Davison empor, prächtige Projektionen (fettFilm) zeigen unter anderem den Wechsel von Tag und Nacht sowie die Spiegelung des Berges im See. Tonfragmente suggerieren eisiges Knarren und Wind. Der Berg scheint unbesiegbar. Die schräge Bühne ist in Steinoptik gehalten. Im hinteren Teil ist sie dreh- und aufstellbar, dies hilft der Wandelbarkeit von Gebäuden zu Bergmassiven. Schiebelemente dienen als Projektionsfläche für die Zeichnungen des Ortes Zermatt von Edward Whymper: insgesamt ein Augenschmaus.

© Andreas J. Etter
© Andreas J. Etter

Die Stärke der Regieführung von Shekhar Kapur ist die Konzentration auf das Gesamtbild, dafür bindet er das gesamte Ensemble gut ein. Die Inszenierung ist rund in Bewegung und Ablauf. Insbesondere die schwierige Erstbesteigung des Matterhorns und das wiederkehrende mystische Erscheinen der Berggöttin Orka (Sabrina Weckerlin) sind eine Augenweide. Wie die Bühne sind auch die Kostüme der Epoche von Frank Blumauer hervorragend umgesetzt. Speziell die Einfachheit der damaligen Bergsteigerausrüstung ist stimmig gelungen. Die modernen, punktgenauen Choreographien von Jonathan Huor bringen frische Attribute und treiben den Fluss des Stückes gut voran.

Das Buch von Michael Kunze überzeugt. Die Texte wirken nie konstruiert und bilden einen roten Faden, dem man stets folgen kann. Die Gratwanderung der Thematik Mensch und Natur wird in den Vordergrund gestellt, was früher wie heute ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft darstellt. Auch der Umgang mit Niederlagen wird aufgezeigt. Bedauerlicherweise verfolgt die Geschichte im ersten Akt zu viele Nebenschauplätze, welche für den Verlauf nicht notwendig sind. Den Hauptakteuren steht für die tiefere Entwicklung ihrer Charaktere zu wenig Platz zur Verfügung.

Mit 36 Songs ist die Partitur sehr umfangreich geraten. Die melodiösen Pop- und Rock-Melodien von Albert Hammond sind eingängig. Im zweiten Akt werden einige Lieder als Reprisen aufgenommen. Durch die Menge an Songs sind diese oft abrupt zu Ende. Es fehlt eine Entwicklung und Steigerung. Als Zuschauer möchte man gerne mehr von der angenehmen Musik hören. Das stimmliche Potential des großartigen Casts kann nur in einzelnen Momenten ausgeschöpft werden. Weniger Material wäre wünschenswert gewesen. Songs wie "Zermatt bleib ich treu", "Und wär morgen alles vorbei" und "Unberührt" besäßen, stärker herausgearbeitet, Hitpotential.

Oedo Kuipers interpretiert den Freigeist Edward Whymper charismatisch. Mit viel Strahlkraft, starker Bühnenpräsenz und frischem wandelbarem Schauspiel vermag er zu überzeugen. Seine klare, warme und äußerst wandelbare Stimme berührt.

Lisa Antoni gibt die Rolle der Olivia Buckingham mit viel Leichtigkeit und Spielfreude. Sie berührt insbesondere in den dunklen Momenten der Inszenierung (Olivias Albtraum). Ihrer warmen, samtigen Stimme hört man gerne zu.

© Andreas J. Etter
© Andreas J. Etter


Sabrina Weckerlin als Orka singt stimmlich kraftvoll, fein und stark in den Tiefen, welche in ihren Songs wiederholt vorkommen. Sie zeigt eine mystische und elegante Berggöttin. Eine überzeugende Interpretation. Es ist nicht einfach, da sie sich stimmlich nahezu durchgehend zurücknehmen muss.

Der Countertenor Luigi Schifano ist ein Glücksgriff für die Inszenierung. Als Außenseiter Luc Meynet vermag er das Publikum mit seiner glasklaren Stimme zu begeistern. Er spielt den Vermittler zwischen Natur und Mensch sowie die Güte seiner Person überzeugend und begeisternd.

© Andreas J. Etter
© Andreas J. Etter


Den Hauptdarstellern steht ein versiertes und harmonisches Ensemble (u.a. Patricia Hodell, Ramin Dustdar, Dean Welterlen, André Bauer) zur Seite. Stimmlich und schauspielerisch überzeugen alle Protagonisten. Sie halten die Energie stets im Fluss und setzen die Choreographien mit viel Elan um.

Das Theater St. Gallen hat auch bei dieser Uraufführung viel Know-how bewiesen. Dem anwesenden Publikum hat der Abend gefallen und es honorierte die Aufführung mit einer Standing Ovation. Die Melodie von "Zermatt bleib ich treu" bleibt beim Verlassen des Theaters nachhaltig im Gedächtnis. Diese hätte das Potential zu einer Hymne für den Ort am Fuße des Matterhorns zu werden.

