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Tipp der Redaktion
Komödie

Fack ju Göhte - Das Musical

Red mal höflich, du Opfer!


© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann
Mit "Fack ju Göhte" wagt sich Stage Entertainment auf neues Terrain. Das filmbasierte Hip-Hop-Rap-Pop-Musical in einer alten Speicherhalle, die zum Theater umgebaut wurde, soll eine neue junge Zuschauergruppe ansprechen. Die Rechnung geht auf: Der Erfolgsfilm funktioniert auch als Musical auf der Bühne.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:21.01.2018
Rezensierte Vorstellung:20.01.2018
Showlänge:165 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Das Gesamtkonzept von "Fack ju" beginnt schon beim Betreten des Münchener Werksviertels unweit des Ostbahnhofs. Ein Mix aus Containern und alten Speicherhallen schafft eine Hinterhof-Szenerie, die auf das Stück einstimmt. Das von der Stage neu erworbene Werk7 Theater ist ein ehemaliger Kartoffelspeicher des Pfanni-Konzerns, der für fünf Millionen Euro komplett entkernt und zum Theater umgebaut wurde. Dabei ging der Industrial-Charme nicht verloren. Im Gegenteil: Es entstand eine riesige Halle, bei der Foyer, Bühne und Backstage-Bereich eine große Einheit bilden, um den Fabrik-Style zu erhalten. So stehen dann auch durchaus einmal Requisiten der Show im Zuschauer-Foyer oder die Darsteller laufen auf dem Weg zu ihren Garderoben durch die Menge, was ein sympathisches Gefühl von Verbundenheit und Intimität vermittelt. Selbst die Tatsache, dass die Toiletten nur über den Außenbereich erreicht werden können, passt ins Konzept - alles hat eben den Charme einer runtergekommenen Brennpunkt-Schule und zwar im positiven Sinne. Und wenn dann noch in regelmäßigen Abständen ein Schulgong ertönt und Direktorin Gerster verkündet, dass ein "Dildo im Mädchenklo gefunden wurde" oder die "große Pause nun langsam zu Ende sei", dann kann man schon ohne den Theatersaal betreten zu haben, der Stage zur Wahl der neuen Location und zum ausgeklügelten Gesamtkonzept der Show gratulieren.

© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann

Die Bühne an sich ist eine Art halbrundes Amphitheater, das einer Sporthalle nachempfunden wurde und mit Plastikstühlen und Basketballkorb an die eigene Schulzeit erinnern lässt. Auch hier wird Authentizität großgeschrieben. Dabei haben die Kreativen den geschickten Spagat zwischen den schwierigen Begebenheiten der Halle und den Anforderungen an die Show clever bewältigt, denn das Werk7 Theater bietet keinerlei Schnürboden und einen ungemein kleinen Backstage-Bereich ohne Seitenbühnen, so dass alles entsprechend einfach, aber stückspezifisch kongenial gelöst wird. Der größte Teil der Requisiten wird beispielsweise auf Mattenwagen, die man wohl oder übel noch aus dem Sportunterricht kennt, hereingefahren - sei es Frau Gersters Büro oder Lisis Bett. Dies ist zwar einfach, schafft aber Atmosphäre. Mit kleinen Gimmicks wie Leuchtstreifen im Boden oder einer zweiten Ebene entstehen so die aus dem Film bekannten Szenen. Hier gefallen kleine Dinge, wie beispielsweise ein stapelbarer Sprungkasten, der als unterirdischer Tunnel fungiert. Clever gelöst.

© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann

Selbst die Schwimmbadszene fehlt nicht, hier hervorragend aufgezogen (Bühnenbild: Andrew Edwards) mit dicken blauen Matten und Trampolinen, mit denen die Darsteller Sprünge ins Wasser simulieren. Diese Szene und der Song "Spring’ ins kalte Wasser" bilden gleichzeitig eines der choreografischen und darstellerischen Highlights des energiegeladenen Casts. Die jungen Darsteller haben allesamt eine professionelle Musicalausbildung hinter sich und bereits Erfahrungen durch andere Engagements vorzuweisen. Brillant meistern sie die schwierige Aufgabe, die Stereotypen aus dem Film nicht platt zu kopieren, sondern ein Stück weit für sich selbst weiterzuentwickeln. Allen voran gelingt es Max Hemmersdorfer, seinem Zeki Müller einen eigenen Stempel aufzusetzen. Seine Rolle ist wahnsinnig körperlich, er ist beinahe ständig auf der Bühne und meistert seine Comedyszenen perfekt. Herrlich beispielsweise, wenn er vom Süßigkeitenautomaten mit der Paintball Gun auf seine Schüler ballert! Gerade am Schluss, wenn Herr Müller nicht mehr nur Hau-drauf-Lehrer ist, sondern Herz im Umgang mit den Schülern und Lisi beweist, ist man beinahe ein wenig gerührt von seiner und Johanna Spantzels Darstellung. Auch Spantzel kann als Referendarin Lisi Schnabelstedt mit Comedytalent punkten. Gleiches gilt für Elisabeth Ebner als Direktorin Gerster, die dem Publikum bereits durch die Toneinspieler bekannt ist und permanent mit einem umgehängten Klebestift zum Schnüffeln durch "ihre" Schule läuft.
Rebekka Corcodel als Chantal und Lukas Sandmann als Danger sind auch auf der Bühne Publikumslieblinge, verkörpern ihre Alter Egos aus dem Film würdig und ernten dafür jede Menge Szenenapplaus. Besonders in der "Romeo und Julia"-Szene gegen Ende dürfen die beiden zeigen, was sie können, und nutzen dies auch gnadenlos aus. Überhaupt merkt man dem gesamten Cast an, dass sie jede Menge Freude an der Sache haben. Dieser Funke springt 1:1 ins Publikum über.

© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann

Spannend bei Musicals, die auf Filmvorlagen basieren, ist natürlich immer, wie die Szenen mit Musik bzw. Choreografie gefüllt werden. Nico Rebscher und Simon Triebel sind eher bekannt aus dem Popmusik-Bereich. Rebscher ist Gründer und Frontmann der Band "Lauter Leben" und Triebel Gitarrist der Band "Juli". Die beiden haben einen Score erarbeitet, der als Mischung aus Hip-Hop, Rap und Pop-Balladen bezeichnet werden kann. Die musikalische Varianz ist groß: Es gibt auch einen Ausflug nach Bollywood (ausgelebt in einer urkomischen Szene, in der Lisi, mit einem Schlafmittelpfeil abgeschossen, halluziniert) sowie eine sehr einprägsame Ballade gegen Ende. Überhaupt haben viele Songs einen hohen Wiedererkennungseffekt und man ertappt sich beim Verlassen des Theaters dabei, dass man beispielsweise den Schwimmbad-Song "Spring’ ins kalte Wasser" oder das fetzig-flotte "Nein. Doch" vor sich her summt. Die Texte von Kevin Schroeder sind mit viel Wortwitz versehen und immer passend zur Vorlage. Dass es dabei auch mal derbe zur Sache geht und das ein oder andere unter die Gürtellinie trifft, ist klar und passt zum Stück.

© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann

Der Schwede Fredrik Rydman hat eine aktive Choreografie ausgearbeitet, der es gelingt, die erwähnten Trampoline, Yogamatten und sonstige Hilfsmittel mit einzubeziehen. Er nimmt dabei viele Anleihen beim tatsächlichen Pausenhofgehabe heutiger Jugendlicher, wie dem aus sozialen Medien bekannten "Dab". Das ist nicht nur innovativ, sondern unterhält auch prächtig.
Regisseur Christoph Drewitz hält sich größtenteils an die Filmvorlage und fügt lediglich einige bühnentaugliche neue Szenen wie die erwähnte Bollywood-Traumsequenz ein. Auch der etwas stärker ausgearbeitete Schluss bietet mehr Potential für die Figurenentwicklung und liefert ein schlüssiges Ende. Außerdem wertet Drewitz einige Figuren auf. So bekommt Lisis Schwester Laura (Sandra Leitner) mehr Raum, ihre Rolle zu entwickeln, und ein zusätzlicher Klassenstreber (Robin Cadet) sorgt für Amüsement.
Auch die so wichtigen Zitate des Films ("Chantal, heul’ leise!") finden sich im Musical wieder und werden teilweise in neuen Zusammenhängen präsentiert. Dabei gefällt besonders der intensive Publikumskontakt der Darsteller. Immer wieder streifen die Schauspieler durch die Reihen und interagieren mit den Zuschauern.

