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Deutschsprachige Erstaufführung

Lazarus

The Man Who Sold the World


Die deutschsprachige Erstaufführung des David-Bowie-Musicals kann nicht vermeiden, dass die zwei Stunden dauernde, pausenlose Inszenierung nur teilweise fesselt. Schuld ist das Buch von Edna Walsh, das keine stringente Handlung erzählt, sondern sich überwiegend auf das Innenleben des Protagonisten konzentriert. Viel Interpretationsspielraum, wenig Inhalt!

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:03.02.2018
Rezensierte Vorstellung:08.06.2018
Letzte bekannte Aufführung:15.07.2018
Showlänge:120 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Wer "Lazarus" bereits in der Originalinszenierung am Broadway oder in London gesehen hat, weiß, dass es sich bei dem Stück um kein leicht zugängliches Musical handelt. Die Geschichte des unsterblichen Außerirdischen Thomas Newton, der in New York gestrandet ist und sehnsüchtig nach Erlösung sucht, basiert lose auf Walter Tevis' Novelle "The Man Who Fell to Earth". "Lazarus" ist fragmentarisch, manchmal wirr, interpretatorisch durchaus vielseitig, damit aber auch in jeder Hinsicht herausfordernd.

Die Inszenierung von Matthias Hartmann folgt dem Ansatz der Originalinszenierung: Man fokussiert sich auf die visuellen und musikalischen Komponenten. Das gelingt äußerst überzeugend. Das Bühnenbild von Volker Hintermeier erinnert an eine Rakete, die in ihrem Bauch das Wohnzimmer von Newton beherbergt. Dazu kommen Bildschirme bzw. Leinwände, auf denen verschiedenste Projektionen gezeigt werden. Oft werden diese live von einem Kameramann auf der Bühne aufgezeichnet, projiziert und gleichzeitig bearbeitet, sodass skurrile bis beeindruckende Bilder auf der Bühne entstehen. Das Lichtdesign ist stimmig, ziemlich düster, aber durchaus stimmungsvoll.

Auch die musikalische Seite kann sich sehen bzw. hören lassen. Die 8-köpfige Band unter der Leitung von Heinz Hox spielt druckvoll auf und gibt die Songs von Ausnahmekünstler Bowie energiegeladen wieder. Laut wird es im Zuschauersaal; man wähnt sich zwischenzeitlich in einem Konzert, auch wenn darunter ab und an die Textverständlichkeit leidet.

Das gesamte Ensemble liefert überzeugende Darbietungen, rollenbedingt herausragend sind Hans Petter Melø Dahl als Newton und André Kaczmarczyk als Killer Valentine. Ersterer macht seine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit für das Publikum spürbar, letzterer agiert feminin auf äußerst hohen High Heels und lässt seine psychotische Unberechenbarkeit jederzeit durchscheinen.

Insgesamt eine sehens- und hörenswerte Leistung aller Beteiligten - jedoch kann auch das die Längen, die durch das wirre Buch entstehen, nicht auf Dauer kaschieren. Es fehlt eine stimmige, nach vorn gehende Handlung. Stattdessen spiegelt das Buch überwiegend das Seelenleben von Newton wider, Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Eine Collage von Szenen und Stimmungen, zu wenig Inhalt für zwei Stunden packendes Musicaltheater.

Was bleibt, ist ein Abend, der polarisiert. Einige Zuschauer sind früher gegangen, andere fanden das gesamte Stück zu abgehoben. Der Großteil allerdings dankte dem spielfreudigen Cast mit minutenlangen Standing Ovations für ihre engagierte Leistung - vermutlich auch, weil mit "Heroes" einer der größten Hits von Bowie den Abschluss bildet.





Kreativteam

Musik und LiedtexteDavid Bowie
BuchEnda Walsh
RegieMatthias Hartmann
BühneVolker Hintermeier
KostümeSu Bühler
Musikalische LeitungHeinz Hox
DramaturgieJanine Ortiz


Besetzung

NewtonHans Petter Melø Dahl
ValentineAndré Kaczmarczyk
GirlLieke Hoppe
EllyRosa Enskat
Teenage Girl 1Inga Krischke
Vera Marhold
Teenage Girl 2Eva Löser
Vera Marhold
Teenage Girl 3Florentine Kühne
Vera Marhold
ZachChristian Erdmann
BenStefan Gorski
MichaelThomas Wittmann
MaemiMarie Jensen
BandMarcus Bartelt
Hanno Busch
Peter Engelhardt
Heinz Hox
Nils Imhorst
Karsten Riedel
Christian Samosny
Wolf Schenk
Stephan Schott



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Würdige DSE in Düsseldorf

05.02.2018 - Das D´haus schafft es, mit Lazarus eine sehr sehenswerte Inszenierung auf die Bühne zu bringen, was vor allem der hervorragenden Regie von Matthias Hartmann zu verdanken ist. Unter Einsatz von zwei großen Videowänden und einer Livecam, die geschickt in die Inszenierung eingebaut wird, gelingt es immer wieder großartige und stimmige Bilder zu zaubern und das leicht wirre Musical mit seinen unzähligen Deutungsmöglichkeiten gleichzeitig unterhaltsam wie positiv diskussionsfähig zu gestalten. Hinzu kommen wunderbare Darsteller, allen voran Hans Petter Melø Dahl, der trotz Erkrankung am Premierenabend vollauf überzeugen kann. Auch die anderen Darsteller sind gut besetzt, die Bühne als Wohnzimmer in Form einer Rakete weiß ebenso zu gefallen. Musikalisch spielt die 8köpfige Band auf hohem Niveau, ein Besuch lohnt sich. Wenn man bereit ist, sich auch mal auf etwas neues und anderes einzulassen, kann man in Düsseldorf gerade einen gut 2stündigen interessanten Theaterabend erleben, der ohne Pause durch gespielt wird.

Besuchte Vorstellung:
03.02.18 (Premiere) - Schauspielhaus, Düsseldorf

Inszenierung: 4,5 von 5
Musik: 4,0 von 5
Besetzung: 4,0 von 5
Ausstattung: 3,5 von 5

Gesamtfazit: 4,0 von 5

MyMusical (22 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


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(mf)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Musikalisch gelungen, visuell überzeugend, darstellerisch rund, doch inhaltlich schwach. Wer klassisches Musicaltheater erwartet ist hier fehl am Platz!

10.06.2018

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