(Text: Simone Jaccoud)




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News: Programm des Theaters St. Gallen 2017/18 (12.05.2017)



Kreativteam

InszenierungShekhar Kapur
Musikalische LeitungBernd Steixner
ChoreografieJonathan Huor
BühnePeter J. Davison
KostümeFranz Blumauer
LichtMichael Grundner
VideofettFilm
DramaturgieMarius Bolten


Besetzung

Edward WhymperOedo Kuipers
Rune Høck Møller
Olivia BuckinghamLisa Antoni [17.02., 23.02., 14.03., 17.03., 24.03., 27.03., 28.3., 01.05., 12.05., 27.05.]
Veronica Appeddu
OrkaSabrina Weckerlin
Luc MeynetLuigi Schifano
Antoine CarrelBenjamin Oeser
Alexander SeilerRamin Dustdar
Catharina SeilerPatricia Hodell
Marcella FavreJuliane Bischoff
John BuckinghamDean Welterlen
Beat RudenJon Geoffrey Goldsworthy
Felice GiordanoReinwald Kranner
John TyndallAndré Bauer
Charles Hudson
Joseph Anton Clemenz
Samuel Tobias Klauser
Robert HadowMarco Toth
Michel CrozMichael Souschek
Lord Francis DouglasTimo Verse
Peter Taugwalder sr.Martin Kiuntke
Peter Taugwalder jr.Nicolo Soller
EmilMax Meister
RosinaStéphanie Signer
EnsembleSilke Braas-Wolter
Pamela Zottele
Anna Burger
Jil Clesse
Klaudia Dodes
Gabriela Ryffel
Amaya Keller




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Andreas J. Etter
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Etwas überfrachtet, trotzdem sehr empfehlenswert

05.03.2018 - Matterhorn St. Gallen

Ohne vorher viel über diese neue Produktion des Theater St. Gallen zu wissen, habe ich schon relativ früh ein Ticket gebucht. Das Musical ist eine Koproduktion mit den Thunerseespielen. Dort hätte es im Sommer 2018 aufgeführt werden sollen, wurde aber zurückgestellt, da sie eine Lizenz für Mamma Mia in schweizerdeutsch bekamen.

Das Theater, war gut gefüllt. Die Stimmung gut und am Ende gab es eine verdiente Standing Ovation.

Besonders gut gelungen finde ich das Bühnenbild. Die Bühne leicht nach vorne geneigt, im Hintergrund eine Drehbühne mit Bergelementen und das Matterhorn in verschiedenen Lichtstimmungen projeziert. Für die Absturzszene wird auch der Orchestergraben benutzt.

Die Musik war fast durchgehend stimmig. Noch nie habe ich in einem Musical so viele verschiedene Stilrichtungen gehört. Angefangen von Rap-Elementen, über Folklore, Popmusik, hin zu barocker klassischer Musik. Der Mix gefiel mir aber sehr gut. Leider fehlte etwas die Steigerung zum Finale hin. Die 8 Mann Band spielte mackellos. Zwischendurch gab es mal 2-3 Mikrofonprobleme.

Die Rollen sind fast durchwegs perfekt besetzt. Besonders hervorheben möchte ich Sabrina Weckerlin als Berggeist Orka und Luigi Schifano als Luc. Bei Rune Hock Moller als Edward und Veronica Appeddu als Olivia waren leichte Akzente zu hören. Da sie in ihren Rollen britische Staatsbürger spielen, nicht weiter schlimm. Mit der Stimme von Frau Appeddu kann ich mich auch dieses Mal nicht anfreunden, aber das ist reine Geschmackssache. Bei einem eventuellen 2. Besuch werde ich schauen, mal Oedo Kuipers und Lisa Antoni zu erwischen.

Wo ich den meisten Kritikern dieses Stückes zustimmen muss ist, dass man zuviel reinpacken wollte. Es gibt zu viele Schauplätze und Nebenschauplätze. Es gelingt kaum, den Charakteren Tiefe zu geben und den Haupthandlungsstrang um den Absturz und die Liebesgeschichte zwischen Edward und Olivia detailierter zu beleuchten.

Besuchte Vorstellung: 03.03.2018

Inszenierung ; 3.5 von 5
Musik: 4 von 5
Besetzung: 4.5 von 5
Ausstattung: 4.5 von 5

Gesamtfazit 4 von 5

nummelin3 (17 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Die Inszenierung überzeugt durch einen herrvorragenden Cast, eindrückliche Ausstattung sowie ein durchdachtes Buch. Die Kompositionen sind stimmig. Es fehlt jedoch an Tiefe und Steigerung in den Songs.

25.02.2018

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