Die fünf Musiker um den musikalischen Leiter Philipp Gras sind im oberen Bereich der Bühne untergebracht, der auch immer wieder für Auf- und Abgänge genutzt wird. Die Musik ist stilbedingt sehr Synthesizer-lastig und kommt völlig mit einer kleinen Band aus. Die Aussteuerung funktioniert bestens und sorgt für einen ausgewogenen Klang in der kleinen Halle.

© Stage Entertainment/Detlef Overmann
© Stage Entertainment/Detlef Overmann

Wie so häufig bei Wagnissen, wird das Stück vermutlich den ein oder anderen Kritiker hervorrufen. Vielleicht ist die Story zu flach, die Musik zu wenig Musical-geeignet oder das Stück mit zu vielen Stereotypen gespickt. Vielleicht gefallen die Plastikstühle im Auditorium auch nicht jedem. Aber gerade dieses "gewollt Unperfekte" trägt dazu bei, dass diese Inszenierung so neu, spannend und sehenswert ist und man möchte sagen: Glückwunsch, Stage Entertainment! Gut, dass ihr dieses Wagnis eingegangen seid. Endlich mal was Neues!

Diesem jungen Team sei es gegönnt, dass der Spruch aus ihren sozialen Netzwerken auch richtungsweisend für sie selbst und diese Produktion ist: "Ich schwöre, du bist voll Mjusicäl-Star!"

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

AutorenNico Rebscher
Kevin Schroeder
Simon Triebel
RegieChristoph Drewitz
Musikalische LeitungPhilipp Gras
ChoreografieFredrik Rydman
BühnenbildAndrew Edwards
KostümeReto Tuchschmid


Besetzung

Zeki MüllerDaron Yates
(Silvio Römer)

Lisi SchnabelstedtJohanna Spantzel,
(Jennifer Siemann)
(Elena Zvirbulis)

Frau GersterElisabeth Ebner,
(Hannah Moana Paul)
(Elena Zvirbulis)

LauraSandra Leitner,
(Kiara Lillian Brunken)
(Jessica Rühle)

CharlieJennifer Siemann,
(Hannah Moana Paul)
(Stephanie Steffens)

ChantalRebekka Corcodel,
(Kiara Lillian Brunken)
(Jessica Rühle)

DangerLukas Sandmann,
(Fabian Kaiser)
(Kevin Schmid)

ZeynepSusanne Studentkowski,
(Kiara Lillian Brunken)
(Stephanie Steffens)

JeromeRobin Cadet,
(Fabian Kaiser)
(Kevin Reichmann)

BurakAnthony Curtis Kirby,
(Silvio Römer)
(Enrico Treuse)

EnsembleKiara Lillian Brunken
Fabian Kaiser
Kevin Schmid
Stephanie Steffens
Enrico Treuse
Elena Zvirbulis
SwingsHannah Moana Paul
Kevin Reichmann
Silvio Römer
Jessica Rühle



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


8 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Absolut sehenswert, nicht nur für die Filmzielgruppe

04.06.2018 - Fack ju Göhte Das Musical
München 02.06.2018 Nachmittag

Selten ging mit so wenig Erwartungen und einer Vorstellung, was mich erwartet, in ein Musical. Hätten mir hier nicht diverse Leute durch ihre Berichte Lust gemacht, wäre ich wohl nie rein gegangen. Teil 1 von FjG habe ich weder im Kino, noch TV gesehen, daher kannte ich Handlung nicht.Nach dem Motto, ist ein Teenagerfilm, dafür bin ich zu alt.

Leider war auch am Samstag Nachmittag der Zuschauerraum nur spärlich gefüllt. Die Location fand ich aber für so ein Musical echt cool. Hatte erste Reihe und da spürt man fast den Hauch der Darsteller. Die Ausstattung und das Bühnenbild im Rahmen der Möglichkeiten ist sehr gut gelungen.

Die Musik eine gelungene Mischung, Die mir sehr gut gefiel, obwohl ich mit Rap im Allgemeinen nichts anfangen kann. Einzig die Textverständlichkeit war durch etwas viel Bass und nicht immer optimale Abmischung manchmal etwas beeinträchtigt.

Das absolute Highlight war die Cast. Soviel Spielfreude, obwohl die Ränge so leer waren, Respekt. Am Schluss waren waren fast Alle aller Altersgruppen begeistert. Oder wie Johanna Spanzel im Interview sagte "am Schluss kriegen wir sie Alle". Recht hat sie. Leider war dem Programmheft, übrigens für Stage Verhältnisse günstige € 9.50, keine Cast-Liste begelegt. Und vor Ort habe ich kein Foto davon gemacht. Sah aber ziemlich nach First Cast aus.

Mein Fazit: Absolut sehenswert. Ich habe mir nun noch ein Ticket für die Derniere besorgt. Ich hoffe mal das die Matinee am 9. Sep. Dies ist, da Abendvorstellung als abgesagt geführt wird.

Inszenierung: 4.5 von 5
Musik: 4.5 von 5
Besetzung 5 von 5
Ausstattung 4 von 5

Gesamtfazit: 4.5 von 5

Hier aufgerundet auf 5 wegen der fantastischen Cast

nummelin3 (18 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Richtig gutes modernes Musical

03.06.2018 - München hat einen neuen Musical Hit!

Ich hab es selbst nicht geglaubt, aber was ich da im Theater Werk 7 gesehen habe, hat mich total begeistert!

Die Story ist dem Film Fack ju Göhte Teil 1 nachempfunden und richtig gut umgesetzt.

Auch im Theater kommt sofort das Schulfeeling auf.
Man sitzt wie in einer Aula und schaut in eine Sporthalle die immer zu den verschiedenen Orten umgebaut werden können durch 2 Türen wo mal das ein oder andere Bühnen set reingefahren wird. Sehr genial.

Die Musik ist sehr modern und teilweise deutschen pop und Rap empfunden, was wirklich sehr gut umgesetzt wird.

Auch das Ensemble spielt so energiereich und mit soviel Spaß das es einfach nur eine Freude ist dem Geschehen zu folgen.

Ein toller Erfolg und eigentlich ein Grund zur Freude. Leider waren in meiner Vorstellung nur wenige Plätze gefüllt. Man sieht auch in der Stadt selbst kaum Werbung für diese fantastische Show und Stage macht hier denselben Fehler wie bei Kinky Boots. Ein Neues Nicht Disney Stück braucht Werbung, und Bewusstsein in den Medien, was Stage bei den den Nicht Disney Stücke einfach nicht schafft.

Sehr Schade, bei so einem Juwel wie Fack ju Göhte.

Man sollte diese Show wirklich gesehen haben!

KristinP (66 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


Musicalhighlight im Werksviertel

29.04.2018 - Mit Fack Ju Göhte eröffnet Stage Entertainment nun erstmals ein Theater in München. Und dieser Einstand gelingt fantastisch.
Ich hatte die Möglichkeit das Stück zwei Mal zu sehen. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellungen vom 22.04.18 und 28.04.2018

Buch
Einen Film für die Bühne zu adaptieren ist immer eine gewisse Herausforderung. Hier ist es sehr schön zu sehen, dass Rollen und Szenen weiterentwickelt wurden. Der Film wird nicht einfach 1:1 adaptiert. Die neuen Szenen passen gut in die Handlung und treiben das Stück voran. Sehr unterhaltsam ist hierbei die kleine Bollywood-Szene.

Selten habe ich so viel in einem Musical gelacht.

Komposition
Musikalisch ist das Stück eher im Bereich Rap und Pop einzuordnen. Obwohl ich eigentlich kein Fan der Musikrichtung Rap bin, hat es mich hier nicht gestört. Man verlässt das Stück mit vielen Ohrwürmern und Lieder wie Zeitkapsel, Wegen dir oder die Szene Romeo und Julia bleiben noch lange hängen.

Inszenierung
Christoph Drewitz ist es wirklich perfekt gelungen das Stück auf die Bühne zu bringen. Er nutzt die Gegebenheiten des Theaters und sorgt für sehr viel Publikumsnähe. Schön ist es auch zu sehen, dass er allen Darstellern die Möglichkeit zu geben ihre eigene Interpretation der Rolle zu entwickeln.

Musik
Akkustisch ist es leider an manchen Stellen etwas zu laut, so dass die Textverständlichkeit etwas leidet. Die Band spielt allerdings gut auf und die Stimmung der Lieder wird gut rübergebracht.

Besetzung
Die Darsteller sind alle sehr gut besetzt. Ich hatte in der ersten Vorstellung die komplette Erstbesetzung, in der zweiten einzig das Cover von Frau Gerster. Jeder passt sowohl stimmlich, sowie optisch und schauspielerisch zu 100% in die Rolle. Selten hat man so eine perfekte Besetzung in einer Stage Produktion.

Ausstattung
Das ist der heimliche Star der Produktion. Die Optik des Saals (bzw. das Werksviertel an sich) unterstreicht das Stück auf eine ganz besondere Art. Es ist den Machern gelungen verschiedenste Szenenwechsel durh Seile anzudeuten und auch durch das ausgefeilte Lichtdesign. Obwohl es nicht die aufwendigste Kulisse ist, gibt es daran nichts zu kritisieren, weil es genau in das Konzept passt.

FAZIT: Wer einen lustigen Abend mit einer perfekten Cast erleben will, sollte sich dieses Musicalhighlight nicht entgehen lassen. Reingehen- man weiß leider nicht wie lange das Stück noch läuft. Verdient hätte es deutlich besser ausgelastete Vorstellungen.

Buch 5/5
Komposition 5/5
Inszenierung 5/5
Musik 4/5
Besetzung 5/5
Ausstattung 5/5

Gesamt 5/5

LiveinTheater (99 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Das beste deutsche Originalmusical?

14.04.2018 - Ich habe tatsächlich die berühmte Filmvorlage nie gesehen.
Und ich betrachte dies als großen Vorteil, bin ich doch somit ohne jegliche Vorbilder und Erwartungen ganz und gar unbeleckt in diese Show gegangen.
Spoiler Alert: Ich bin ohne jegliche Einschränkung restlos begeistert :
"Fack ju Göthe" ist das beste deutsche Originalmusical, das ich je gesehen habe (Wohl gemerkt nicht deutschsprachige, denn "Elisabeth" wird wohl niemand jemals toppen können).
Aber von vorne: Der Veranstaltungsort erinnert in vielen belangen ans Londoner Off-Westend: Perfekt gelegen in einem Künstler-, Vergnügungsviertel voller Graffitis, trägt schon der Weg dorthin zum eintauchen in die Show bei.
Beim Eintreten in die Werkshalle wird man gleich von launigen Ansagen der Schuldirektorin begrüßt.
Der Zuschauerraum selbst ist hergerichtet wie eine Schulturnhalle, man betritt den Saal über die Bühne.
Und das ist auch gut so, denn so vergisst man sehr schnell, dass man seinen Hintern knappe 3 Stunden auf blauen Schalensitzen parken muss.
Die Regie bleibt innerhalb der Inszenierung dem Gesamtkonzept jederzeit treu; alle benötigten Requisiten werden aus Turngerätschaften gebaut, also aus Seilen, Mattenwagen, Turnkästen, etc. Es wird szenisch viel behauptet und der Zuschauer wird gefordert, sich viel vorzustellen. Ganz großes Kino.
Jederzeit bespielen die Akteure den gesamten Saal, der eben Teil des Ganzen ist. "Immersive Theatre" scheint in Deutschland angekommen zu sein.
Würde man vergleiche ziehen wollen (und die hinken bekanntlich ja immer), erinnert "Fack ju Göhte" in seiner Machart, in seiner Optik und in seinem Stil am ehesten Lin Manuel Mirandas Erstlingswerk "In the Heights".
Und unglaublicherweise hat es auch dessen Qualität.
Die Balladen berühren, der Hip-Hop-Score ist schlau gereimt und mit großen können ausgeführt. Insgesamt hat die Musik puren Drive und macht mächtig Druck.
Jede(r) Beteiligte gibt hier ihr/sein absolut Bestes. Da steht so viel unfassbares Talent auf der Bühne.
Hervorheben möchte ich aber trotzdem Johanna Elisabeth Spanzel als Lehrerin Lisi Schnabelstedt, die für mich bisher die beste Performance dieses Jahres liefert: komödiantisches Timing vom Feinsten, ohne die Figur jemals comicartig werden zu lassen oder sie für eine der unzähligen Pointen dem Publikum auszuliefern. Mit dieser Frau leidet und lacht man. Eine großartige schauspielerische Leistung.
Wie unfassbar schade, dass diese frische, moderne, schlaue und zeitgemäße Art des Musicals hierzulande kaum Zuschauer zu finden scheint. Aber die Stage hat sich einfach zu lange auf Disney und Co. ausgeruht und es verpasst, das Musicalpublikum zu neuen Wagnissen zu erziehen. Dieses Wagnis ist zu 100 % aufgegangen, doch leider mussten die fantastischen Darsteller an meinem besuchten Abend vor knapp 100 Leuten spielen. Das haben sie und dieses herausragende Stück Theater nicht verdient. Ich kann nur sagen:
HINGEHEN! Ein absolutes MUSS !

AdamPascal (50 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


Anders, modern, super, lustig.

25.03.2018 - Ich muss sagen, dass ich eigentlich mit ganz schlimmen Erwartungen in das Musical gegangen bin und ich wurde sehr positiv überrascht. Es ist wirklich gut. Es macht Spaß es sich anzusehen. Es ist anders und modern. Es ist großartig. Was mir nicht so gut gefällt sind die harten Plastikschalensitze. Aber auch das Theater ist für dieses Musical genau richtig gewählt und super umgesetzt. Es ist frisch und modern. Kann man wirklich nur empfehlen es sich anzusehen. Ich hatte vorher auch bedenken und bin nun von dem Stück doch überzeugt. Für 5 Sterne reicht es nicht ganz, aber es ist wirklich hohes Niveau. Super!
Kann man nur weiter empfehlen.

Mopelmue (21 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


Midern, außergewöhnlich und toll gemacht

18.03.2018 - Wir waren gestern zu dritt in Fack ju Göhte und es hat uns sehr gut gefallen. Die Location ist wirklich cool und das Stück außergewöhnlich, neu und erfrischend. Die Musik ist super und man möchte am liebsten aufspringen und mittanzen. Die Plastiksitzschalen sind wirlich bequem und ich hätte das nicht gedacht aber ich fand sie auf Dauer angenehmer zum Sitzen als die herkömmlichen Theatersessel. Schade vor allem für die Darsteller war die sehr schlechte Auslastung vor allem für einen Samstag. Aber man braucht sich nicht zu wundern. In ganz München kein Plakat, keine Werbung usw. Man kennt das Stück und auch das Theater schlicht und einfach nicht. Wir haben auf den Weg zum Theater drei mal nach dem weg gefragt und keiner kannte das Theater oder das Musical und das waren Münchener. Die Antwort war: was sowas haben wir hier? Den finanziellen Misserfolg, falls das Stück nicht mehr in Gang kommt hat hier die Stage komplett allein zu verantworten. Ich hoffe jetzt auf jeden Fall auf eine CD und empfehle das Stück weiter.

MrDuncan (8 Bewertungen, ∅ 4.8 Sterne)


FACK JU GÖHTE

01.02.2018 - Ich habe die erste Vorstellung nach der Premiere gesehen, ich finde es fast besser als den Film, es ist nah,spontan,gagreich und Kurzweil für die Seele.
Ich werde es mir noch mal ansehen, meine Freundin sang auf dem Heimweg " Spring spring ins kalte Wasser"einer der Ohrwürmer. Unbedingt ansehen, weiter sagen und ich hoffe das bald die CD zum Musical kommt. Danke alle vor und hinter der Bühne, echt viel los auf der Bühne, und manchmal echt sehr gelungene Kleindeko und Requisiten die das sehr lebendige machen.

Theatergänger2018 (erste Bewertung)


Frisch, modern, fetzig und witzig!

28.01.2018 - Da ich den Film nicht kenne, bin ich ohne besondere Erwartungen ins Stück gegangen. Ich habe mich super amüsiert, das Stück unterhält, ist frech und die Musik kommt druckvoll und modern, und nicht gerade musicaltypisch über die Rampe. Manche Gags saßen nicht auf den Punkt, ein oder zwei Längen gibt es auch und auch gesanglich klingt nicht immer alles unbedingt schön (unabhängig von den bewusst schief gesungenen Momenten). Auch die Soundabmischung könnte noch etwas verbessert werden.
Trotzdem ist der Stage ein durchweg überzeugendes Stück gelungen, das trotz des ein oder anderen platten Gags es auch schafft zu berühren. Unbedingt anschauen, denn am Ende des Tages verlässt man das "Theater" gut gelaunt und mit Ohrwürmern im Kopf ("Spring ins kalte Wasser").
Jetzt muss ich mir mal den Film anschauen, um vergleichen zu können.

Fiyero (37 Bewertungen, ∅ 3.2 Sterne)


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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Mutig, kultig, Stage Entertainment 2.0 - Diese Show macht richtig Spaß und spricht sowohl Fans des Films als auch ein ganz neues Musicalpublikum an.

21.01.2018

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(8 Leser)


Ø 4.63 Sterne

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